Schreibratgeber und Regeln - hilfreich oder dogmatisch?

Da wir uns in anderen Themen über Kritik sowie Qualität von Kritik unterhalten haben und thematisch mehr und mehr in Richtung Schreibregeln oder -ratgeber abgleiteten, erstelle ich hier ein neues Thema dazu.


Zum Einstieg werfe ich das berühmte show don’t tell ein, also zeigen statt erzählen/behaupten, was auch gern in der Stilanalyse des lieben Papyrus Autor aufploppt.

In Sol Steins bekanntem Ratgeber „Über das Schreiben“ (org. „Stein on writing“ 1995) wird das Thema u.a. aufgeriffen.
Er schreibt in Kapitel 12 sinngemäß, dass wir als Kinder Geschichten zunächst erzählend erfahren: beim Vorlesen, durch Erlebnisse, die andere erzählen, und Aufsätze, die wir in der Schule schreiben. Gleichzeitig sind Menschen vor allem visuelle Typen und durch das Fernsehen (heute auch Streaming) erfahren wir Geschichten vor allem durch die szenische Darstellung und bevorzugen das.
Die urspüngliche Erfahrung von Geschichten verknüpfen wir aber gern mit dem Erzählen, wenn wir anfangen als Autoren zu schreiben, und das passt dann nicht mit dem zusammen, wie wir Geschichten erfahren wollen. Erzählen (oder Behaupten) erzeugt keine Bilder.

Statt zu schreiben „Susi war eine neugierige Frau.“ zeigen wir lieber eine Szene, in der die Leser das sehen können. Ob das eine beschriebene Handlung ist oder ein Dialog, spielt dabei keine Rolle. Ihr Handeln zu beschreiben ist also nicht tell, wie manche annehmen, sondern show.
Die Leser sehen selbst (Bilder) und ziehen ihre Schlüsse. Und da wird es auch schon schwieriger, denn wie muss ich etwas darstellen, um den Lesern zu vermitteln, was ich vermitteln will?
Ähnlich mit Empfindungen:
„Sven hatte Angst.“ vs. „Svens Herz schlug schneller, seine Hände wurden feucht.“ „Sein Magen zog sich zusammen.“ „Er wich einen Schritt zurück.“

Aber auf Dauer kann das ganz schön nach hinten losgehen.
Problem 1: Alle paar Seiten wiederholen sich die mehr oder weniger gleichen körperlichen Reaktionen, und ich finde auch nicht, dass es spannend wäre, 50 Schattierungen von Angst identifizieren zu müssen beim Lesen. Also ergänzt man das Repertoire durch kleinere Handlungen, gemischt mit erlebter Rede. Aber um die erwünschte Wirkung zu erzielen, ist das schon anspruchsvoller, erfordert mehr Erfahrung.

Problem 2: Der Fokus. Alles und jeder wird gezeigt, für jede Nebenfigur ein show-Fass aufgemacht, egal wie relevant sie sind. Dadurch werden die Leser in die Irre geführt, denn je mehr Aufmerksamkeit man bestimmten Figuren oder Details widmet, umso wichtiger erscheinen sie den Leser. Hier muss man die Kunst der richtigen Hervorhebung lernen, auch das hat Anspruch.

Und Erzählen ist trotzdem Teil von Geschichten und hat seine Berechtigung. Ein schlichtes „Sie hatte Angst.“ kann seine ganz eigene Wirkung entfalten. Auch in größeren Umfängen, sofern man es denn beherrscht, eine wunderbare Erzählstimme errungen hat.

Show und tell gemischt:
„Er war ein erbarmungsloser Chef, der jedem kündigte, der nicht 50 Stunden in der Woche schuften wollte. Und ich hatte keinen Bock mehr darauf. Am Samstag warf ich meine Kündigung in den Postkasten, am Montag ließ ich mich krankschreiben.“

Hier liegt der Vorteil in der Kürze. Wenn der Chef und die Arbeit ansonsten keine Relevanz mehr haben, weder inhaltlich noch für die Charakterisierung, warum dann erst eine Szene aufbauen, in der gezeigt wird, wie erbarmungslos der Chef ist, wie er X und Y kündigt und wie der Protagonist das alles beobachtet und wir sehen, wie er die Lust verliert und abends nicht schlafen kann usw.?

Die Regel show don’t tell hat ihre Berechtigung, grunsätzlich für die Lesevorlieben, vor allem dann, wenn sich Anfänger und auch Fortgeschrittene an diesen orientieren wollen oder müssen. Deswegen lieber gleich mit visuellen show-Techniken beginnen, die Bilder und Gefühle erzeugen und an das Buch fesseln. So eine simple Grundorientierung hilft am Anfang, die benannten Probleme muss man dann aber selber erkennen, neue Wege lernen und das umsetzen.

Fragenauswahl an euch:
Wie haltet ihr es mit show don’t tell?
Verwendet ihr das bewusst oder aus dem Bauch heraus?
Habt ihr auch schon mal das Show vermasselt?

