Seiten füllen

Für mich (mehr aus Lesersicht denn aus Autorensicht) sind Emotionen der Schlüssel.

Falls ein Autor mit diesen 3 Seiten bei mir andere Empfindungen als Langeweile und ein Gefühl von Sinnlosigkeit wecken kann, nämlich ein Gefühl innerer Anteilnahme, dann ist die Beschreibung für mich okay, sonst bitte raus damit.

Auch hier wünsche ich mir innere Anteilnahme. Wenn der Autor mir das Gefühl gibt, dass er selbst die Situation unwichtig fand und nicht mehr als 30 Sekunden investieren wollte um mir mal eben drei Sätze hinzuwerfen, dann wird bei mir beim Lesen auch keine innere Anteilnahme geweckt.

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Wie auch immer - wenn ich bei jedem Satz, den ich schreibe / geschrieben habe immer eine Marge im Hinterkopf haben soll, immer darüber nachdenken müsste, wie ein Lektor ihn sehen würde - dann ließe ich es bleiben. Ich habe meinen Stil und dem werde ich nicht untreu.

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Jau. Tschökes und weiterhin viel Freude beim Schreiben - Wo auch immer.

Schwierig, schwierig. Ich glaube, die Frage ist nicht einfach zu beantworten.
Man kann nicht aus seiner Haut. Der Eine findet kein Ende, der Andere keinen Anfang, und der Dritte kann mit drei Worten eine ganze Situation auf den Punkt bringen. Und irgendwo dazwischen bewegt man sich.
Ich schreibe auch eher knapp.
Dann kommt es, meiner Meinung nach, noch darauf an, was man schreibt. Wie es zur Geschichte passt.
Bin ich auf der Flucht, werde ich nicht die Umgebung in allen Facetten reflektieren.
Liege ich tiefenentspannt auf der grünen Wiese und schau mir die Wolken an, hat man mehr Zeit Eindrücke zu erkennen und zu erzählen.
Kann man anders schreiben trainieren? Ich weiß es nicht.

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Ich denke schon. Wenn man will.
Wenn ich bei der Überarbeitung selbst einsehe, dass meine Beschreibung zu langatmig ist, helfen Fragen, wie @Heather sie gestellt hat, mir beim Kürzen.

Wenn ich beim Überarbeiten selbst einsehe, dass eine Szene zu kurz gekommen ist, helfen Fragen wie:
Welche Emotionen will ich beim Leser wecken? Welche Emotionen „empfindet“ mein Protagonist?
Kann ich die Szene nutzen, um per „Show, don’t tell“ meinen Protagonisten zu charakterisieren?
Gibt es hier innere Konflikte, die ich herausarbeiten könnte?

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Hi Corinna. Schön, dass du wieder zu lesen bist…Ich habe mich schon gefragt, wo du bist
PS: Meine Frage war anders gemeint…habe ich oben schon erläutert.

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Ich finde, so wie Du es machst funktioniert es - also voll egal, mach einfach so weiter. :woman_shrugging:

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Danke…aber es ist nicht immer einfach für mich

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Trotzdem gut!!! (oder deswegen aber gut und spannend)

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:kissing_heart: :smiling_face: :smiling_face:

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Ich glaube, man kann sich gezielt ausprobieren oder lesen, wie andere es machen.
Einfach ‚Seiten füllen‘ sollte nicht das Ziel sein. Wolfgang Hohlbein zum Beispiel, beschreibt eine alte Häuserfassade oder Allee nicht nur, sondern er „personifiziert“ vieles. Die Raben gucken mit seltsam klugen Augen, die Äste der Bäume sind erstarrt wie im stummen Zugreifen. Die Wege zwischen Häuser zu eng.
Liest sich manchmal wie ein paranoider Fiebertraum :smiley:

Mir hat damals „Geschöpfe der Nacht“ von Dean Koontz geholfen, denn das Buch spielt in 12 Stunden und das hatte mich beeindruckt, dass man Zeit so dehnen kann (Der Inhalt ist okay, (keine Vampire) aber mit sehr offener Interpretation von Biotechnik (man könnte fehlende Recherche vorwerfen :wink: )

Oder Jennifer Robertson „Schwerttänzer“, bei dem die Protagonisten ‚EWIG‘ durch eine Wüste reiten und man es trotzdem interessant findet, weil sie lustige Dialoge führen. Obwohl ich noch so detailierte Beschreibungen von Sonnenbrand gelesen habe.

