Rezensionen

Wichtig ist, dass die Kritik (positive, wie auch negative) möglichst sachlich und nachvollziehbar ist. Sympathie und Antipathie kann sich auch nicht nur auf Personen beziehen, sondern z. B. auch auf den Gegenstand der Kritik (hier z. B. das Genre des Romans). Sympathie und Antipathie können für eine sachliche Beurteilung hinderlich sein. In der (sachlichen und nachvollziehbaren) Kritik von einer Person steckt natürlich auch keine “Weltformel”, die alles richtig auflöst. sie kann aber ein guter Wegweiser für den richtigen Weg sein.

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Hallo @narratöör , ich habe mich bislang aus Rezensionen ganz heraus gehalten. Mein Problem liegt vor allem in den Bewertungen. Eine Rezension für ein Buch abzugeben kann ich mir noch vorstellen, aber Bewertungen abzugeben ist für mich schwierig. Für mich landet ein Buch in einer von 3 Kategorien: hat mir gefallen, ist ok oder ist langweilig. Vergebe ich für ein gutes Buch 4 oder 5 Sterne (4 Sterne können vielleicht schon gegen einen Kauf sprechen)?
Bislang habe ich noch keine Lösung für mein Bewertungsproblem gefunden. Vielleicht sollte ich im Zweifel einfach mehr als weniger Sterne vergeben.

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Rezensionen spare ich mir meistens, aus hier angeführten Gründen: Kostet Zeit, die ich lieber in mein eigenes Buch investiere. Bevor ich also eine Rezension schreibe, muß ich das Buch entweder verdammt genial finden (kommt, im Gegensatz zu einem schlichten “ist gut”, selten vor, sehr selten), oder aber ich muß es so schlecht finden, daß ich andere davor warnen möchte. Sprich: Bei mir gibt’s entweder 1-2 Sterne oder 4-5. Aus dem Grund, daß für mich 3 Sterne das absolute Mittelmaß sind, und das ist für mich die einzige Rezension, die ich mir gar nicht erst durchlese und auch gar nicht erst schreibe. Bei der Recherche für einen etwaigen Bücherkauf lese ich gezielt Lob, ebenso gezielt Kritik. Und freue mich, wenn beides mit Argumenten unterlegt ist, ohne zu spoilern.

Um zu so etwas wie einer Antwort auf die Eingangsfrage zu kommen: Ich finde nicht, daß vier Sterne zu wenig sind. Sieht man auch schon daran, daß man bei Amazon nicht nach nur 5 Sternen aussortieren kann, sondern Treffer aber zB für 4 Sterne und mehr anzeigen lassen kann. Bei einer Bewertung von 1 bis 5 gehe ich davon aus, daß die jeweiligen Extrema genau das auch sind: Also entweder herausragend gut oder herausragend schlecht. So gut oder so schlecht, daß man sich eigentlich nicht noch etwas Besseres oder Schlechteres vorstellen kann. Ein Buch, an das man sich nach Jahren noch erinnert aus genau diesem Grund. Das dürfte nur auf Ausnahmen zutreffen. Klar wünscht man sich als Autor immer 5 Sterne. Aber ein ehrliches Meinungsbild bekommt der Leser dadurch nicht. Und für den schreibt man ja die Rezension, oder?

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Willkommen in meinerWelt…:wink:

Naja, nicht so ganz. Eine hohe Anzahl von guten Rezensionen hilft natürlich auch dem Autor, er rutscht damit in der Rangfolge wie z. B. bei AMAZON, nach oben. Natürlich, man sollte Leser vor schlechten Büchern schützen. Womit wir wieder beim Geschmack wären.

Bei Ebay schau ich schon nach Bertungen und lese mir die miesen - wenn der Prozentsatz unter 95% liegt - genau durch.
Verehrte Buchling, nach welchen Kritrien kommst Du zu einem „guten Buch“?

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Ich fürchte, das ist höchst subjektiv! Das weiß aber auch, hoffe ich, der jeweilige Rezensionsleser.