Hat euch jemand schon einmal show don’t tell an den Kopf geworfen (oder ihr euch selbst) und ihr euren Text verbessern wollen, ihn aber schlechter gemacht? Habt ihr das rückgängig gemacht oder eine „Höherentwicklung“, eine Mischform entwickelt?

Und vor allem: Was haltet ihr überhaupt von solchen Ratschlägen?
Wie geht ihr mit Infodumperei, Adjektivitis und Erklärbär-Syndrom um? Wie wägt ihr ab, was funktioniert und was nicht? Bauch, Kopf, Testleser, Lektorat?

Ich bin gespannt. :grinning:

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Ist eine Empfehlung und kein Muss. Es ist leider wohl auch die am meisten missverstandene Empfehlung, weil viele Ratgebersüchtlinge es sich zur festen Regel machen.

Bewusst. Nicht alles eignet sich zum „Zeigen“ und nicht alles sollte man „Erzählen“. Es sollte immer dem Text dienen - und bitte einfach funktionieren.
Ein Beispiel für die Figuren:
Da „Zeigen“ oft einer Interpretation von emotionalen Vorgängen bedarf, eignet es sich grundsätzlich mehr für die Hauptfiguren. Mit diesen Figuren verbringt man genug Zeit im Buch, dass man als Leser nach und nach eine bessere Einschätzung vornehmen kann und zur Not sogar sein Bild im Kopf über vergangenen Szenen nachbessern kann.
Bei Nebenfiguren fällt das weg. Sollte eine Nebenfigur also mal mehr als eine flache Emotion in die Szene einbringen müssen, ist ein „Tell“ darüber meist der bessere Weg. Weniger Worte braucht das vermutlich auch, was uns zusätzlich mehr Raum für die Hauptfiguren oder andere wichtigere Dinge lässt.

Zwangsläufig hat man das.

Man muss aufpassen, dass man nicht zum professionellen Ratgeberleser wird. Das ist die gefährlichste Art der Prokrastination, weil man sich selbst belügt („Hey, ich mach doch was für meine Schreibe…“).
Viele Ratschläge locken damit, komplexe Dinge einfach umsetzbar zu machen. Das ist in der Regel nicht die ganze Wahrheit und damit ein vergiftetes Geschenk.

So sehr man diese Dinge vermeiden sollte, es mag dennoch mal gute Gründe geben, es doch zu nutzen. In so einem Fall wird z.B. ein Infodump zu jenem Werkzeug, das genau das leistet, was der Text punktuell braucht.
in Kurz: Meiden ja, verteufeln nein.

Eine Kombination aus allem Genannten, wobei „am Ende“ ich eben Autor meiner Texte bleibe und damit final entscheide. In allen - von mir bestimmbaren - kreativen Bereichen, bestehe ich darauf, meine Fehler zu machen. Vor allem, wenn ich noch nicht überzeugt bin, dass es Fehler sind.

13 „Gefällt mir“

Ich denke, alles kann nichts muss. Und so halte ich es auch mit dem Schreiben bzw. der Korrektur des Lektorates. Oftmals dachte ich ja. Das ist gut, da kann ich noch. Aber es ist meine Geschichte, ich stelle sie der Öffentlichkeit vor. Geschrieben habe ich sie so, wie ich sie mag. Wie es mir gefällt. Warum sollte ich etwas schreiben, von dem ich weiß, das es bei den Leuten ankommt? Wenn es nicht in meine Story passt, dann passt es nicht. Mir wurde Sprunghaftigkeit unterstellt. Das der Tag plötzlich aufhört und es mit dem nächsten Tag weitergeht. Ja, aber wenn nichts weiter passiert? Lieselotte sortierte Socken, erst nach Farbe, dann nach Größe und dann bügelte sie ihre Schlüpper? Tut nichts zur Sache. Bei mir zumindest. Sollte ich mal eine Geschichte über Zwangsstörungen machen, kein Ding. DAs Buch wäre voll mit solchen Passagen. Also ist bei mir eine Mischung aus Bauch, zweiter Meinung und learning by doing.

5 „Gefällt mir“

Ich lese viele Schreibratgeber. Habe viele gelesen, korrekterweise; ich finde momentan keine guten mehr.
Inzwischen blättere ich immer wieder mal darin und lese einzelne Passagen nochmals. Mit der Zeit und vielen geschriebenen Seiten bekommen die Ratgeber eine neue Wirkung. So ein „Ah, ja. Genau! Jetzt habe ich es verstanden!“
Minutiös daran halte tue ich mich hingegen nicht. Ich betrachte sie als Impulse, die im Unbewussten wirken und meinen Schreibstil ein wenig beeinflussen.
Am meisten lerne ich vom Feedback meines Schreibcoaches, weil sich seine Aussagen direkt mit meinem Text beschäftigen und mir konkret aufzeigen, wo ich mich noch verbessern kann.
Bei einem Schreitratgeber muss ich erst mal verstehen, worum es geht (das ist nicht immer gleich einfach). Dann muss ich das Thema in meinen Texten wiedererkennen (das ist auch nicht gerade einfach). Und dann noch gemäss Ratgeber verbessern (oh je, wie denn nun?).

