Lest ihr vor dem Kauf Leseproben?

So lange du keine Bücher veröffentlichst, hast du absolut recht damit, dass für dich der Spaß am Schreiben Vorrang haben sollte.
Bloß, wenn jemand Bücher veröffentlicht, wollen die Leser eben auch Spaß am Lesen haben, das kann dann schon mal zu Interessenskonflikten führen.

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Aber sicher. Gute Sprache in einem Roman zeichnet sich dadurch aus, dass sie mich nicht aus dem Lesefluss herausreißt.

Stoße ich auf die dritte, vierte gruselige (oder auch nur „ungewöhnliche“) Konstruktion, fliege ich aus der Geschichte - und lege das Buch weg.

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Das ist grundfalsch. Der Spaß des Schreibers ist dem Leser völlig egal und wir schreiben hier für Leser! Wenn du das anders siehst, bist du leider vermutlich am falschen Ort. Wer sein Hobby, seinen Beruf ernst nimmt, kann unmöglich diese Aussage treffen. Wir wollen alle gelesen werden. Falls du nur deinen Spaß am Schreiben hast, verbinde dir doch die Augen und tippe blind. Sich Geschichten auszudenken und dabei Befriedigung zu empfinden, ist schön und gut. Aber sie sollten schon auf Lesbarkeit und Vergnügen beim Lesen ausgerichtet sein. SPler, denen der Spaß am Schreiben wichtiger ist als dem Leser Spaß zu bieten, handeln verantwortungslos gegenüber den Käufern und den vielen anderen SPlern, die dadurch mit in Verruf geraten.

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Mir geht das ähnlich. Wenn ich zu oft im Lesefluss hängen bleibe, war’s das. Und hängen bleiben kann ich nicht nur bei „ungewöhnlichen Konstruktionen“, sondern auch bei inhaltlichen und bei typografischen Fehlern und Mängeln.

Im Moment bin ich mir nicht sicher, dass ich „22 Bahnen“ durchhalten werde. Wörtliche Rede ohne Anführungszeichen mag modern sein, aber schön zu lesen ist es nicht. Wenn ich das Buch selbst hätte kaufen sollen und hätte vor dem Kauf reingelesen, dann wäre es liegengeblieben.

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Gibt es auch ein Vorwort oder einen Prolog? :grin:

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Ich habe das Buch aus diesem Grund bisher nicht gelesen. Es wirkt für mich zu gewollt originell - schaut her, wie innovativ ich bin! Das stört mich.
Es mag seine Berechtigung haben - die Kritiken und Rezension sprechen ja für das Buch. Für mich ist es nichts.
Den Film habe ich aber gesehen.

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Zumindest beim großen A kann man sich das als Autor nicht aussuchen, da bekommt man als Leseprobe automatisch die ersten 10% des Buches.

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Oh, 10 % sind ganz schön viel, oder?
Autoren von umfangreichen Fachbüchern sind vermutlich wenig begeistert, wenn durch die Leseprobe jeder (auch KI) den Zugriff auf die ersten 50 Seiten oder so haben kann.

Aber der Punkt bleibt bestehen, dass der Autor dann nur diesen Teil sorgfältig lektorieren lassen könnte und den Rest vielleicht nicht.

Das kommt mir etwas theoretisch vor. Was hätte der Autor denn davon? Wenn ein Buch vorne lektoriert ist und hinten nicht, riskiert er es ja, den Leser (für immer) zu verprellen und niedrige Sterne zu sammeln.

Das kann eher einem Verlag passieren, bei dem nur der Anfang (den man einschickt) lektoriert und der Rest des Romans noch in Rohschrift ist :smiley:

Es gibt natürlich Sachen, die manchmal erst spät im Buch auftauchen, die ich als Überraschung zähle. (ich wurde heute in einem Roman persönlich angesprochen als „Lieber Leser“ und das hat mich halt rausgerissen / oder wenn am Ende des Buches der Protagonist stirbt)

Also wenn man groß ist (wie heute gesehen bei J. D. Robb) dann kann man es sich aussuchen. Nur wir armen SPler nicht. Aber bei dem Buch (Link) hört sie Leseprobe mit einem fiesen Cliffhänger (sic!) auf. Seht selbst. Wenn man nur groß und wichtig genug ist. Kann natürlich Zufall sein, aber mir ist das ein merkwürdiger Zufall. Nicht nur nach Plot schreiben sondern auch noch nach zehn Prozent einen Cliffhänger reinhauen, traue ich ihr weniger zu, als bei Amazon und eine Gefälligkeit zu bitten. Wahrscheinlich nimmt der Verlag eine selbstproduzierte Leseprobe (PDF) und zwingt Amazon, die für alle Ausgaben des Bandes zu verwenden. Bei meinem ersten Roman hat Amazon auch die PDF-Leseprobe genommen, die ich meinem Distributor (Nova MD) zur Verfügung gestellt hatte.

… interessant, ich hatte ein ähnliches Störgefühl. Und das Buch nach der ersten Bahn im Nicht-Weiterleser-Becken beendet.

