ich plotte gerade an einer Romanserie, die erzähltechnisch Asimovs Foundation ähneln soll - kein echter Protagonist, erst recht kein Antagonist - aber Jahrtausende, die erzählt werden. Da ich keinen Harry Seldon wie in Asimovs Trilogie etablieren kann (ich beginne erst einmal, indem ich die Menschheit sich selbst ausrotten lasse, abgesehen von ein paar wenigen, die in bewusster Anspielung zu Tolkiens Werken zu Elben, Zwergen und Orks werden), frage ich mich, was ich über die Jahrtausende als roten Faden nehmen könnte. Da die Menschen sich durch ein außer Kontrolle geratenes Retrovirus ausgelöscht haben (böse Sache, wenn das Immunsystem die eigene Darmflora angreift), dachte ich an weitere Mutationswellen, die erzählt werden können, um nach dem Niedergang der Menschheit den Aufstieg von Elben, Zwergen und Orks zu erzählen - was meint Ihr dazu? Oder gibt es eventuell bessere Ansätze?
Das Thema, was sich durch die ganzen Reihen zieht, ist übrigens Kommunikation und das Fehlschlagen derselben. Hätten die Menschen miteinander gesprochen, statt zu stehlen, wäre die Sicherung drin geblieben und das Virus nie mutiert. Hätten Elben, Zwerge und Orks miteinander gesprochen, hätten Sie nie die Sonne selbst vernichtet. Hätte die KI der Menschen von sich aus Kontakt aufzunehmen versucht und keine Sub-KI erschaffen, hätte diese Sub-KI niemals Zwerge, Elben und Orks auszulöschen versucht - aber so ganz nebenbei wäre halt auch nie die universale Föderation entstanden, welche die Utopie von Star Trek noch toppt und den Tod selbst zu überwinden hilft… Und nein, das ist nur eine extrem kurze Zusammenfassung, es wird am Ende eine Serie mit mehreren Staffeln…
Verstehe ich es richtig, dass du Asimov, Tolkien und Roddenberry miteinander verknüpfen willst? Als eine Art FanFiction? Und dazu einen Realitätsbezug zu 2026?
Du könntest als Anker den Zustand der Kontinente und Himmelskörper nehmen. Sagen wir die Menschheit hat den Mond besiedelt und einen Teil weg gesprengt. Dann könnten alle Bände später darüber spekulieren warum der Mond so aussieht.
Die Zwerge könnten z.b die Vulkane und Magma Zugänge mit Maschinen besetzen, die ein paar Jahrhunderte später Ruinen für die Erben sind.
So ein bisschen funktionierte der Darkover Zyklus so. Es spielte über tausende Jahre, aber jeder Roman zoomte herein und war für sich eigenständig.
Letztendlich ist das nur dein globaler Plot, der alleine trägt nicht. Jedes einzelne Buch muss dann eine Geschichte erzählen
Aber auf jeden Fall machbar. Vor allem wenn die Bücher Abstände zueinander haben und man Details der vorherigen Bücher aufgreift (Mondexplosion)
Keine Fan Fiction, nur Anspielung. Der Handlungsstrang selbst zieht sich nur über extreme Zeiträume (rund 2000 Jahre), sodass es keinen klassischen Protagonisten geben kann. Muss es auch nicht, ich suche nur nach der richtigen Idee für den roten Faden, dan dem sich die Einzelgeschichten, die zu einer Gesamtgeschichte gehören, festmachen können. Und nein, die Handlung selbst wird in rund 20-30 Jahren beginnen, nicht in 2026. Erst muss die Klimakatastrophe noch viel drastischere Auswirkungen haben, die KI-Entwicklung ein wenig weiter sein und die Welt von Katastrophen gebeutelt werden, die die gesamte Menschheit in tiefste Verzweiflung stürzen. Und das hat keiner der drei. Der Asimov-Bezug ist die Länge, Elben, Zwerge und Orks habe ich nur, weil sie sich an der Stelle anbieten (und die Geschichte am Anfang des Plottens eigenlich eine Fantasy-Kurzgeschichte werden sollte, die momentan aber eher auf 30k Seiten passen dürfte) und der Star Trek-Bezug ist nur auf die Utopie an sich bezogen, aber eben auch nur als Anspielung.