Wie bei vielem, sind da die Präferenzen wohl verschieden.

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Ich finde es eine total wichtige Sache, man muss nur genau unterscheiden, wann man es anwendet. Es passt nämlich nicht immer. Dazu mein Beitrag in unserem Blog: show don’t tell verstehen
Ich verwende es meist aus dem Bauch heraus.

Und solche Ratschläge finde ich sehr gut. Es verlangt ja niemand, dass man sie sklavisch umsetzt, aber gerade für Schreibneulinge kann es unheimlich hilfreich sein, auch mal zu erfahren, warum show don’t tell wichtig ist, warum sich diese Adjektiv-Adverkb-Konstruktion so schlecht liest etc.
Adjektivitis und Infodumperei hab ich mir mittlerweile ziemlich abgewöhnt, den Erklärbär entdecke ich meistens beim Überarbeiten. Außerdem hab ich das Glück, für all diese Dinge ein ganz gut funktionierendes Bauchgefühl zu haben.

5 „Gefällt mir“

Hm, so habe ich das noch nicht gesehen. Interessanter Ansatz.
Ich lasse meine Protas teils beobachten, was andere tun, also show. Ansonsten nutze ich aber gern Mutmaßungen und Urteile, wobei die nicht immer stimmen naturgemäß.

Ich denke, das ist eine vernünftige Einstellung.

Das war wohl ein bisschen kurz gefasst von mir. Hier würde ich unterscheiden zwischen einem Schreiben nach Marktwünschen und einem Schreiben nach Zielen, die ich erreichen möchte. Aufs Kleinste heruntergebrochen sehe ich da den Wunsch so zu schreiben, dass es überhaupt gelesen wird (und zwar nicht als Einschlafhilfe).
Ganz anders ein radikaler Kunstaspekt, bei dem ich mir darum keine Gedanken mache. Genauso legitim.
Wobei mit Übung ja der Effekt eintritt, dass man Dinge verinnerlicht und automatisch macht, z.B. bestimmte Füll- und Lieblingswörter nicht überzustrapazieren. Oder wenn ich eine sehr dichte Erzählperspektive möchte und bevorzuge, deep point of view, schreibe ich automatisch so, dass ich er/sie sah/hörte und Co. weglasse. Was zwar nur ein Teil davon ist, aber das sollte nur ein Beispiel sein.
Ansonsten würde ich das so schließen, dass ich es nicht als „was bei den Leuten ankommt“ definieren wollte, sondern mit welchen Mitteln ich erreiche, dass meine Geschichte so ankommt, wie ich mir das vorstelle. Also eher Lenkung als Unterwerfung. :sweat_smile:

Kommt wohl auch auf Gewohnheiten an. Meinst du dabei ein direktes Springen, indem du eine Leerzeile einfügst und dann geht es einfach weiter. Oder meinst du: „Am nächsten Tag ging Liselotte …“?

Ja, man kann sich das nicht unbedingt willentlich einprügeln.

Stimmt, und dazu muss man üben, also: schreiben :grin:

Oh ja, da ist etwas dran. Dazu braucht es Reflexionsfähigkeit, sogar Kritikfähigkeit, nämlich an sich selbst, Distanz zum Geschriebenen.
Was ich noch mache, ist, dass ich mir Teile aus Büchern (ich spreche von Sätzen oder einem kleinen Absatz … ) abschreibe oder markiere und wenn ich dazu komme, gucke ich mir das an und überlege wie der/die Autor/in gemacht hat. Dabei finde den Vorteil, dass das, was mit mir sozusagen in Resonanz geht, meinem Geschmack oder Stil entspricht, mir das also helfen kann, herauszufinden, wie ich meinen Stil mittels ähnlicher Technik verbessern kann.

Danke für den Verweis auf den/das Blog. Habe mir das angesehen. Da fällt mir ein, dass gerade anschauliche Beispiele wichtig sind. Der auch benannte Aha-Effekt kam bei mir vor allem bei guten Beispielen, wenn diese gezeigt und am besten noch die Funktionsweise erklärt wurden. Das Dumme daran ist leider, dass man vorher nie weiß, wo welcher Aha-Effekt auf einen wartet.

Wenn ich dich mal zitieren darf aus dem Blog:
„Wahrscheinlich gab es auf der Welt keinen chaotischeren Menschen als Klara Graumüller.“
Das wäre so ein klassischer Satz, wenn man auf eine Nebenfigur Klara trifft, die man nicht ausführlich zeigen will.

Den Einstieg an sich finde ich aber recht charmant, wobei ich nach „Heute war es wieder besonders heftig“ ins Show wechseln würde, den einen Satz davor streichen. Damit hätte man das besagt Mittelding. Dazu braucht man aber eine sichere Erzählstimme wie du, dann werden auch längere Tell-Teile super unterhaltsam.

