Mag sein, trotzdem steckt die Seitenzahl maßgeblich im Verhältnis der Herstellungskosten zum Verkaufspreis und ist damit auch ein Faktor für das Verlagsrisiko. In der Praxis gelten hierfür 330-380 NS für eine optimale Marge.
Liegt ein Werk deutlich drunter, kann es schon sein, dass der Verlag zusätzliche Seiten fordert. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er es dann einfach ablehnt.
Liegt es deutlich drüber, wird er es auch tun. Wobei sie das bei Autoren schlucken, die sie schon länger unter Vertrag haben und sicher sind, dass sich der Titel verkauft wie geschnittenes Brot.
Aber erkläre mir bitte einen vernünftigen Grund, warum ein Verlag grundlos die Vorgabe machen sollte, ein Werk mit „irgendwelchen Lückenfüllern“ auf 500 Seiten aufzubohren???
Ich erkläre hier gar nichts, sondern gebe nur wieder, was mir ein Verlagsautor gesagt hat.
Was ich vom bloßen Füllen von Seiten halte, habe ich schon ausgeführt.
Dass Bommel das Thema eigentlich anders meinte, hat sie auch schon ausgeführt.
In ihrer Fragestellung ging es darum, wie Leute es schaffen, ausführlich zu erzählen ohne zu langweilen. Sie hat jede Menge Feedback dazu bekommen und wird sich darüber freuen.
Für mich (mehr aus Lesersicht denn aus Autorensicht) sind Emotionen der Schlüssel.
Falls ein Autor mit diesen 3 Seiten bei mir andere Empfindungen als Langeweile und ein Gefühl von Sinnlosigkeit wecken kann, nämlich ein Gefühl innerer Anteilnahme, dann ist die Beschreibung für mich okay, sonst bitte raus damit.
Auch hier wünsche ich mir innere Anteilnahme. Wenn der Autor mir das Gefühl gibt, dass er selbst die Situation unwichtig fand und nicht mehr als 30 Sekunden investieren wollte um mir mal eben drei Sätze hinzuwerfen, dann wird bei mir beim Lesen auch keine innere Anteilnahme geweckt.
In meinem grenzenlosen Optimismus glaube ich doch nur an eine befruchtende Koexistenz zwischen Autoren aus dem Selfpublishing und dem Verlagswesen.
Daher nerven mich so polemische und haltlose Äußerungen wie:
tierisch. Aber gut, ich habe mich hier stets um sachliche Beiträge bemüht, ohne dabei darauf zu verzichten, meine Meinungen zu vertreten und auch mal zu widersprechen.
Vielleicht hätte ich das bei @Suse nicht tun dürfen?
Meinen Vorstellungen von einem Austausch unter Autoren-Kollegen entspricht das jedenfalls nichtmehr!
Wünsche euch allen noch viel Spaß und Erfolg beim Schreiben und verabschiede mich an dieser Stelle aus der Community.
Servus, macht‘s es guad!
Wie auch immer - wenn ich bei jedem Satz, den ich schreibe / geschrieben habe immer eine Marge im Hinterkopf haben soll, immer darüber nachdenken müsste, wie ein Lektor ihn sehen würde - dann ließe ich es bleiben. Ich habe meinen Stil und dem werde ich nicht untreu.
Schwierig, schwierig. Ich glaube, die Frage ist nicht einfach zu beantworten.
Man kann nicht aus seiner Haut. Der Eine findet kein Ende, der Andere keinen Anfang, und der Dritte kann mit drei Worten eine ganze Situation auf den Punkt bringen. Und irgendwo dazwischen bewegt man sich.
Ich schreibe auch eher knapp.
Dann kommt es, meiner Meinung nach, noch darauf an, was man schreibt. Wie es zur Geschichte passt.
Bin ich auf der Flucht, werde ich nicht die Umgebung in allen Facetten reflektieren.
Liege ich tiefenentspannt auf der grünen Wiese und schau mir die Wolken an, hat man mehr Zeit Eindrücke zu erkennen und zu erzählen.
Kann man anders schreiben trainieren? Ich weiß es nicht.
Ich denke schon. Wenn man will.
Wenn ich bei der Überarbeitung selbst einsehe, dass meine Beschreibung zu langatmig ist, helfen Fragen, wie @Heather sie gestellt hat, mir beim Kürzen.
