Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.
Die Wahrheit liegt vermutlich, wie so oft, in der Mitte.
Aus der Sicht des Lesers betrachtet, denn für ihn schreiben wir, stellt sich die Frage: Wann beginnt ein Text für ihn, langweilig zu werden? Wenn ein Schriftsteller am Beginn einer Szene den Protagonisten in ein Zimmer gehen lässt und dieses so beschreibt, dass beim Leser das Kopfkino startet und er sich das beschriebene Zimmer vorstellen kann, bevor er sich sein eigenes Bild von dem Zimmer konstruiert, dann hat der Schriftsteller weder zu viel noch zu wenig beschrieben. Der Leser hat somit die Vorstellung des Schriftstellers im Kopf und liest den Roman hoffentlich weiter.
Beschreibt der Schriftsteller für den Leser zu wenig, dann beginnt er sich sein eigenes Bild zu konstruieren. Wenn sich in weiterer Folge das Bild im Kopf des Lesers nicht mehr zu der Geschichte passt, entsteht Irritation, dann Langeweile; der Leser legt das Buch weg.
Erfordert es die Geschichte, dass das Zimmer erneut beschrieben wird, ist es beim Protagonisten vermutlich nicht mehr erforderlich, alles noch einmal zu beschreiben.
Kommt eine andere Figur in das Zimmer, werden mit Sicherheit andere Dinge in dem Zimmer in den Vorder- oder Hintergrund rücken.
Und dann kommen noch die vielen anderen Aspekte wie Zielpublikum, Handlung, Tempo, Dialog etc. dazu, die ebenso Einfluss auf die Beschreibung einer Szene nehmen.
Vieles andere wurde schon beschrieben und noch viel mehr könnte man schreiben.
Eines ist sicher: Wenn der Schriftsteller so schreibt, dass der Leser kaum aufhören kann, den Roman/Geschichte zu lesen, dann stimmt alles.
Das sollte das Ziel jedes Schriftstellers sein! ![]()