PS: „der Brunzmeiersche Kreissägensopran“ - liebe es :joy:

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Das ist ein Thread für Leute, die Schreibratgeber lesen. Bevor man anfängt, Schreibratgeber zu lesen, weiß man nämlich nichts von der Regel, gar nichts. Man kann sie beherzigen, man kann sie ignorieren, völlig egal, wenn man nicht packend erzählt, hat man verloren. Ob man nun tellt oder showt, egal. Ich würde einer Schreibregel, die mir als deutschem Autor auf Englisch vorschreibt, was ich zu tun und zu lassen habe, erst einmal zutiefst misstrauen. Es ist nicht meine Muttersprache, nicht eure und was soll’s? Who cares?
Vergesst die Regel und schreibt eine Geschichte auf, bei der einem die Tränen kommen. Oder bei der man sich totlacht. Oder kalkweiß wird vor Angst. Aber vergesst die Krücken. Lernt zu erzählen, denn wenn ihr es könnt, ist es egal, ob ihr zeigt oder sprecht. Nur Sklaven halten sich an Sklavenregeln.

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Ich habe manchmal das Gefühl, dass „show, don’t tell“ oft hergenommen wird als Begründung, warum ein Text nicht gefällt oder gefühlt einfach „nicht gut ist“. Es ist halt, genau wie Adjektivitis oder Infodump ein ziemlich leicht zu erkennendes Merkmal.

Tatsache ist aber auch, dass es massenhaft Texte gibt, die trotz dieser „Fehler“ gut sind. Habe gerade erst ein sehr gutes Buch gelesen, das von Adjektiven und ellenlangen Sätzen nur so strotzte. Jedes Wort ein Genuss.
Weswegen ich langsam dazu neige zu vermuten, dass ein Text, in dem einem diese Fehler sofort ins Auge stechen, auch darüber hinaus ein massives Problem hat, das aber vielleicht auf den ersten Blick nicht so leicht ersichtlich ist. Wie eben z.B.: Der Autor schafft es nicht, den Blick des Lesers auf die Dinge zu lenken, die wichtig sind.

Trotzdem finde ich „show, don’t tell“ eine wichtige Regel. Weniger, um 50 shades of Angst :stuck_out_tongue_closed_eyes: in den Text zu klatschen, sondern um im Blick zu behalten, dass die Handlungen der Figuren gut motiviert sein müssen. Wenn man glaubhaft darstellen will, warum Figur X, eine tüddelige alte Dame in Rente, für ihre todkranke Freundin plötzlich über Leichen geht, dann wäre es gut, wenn die besondere Beziehung der beiden von Anfang an im Text etabliert wird. Man muss diese Freundschaft eben zeigen, statt nur zu behaupten, dass sie existiert. Nur dann kauft einem der Leser das auch ab.

Zum Thema Erklärbär/Infodump: Da ist es mir tatsächlich schon passiert, dass ich an einer Stelle [zwei Hauptfiguren tauschen sich über dem Leser nur teilweise bekannte Zusammenhänge aus] das Testleserfeedback bekam: „Wie kannst du da unterbrechen, das ist die einzige Stelle, wo du mal so richtig mit Infos um dich schmeißen kannst, und dann werden die in ihrem Erklärbär-Gespräch mittendrin ohne Not durch eine Nebenfigur unterbrochen!“
Na ja, das Ende vom Lied war, ich habe das Gespräch zu einer späteren Stelle unterbrochen und locker doppelt so viel Infos untergebracht. Mal sehen, ob die nächsten Testleser das dann wieder zu viel des Guten finden. :laughing: Tatsächlich bin ich mit der Stelle seitdem aber sehr viel glücklicher.

Zum Thema „Show, don’t tell“ hat übrigens auch der Schreibzeug-Podcast von Wolfgang Tischer und Diana Hillebrand seit Sonntag eine neue Folge.

@Suse Kann ich mich an der Stelle auch gleich mal bedanken, dass du den im Forum immer so schön bewirbst. :+1: Ohne dich wäre ich auf den nie gestoßen, und nach anfänglichem Fremdeln höre ich den mittlerweile sehr gern, da viele Themen auch Nähkästchenplauderei enthalten, aus der ich sehr viel mitnehme.

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OK, und woher erfährt der Laie denn, wie man packend erzählt? Welche Details dazu gehören?

Würdest du dieselben Aussagen auch über das Komponieren sagen? Insofern sich das später auch einer anhören soll? Oder über Zeichnen und Malerei?
Natürlich unabhägig davon, wenn man alles nur für sich tut.

Weswegen?

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Ein schöner und kluger Beitrag. Ich möchte noch hinzusetzen, dass mancherlei „Ratschlag“ aus sog. „Schreibratgebern“ vielen Werken der Weltliteratur das „Genick gebrochen“ hätte. Wir dürfen also froh sein, wenn daran eklatant wird, dass die meisten bedeutenden Autoren wohl nie einen solchen Ratgeber aufgeschlagen haben, um sich darüber (vorgeblich) kundig zu machen, wie sich denn gute Literatur schreibe.