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Bring sie nicht auf dumme Ideen - @Bommel soll genau so weiter schreiben. Zumindest für die nächsten 3-4 Bände.

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Kenne ich…Geschöpfe der Nacht. Koontz und Hohlbein können es sowieso :smiling_face: Könnte ich mal so schreiben

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Ach ich kenne die Zweifel auch. Mein Roman, Schwerter der Ordnung ist gerade bei Testlesern und ich bin ziemlich überzeugt von meinem Werk. Aber nur, weil es einige Leute gibt, die mein „Fantasy Kram“ mögen.

Morgen beende ich wahrscheinlich Baltic Biker Rohschrift (brauche evtl noch einen anderen Ostseetitel) und ich habe gerade 0 Gefühl dafür, ob es spannend ist. Genre ist Baltic Noir/Cozy Thriller. Es hat spannende Elemente, klar, doch es sollte auch „cozy“ sein. Aber was heißt das, langweilen sich andere in diesen Szenen vielleicht? Morgen setze ich die restlichen Szenen ein, und es ist jetzt schon zum Haare raufen :smiley:

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Es wird bestimmt alles gut :wink:

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Eben! Es kann doch heutzutage nichts schnell genug gehen. Die Aufmerksamkeitsspanne ist extrem kurz geworden. Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder. Aber derzeit eben nicht. Daher: Flott, Aktion, Aktion, Aktion. Zwischendurch wenige Sätze zum Luftholen …

Kommt natürlich auch darauf an wen man erreichen möchte. Daher, wie oben geschrieben: Zur Zeit scheint es richtig zu sein, flott voranzukommen.

@Bommel Ich glaube, du hast genug Ideen. Und wenn Seiten wirklich sinnvoll gefüllt werden müssen, dann tust du es wahrscheinlich? Na also. Alles gut.

Genau!

Jawoll!

Doch, die gibt es. Allerdings fällt dieses Glück, diese Herausforderung, wohl nur sehr erfolgreichen Autorinnen (Männer mitgemeint) anheim.

Beispiel: @AndreasE … Ich weiß nicht mehr, woher ich es habe, aber ich meine gelesen zu haben, dass er von seinem Verlag möglichst 600 Seiten als Vorgabe/Wunsch hat. Da ist er sicher nicht der einzige. Auch hier kommt es wieder darauf an, wen der Verlag erreichen möchte. Und mal ehrlich: Ein richtig tolles Buch kann ja kaum lang genug sein.
Ich werde da auf den letzten Seiten immer langsamer, weil ich gar nicht möchte, dass die Geschichte gleich zuende ist. Auf der anderen Seite überlege ich mir vorher gut, ob ich mich zeitlich hingebe … Meist lohnt es sich dann doch und ich habe eine unvergessliche Geschichte gelesen. :slight_smile:

Autschn! Das versuche ich beim Schreiben zu vermeiden. :innocent: :sweat_smile:

What??? Nee, oder? Hm …

Mensch, Suse! … Räusper. :crazy_face:

Was ist schon einfach? :wink:

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Yeah🎉 @_Corinna is back! :smile:

