Ich auch, obwohl ich glaube, dass das nur ein Symptom unter vielen war.
Irgendeine Erklärung gabs da schon, hab ich in Erinnerung. Wenn man allerdings eine Scheißidee hat, ist die Erklärung dazu meistens auch Scheiße
Ich wollte eigentlich auch mehr darauf hinaus, dass man durchaus mutig sein kann, auch mal was zu tun, was vielleicht nicht jeder logisch findet. Denn das, was wir an den aktuellen Science Fictions logisch finden, ist es ja auch nicht. Schau dir die Ferengi aus DS9 an. Wie könnte eine so durchgeknallte Rasse im Weltraum überleben? Aber Quark und Nog waren doch super Figuren.
Oder auch wenn die damals ne Waffe abgefeuert haben. Ein gerader Strahl über Sekunden. Und in zig Folgen nicht einer, der das Ding mal während der Hektik im Kampf verrissen hat.
Ich glaube, man nimmt als Leser oder Zuschauer vieles hin, wenn es unterhaltsam und in sich stimmig ist.
Ich mochte immer die Idee des Hyperraums a la „Babylon 5“ den man betreten und wieder verlassen kann. Und dadurch enorme Distanz überwindet. Witzigerweise hatte Voyager das auch angedacht („flüssiger Raum von Spezies 8474“ - die einzige Art, Stärker als die Borg. Gut, das die Voyager, um ne Handvoll Menschen zu retten, die Waffe gegen die Spezies den Borg übergibt)
Auch die Borg Ihre „Transwarptunnel“ die man auch Stargate nennen könnte
Sprungantriebe diverser Serien/Games (X, Maß Effect, Elite Dangerous) haben meist große Massekörper als Ziel (andere Sonnen), während man im Raum mit halbwegs normalen Antrieben rumfliegt.
… und die muss entweder schlüssig / stimmig sein, oder wenigstens erzählerisch lustig, sprich, den Plot mit tragen, ohne dass sich der Leser / Zuschauer mit der flachen Hand vor die Stirn hauen möchte.
Bringt eine “Idee” den Leser zum Grübeln oder verärgert gar, ist das ein fatales “Friss oder Stirb”, was den Leser aus der Geschichte herausreißt. Mit der Gefahr, dass er das Buch weglegt / den Film ausmacht.
Viel besser finde ich Andreas Eschbachs Ansatz, den er mir mal erklärt hat: “Du bist der Herr Deines Universums. Erfinde einfach, was Du für Deine Story benötigst. Erkläre nicht zu viel!”
Wenn bspw. der komische Sporenantrieb eben nicht schlüssig, sondern mit Grünem Käse erklärt werden, dann hätten sie’s besser bleiben lassen sollen:
Es gibt von mir aus, wenn’s der Plot braucht, einen “so” überschnellen Antrieb, aber warum unbedingt den Erklärbär geben und es nicht einfach mal im Mystischen lassen!
Da hat man dann gleich noch durch die Ungewissheit ein nettes weiteres Spannungselement . Anstelle einer hanebüchenen Erklärung, die nicht funktioniert und die die Leute aus der Geschichte reißt.
Ich bin sicher, Andreas hätte das besser gemacht und es als Mysterium einfach nicht erklärt, sondern als Mittel für gesteigerte Dramatik genutzt.
Ganz ist man nicht Herr des Universums. Es gibt da noch die unbedeutende Gruppe die der gemeine Autor „Leser/Zuschauer“ nennt.
Meiner Meinung nach ist die Akzeptanz des „Mystischen“ der Unterschied zwischen Sci-Fi und Fantasie.
Am besten kann man es zwischen Star Wars und Star Trek sehen.
Star Wars ist Fantasie (In einer weite, weit entfernten Galaxy …). Die Macht wird hier als eine alles durchströmende Verbindung beschrieben. Niemand interessiert sich für eine Erklärung, Hauptsache es bleibt konsistent.
Star Trek ist Sci-Fi. Die Technik ist zum großen Teil die Geschichte selbst (siehe explodierende Speisewagen oben). Wenn hier von einem alles durchdringenden Myzel-Netzwerk geschwafelt wird, dann fast sich der Treky an den Kopf und läuft weg.