In diesem Zusammenhang noch eines: Den besten Rat erhält ein/e Autor/in m.E. wohl v.a. durch Lektüre. Also sei zu lesen, zu lesen und nochmals zu lesen … und zwar guter Stoff! Wobei mir persönlich eines der Betonung wichtig ist: Es geht damit letztlich so zu, dass es wohl keine zwei identischen Lektüren irgendeines Werkes gibt. Sofern das ernstgenommen wird (und ich erkenne keinen einzigen Grund, es nicht ernstzunehmen), resultiert daraus die Einsicht, es werde womöglich auch für keine zwei Autoren gleiche Erkenntnisse darüber geben, wie denn nun … „richtig“ zu schreiben sei (von ganz bestimmten formalen Belangen wie Beherrschung der G&O etc. abgesehen). Vielmehr ist es wohl eine durch und durch individuelle Angelenheit - was mir persönlich auch von daher einleuchtet, dass sonst vielleicht zu befürchten stünde, es könne sich in der Literatur Einheitsbrei etablieren.

Klar gibt es das (schon länger; mindestens seit Bücher Massenware sind). Darunter firmierende Elaborate möchte ich allerdings gar nicht zur Literatur in strengerem Sinn rechnen. Wenn ergo die je „eigene Handschrift“ eines/r Autors/in nicht jene Bücher mitgraviert, die ich lesen möchte, dann rechne ich sie zur Massenware nicht nur im quantitativen, sondern auch in einem eminent qualitativen Sinn. Also zu etwas, das mich persönlich nicht interessiert. - Und nun das Fazit draus: Darum interessieren mich auch Ratschläge nicht, die in sog. „Schreibratgebern“ stehen … :blush:

PS: Es gibt eine erkleckliche Reihe an Werken der Weltliteratur, die gänzlich von der Beachtung eines quasi zwangsverordneten hysterischen SdT und anderer Seltsamkeiten in Sachen (vermeintlich) instruktiven „literarischen Ratgebens“ abgesehen haben.Allein wenn ich nur mal an die Meister/innen des Inneren Monologs denke, scheint derlei „Ratschlagerei“ ja geradezu haarsträubend!

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Ich halte mittlerweile nichts mehr von diesen Schreibregeln. Aber nur für mich persönlich. Für andere mögen sie sehr wohl funktionieren. Mich behindern sie eigentlich nur. Ich komme besser damit klar, bei anderen, erfolgreichen Autoren, deren Bücher mich begeistern, zu gucken, wie die das gemacht haben könnten. Nicht das ich das immer heraus kriege, aber ich habe den Eindruck, allein dass drüber nachdenken, hilft mir weiter. Und ich lese Bücher von Schriftstellern über ihren Schreibprozess, auch dass ist für mich hilfreich. Da hat aber noch nie einer etwas von Schreibregeln geschrieben.

Wobei ich den Sol Stein auch noch im Regal stehen habe. Ich nutze es manchmal als Nachschlagewerk. So herum funktioniert das für mich.

Natürlich überprüfe ich meine Geschichte auch darauf, ob ich irgendwo eine Szene ausbauen will/möchte, wenn ich glaube, dass es für die Geschichte besser ist. Und wenn ich sie ausbaue, wird es fast automatisch mehr show.
Das hat aber für mich nichts mit Show oder Tell zu tun, sondern mit der Frage, wie wichtig ist der entsprechende Teil der Geschichte für die Geschichte. Im Grunde genommen spielt die Show/ tell Regel für mich weder beim Schreiben noch beim überarbeiten eine Rolle. Im Gegenteil.

Mich würde jetzt ja sehr interessieren, setzt ihr euch wirklich hin und überlegt, ob ihr genug Show in der Geschichte habt? Vielleicht sollte ich das dann doch noch mal ausprobieren…

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Ich nicht. Das wäre für mich so als würde ich die Anzahl der Dialoge ins Verhältnis zu Beschreibungen setzen, einen Quotienten errechnen … Ich gehe da mehr nach Gefühl und Feedback.

