Mist - ja sowas dauert leider immer lang.
Weiterhin gute Besserung (und ja lieber Eis als ICE ist auf alle Fälle klar).
Aber das mit dem Gastarbeiterstatus… ich wette, den kriegen wir umgangen…
Danke, der lieben Nachfrage. Wasserkocher entsorgt. Er war zu kaputt…und ich selbst bin in einem viel besseren Zustand als noch vor einiger Zeit.
Ich hab eigentlich auch nach Dir gefragt. Der Wasserkocher ist nur ein Gerät.
Ich habe dich auch so verstanden… Der kaputte Wasserkocher hat mich zu meinem Text inspiriert, da wir den selben Zustand hatten…nun glücklicherweise nicht mehr. Lieben Dank für dein Interesse. Mal schauen wer oder was mich für den nächsten Text inspiriert…
Darf ich mich auch mal versuchen? Ich würde meine Mikro Story so nennen.
Der Tod ist das Himmelreich
45 Jahre eines Handwerksburschen sind genug. Denn die letzten zehn hatten es in sich. Diese Auffassung präsentierte mir meine Frau, auf dem Weg ins Krankenhaus.
Selbstständig, Dauerstress und im letzten Jahr Burn Out. Schicksalsschlag. Der Bruder stirbt in der Coronazeit, dem ich sehr nahestand. Ärger mit der Familie. Missgunst, Neid und tausend garstige Worte. Verbannung. Bandscheibe, danke Arbeit und habe an Gewicht zugelegt. Kreislaufkollaps, die Lunge streikt, das Mass ist voll.
Die Diagnose – Herzinfarkt.
Der Arzt eine Frohnatur. KHK hört sich an wie „Kleines Herz Krank“. Im Fachjargon, koronare Herzkrankheit! Erniedrigung, Scham. Na ja, bin von der alten Schule. Intimrasur. Dann der OP-Tisch. Von ihm liebevoll die Schlachtbank genannt.
Übergewicht versus Anästhesist. Okay der gute Stoff. Zu anfangs wow! Dann lässt die Wirkung nach, Schmerzen. Am Monitor das Abendprogramm. Kontrastmittel schärft das Bild. Zugänge werden gelegt und die wilde Fahrt durch die Arterien des Handgelenks und der Leiste ist das Makeover dieses Abenteuers. Das Highlight, dein schlagendes Herz.
Hurra der erste Stent sitzt. Gefühle, oh ja sie spielen jetzt die Hauptrolle. Schwere Augenlider und sanfter Druck im Kopf. Nebelschwaden, Helligkeit alles strahlend hell. Stille, endlose Erleichterung im schwebenden Zustand. Friedlich, hier bleibe ich.
Weiche Stöße, der Brustkorb hebt und senkt sich. Eine Hand greift nach mir. Widerstand, sinnlos. Schwarze Kleber auf der Brust wie Einschusslöcher. Verdrahtet, überall Kabel. Der lustige Arzt nimmt den Finger vom Knopf und lächelt mich an. „Da haben wir ihn wieder.“
Zwei Wochen Intensivstation. Außen – Herzschrittmacher an der Halsvene. Die Schmerzen sind zurück. Ich sehne mich an den Ort des Friedens. So begrüßt einen der Tod. Ein Witz von Ärzten?
Wenn sich so sterben anfühlt, dann reiche ich gerne dem Tod die Hand. Bald, aber jetzt noch nicht! Denn mein Himmelreich ist meine kleine Familie.
Für mich die beste tragische Kurzgeschichte at All! Die angeblich Ernest Hemingway zugeschrieben wird. Hat nur 6 Wörter.
„For Sale: Baby shoes, never worn.“
Holla die Waldfee, da weiss aber jemand wovon er schreibt. Und die Tachykardie bildet gleich mal den Satzrhythmus. Klar könnte man dort und da noch was zu meckern finden, mach ich aber nicht. Der Text gefällt mir ausserordentlich gut.