Dazu gehören für mich auf jeden Fall einige der folgenden Kriterien:

  • Eine interessante Geschichte - weil sie spannend ist, oder anders als andere, oder mich sonstwie fesselt. Wenn ich wissen will, wie es weitergeht, ist das gut - fehlt mir diese Neugier, nicht.
  • Charaktere, die über Stereotype hinausgehen, die Tiefe haben und in sich schlüssig sind. Was bei mir auch wichtig ist: Helden, mit denen ich mitfiebern kann. Wenn sie mir egal bleiben, ist das Buch unten durch; egal, wie gut es sonst sein mag.
  • Ein Setting mit Charakter. Spielt das Buch in einer Stadt / einem Land, möchte ich sie / es mit den Eigenarten auf den Seiten spüren. Das Gleiche gilt für Fantasy: Die Welt muß spürbar werden.
  • Wenn Plot Twists, dann müssen sie überzeugend sein. Wenn der Twist aufgesetzt wirkt, bin ich raus.
  • Ich kann zwar schöne Sprache genießen, sie muß aber nicht da sein. Gerade bei Unterhaltungsliteratur gibt es leider etliche richtig schlecht geschriebene Bücher - das ist dann ein Kritikpunkt. Die Biss…-Bücher habe ich als Vampir-Fan zwar gelesen, sie waren aber sprachlich schwierig zu ertragen. Ich dachte erst, es läge an der Übersetzung, war im Englischen aber mindestens genauso schlimm.
  • Trash sollte Absicht und nicht aus Versehen passiert sein.
  • Gewalt und Erotik müssen, wenn vorhanden, gekonnt und in der Geschichte stimmig integriert sein.
  • Was mich besonders freut: Gedanken, die ich so noch nirgendwo gefunden habe.
  • Womit mich ein Autor (fast) immer kriegt: Mit einem Helden, der intelligent ist und eine mehr oder weniger ausgeprägte Neigung zum Bösen hat. Ab hier wird’s interessant.
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@narratöör

Den ganzen einleitenden Text habe ich hier. Wer sich danach noch über Sexszenen beschwert, dem ist in meinen Augen nicht mehr zu helfen. Der müsste schon bei diesen Zeilen hier wissen, dass er das Buch nicht gutfinden kann. Und in dem Fall fände ich es nur fair, wenn der Rezensent auch zugibt, das Buch falsch eingeschätzt zu haben und das entweder dazuschreibt oder es ganz sein lässt. Hier aus dem Forum gab es ja auch verschiedene Meinungen dazu, faire Meinungen und unterschiedliche. Ging also, ohne einen Verriss zu schreiben.

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Na, sag ich doch! Und im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu. Aber um alle diese Kriterien zu überprüfen, musst Du ja erst einmal ein Buch in der Hand halten. Wie kommt es dazu? Empfehlung von Freunden, Bestsellerliste - die ich immer gemieden habe. Du kannst Deine Ansprüche ja nicht in einem Buchladen überprüfen, es sei denn, Du hast Schnittchen und eine Thermoskanne heiße Suppe bei Dir. Dafür muss man sich schon etwas einlesen.

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ja, leuchtet mir ein. Wer sich über Leichen oder Gewalt in einem Krimi beschwert, dem ist definitiv nicht zu helfen. herzlichen Dank für diese Aufklärung. Ich empfinde einen Begleit/Vortext zum Roman etwas irritierend, aber wieso nicht? Es gibt ja auch manchmal eine Altersangabe. Danke.

Ich nehme Kakao statt Suppe - aber das klingt nach nem Plan :smiley:

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Jeder wie er will…
Meine Lösung ist ganz einfach: Ich lese im Grunde keine Belletristik mehr. Oder kaum. Und wenn ich lese, dann meist Bücher, die ich bereits mehrfach gelesen habe, da gibt es keine Enttäuschungen. “Deutschstunde” ist bei mir über die letzten Jahre bestimmt fünf, sechs Mal durchgelaufen. Ich weiss zwar immer noch nicht, wie Du, verehrte Buchling, ein Buch aussuchst, es sei denn, dass mit dem kakao ist ernst gemeint, aber okay. Nee, ich glaub Dir nicht.:stuck_out_tongue:

Sehe ich auch so. Leichen im Krimi, Magie in der Fantasy, Schmalz im Liebesroman, Sex in der Erotik, Vampire im Vampirroman u.s.w. sind alles typische Merkmale, die eben das Genre ausmachen. Man kann diese Dinge nicht kritisieren, nur weil sie da sind und man sie nicht mag.
Man darf aber monieren, wenn einem darin einzelne Szenen oder auch die ganze Umsetzung aus welchen Gründen auch immer (sollte man halt begründen) nicht gefällt.
“Es wird nur rumgeballert, die Charaktere sind reine Stereotypen und jegliche Handlung bleibt auf der Strecke” kann man auch unter einen Western schreiben - wenns denn so zutrifft.

