Kennt Ihr das?
Manchmal muss es einfach raus. In diesem Fall: zunächst mal das Auto, und zwar in die Werkstatt. Der Arbeitstitel der Geschichte daher ganz einfach: Der Werkstattbesuch.
Mein Elektrofahrzeug, ein Skoda Enyag, zwei Jahre alt, erklärte mir eines Morgens über sein Kommunikations-Display: „Service-Update 91 erforderlich! Vereinbaren Sie einen Werkstattbesuch!“
Ich rufe also folgsam in der Werkstatt an, frage, ob das denn ein „wichtiges“ Update sei, schließlich mache der Wagen ja keinerlei Probleme?
Die kompetente Antwort: "Äh … ja … weiß jetzt auch nicht sicher … das sollte man aber schon machen, sagt mein Kollege … ".
Also gehorchen wir dem Kollegen, es wird ein Termin gemacht. Und dazu gleich der fällige Reifenwechsel vereinbart.
Ein paar Tage später stehe ich wie vereinbart um 07:45 am Tresen des Autohauses… Es ist ein guter Tag, ich muss höchstens eine Viertelstunde warten.
Dann, endlich, darf ich meinen Schlüssel abgeben. Und bekomme ihn prompt zurück mit dem schnippischen Hinweis:
„Sie haben den Termin doch in unserer Filiale!“
"Sie haben eine Filiale?? "Hatte mir niemand gesagt. Also - ab zur Filiale. Ist ja nur eine Viertelstunde. Und dann, endlich, den Wagen abgegeben.
Frohgemut steuere ich den Leihwagen nach Hause. Mittags klingelt mein Handy - die Werkstatt. Vorfreude keimt auf, ist etwa schon alles fertig?
Weit gefehlt. Die lapidare Info lautet: „Wir finden ihre eingelagerten Reifen nicht! Und für das Update haben wir zu wenig Zeit eingeplant, sorry! Bitte Auto wieder abholen und neuen Termin vereinbaren!“
Was bleibt also übrig? Ich hole den Wagen wieder ab, ohne Update, ohne Reifen.
Und vereinbare einen neuen Termin.
Tage später, um 07:45, stehe ich erneut am Tresen. 20 Minuten. Die Damen, drei an der Zahl, sind mit ihren Computern und Privatgesprächen beschäftigt. Dass ein Kunde wartet, fällt niemandem auf. Auch den zahllosen anderen Mitarbeitenden nicht, die Kaffeetassen haltend durch die Räume schlendern.
Endlich dann: „Guten Morgen! Wie ist Ihr Name?.. Oh, Entschuldigung, haben Sie einen Termin? Ich finde ihren Termin leider nicht!? Mit wem haben sie den vereinbart?“
Meine Gesichtsfarbe changiert von dunkelrot ins orange.
Schließlich darf ich den Wagen tatsächlich abgeben, bekomme erneut einen Leihwagen.
Am nächsten Tag - endlich - will ich mein Auto wieder abholen. Nach Hause, in den heimischen Stall.
Nichtsda.
„Das Update hat leider nicht funktioniert, aber dafür verlängern ihren Leihwagen!!“ flötet mich die etwa elfjährige Mitarbeiterin an.
Am nächsten Tag - ausnahmsweise mal keine Überraschung, sondern das Gleiche. Das Update hat wie üblich nicht funktioniert!
Tag 4, 5 oder 6 (wie oft war ich jetzt schon in der Werkstatt? Ich höre auf, zu zählen): Ich darf den Wagen abholen. Wirklich und tatsächlich. Das Update, so die frohe Botschaft, es habe geklappt.
Uff.
Als ich im Hof des Autohauses ausparken will, man hat den Wagen boshaft eng eingeparkt, stelle ich fest: die Rückfahrkamera funktioniert nicht mehr. Also Motor aus, zurück zum Tresen. Zehn Minuten warten. Ein barmherziger Service-Mitarbeiter erklärt mir schließlich: „das ist normal nach dem Update … das funktioniert erst in ein paar Tagen wieder“.
Ich stöhne auf. Warum sagt einem das keiner? Egal, ich will nur noch nach Hause.
Die Fahrt ist nicht lang, aber lang genug, um festzustellen: Die Navigation ist tot, die Einstellungen gelöscht. Das Display zeigt außerdem mehrere bunte Warnmeldungen, unter anderem: „Werkstattbesuch erforderlich“.
Früher hat man ein Auto in die Werkstatt gebracht, wenn etwas nicht funktioniert hat. Dort wurde es repariert und alles war gut.
Heute bringt man ein Auto, das problemlos funktioniert, in die Werkstatt. Dann bekommt man es zurück und nichts ist mehr gut.
So - das wollte einfach nur mal raus, in diesem Fall nicht via Urschrei, sondern über Tastatur.
Vielleicht gibt es ja noch mehr Geschichten, die das Leben schreibt … so ganz spontan und unbarmherzig, wenn man gerade nichts anderes zu tun hat? Gerne her damit.
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