… natürlich darfst du …
Mir gefällt der Text ebenfalls, hat aber eher etwas von Tagebuch oder so. Sehr dicht/gehaltvoll … okay, und wahrscheinlich auch wahr .?., gelle?
Also: Fleißig mitmachen ist hier erwünscht. ![]()
Leider ja. Ich neige dazu stets alles zu umschreiben. Aber Danke!
Dein Start in dein Leben unsanft und mehr als holprig.
Eine Nabelschnur am falschen Ort, viel zu wenig Sauerstoff für dein kleines Gehirn.
Dein Name bedeutet " die Tapfere" und genau das bist du!
Tapfer, stark und einzigartig!
Doch all das willst du nicht hören.
Du siehst nur das was dir fehlt und all das was du nicht bist.
Deine Geschwister machen Abitur, du lernst an einer Förderschule.
Du fragst " Warum bin ich nicht so schlau wie sie?"
Dein Vater hat euch kurz nach deiner Geburt verlassen.
Du fragst " Bin ich Schuld, weil ich anders bin?"
Musik ist deine größte Leidenschaft. Sie lebt in dir. Deine Stimme und dein Talent geben dir Selbstvertrauen.
Doch leider nicht genug.
Du lernst unermüdlich. " Wenn ich schlauer bin, wird er mich lieben „.
Du treibst Sport bis du erschöpft am Boden liegst.
Dein Essen landet im Klo " Wenn ich dünn bin, bin ich schön genug für ihn.“
Du hungerst jeden Tag nach seiner Liebe.
Doch er sieht dich nicht.
Deine Geschwister dürfen ihn besuchen und du bleibst traurig allein zuhaus.
Er weiß nicht, was für eine besondere Tochter er hat.
Er weiß nicht, was er alles verpasst.
Ich sehne den Tag herbei, an dem du erkennst, dass du ihn in deinem Leben nicht brauchst.
Das du auch ohne ihn richtig glücklich sein kannst…denn er sieht dich nicht…
Hier gibt es nichts.
Keine Vergangenheit, keine Zukunft.
Da ist kein ich und kein Du, nur eine brüchige Hülle.
Die Hülle atmet, sie isst, sie trinkt, sie bewegt sich. Das meiste davon zu laut und zu schwer.
Vielleicht möchte sie zeigen, dass sie noch da ist.
Vielleicht mag sie stören, solange sie es noch kann.
Vielleicht aber auch nicht.
Fragen scheint müßig, die Hülle gibt keine wirkliche Antwort.
Sie versteht nicht, sagt sie. Sie versteht nicht, ist einer der Sätze, den sie noch auswendig sagen kann. Die meisten anderen Sätze verschwinden im Raum, da die Hülle in der Mitte des Satzes den Anfang vergisst.
Manchmal wird die Hülle laut. Manchmal wird sie wütend. Häufig sitzt sie nur da und starrt vor sich hin.
Die Hülle hat keine Vergangenheit, keine Zukunft.
Und auch ihr Jetzt zerfällt jeden Tag ein Stück mehr.
Sehr schön und sehr treffend beschrieben. Ich erlebe und begegne einem lieben Menschen aus meiner Verwandtschaft nahezu täglich, der mehr und mehr zu einer solchen „Hülle“ wird und in seiner eigenen, uns immer weniger zugänglichen Welt lebt.
Ich danke dir und gebe das Kompliment für deinen sehr gelungenen Text mit viel Tiefe auch an dich zurück.
Das hat mich voll, gepackt! Aus eigener Erfahrung fühle ich mit dir. Ist es wahr oder eine Geschichte? Nein es muss, war sein. Wie es geschrieben ist, reißt es mich weg. Ohne ins Detail gehen zu wollen.
Hut ab!
@Cord Danke dir
Es ist leider wahr. Ich bin nicht mit ihr verwandt, wir haben jedoch ein sehr enges Verhältnis zueinander. …und ja sie ist so verdammt tapfer und großartig!!!