Ich bin am Ende des zweiten Bandes von Isabella. Sie und ihr Sidekick, Lena, sind in Sakkara und stehen endlich am Riss der Zeit, den sie heilen sollen.
Das geht nur von beiden Seiten und nur gleichzeitig. Eine muss durch den Riss. Ich habe die Endszene fertig geschrieben und kann mich nicht entscheiden, welche der beiden Frauen nun aus unserem Universum verschwinden soll. Ich könnte die Namen einfach tauschen.
Watt nu? Der Leser bekommt einen Knochen hingeworfen, den Isabella über das ganze Buch schon abknabbert: “Vergleiche die Seiten”. Die beiden haben nicht entdeckt, was sie Vergleichen sollen. So könnte Isabella oder Lena ja nicht wirklich tot sein, wenn der Riss sich schließt.
Der Leser weiß ja nicht, dass im nächsten Teil beide Frauen wieder gebraucht werden.
Kann ich den Leser so einen Cliffhänger servieren, dass er glaubt, die Protagonistin ist gestorben?
Können kannst du alles, auch deine Protagonisten über die Klinge springen lassen bzw. den Leser in diesem Glauben zurücklassen.
George R.R. Martin hatte diesbezüglich auch keinerlei Skrupel, allerdings haben die Leser einige Male schon schwer geschluckt, als Ned Stark seinen Kopf verloren hat. Und er war nicht der einzige, der die Sache nicht überlebt hat.
Allerdings konnte Martin bei seinem Game of Throne - Epos auch aus einem wirklich gewaltigen Personenpool schöpfen.
Wenn deine Isabella die Haupt-Sympathieträgerin ist (und erst recht, wenn sie die einzige ist), würde ichs lassen. Gerade wenn man eine Figur lieb gewonnen hat und einen die restlichen vielleicht nicht so sehr interessieren, riskierst du, dass der nächste Teil zu sehr außen vor bleibt.
Bau den Cliffhänger vielleicht lieber so, dass er mehr oder weniger subtil andeutet, dass Isabella ja eigentlich doch wieder auftauchen wird.
Ich kann damit leben, wenn mir liebgewonnene Charaktere mit Cliffhanger augenscheinlich sterben. Aber: Dann darf maximal ein halbes Jahr vergehen, bis die Fortsetzung kommt, sonst habe ich keine Lust mehr, das zu lesen, weil es dann einfach zu lang war.
Upsi, das wird eng. Erst kommt ein Spinn-Off aus dem Marlène Universum.
Das Argument mit dem Zeitraum hatte ich nicht auf dem Schirm. Also hänge ich noch ein paar Seiten ran, wo dem Leser klar wird, dass alles Gut wird, später …
Meine Meinung: Lass Isabella in unserer Zeit am Leben. Ich als einer von vielen Lesern hat sich schon zu sehr an sie gewöhnt.
Oder soll sie wie weiland Bobby Ewing hinter dem Duschvorhang (mit Zeitriss) wieder auftauchen und sagen: “Huch, Ihr habt das alles nur geträumt.”
»Da haben Sie wohl recht.« Ich sehe ihn an, und er hält meinem Blick, eisern ohne zu blinzeln, stand. »Gehen Sie vor. Ich spreche ein paar Abschiedsworte.«
Er nickt und verschwindet durch den Durchbruch.
Ich wende mich der Wand zu. Lege die Handfläche flach an den Stein. Er ist kalt, glatt und viertausendsiebenhundert Jahre alt.
»Ich warte und hoffe«, schluchze ich leise.
Also Isabella bleibt am Leben und Lena hat eine Brotkrume gelegt, dass sie zurück in unsere Welt findet.
Jau, das geht …
Aber wie einige schon schrieben, mach es geheimnisvoll, nicht eindeutig … wenn du sie danach wieder brauchst …
Ich habe in meinem Pauschalurlaub 1 praktisch alle erledigt … Bis auf einen Glückspilz.
Dennoch war Band 2 möglich. Aber auferweckt habe ich niemanden. Musste eben doch neue Charaktere erfinden, was mir echt Spass gemacht hat. Wer den ersten Teil gelesen hat, dem kommen ein paar Figuren, die hier nur kurz auftauchten, im zweiten Teil bekannt vor.
Okay - gelöst …
Den letzten Satz würde ich umdrehen, dann wirkt er stärker:
Ich schluchze leise. „Ich warte und hoffe!“
Das schluchzen gefällt mir nicht als Schlusssatz, aber du weißt, wie ich es meine .?. Lass sie den Letzten Satz sagen, und Ende.
Verstehste?