Am Ende wird es wohl eine Serie mit vier oder fünf Staffeln von denen eine sicher, eventuell auch noch eine zweite solch extreme Zeiträume abdeckt. Die erste Staffel wird eben genau Niedergang und Aufstieg der Zwerge, Orks und Elben zeigen…
Um nochmal auf Darkover zurück zu kommen. Im Buch 1 landet ein Kolonieschriff auf Darkover. Die Familien Dort bilden den Grundstein für die Völker. Auch wenn man keine Lieblingsprotagonisten hatte, wusste man „Ach die Familie, die sind immer wütend und kurzsichtig“ … oder „ach der Nachname, die Denker Familie“ so ahnte man schon, und fühlte sich auch 500 Jahre später heimisch
Schöne Idee, passt aber leider nicht so ganz - die Story fängt in rund 20-30 Jahren an (ist nicht genau definiert), da sind wir noch lange nicht so weit. Dass jedes Buch als eigenständige Geschichte hineinzoomt, hatte ich auch so angedacht - mit Mutationswellen des Virus als Trigger, die sowohl die drei Gruppen immer ein Stück weiter verändern, aber eben auch Virus-typsich eine Menge Leben fordern und in Form von Einzelgeschichten zeigen, wie sehr sich die Welt verändert hat, bis am Ende die drei Gruppen eben immer noch von gegenseitigem Misstrauen bis hin zu kriegerischen Akten geprägt sind, uns aber technologisch deutlich voraus (mit Schwerkraftmanipulativer Technologie und einem ersten, noch unfertigen Generationenschiff der Elben)…
Das ist wiederum die Vor-Vorgeschichte, die das Ende der Menschheit einläutet. Wissenschaftler werden durch Selbstmanipulation zu Elben, Soldaten zu - man kann es fast erraten - Orks und die Zwerge entstehen aus Handwerkern, die das Virus, welches den Wissenschaftlern von den Soldaten gestohlen wurde, auf dem Schwarzmarkt kauften…
Ich bin mir halt nur nicht sicher, ob allein die Mutationswellen als verbindender Anker reichen, diese Verbindung fühlt sich schwach an über 2000 Jahre…
Als roter Faden fällt mir dazu als erstes ‚Evolution‘ ein.
Die Menschheit rottet sich selbst aus, ok, das Thema wäre also erledigt ;). Aber bleibt jemand übrig? Wer oder was entwickelt sich dann wo und auf welche Weise weiter?
Klingt für mich hochinteressant, ist aber ein verdammt anspruchsvolles Projekt. Und ich stimme @Tapio zu, jedes einzelne Buch davon braucht Protagonisten und muss eine Geschichte erzählen, anderenfalls verfasst du eine fiktive Enzyklopädie.
Es wird vermutlich eh kein Werk für mich, weil ich Fantasy nicht mag und Herr der Ringe noch viel weniger.
Allerdings finde ich Asimov toll. Hm. Schwierig.
Ja, es bleibt jemand übrig: Ungefähr 30.000 Menschen, recht gleichmäßig aufgeteilt zwischen Elben, Zwergen und Orks. Einziges trennendes Element ist extremes Misstrauen, weshalb niemand sich mit dem anderen abgibt.
