Leseprobe, Das süße Geheimnis

Falls du noch etwas Recherche brauchst:

Manuela Freitag, Herbertstrasse- Kein Roman

Eine interessante Lektüre, wobei ich manche Details nur überflogen habe, war mir zu viel an Information. Aber die Einblicke in ihr Leben und ihre Gedanken haben mir einen Blick in ein Leben gewährt, welches mir völlig fremd ist.

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Herzlichen Dank für Deinen Tip!
Tatsächlich kenne ich den Lebenslauf von Michaela Freitag sehr gut. Der wurde vor einiger Zeit verfilmt. Wenn ich mich recht erinnere ein Vier- oder Fünfteiler. Weiß jetzt garnicht, wer das produziert hat, bzw. die Sendetermine.
Von Anfang an ein miserabler Start ins Leben, immer gekämpft und eine beeindruckende Person!

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Hallo Silla,
Habe gestern Abend noch die Autobiografie von Manuela Freitag und das Drehbuch von Regisseur Peter Dörfler hervorgekramt.
Der Film ist ein Dreiteiler und wurde Ende 2025 im ZDF ausgestrahlt. Falls er dich interessiert, vielleicht findest du ihn ja noch in der Mediathek.
Ich akzeptiere und respektiere jegliche Form von Sexarbeit, soweit im Rahmen der Legalität.
Entsprechend werde ich auch diese in meiner fiktiven Welt abbilden.
Zu meiner persönlichen Recherche brachte mir tatsächlich die Lebensgeschichte von Manuela Freitag noch einen Impuls.
Irgendwie gibt es im Milieu zwei hartnäckige Schutzbehauptungen.
Erstens: Sexarbeiterinnen machen das freiwillig. Stimmt in meinen Augen so nicht. Nicht (gewaltsam) gezwungen zu werden, heißt noch lange nicht freiwillig.
Zweitens: Sexarbeit ist ein ganz normaler Job. Klingt gut, aber davon sind wir noch meilenweit entfernt.
Soweit im Rahmen der Handlung meines Krimis sinnvoll möglich, werde ich das eventuell noch darstellen.
Was definitiv nicht Aufgabe eines Krimis ist, aber dennoch ein Herzensangelegenheit meinerseits, ist ein Appell, wofür ich jetzt einfach diese Plattform missbrauche:
Liebe Männer! Es ist vollkommen okay, wenn ihr die Dienste einer Sexarbeiterin in Anspruch nehmt. Aber denkt immer daran, Frauen sind keine Ware! Begegnet Ihnen so, wie ihr einer attraktiven Frau an einer Hotelbar begegnen würdet, mit der ihr in die Kiste steigen wollt.
… und ich weiß, wie charmant ihr da sein könnt …

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Danke für den Hinweis, werde mal in der Mediathek schauen. Ich interessiere mich sehr für unterschiedliche Menschen und ihre Lebenswege. Frau Freitag empfand ich als sehr sympathisch und ungeschminkt. Beim lesen kann ich Details, die mir zu beschreibend sind, gut überfliegen und ausblenden, mich interessiert der Mensch, nicht die Details. Muss schauen, ob es visuell für mich in Ordnung ist.

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Nein, es ist absolut nicht „vollkommen okay“, Dienste von Sexarbeiter:innen in Anspruch zu nehmen. Selbst bei optimalsten Bedingungen und tatsächlicher „Freiwilligkeit“ unterstützen wir immer damit Menschenhandel, Missbrauch und sexuelle Ausbeutung im Hintergrund.
Und nein - es ist auch nicht okay, wenn man einer attraktiven (was immer das ist) Frau in der Hotelbar begegnet, sofort daran zu denken, mit ihr „in die Kiste zu steigen“.
Und noch mal nein: Ich will hier keine politische Diskussion vom Zaun brechen, das hatten wir schon mal, zu einem weit unverfänglicheren Thema.

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Hallo liebster Christian,

Vollkommen richtig gedacht und „gefühlt“ :wink: Aber leider fern ab der Realität. Die Mädels müssen sich so ihren Lebensunterhalt finanzieren!!! Ich kenne einen Fall, da ernährt eine Frau auf diese Art drei Kinder, ihre Eltern und sich selbst. Soll diesen Menschen die Existenzgrundlage entzogen werden?

Dito - heile Welt ./. Realität (meine Erfahrung) ich hab schon zu viele Drinks von Männern mit einer verräterischen Kerbe am Ringfinger und offensichtlichen Absichten bekommen. Die nehme ich dankend an. Wenn ich mich dann höflich verabschiede und ALLEINE zurückziehe, ist es oft schnell vorbei mit dem Charme … that‘s Live!