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Welche Werke meinst du genau? In welcher Zeit wurden die geschrieben und von wem? Mit „wem“ meine ich nicht die Person, sondern ihre Schichtzugehörigkeit. Denn so lange ist es noch nicht her, dass die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt damit beschäftigt war zu überleben, ihren Acker zu bestellen etc.
Eine Alphabetisierung der Bevölkerung, also dass überhaupt viele lesen konnten, ist auch nicht selbstverständlich, und wenn sie es konnten, hieß das nicht, dass sie es taten. Schließlich gab es genug Arbeit, ob in Fabriken oder in der Landwirtschaft. Vom Schreiben ganz zu schweigen.
Die Werke stammten daher nicht nur aus einer Oberschicht, sondern richteten sich auch diese. Und auch da gab es garantiert in der Mehrheit Leute, die nicht gut schrieben und es auch nicht lernen konnten.
Die Verbreitung des Lesens und Schreibens auf die breite Masse ist ein modernes Phänomen. Das heißt zum einem, dass sich zunächst die Leserkreise erweiterten und dann auch die Schreiberkreise, wenn wir es mal so nennen. Zum zweiten bedeutet das auch andere Ansprüche von verschiedenen Bildungsschichten oder schlicht Interessen. So lesen eben viele am liebsten Unterhaltungsromane und die Vorlieben haben sich verändert (visueller, Aufmerksamkeit etc.).
Somit hinkt der Vergleich von Weltliteratur an der Stelle, sowohl von der Zeit her, als auch von den unterschlagenen Schreibversagern aus der Zeit, denen eine Runde Ratgeber vielleicht geholfen hätte.
Weltliteratur ist zudem nicht gleichzusetzen mit dem, was heute in den Feuilletons besprochen wird. Weltliteratur besticht vor allem dadurch, dass sie Menschen verschiedener Altersgruppen, Bildungsschichten und Nationalitäten durchweg begeistert.
Ganz grob gesagt müssen hier sowohl Thema als auch Stil ansprechen, d.h. eine verständliche Sprache, eine gute Satzmelodie u.v.m…

Die Leute, die du hervorhebst, sind zudem Menschen, die Talent hatten plus Zeit, oft auch Geld, und Gespräche mit anderen führten und Rückmeldungen erhielten usw.
Da sich Bücher von damals mit heute kaum vergleichen lassen, kann man auch nicht moderne Ratgeber darauf anwenden. Wobei, wenn ich mal ausgerechnet das moderne Show don’t tell weglasse, bin ich mir sicher, vieles von dem, was dort richtig gemacht wird, entspricht auch dem, was wir heute unter guten Texten oder gutem Stil verstehen.

Entschuldige bitte meine Zynismus, aber wenn ich die „richtige“ Musik höre, die gute und die „richtigen“ Bilder angucke, die guten (!), dann kann ich also Komponieren oder Malen?
Ja, ich weiß, damit kann ich Auge und Gehör schulen, ich kann sogar versuchen zu üben und zu imitieren. Ich könnte mir aber zusätzlich von jemandem helfen lassen, der Techniken beherrscht und sie mir zeigt, bevor ich weiter im Nebel stochere. Und vielleicht sogar mal Noten lernen oder lernen, wie man diese festhält. Es sogar wagen, regelmäßig zum Musikunterricht zu gehen und mir Techniken zeigen zu lassen und sie zu verfeinern.

Stell dir vor, wie man das entwickelt, kann man in manchen Ratgebern nachlesen.

Ich stelle nicht in Abrede, dass Lesen dazugehört, aber dass es mich zum Schreiben befähigt, halte ich für ein Gerücht!
Rechtschreibung und Grammatik gehören doch auch dazu, auch da muss man Regeln lernen. Warum nicht den Schreibstil aktiv verbessern?
Man kann ein gutes Buch lesen, dann findet man es gut, kann aber nicht im Detail erklären, warum das so ist. Das hilft nun auch nicht weiter.

Nichts gegen deine Ansicht. Wenn du das so hältst und das für dich funktioniert, dann ist alles prima. Aber ich glaube nicht, dass das ein guter Tipp im Allgemeinen ist.

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Das schon, aber du hast bis zu diesem Punkt ja auch verstanden, wonach du gucken musst, d.h. du bist in der Lage herauszulesen, warum etwas funktioniert und warum nicht. Einerseits wohl durch Lesen und Schreiben an sich, aber teils sicher auch durch „Schreibtipps“ oder Analysen oder Feedback, nehme ich mal an. Außer du hast dir das alles selbst erarbeitet, was natürlich auch möglich ist, aber länger dauert und zufälligere Ergebnisse liefert.

Was nicht heißt, dass sie sich nicht daran halten oder ihren Stil daraus entwickelt haben.

Ne, das mache ich nicht. :laughing: Ich überlege mir, was ich wie darstellen will, was ich sozusagen betone (eine sinnliche Erfahrung) oder wo ein zusammenfassendes Erzählen passt. Überlegen ist übertrieben gesagt, ich entscheide das auch eher so aus dem Bauch heraus.
Show don’t tell ist eher ein Phänomen, über das ich zu Anfangszeiten des Schreibens, eben in Ratgebern, stieß, von denen sich die Masse (aber zum Glück nicht alle) an Anfänger richten. Gewissermaßen wusste ich natürlich, dass es Dialoge und andere Texteile gibt und intuitiv habe ich das auch vorher so in der Art gemacht, aber eben nicht gewusst, was ich da tue und warum (jenseits von Dialog und Erzähltext).