Ich habe Discovery irgendwann abgebrochen… weil die Klingonen komisch aussahen, und dann noch der Teleport in ein anderes Universum. Vielleicht sollte ich es aber mal wieder anfangen, ich fand einige Protagonisten recht unterhaltsam
Die Klingonen haben schon öfters ihr Aussehen geändert. Wie sagte Worf in der Trippel-Jubelemssendung wieso die Klingonen zur Kirks Zeit ganz anders aussahen: „Darüber will ich nicht sprechen.“
Mögliche Lösungen sind so vielfältig wie Präferenzen der Leser. Jedem wird kein Autor der Welt gerecht werden können, und Vergleiche finde ich deshalb schwierig. Was der eine hanebüchen nennt, kann oder will ein anderer Leser akzeptieren.
Der ‘Weltenbau’ ist so individuell wie sein Erfinder, für mich entscheidet die Geschichte, die erzählt wird – da will ich, sofern gut geschrieben alles glauben, auch eine unlogische Erklärung oder Prämisse. Meist beginnt sie erst deshalb eklatant aufzufallen, weil etwas anderes nicht passt oder gefällt. Besteht die Story jedoch nur aus der Darstellung dieser Welt, ist diesem Aspekt natürlich größere Bedeutung beizumessen.
Mich interessieren Menschen und deren Handlungen, Gedanken und Beziehungen etc. weit mehr als Logik. Mein Wissen ist in vielen Bereichen ohnehin recht rudimentär. Meist finden nur Leute mit spezifischen Kenntnissen am Stoff etwas zum herummosern und da jeder Leser andere Voraussetzungen mitbringt, gibt es entsprechend unterschiedliche Meinungen.
Fun Fact: Mit meinem Vater (zu seinen Lebzeiten Ingenieur und Konstrukteur, technik- und luftfahrtbegeistert) einen Film anzuschauen, der technische Details zeigte, kam für mich einer Strafe gleich! Ich erinnere mich bspw. an “Raumpatrouille – Raumschiff Orion” aus dem Jahr 1966. Ich war 12 Jahre alt und durfte das nur sehen, wenn am nächsten Tag keine Schule war, aber wenn, dann nur mit seinen bissigen Kommentaren. Nur wenige Filme fanden Gnade vor seinen Augen und führten letztlich dazu, dass ich auch heute noch am liebsten alleine Filme anschaue. Klugschei*en kann ich inzwischen alleine.
Deshalb sollte man als Autor eine Vorstellung vom Leser haben. Für wen schreibe ich? Und wenn es nur Leser mit gleichen Vorlieben, die man selber hat, sind.
Richtig, deshalb sollte man konsequent eine Gruppe Leser ansprechen und nicht versuchen es allen Recht zu machen.
Wie sagte Franz Josef Strauß: „Everybody’s darling is everybody’s Depp.“
Nachtrag:
Daran kranken die Franchises heutzutage. Man will mit Gewalt neue Gruppen erschließen und nicht die Fans beglücken.
Sehe ich auch so. “Technology Lore” als Stilmittel kann gegebene Fakten vorgeben. Heinlein spricht einfach vom Cherenkov-Drive als Antrieb und fertig. In einem Universum mit Bugs und Skinnies kann ich das kaufen…
Ich hab mir aktuell den Castrell-Breach-Cycle ersponnen, der bei einem Ausseneinsatz im All das ewige pre-breathe Prozedere verkürzt, mit dem der Stickstoffgehalt im Körper reduziert wird. Die Realität wäre langweiliger, weil der vorbereitende Dekompressionsprozess ja eine ganze Weile dauert. “Schnell ins All” geht halt nicht… das bremst aber die Story.
Castrell-Breach (fiktive Erfinderin Pamela Castrell) war ein Meilenstein der Raumfahrt. Wenn es das denn gäbe…
Meistens kann ich bei Magie / SciFi-Technik über schwache logische Erklärungen noch hinwegsehen. Was mich aber am meisten stört, sind unlogische Handlungen der Figuren, wie zum Beispiel das typische “Hallo? Ist da wer?” in Horror-Geschichten.
Ah OK - ich bin stillschweigend von der Autoren-Prämisse des “guten Gottes” (aka der Autor) ausgegangen, der wie der Alte Fritz “erster Diener des Staates” (= Leserschaft, Anhängerschaft) sein will (und sollte).
Natürlich ist das Lesevergnügen des “Staates” die oberste Priorität.
Und deswegen ist der Pilzsporenantrieb auch eine gruselige Frechheit an diesem wichtigen Autoren-Prinzip, weil der Trekkie-”Staat” da entnervt aufstöhnt und aus der Geschichte gerissen wird (immer der Grund, etwas als schriftstellerisches Verbrechen zu deklarieren).
Wir sind schon alle ganz gespannt!
Gravimorpher Kohlenstoffschaum oszilliert übrigens bei -272° C zwischen Diamant-Struktur und Fullerene. Schon gewusst?