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oh Mist … dann lass lieber die Finger von Winnetou! :sunglasses:

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gerade bei Fachbüchern habe ich es schon häufiger erlebt, dass die Leseprobe aus seitenlangem Inhaltsverzeichnis, Autoren-Vita und Vorwort bestand. Bei einer Kurzgeschichten-Sammlung wiederum (aktuell z.B. ein neues Buch von Ferdinand von Schirach) kommt man mitunter in den Genuss mehrerer Kürzest-Geschichten frei Haus.

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Berühmte Autoren beschreiben das Schreiben oft als Handwerk, Disziplin und Ausdruck innerer Wahrheit. Im Besonderen die pure Freude an der Fantasie. Für (Mark Twain) war der Kernaspekt das Streichen falscher Wörter. Für (Stephen King) die Notwendigkeit des Lesens. (Voltaire) stand für Schreiben ohne Langeweile.
„Ich schreibe nur dann, wenn mich die Muse küsst.“ Zitat von (Peter De Vries)
Und (Johann Wolfgang von Goethe) sagte, es muss von Herzen kommen, was auf einem Stück Papier wirken soll. Emotionen, ohne die funktioniert es nicht. Daher setze ich auf Spaß am Schreiben. Na klar kommt nach dem Manuskript, harte Arbeit, die (Güter Grass) als „schreckliche Tortur“ bezeichnete. Daher war meine Messages, dass der Spaß an der Arbeit dazu führt, dass dieselbe auch gelingt.
Wenige schreiben, wie ein Architekt baut, der zuvor einen Plan entworfen und bis ins Einzelne durchdacht hat; vielmehr die meisten nur so, wie man Domino spielt. (Arthur Schopenhauer)

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Wichtige Bekanntgabe im Duden!
Professor Dr. Plusquamperfekt seines Zeichens männlicher Genus gibt bekannt, dass er Studienrätin Rechtschreibung, ihres Zeichens weibliche Genus, die er in der Vorvergangenheit in mehreren Präpositionen kennenlernen durfte, gedenkt zu ehelichen.
Es wurden Verben und Adjektive gründlich abgewägt und einige wichtige Synonyme ausgetauscht. Letztlich war das Ergebnis der Dativ der die Situation des Relativpronomens klar definiert.
Da sich Frau Studienrätin in einem Adverb eines anderen Umstands befindet, gratulieren wir zu den erwartenden Singular und Pluralzwillingen. Ein Hoch auf die Futur mögen weitere Adverbe ihren Nomen finden.
Um 17°° Uhr wird die Zeremonie im Neutron beendet sein und schließen sie pünktlich mit einem Satzzeichen.
Die zwölf Bände der Administration des Duden beglückwünschen herzlichst.
Hochachtungsvoll ihr Tempus.
:face_with_raised_eyebrow: :upside_down_face:

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Das trifft auch mein Vorgehen. Ich nutze Leseproben, um den Stil zu erspüren. Oft ist das auch schon der Punkt, an dem ich entscheide, es bleiben zu lassen.

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Auch ich konsumiere Leseproben, bevor ich ein e-book kaufe. Immer! Ein gedrucktes Werk schlage ich einfach irgendwo auf, lese ein paar Absätze, dann weiß ich schon ungefähr was ich sprachlich vor mir habe. (Manche Verlagslektoren haben dieses Gefühl offenbar nicht, wenn ich an zigfach abgelehnte Werke wie „Die Verschwörung der Idioten“ denke.)
Ein Werk, das erst 17 Jahre nach seiner Fertigstellung von einem kleinen Universtitäts-Verlag angenommen wurde, zum Bestseller geriet und 1981 sogar den Pulitzerpreis erhielt.
Da lebte der Autor, John Kennedy Toole, allerdings nicht mehr. Er nahm sich aus Verweiflung über die vielen Ablehnungen das Leben.
Mir reichte die Leseprobe, um das Potential dieses Werkes zu erkennen. Aber wer bin ich schon?

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In letzter Zeit waren es immer Leseproben, die mich auf ein Buch brachten. Und da waren Bücher dabei, die ich sonst nie gelesen hätte, weil mich die Themen und der Klappentext abgeschreckt hätten. Ich hätte etwas verpasst.
Ich folge einem Blog, der mir da regelmäßig Nachschub liefert.

Hi,

bei meinen Lieblingsautoren schaue ich nicht aufs Cover, manchmal auch nicht auf den Klappentext…da kaufe ich blind und bin bisher noch nie enttäuscht wurden…

Bei unbekannten Autoren lese ich Klappentext und Leseprobe (auch hier ist das Cover nicht entscheidend)

In meiner Buchhandlung bewerben die Buchhändler ihre Favoriten mit kleinen Kärtchen und geben eine persönliche Meinung ab in Form von einer kleinen Zusammenfassung, finde ich ganz gut, habe auf diese Weise mich auch schon zu einem Buch überreden lassen

LG :four_leaf_clover:

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