Ich schau da immer in die Leseprobe. Wenn die schon nicht überzeugt, ist das restliche Buch i.d.R. auch nicht besser.
Aussuchen mache ich nach Genre, nach Autor (wenn bekannt) und oft auch einfach so durch Herumstöbern.

Ansonsten halte ich es wie viele hier: Ein Buch muss schon absolut allerunterste Schublade und die völlige Katastrophe sein, damit ich bei Amazon & Co einen Verriss poste. Eine ausführlich begründete Rezi braucht Zeit, und die ist mir da meistens zu schade.
Genauso mit den guten Sachen, es muss mich schon richtig vom Hocker hauen, dass ich Lobeshymnen verteile.

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Ich habe bislang wenige Kritiken geschrieben. Gute, weniger Gute und auch einmal eine Vernichtende. Die betraf eine Autorin, deren Bücher ich sehr gerne gelesen habe. Dieses Buch hat mir nicht nur nicht gefallen, es hat mich regelrecht geärgert. Sowas kommt bei mir sehr selten vor.
Manchmal mache ich mir den Spaß und lese Kritiken bei Amazon und Lovelybooks. Selbst bei einem Weltbestseller - verfilmt, mit Preisen überhäuft - finden sich negative Bewertungen. Und bei grottenschlechten Romanen findet sich oft ein Erklärbär, der dem noch was Gutes abgewinnen kann (der Autor muss nur entsprechend bekannt sein).

Früher hat man in der Buchhandlung seines Vertrauens gestöbert, sich beraten lassen, oder bekam ein Buch von Freunden empfohlen.
Bein Lesen hat man sich dann seine eigene Meinung gebildet.

Doch heute - in Zeiten von Amazon & Co. - ist das ganz anders. Da gibt es ellenlange Kritiken zu Bücher und wenn ich die gelesen habe, habe ich oft das Gefühl, dass ich das Buch nun nicht mehr lesen muss bzw. will.

Ich wieder dazu übergegangen, meine Bücher nur noch im Buchladen zu kaufen. Stöbern, beraten lassen, bestellen. Und ab 20 € bekomme ich sie ohne Porto nach Hause geliefert.

Lieber @DuaneHanson, du widersprichst dir selbst. Du ärgerst dich, wenn du schlechte Bewertungen bekommst, reklamierst aber für dich das Gegenteil. Nach dem Motto: Ich kann austeilen, aber einstecken mag ich nicht.

Mir ist eine negative Kritik lieber, als gar keine.
Ich habe, als ich anfing zu schreiben Kritiken bekommen, bei denen ich zwei Mal schlucken musste. Ich hätte jetzt alles hinwerfen können, mich weinend in die Ecke setzten können. Hab ich aber nicht. Im Gegenteil. Sie haben mich alle weitergebracht und ich habe eine Menge dazulernt.

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Ich muss zugeben, dass ich schon seit Jahren keine 5-Sterne Rezensionen auf Amazon mehr lese. Weder zu Büchern, noch zu anderen Produkten. Da waren mir viel zu oft welche der Art “Supertolles Buch, das beste, was zur Zeit auf dem Markt ist, Klappentext und Leseprobe waren sooo toll, wenn ich dazu komme lese ich es auch tatsächlich mal ganz” dabei. Die interessieren mich ehrlich gesagt nicht und ich traue ihnen nicht, weil ich weiß, dass kaum jemand aus purer Begeisterung eine Amazon Rezension schreibt.

Was ich dagegen immer lese, sind die Rezensionen mit weniger Sternen, in der Regel so stichprobenartig zwei oder drei aus jeder Sterne-Kategorie. Wenn die sich alle über eine bestimmte Schwäche des Buches einig sind, dann kann ich ziemlich sicher sein, dass da tatsächlich was im Argen ist und kann mir dann überlegen, ob das etwas ist, was mich selber auch stört, oder über das ich hinweg sehen kann. Wenn die einzige Klage über das Buch ist, dass das gebrauchte Exemplar mit Eselsohren geliefert wurde, dann wertet das das Buch in meinen Augen deutlich stärker auf als 20 Hochglanz-5-Sterne Rezensionen.