Die Überlebenden wiederum sind die späteren Elben, Zwerge und Orks. Sie hatten sich das Virus verabreicht, bevor es mutierte, was ihnen während der Apokalypse einen gewissen Schutz gab. Nur geht halt danach der Überlebenskampf los: Kein fließendes Wasser, kein Treibstoff, keine Landwirtschaft - Überleben hängt erst einmal mehr vom Faktor Glück ab als alles andere - im Kern erzählt die Staffel auszugsweise in Form einzelner Geschichten, wie die drei Gruppen überleben und wie sie sich entwickeln - eben in Form einzelner Geschichten. Die soll es bekommen. Aber es soll halt auch einen roten Faden geben, der sich durch die gesamte Staffel zieht. Mein Gedanke wäre, die Mutationswellen wie eine Art Prophezeiung der Ältesten aufzunehmen - “Die Wellen waren da, kommen immer wieder - seid vorbereitet.” Aber der Bindestoff dazwischen ist halt sehr dünn, ich weiß nicht, ob der “Kleister” dafür reicht…
Dann wird es vielleicht etwas für dich - von Fantasy ist nichts übrig geblieben ausser den Gruppen, die sich Elben, Zwerge und Orks nennen. Keine Magie, keine Schwerter oder Bögen (naja, außer in ein, zwei Büchern, wo sich die Gruppen gerade vom reinen Überleben zumindest hin zu mittelalterlichen Technologien weiterentwickelt haben), aber das könnte auch eine beliebige Mittelalter-Szenerie sein). Aber das Lernen, dass ohne Kommunikation oder gegenseitigen Austausch alles kaputt geht…
Du könntest z.b Elemente von einem Buch zum nächsten tragen. Neben geografischen Ankern … könnte Protagonist im Band 1 ein junger aufstrebender Wissenschaftler sein, der an dem Werk „EPIL“ Arbeitet. Im nächsten Band, die junge elfische Ahnenforscherin übersetzt das abgegriffene Werk EPIL. Und reaktiviert KI „SOAHC“. Diese KI ist ein loser Antagonist in drei Folgebänden … oder → es gibt eine Krankheit mit immer denselben Symptomen. Der Leser erkennt die Symptome schon und jede Generation von Volk trifft andere Entscheidungen, und übersteht es nicht. (je nachdem, was du schreiben willst.) Ich will sagen, der Kleister sind „wiederkehrende Elemente.“
Es werden viele Einzelbücher, ich habe mit 300-400 Seiten geplant. Insgesamt? Ja, Asimovs Foundation wird wohl eine Kurzgeschichte im Vergleich, Stand aktuell versuche ich zu kürzen, weil ich sonst bei sportlichen 100 Seiten im Monat in 30 Jahren nicht fertig wäre…
Ich glaube, dass kann gut funktionieren. Wenn der Leser aus vorherigen Büchern ahnt, „ahh … das ist letztes Mal dies und Jenes passiert“, (also vorschusswissen besitzt) ist es natürlich spannend zu wissen, was diesmal anders läuft. Wichtig ist, dass es nicht genau gleich abläuft. Der Leser muss auch glauben können, dass der wiederkehrende Konflikt diesmal gelöst wird.
So war das bei dem Buch „Die Drei Sonnen“ (Konnte das Buch nicht so leiden, aber eine der Kernideen war es, dass durch ein instabiles Sonnensystem die Völker auf dem betroffenen Planeten „immer wieder mal wieder fast ausgelöscht“ wurden.)
Auch das Computerspiel Mass Effect lebt von so einem Vorwissen. (hier sehr spannend) man erfährt, dass die Galaxy gewissen Zyklen durchfährt und bestimmte „Ruinen“, welche die weltraumweisenden Völker von den „Ahnen“ akzeptierten und nutzten, eigentlich eine Falle sind (hier spoiler ich nicht weiter, lohnt sich zu spielen )
Die Mutationswelle ist fast Beiwerk, der Kern der Handlung ergibt sich aus dem Umgang mit der gerade aktuellen Technologie und dem momentanen Konflikt (ob nun innerlich oder äußerlich). Am Ende sind es doch genau diese Konfliktsituationen, die den Fortschritt voranbringen. Dass genau das aber immer nach einer Mutationswelle passiert, braucht noch irgendeinen Anker, warum dem so sein könnte. Ressourcenknappheit an sich kann es eigentlich nicht sein…