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Lektüre ist eine tolle und für Autoren auch essentielle Sache, durch sie bekommt man Ahnung und Gefühl, wie man, nun ja, seinen Lesern einen Text nahebringt.
Alleine dadurch klappt es mit der eigenen Schreibe aber noch lange nicht.
Je nach Talent und Fleiß kann man natürlich versuchen, sich das alles selbst beizubringen. Manche Menschen haben auch einfach ein angeborenes Gefühl für eindrucksvolle Formulierungen und tun sich beim Lernen leichter.
Lernen muss man es trotzdem, in der gesamten Menschheitsgeschichte hat sich nicht einer einfach mal so hingesetzt, zur Feder gegriffen und auf Anhieb einen Klassiker produziert.

Schreiben ist, wie sehr viele kreative Dinge, zu großen Teilen lernbar. Die großen Maler und Musiker haben voneinander gelernt, so nahm Beethoven Kompositionsunterricht bei Haydn, Bach wurde von Vivaldi beeinflusst, Rubens’ Farbgebung war stark von Tizian geprägt und so weiter.

Was spricht heute dagegen, wenn man sich, um die Schreiberei zu lernen, nicht auch mit ein paar Regeln auseinandersetzt, die andere Autoren verfasst haben?
Das Schöne daran ist, es sind keine starren Regeln wie das Einmaleins, sondern mehr Empfehlungen, die auf Erfahrungen basieren. Davon kann man das annehmen, was man gebrauchen kann und verwerfen, was man anders sieht.
Es geht da nicht um richtig oder falsch, sondern darum, einen eigenen Stil zu finden und zu entwickeln. Und dabei schadet es imho nicht, auch mal über den Tellerrand zu schauen, wie andere Autoren das händeln.

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Ich glaube, davon hat hier auch überhaupt keiner gesprochen. Aber es gibt nun mal verschiedene Wege zu lernen. Das war auch in der gesamten Menschheitsgeschichte schon so und es ist auch in jedem Fach so.

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Klar gibts die, aber reine Autodidakten, die absolut ohne jegliche Anleitungen in welcher Form auch immer ausgekommen sind, dürften ziemlich selten sein.

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Dein Beitrag gefällt mir gut. Eine kritische Bemerkung möchte ich zu einem speziellen Punkt darin gleichwohl machen. Allem anderen stimme ich gern zu.

Wenn du sagst …

… so möchte ich einmal entgegnen, dass mir der Begriff ‚kreativ‘ in den hiesigen Belangen als weitgend verbrannt erscheint, weil er inzwischen dermaßen inflationär gebraucht und zudem oft auf Dinge angewendet wird, die nicht nur meiner Ansicht nach dieses Prädikat eigentlich kaum verdienen.

Und andrerseits sehe ich persönlich nicht, wie sich die Behauptung beglaubigen ließe, (literarisches) Schreiben könne wie andere Künste auch „zu großen Teilen“ erlernbar sein. Mal das Platteste dazu vorangestellt: Wäre dem so, könnte ja aus jederfrau 'ne Künstlerin werden. Dass dem nicht so ist, liegt für mein Verständnis - schon mal rein empirisch angesehen; aber auch anderwärts betrachtet - freilich auf der Hand.

Wobei ein gewisser Lernanteil nicht wirklich in Frage zu stellen ist. Das hast du ja für diverse Künstlerpersönlichkeiten auch angedeutet. Daneben ist allerdings auch Talent gefragt und m.E. genauso ein gerüttelt Maß an Intuition. Die helfen zwar je allein auch nicht weiter, um gute Literatur zu schreiben, doch will mir scheinen, im „Dreierverbund“ könnte es dann schon gelingen.

Was sich, etwa an den literarischen Meistern, tatsächlich lernen läßt (also etwa über die Lektüre ihrer Werke), sind gewisse handwerkliche und verwandte Grundlagen. Einige haben sich darüber ja dankenswerterweise auch in Tagebüchern und anderen nicht genuin literarischen Werken wie Rezension und Analysen von Kollegeg/inn/en-Werken geäußert, worin man ihnen dann sozusagen fast „über die Schulter zu schauen“ vermag. - Und ja: Da kann manches dran studiert werden.

Mir will freilich scheinen, dadurch allein würde keine Literatur zustande kommen. Sonst müssten etwa Literaturwissenschaftler samt und sonders gute Literaten sein. Sind sie aber i.d.R. nicht! Und mithin fehlt da noch etwas, das eben nicht erlernbar, aber möglicherweise für literarisches Schreiben trotzdem unabdingbar ist.