Ja, stimmt! Spielst du damit auf das Nordische Modell an? (in Deutschland heiß diskutiert)zum „Schutz“ der Sexarbeiterinnen? Warum fragt niemand, was diese wirklich brauchen? Was ihre Lebensumstände wirklich verbessern würde? Es gibt Verbände, die Interessen von Sexarbeiterinnen vertreten - eine Aktivistin in diese Richtung kommt sogar aus Wien. recherchier mal, du wirst auf augenöffnende Tatsachen stoßen…

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Liebe Heidi, wir ticken in vielen Dingen sehr ähnlich, vielleicht sogar gleich. Den Wiener „Strich“ und seine Betroffenen kenne ich aus meinem Job recht gut und klar, auch Kassandra eV, BesD, BSÖ, das qsc und die Red Edition, deren Arbeit ich sehr wichtig und sinnvoll erachte. Ich stehe also durchaus nicht fernab der Realität. Noch immer nicht.
All das heisst aber nicht, dass es „vollkommen okay“ ist, Prostitution zu unterstützen. Auch nicht nach dem nordischen Modell. Nicht mal, wenn sich die Freier genau dem gleichen moralischen, gesellschaftlichen und bürokratischen Druck (Registrierung!) aussetzen würden wie die Prostituierten.
Und all das ist ausserdem kein Thema, das ich in einem Autor:innenforum diskutieren mag. Es war mir nur grad danach, deinem Vorab-Freispruch für potentielle Freier etwas untypisch männliches entgegen zu setzen. Manche von uns zählen nämlich nicht zu Weinsteins Buddys.

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Lieber Christian,
Sicher ergibt sich einmal die Gelegenheit, dies abseits des Forums weiter zu diskutieren. Wir sind beide mit dem beruflichen Background ausgestattet, dass uns dies auf sachlicher Ebene ermöglicht und interessant werden dürfte.
Generell ist dein Ansatz auf das System „Sexarbeit“ bezogen und ganzheitlich gesehen der bessere.
Mein Ansatz bezieht sich auf die einzelne Person, die akut ein paar hundert Euro braucht, um die nächsten Tage ihr Dach über dem Kopf zu bezahlen bzw. nach Rumänien überweisen muss, damit ihre Kinder was zum Essen haben. Aus Sicht dieser Frau ist es scheißegal, ob ihr nächster Freier damit irgendwas unterstützt … sie betet, dass er kommt, halbwegs normal und gepflegt ist und ihr die überlebenswichtigen Scheine rüberschiebt!!!
Der wird aber nicht kommen, wenn alle Männer so LÖBLICH wie du darüber denken!

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Ich auch!

Das kommt mir ein bisschen vor, wie nach dem Mauerfall in Berlin.
Zahlreiche coole und liebe Leute haben sich ziemlich schnell vom Acker gemacht; mit der Begründung, hier wäre bald alles unerträglich. Ich habe damals geantwortet: „Ja, wenn du jetzt auch noch gehst …“

Jeder kann dazu beitragen, dass es hier nett zugeht, hilfreich, erhellend, witzig, lehrreich usw. :hatching_chick:

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Das ist ein Lernprozess lieber @Schreibfuchs.
Ich habe an Kursen teilgenommen in denen das gelehrt wird. Heißt leider nicht, dass ich jetzt alles richtig mache, aber ich bemühe mich.

Vielleicht ist das hier eine Gelegenheit, die inspiriert, sich mit dem Thema, konstruktive Kritik eingehender zu beschäftigen .?.

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Der Grat zwischen konstruktiver Kritik und weichgespülter ist eigentlich ein breiter Weg. Nur hier wird der Kritik, die ohne ein vorangegangenes Bravo und wie toll doch alles ist, unterstellt, sie sei verletzend. Das ist sie nicht, das will sie nicht. »Sie ist, was sie ist«, sagte die Kritik. Nur hier nicht.

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Ich denke, es gibt einen schärferen Grat. Den zwischen oberlehrerhafter, kleinmachender Kritik und der aufbauenden, wirklich konstruktiven. Beides unterscheidet sich oft nur in der Tonalität oder einem winzigen unbedachten Nebensatz. Wir kochen hier alle nur mit Wasser und wissen, dass das ultimativ gute Buch ein Märchen ist.

