Liebe Heidi,
erst einmal ein herzliches Willkommen auch von meiner Seite aus!
Auf die Beiträge zur Interpunktion etc. gehe ich nicht weiter ein, hier wurde schon genug gesagt.
Ansonsten lasse ich meine Entwürfe durch Papyrus laufen, und da wird eine Menge an Fehlern herausgefischt. Den Rest erledigt meine grandiose Korrektorin, die mich bzgl. Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion, etc. immer wieder ins Staunen versetzt.
Ad 1): Soll man einen Prolog voranstellen? Von meiner Seite aus gibt es da ein glasklares Jein. Es hängt wirklich davon ab, ob die Informationen, die man im Prolog erhält, für den späteren Verlauf essenziell sind. Es sollte beim Leser vor allem ein großes Fragezeichen zurückbleiben, das Spannung erzeugt. In Deinen Prolog könntest Du solche Elemente noch einbauen.
Ad 2): Das Rotlichtmilieu ist ein spannendes Ermittlungsumfeld für Deine Kommissarin, deren Namen „Sturm“ übrigens gut gewählt ist.
Die meisten von uns hier kennen das Ambiente des Rotlichtmilieus wahrscheinlich nur vom Hörensagen – ausgenommen Du und KaePie durch eure Recherchen – und lesen solche Passagen mit hochroten Ohren. Etwas mehr Details wären daher zur Erzeugung von Spannung im Prolog hilfreich gewesen. Eine Trigger-Warnung braucht es hier definitiv nicht, auch wenn es später etwas mehr spicy zugehen sollte.
Du schreibst einen Krimi, deshalb muss hier auch nicht jedes Detail offengelegt werden. Ein Freund von Trigger-Warnungen bin ich eh nicht. Wenn mir etwas zu viel wird, wie Gewaltdarstellungen oder Sexszenen breche ich einfach ab. Ich bin erwachsen und kann das selbst entscheiden.
Wenn Du allerdings eine Triggerwarnung als Marketinginstrument einsetzen möchtest, nach dem Motto „Leute, jetzt wird es aber richtig übel!“ dann kann man das machen. Dann sollte aber das Versprechen, das über die Triggerwarnung gegeben wird, auch eingelöst werden.
Ad 3) Herrlich! Das nenne ich mal wirklich gut recherchiert, und dein Investment lohnt sich bestimmt! Ich habe in anderen Thrillern/Krimis wohlwollend bemerkt, wenn der Autor Informationen aus erster Hand erhalten hat. Ich bin gespannt!
Ich selbst liebe beim Schreiben auch die Recherche „vor Ort“, weil es unterhaltsam und informativ ist. (Irgendwann wird das Finanzamt hoffentlich auch meine Reisen als steuerlichen Abzug anerkennen.)
Ad 4) Das erste Kapitel finde ich ausgesprochen gut, vor allem, was das „Päckchen“ von Moni Sturm anbetrifft. Mich hat es gleich gewürgt, weil es so banal und alltäglich ist (ermordeter Taxifahrer), aber auch deshalb so gut nachvollziehbar ist. Hier in Berlin schaffen es solche Verbrechen gerade noch in den Lokalteil. Durch den Mord wird auch die Berufswahl von Moni klarer.
Was stilistische Gesichtspunkte anbetrifft würde ich mich einigen Kommentaren hier anschließen und kürzere Sätze mit etwas weniger Detailbeschreibungen empfehlen. Frage Dich bei Adjektiven/Adverbien, ob sie absolut notwendig sein. Schreibe solche Sätze mal mit und mal ohne diese zusätzlichen Details und du wirst sehen, was besser klingt.
Ansonsten sind die ersten acht Seiten ein schöner Auftakt, der Lust auf mehr macht! Ich freue mich auf alle Fälle auf eine spannende Fortsetzung mit Abtauchen in menschliche Abgründe!