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Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.
Die Wahrheit liegt vermutlich, wie so oft, in der Mitte.
Aus der Sicht des Lesers betrachtet, denn für ihn schreiben wir, stellt sich die Frage: Wann beginnt ein Text für ihn, langweilig zu werden? Wenn ein Schriftsteller am Beginn einer Szene den Protagonisten in ein Zimmer gehen lässt und dieses so beschreibt, dass beim Leser das Kopfkino startet und er sich das beschriebene Zimmer vorstellen kann, bevor er sich sein eigenes Bild von dem Zimmer konstruiert, dann hat der Schriftsteller weder zu viel noch zu wenig beschrieben. Der Leser hat somit die Vorstellung des Schriftstellers im Kopf und liest den Roman hoffentlich weiter.
Beschreibt der Schriftsteller für den Leser zu wenig, dann beginnt er sich sein eigenes Bild zu konstruieren. Wenn sich in weiterer Folge das Bild im Kopf des Lesers nicht mehr zu der Geschichte passt, entsteht Irritation, dann Langeweile; der Leser legt das Buch weg.
Erfordert es die Geschichte, dass das Zimmer erneut beschrieben wird, ist es beim Protagonisten vermutlich nicht mehr erforderlich, alles noch einmal zu beschreiben.
Kommt eine andere Figur in das Zimmer, werden mit Sicherheit andere Dinge in dem Zimmer in den Vorder- oder Hintergrund rücken.
Und dann kommen noch die vielen anderen Aspekte wie Zielpublikum, Handlung, Tempo, Dialog etc. dazu, die ebenso Einfluss auf die Beschreibung einer Szene nehmen.

Vieles andere wurde schon beschrieben und noch viel mehr könnte man schreiben.
Eines ist sicher: Wenn der Schriftsteller so schreibt, dass der Leser kaum aufhören kann, den Roman/Geschichte zu lesen, dann stimmt alles.

Das sollte das Ziel jedes Schriftstellers sein! :wink:

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@Carlo-Valentino

Nachdem alle Beiträge auch öffentlich zu lesen sind, erlaube ich mir zu deinem Text Stellung zu nehmen. Ich bin immer bemüht, meine Beiträge sachlich zu schreiben und für niemanden Partei zu ergreifen.

Wir alle haben in den letzten fünf Jahren wiederholt feststellen müssen, dass es Ereignisse zwischen Himmel und Erde gibt, die man sich nicht ausdenken oder vorstellen kann und vor allem nicht will. Lass mich zum besseren Verständnis ein Zitat des griechischen Philosophen Heraklit von Ephesos anbringen:

„Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht sich die Wahrheit dem Erkanntwerden.“

Will sagen: Nur weil man sich etwas nicht vorstellen kann, kann es trotzdem wahr sein.
Und wenn jemand schreibt, dass ein Text soundso viele Seiten haben soll oder muss, dann kann man das anzweifeln, eine Meinung dazu haben, die konträr zu dieser Aussage steht; was aber nicht heißt, dass die Aussage deshalb falsch ist.

Unser demokratisches Forum lebt doch gerade durch unterschiedliche Ansichten. Es wäre geradezu grotesk, hätten wir alle die gleiche Meinung; dann gäbe es bei einem neuen Thema keine Kommentare, dafür zweihundertneunundfünfzig (259) „Gefällt mir“, sprich „Herzerln“.
Demokratie lebt von Vielfalt.

Ich nehme an, dass du das Forum tatsächlich verlässt oder bereits verlassen hast.
Dann wünsche ich dir auf deinem weiteren Schriftstellerweg alles Gute.

PS.: Konnte leider nicht früher antworten, musste schreiben! :wink:

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Mein Leseverhalten ist anders. Ich bin nur dann irritiert und lege ggf. das Buch weg, wenn der Autor sich selbst widerspricht.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn ein Autor einfach nur „sie gingen ins Wohnzimmer“ schreibt. Lese ich zwei Seiten später, dass die Protagonisten vom Sofa aus aus dem Fenster aufs stürmische Meer gucken, füge ich die neuen Infos einfach in das innere „Bild“, das ich mir von der Szene gemacht habe, ein.

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