Für mich sind das Talent und Intuition. Ersteres läßt sich per se nicht erlernen; das hat jemand oder eben nicht. Und mit intuitiven Fähigkeiten sieht’s m.A.n. kaum anders aus. Wobei sie meinem Dafürhalten nach mit ÜBUNG schon etwas forciert werden können, soweit dafür eine Basis vorhanden ist. Manchmal gelingt es mir, mit einem/r Schriftsteller/in, die ich lese, „ins Gespräch zu kommen“, wie ich das nenne. Dann ist es so, dass plötzlich keine Zweifel mehr über diese oder jene Frage bestehen, die ich an ihn/sie richte, sondern ich bin dessen GEWISS, mir sei Antwort erteilt worden.
WENN dieser gnadenreiche Zustand mal eintritt (es passiert leider nicht ständig, ja, gelegentlich vernehme ich überhaupt keine Antwort, sodass ich nicht mal an irgendwas dergleichen zweifeln oder schlimmstenfalls dran irre werden könnte); also FALLS er sich mal einstellt, nenne ich das: „eine Intuition haben“. Es handelt sich dabei klarerweise nicht um „Erlerntes“, sondern sozusagen fällt einem das „in den Schoß“ - vielleicht wie ein unverdienter, glücklicher surplus -, sofern die Beschäftigung mit dem Werk und seinem/r Autor/in eine gewisse Intensität erlangt hat. Tritt dann noch ein Funken Talent hinzu, diese Intuition am EIGENEN Text fruchtbar zu machen, besteht zumindest mal eine erste Aussicht auf Gelingen. Also über das Verfassen von Bedienungsanleitungen verwandten Elaboraten, Achtklässler-Aufsatzniveau mühsam haltende Texte und irgendwelchen bloßen Unterhaltungskram oder gar pseudoliterarischen Schund hinauszukommen.

Es handelt sich folglich um hochanstrengendes Tun, dem freilich eignet, zugleich auch lustvoll zu sein, also keine i.S. von Marx & Co „entfremdete Arbeit“ zu repräsentieren. Sondern dabei hat ein ästhetischer Prozess statt. Und eben DAS ist der entscheidende Punkt für das Argument, literarisches Schreiben ließe sich nicht allein durch Lernen meistern. Und gewiss noch weniger anhand der Lektüre von sog. „Schreibratgebern“ …

Will sagen: Wem keinerlei Intuition und nicht wenigstens ein Funken Talent gegeben ist, dem würden auch keine drei Zentner Schreibratgeber-Literatur irgendetwas nützen, so wenig wie das beste algorithmische Stilanalyse-Tool der Welt.
Es gilt dafür die handwerklichen basics souverän zu handhaben, intuitive Fähigkeiten einzuÜBEN und darüberhinaus noch wenigstens über ein Fünklein Talent zu gebieten. Das Handwerk und die Intuition sind beeinflussbar. Ersteres intensiv und Zweiteres bedingt. Talent zum Schreiben kann sich niemand erarbeiten. Es wird einem von Kalliope geschenkt!

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Stimme ich zu. Allerdings wage ich auch zu behaupten, dass sich solche Menschen von vornherein andere Hobbies suchen, die ihnen mehr liegen.

Das mag sein, aber wo soll man da die Grenze ziehen? Ich betrachte Kreativität als etwas, was man aus sich heraus erschafft, also die Idee dazu hat und es dann mit welchem Medium auch immer umsetzt.

Und schon finden wir uns bei der Frage wieder, was genau Kunst eigentlich ist, was macht sie aus, wo beginnt und wo endet sie.

Ich vergleiche die Schreiberei gerne mit dem Gitarrespielen. So ziemlich jeder kann darauf einfache Griffe lernen, um eine fröhliche Runde am Lagerfeuer zu unterhalten; die einen schaffen das eher, die anderen brauchen länger.Fleiß und Motivation spielen da natürlich auch noch eine Rolle.
Die Genialität eines Claptons oder auch Santanas werden diese Leute nie erreichen, dazu braucht es eben diesen ‚göttlichen Funken‘, der nicht erlernbar ist. Aber leider ist der verdammt selten.

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Sow don’t tell wird total überbewertet und oft falsch angewendet. Ohne ‚Tell‘ geht’s ja gar nicht. Texte, die nur ‚zeigend‘ erzählen, wirken auf mich schnell lächerlich. Der Punkt ist einfach zu entscheiden, was erzählt und was gezeigt werden sollte. Unwichtigere Ereignisse würd ich eben erzählen, wichtige zeigen.

Was Emotionen etc angeht, nehm ich auch oft beschreibende Adjektive wie ‚wirkte wütend‘, ‚senkte betreten den Kopf‘, ‚wich erschrocken zurück‘ etc. Warum sollte man sowas im Detail beschreiben? Wär für mich Zeitverschwendung und nervt nur, wenn es sich ständig wiederholt.

Generell zu Schreibratgebern: Wenn ich mich in ein neues Thema einarbeite (egal in was), geh ich immer gleich vor. Ich lese und seh mir alle Videos dazu an, die ich finden kann, probier einiges aus und behalte das, was für mich funktioniert. Den Rest vergesse ich. Ergo steh ich Schreibratgebern generell positiv gegenüber.

Coaches oder Kurse würd ich mir vorher aber genau ansehen. Ich persönlich lerne lieber von Menschen, die selbst mit dem, was sie unterrichten, erfolgreich waren oder es noch sind. Aber das ist natürlich Ansichtssache.

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