Was aufbauende Kritik ist, sollten schon Eltern wissen. Sie könnten (immer ans Alter angepasst natürlich) das Gekritzel ihres Kindes unangemessen bis über den grünen Klee loben, zur Belohnung ein teures Atelier einrichten und überall angeben, gerade einen van Gogh großzuziehen (nicht hilfreich, wenn es nicht van Gogh ist) oder könnten das Bild mit Ignoranz strafen oder von oben herab bemeckern (die traurigste Option) oder könnten es fein abgestuft ehrlich loben und die Kritik en detail begründen, um es zu motivieren, es anzustacheln das Beste aus sich selbst herauszuholen. Ähnliches gilt für Pädagogen an der Schule.
Meine Zeit jenseits der Grundschule war nahezu durchgehend geprägt vom Erleben, was ich alles nicht kann und nie können werde. Unter irgendeiner dieser Schulbänke liegt mein Selbstvertrauen, meine Selbstachtung, mein Selbstbewusstsein – mein Selbst eben, eingetrocknet wie eine Rosine. Mag durchaus sein, dass meine Lehrer recht hatten. Aber ein halbes Jahrhundert brauchte ich, um den Mut zum öffentlichen Schreiben aufzubringen, und vielleicht geht es anderen hier ganz ähnlich. Wir kennen einander nicht wirklich. Vielleicht haben sie eine andere Geschichte, einen anderen Motor, der sie antreibt! Wir sollten hier Benzin für einander auftreiben, aber keine Reifen zerstechen, denn hier ist Forum – nicht Schule.

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Mich würde interessieren, ob es noch neue Aspekte in Bezug auf den Text von Heidi gibt oder ob es nur noch um die Kritik von Kritiken geht. Das ist ein anderes Thema und wurde in unserer Community schon breit diskutiert.
Wer sich weiter zu dem hochinteressanten Kritikthema austauschen möchte, sollte das vielleicht in einem eigenen (vorhandenen oder neuen) Kritikthread machen.

Hier geht es doch um den Anfang von Heidis Geschichte.

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Liebe Heather,
das hast du sehr offen und schön geschrieben.
Ich erlaube mir, es mit der Quintessenz deiner Aussage zu versuchen:

Die Motivation ist das Ziel konstruktiver Kritik.

Wenn es für euch alle okay ist, dann würde ich das gerne als ein schönes ENDE für die Diskussion zu angemessener Kritik an dieser Stelle betrachten. Zumal es dafür einen eigenen Thread gibt.
https://community.papyrus.de/t/die-sache-mit-der-kritik-mal-wieder

Noch kurz in eigener Sache: Eure Beiträge waren AUSNAHMSLOS ALLE spitze, wofür ich mich nochmals herzlich bedanke!

Liebe Grüße, Heidi

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Sorry, du hast ganz recht.

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Es gibt im Netz (einige wenige) Arbeitsforen und es gibt (viel mehr) Streichelforen. In ersteren wird hart an Texten gearbeitet und schonungslos kommentiert. Das verträgt nicht jeder Autor.
In zweiteren, vorzugsweise SP-Foren, wird primär gestreichelt. Ich nenne sie die literarischen Plauderstübchen. Dort haben sich alle lieb und sind nett zueinander. Das ist das Wichtigste.
Kommentiert wird eher schonend, ich nenne es oberflächlich, à la: Das ist sehr spannend, das hat mir gut gefallen, tolle Story u.s.w.
Mag jeder entscheiden, wo er sich wohl fühlt.
LG

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Oh, da habe ich ja einige spannende Themen verpasst. Das hier wäre „mein“ Thema gewesen. :bat:
Bin aktuell etwas angeschlagen, aber bald sicher wieder mehr hier. Tolles Projekt!
Liebe Grüße,
M.

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Wir haben dich schon vermisst :wink:

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Hallo,
bin die Heidi und erst seit einer Woche hier. Daher sind wir uns virtuell noch nicht begegnet.
Aber ich habe gelesen, dass der Michel hier schon schmerzlichst vermisst wurde. Dann sieh zu, dass du schnell wieder ganz fit wirst und bis bald.
Liebe Grüße, Heidi

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Servus,
Respekt, deine Textprobe zählt mit Abstand zu den hochwertigsten, die ich hier je gelesen habe - Gilt im übrigen auch für deine Beiträge hier.
Dass es sich dabei um einen Rohentwurf handelt, glaub ich dir jetzt nicht ganz - mit KI geschrieben?
Egal, jedenfalls auch mein Genre. Bei Interesse können wir uns gerne per PN weiter austauschen. Aus Gründen habe ich mich entschlossen, in diesem Forum nicht mehr öffentlich zu schreiben.