Was ich damit sagen will: eine gute ehrliche 3- oder 4-Sterne Rezension findet vielleicht mehr Beachtung, als ein generischer und unehrlicher “na ja, ich hab das Buch als Leseexemplar bekommen, also muss ich es jetzt auch in den Himmel loben” Text mit 5 Sternen.

Während meiner Studienzeit gab es auf Amazon mal so eine Aktion, wo man als Student einen 5 oder 10 DM (ja, schon lange her) Gutschein für eine Rezension bekam. Ich war jung und brauchte Bücher. Da habe ich sehr viele Rezensionen geschrieben, die alle sehr ehrlich waren. Von höchstem Lob bis zu totalem Verriss war da alles dabei, denn die Bezahlung gab es unabhängig von der Bewertung. Nur eine gewisse Länge musste die Rezension haben. Da hatte auch eine gute Rezension Gewicht. Aber das war auch eine Zeit, wo es den Self-Publisher Markt und die ganze Influencer-Szene so noch nicht gab.

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Es ging hier um eine Leserunde. Dort ist ein einleitender Text nicht unüblich.

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Das lese ich aus meinem Beitrag nicht heraus. Im Gegenteil, ich habe ja sogar Mitleser aus dem Forum erwähnt. Ich bat lediglich darum, dass jemand, der nicht gerne scharf ist, doch bitte auch nicht an einer Chiliverkostung teilnimmt. Oder dass ein Antialkoholiker nicht zu einer Weinprobe geht. Oder fährt. Er darf ja …

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scharf isst :smiley:

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Was bedeuten kann, dass man, wenn man seine Bücher verteilt/verschenkt, genau auf die Klientel achten sollte. Finde ich auch nicht verwerflich, man schenkt ja auch dem Supergrillerkumpel keinen Wok.

Stolz uff Dir!
Aber klar, man soll sich nicht entmutigen lassen. Rom ist ja auch nicht auf sieben Hügeln, oder so. Das ist ein Prozess, und braucht Zeit.

Ich bin auf Facebook von einer Dame angeschrieben worden, die für eine Autorenagentur warb. Sie behauptete zwar, sie sei eine Autorin, konnte jedoch kaum schriftlich kommunizieren, da stimmte nichts. Auf ihr Werk angesprochen, nannte sie mir einen Titel, der nirgends zu finden ist. Diese Agentur bot - neben dem Allyoucantake-Buffet für knappe dreitausend Schleifen - einen sog. Leserdienst an. D.h., dass bezahlte Menschen Dein Buch lesen, um ihm dann eine tolle Bewertung zu verpassen. Man zahlte pro Rezension, und klar, alle sind dann toll und angeblich glaubwürdig.
So, als hätte der bezahlte Mensch es tatsächlich gelesen. Kaum zu glauben, oder?

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Macht man doch eigentlich immer so, wenn man Bücher oder überhaupt Dinge verschenkt: Schauen, dass das Präsent auch dem Geschmack des Beschenkten entspricht. Sollte man wenigstens g.

Meine Oma war zu Lebzeiten so ein Exemplar, die sich nie drum geschert hat, ob einem ihre Geschenke gefallen haben oder nicht.
Ich werds nie vergessen, als ich mit ~ 13 Jahren anfing, die alten Beatles-Platten meines Vaters toll zu finden und mich überhaupt für ‘diese Negermusik’ zu interessieren (Oma war Musiklehrerin und klassische Musik ein unantastbares Heiligtum). Zum nächsten Weihnachten bekam ich - Trommelwirbel - eine Platte von Freddy Quinn.

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Wie niedlich! Ich habe eine von Bruce Low. Auch geschenkt bekommen. Ich weiß, ich schweife vom Thema ab, aber das musste jetzt sein.

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Ein guter Freund von mir hatte sieben Geschwister und zum Geburtstag, Muttertag, Weihnachten und Ostern gab es jedesmal Geschenke für Mutti. Nach ihrem Tod musste das Haus geräumt werden und auf dem Dachboden fanden sich komplett alle original verpackten Geschenke auf dem Dachboden wieder. So bin ich überraschend zu einer nagelneuen Polaroid Landcamera aus dem jahre 1972 gekommen.

Tja, ich war ein paar Mal zuuuu euphorisch…

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