Wenn ich beim Überarbeiten selbst einsehe, dass eine Szene zu kurz gekommen ist, helfen Fragen wie:
Welche Emotionen will ich beim Leser wecken? Welche Emotionen „empfindet“ mein Protagonist?
Kann ich die Szene nutzen, um per „Show, don’t tell“ meinen Protagonisten zu charakterisieren?
Gibt es hier innere Konflikte, die ich herausarbeiten könnte?
Hi Corinna. Schön, dass du wieder zu lesen bist…Ich habe mich schon gefragt, wo du bist
PS: Meine Frage war anders gemeint…habe ich oben schon erläutert.
Ich glaube, man kann sich gezielt ausprobieren oder lesen, wie andere es machen.
Einfach ‚Seiten füllen‘ sollte nicht das Ziel sein. Wolfgang Hohlbein zum Beispiel, beschreibt eine alte Häuserfassade oder Allee nicht nur, sondern er „personifiziert“ vieles. Die Raben gucken mit seltsam klugen Augen, die Äste der Bäume sind erstarrt wie im stummen Zugreifen. Die Wege zwischen Häuser zu eng.
Liest sich manchmal wie ein paranoider Fiebertraum
Mir hat damals „Geschöpfe der Nacht“ von Dean Koontz geholfen, denn das Buch spielt in 12 Stunden und das hatte mich beeindruckt, dass man Zeit so dehnen kann (Der Inhalt ist okay, (keine Vampire) aber mit sehr offener Interpretation von Biotechnik (man könnte fehlende Recherche vorwerfen )
Oder Jennifer Robertson „Schwerttänzer“, bei dem die Protagonisten ‚EWIG‘ durch eine Wüste reiten und man es trotzdem interessant findet, weil sie lustige Dialoge führen. Obwohl ich noch so detailierte Beschreibungen von Sonnenbrand gelesen habe.
Ach ich kenne die Zweifel auch. Mein Roman, Schwerter der Ordnung ist gerade bei Testlesern und ich bin ziemlich überzeugt von meinem Werk. Aber nur, weil es einige Leute gibt, die mein „Fantasy Kram“ mögen.
Morgen beende ich wahrscheinlich Baltic Biker Rohschrift (brauche evtl noch einen anderen Ostseetitel) und ich habe gerade 0 Gefühl dafür, ob es spannend ist. Genre ist Baltic Noir/Cozy Thriller. Es hat spannende Elemente, klar, doch es sollte auch „cozy“ sein. Aber was heißt das, langweilen sich andere in diesen Szenen vielleicht? Morgen setze ich die restlichen Szenen ein, und es ist jetzt schon zum Haare raufen
Eben! Es kann doch heutzutage nichts schnell genug gehen. Die Aufmerksamkeitsspanne ist extrem kurz geworden. Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder. Aber derzeit eben nicht. Daher: Flott, Aktion, Aktion, Aktion. Zwischendurch wenige Sätze zum Luftholen …
Kommt natürlich auch darauf an wen man erreichen möchte. Daher, wie oben geschrieben: Zur Zeit scheint es richtig zu sein, flott voranzukommen.
@Bommel Ich glaube, du hast genug Ideen. Und wenn Seiten wirklich sinnvoll gefüllt werden müssen, dann tust du es wahrscheinlich? Na also. Alles gut.
Genau!
Jawoll!
Doch, die gibt es. Allerdings fällt dieses Glück, diese Herausforderung, wohl nur sehr erfolgreichen Autorinnen (Männer mitgemeint) anheim.
Beispiel: @AndreasE … Ich weiß nicht mehr, woher ich es habe, aber ich meine gelesen zu haben, dass er von seinem Verlag möglichst 600 Seiten als Vorgabe/Wunsch hat. Da ist er sicher nicht der einzige. Auch hier kommt es wieder darauf an, wen der Verlag erreichen möchte. Und mal ehrlich: Ein richtig tolles Buch kann ja kaum lang genug sein.
Ich werde da auf den letzten Seiten immer langsamer, weil ich gar nicht möchte, dass die Geschichte gleich zuende ist. Auf der anderen Seite überlege ich mir vorher gut, ob ich mich zeitlich hingebe … Meist lohnt es sich dann doch und ich habe eine unvergessliche Geschichte gelesen.
Autschn! Das versuche ich beim Schreiben zu vermeiden.