Bei einem historischen Roman würde ich da tatsächlich drauf achten.
Ich habe mal einen Roman gelesen, in dem um ca. 1490 die getöteten Soldaten wie Kartoffelsäcke von der Stadtmauer fielen. Getreidesäcke wäre besser gewesen …
Aber vielleicht kann man es auch übertreiben. Ich weiß es nicht genau. Es sollten nicht zu offensichtliche Fehler drin sein wie bei den Kartoffelsäcken vor der Entdeckung Amerikas.
Da gäbe es für mich wichtigere Dinge zu berücksichtige, vor allem den Szenenaufbau, die Spannung oder Plotlücken, an denen ich gerade arbeite.
Da kann mir KI aber auch nur begrenzt helfen, weil sie den Plot gar nicht so überblicken kann. Und auch nicht weiß, was ich noch im Kopf und gar nicht aufgeschrieben habe.
Ich glaube, „lynchen“ hätte mich nicht gestört, weil ich nichts davon wusste. Und interessant ist es bestimmt.
Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir in erster Linie für Leser schreiben. Wenn ich also etwas umständlich umschreiben muss, nur weil der Begriff, den ich brauche, zu der damaligen Zeit noch nicht verfügbar war, sodass es nicht mehr schön zu lesen ist, würde ich lieber den Anachronismus wählen.
Ich höre gerade Ayla und das Lied der Höhlen von Jean M. Auel als Hörbuch. Dort werden dauernd Längenangaben in Metern gemacht. Dabei wurde ein Meter erst im 18. Jahrhundert definiert. Und der Roman spielt in der Steinzeit. Andererseits habe ich keine Ahnung, was für Begriffe man in einem steinzeitlichen Roman überhaupt noch verwenden dürfte. Da gibt es schließlich nicht viele Quellen.
Die ganzen Pflanzennamen, die wir heute auch nutzen, waren damals in der Form sicher auch noch nicht bekannt. Ganz zu schweigen davon, dass wir gar nicht wissen, was für eine Lautsprache die verwendet haben. Aber das zu kritisieren, würde mir dann doch zu weit gehen.
Da hätte ich ganz andere Dinge anzumerken, nämlich, dass in dem Roman so gut wie nichts passiert. Deshalb konnte ich ich vor 20 oder 30 Jahren auch nicht lesen. Da wäre ich jedes Mal eingeschlafen. Als Hörbuch ist es leichter durchzukommen, aber danach nie wieder. Die Figuren sind schon perfekt. Da gibt es nichts mehr zu entwickeln. Und die Autorin liebt sie. Deswegen kann sie ihnen auch keine Konflikte bescheren. Die Meterangaben stören da gar nicht mehr.
Das kann man. Und ich hätte mit dem Lynchen leben können. Ich habs trotzdem geändert. Ich finde es nur interessant, weil ich dieses Wort einfach unbedarfst eingesetzt habe. Man lernt halt was dabei.
Da muss ich dir widersprechen. Was ich hier gerade erlebe, ist tatsächlich krass. Die KI spricht mit mir inzwischen über mein Zeug und ist informierter als ich selbst. Claude fragt nämlich immer nach und legt sich alles ab, was du entscheidest.
Ich bin nur mitteltalterlich unterwegs. Und diese Liste hier hab ich noch in der Zeit vor KI erstellt:
Mannhöhe (auch Faden oder Klafter genannt)
Schritt
Elle
Fuß
Steinwurf
Pferdelänge
Ich hatte ja mal Theologie studiert und dadurch auch sehr alte Bibelübersetzungen angesehen. Da versteht man ja praktisch nichts mehr. Irgendwo muss man ja schon in der heutigen Sprache bleiben. Aber man kann alte Begriffe einbinden - quasi als Salz in der Suppe.
Aber Konflikte sind ja gerade das, was jemanden fesselt. Selbst die Teletubbies hatten Konflikte
Bist du eigentlich sicher, dass der Text bei dir bleibt, wenn du ihn bei Claude reingibst? Dass die KI deine Ideen nicht jemand anderem vorschlägt?
Ich habe bei ChatGPT abgestellt, dass meine Prompts sie trainieren sollen, aber ich habe immer noch Hemmungen, mehr als kleine Fragmente oder Stichwörter zu posten. Nachher gilt das womöglich gar nicht mehr als unveröffentlicht. Oder, wie gesagt, KI nutzt das für Antworten auf Prompts anderer Menschen …
Wenn du willst, gebe ich dir gern meine Geschichte. Schreib sie doch mal mit deinen Worten – vielleicht wird sie besser als meine
Weißt du, ich bin Fan vom Graf von Monte Christo. Ich hab das Buch gelesen und mich jedesmal ab der Mitte tödlich gelangweilt. Und ich habe jede Menge DVDs zuhause.
Ich habe einen Spielfilm aus den Fünfzigern, einen aus den Sechzigern, eine Fernsehserie aus den Siebzigern, die Version mit Chamberlane, die Version mit Gérard Depardieu. Ich hab den Spielfilm aus dem 2000ern “Der König für dich Edmond!” Und es gibt noch ne Neuverfilmung von vor ein paar Jahren, die so langweilig war, dass ich sie nicht fertiggeschaut habe.
Jeder dieser Filme erzählt die gleiche Geschichte. Aber der Vierteiler aus den Neunzigern mit Depardieu ist in meinen Augen unschlagbar. Auch Chamberlane war cool. Die Idee “Der König für dich!” war ein cooler Move. Die Serie aus den Sechzigern (oder Siebzigern) war todlangweilig, aber der Graf war der “Schönste”
Es ist immer die gleiche Geschichte und jeder erzählt sie anders.
Was ist also so schlimm daran, wenn Claude mir hilft besser zu schreiben und anderen mit dem hilft, was ich besser mache? Ich hab einen Fünfbänder geschrieben mit einer wirklich einmaligen Geschichte. Einige Wendungen kommen zustande, weil ich Probleme lösen musste. Meine Feinde waren zu “nett”. Ich konnte die nicht abschlachten lassen wie Orks. So wurden aus drei Bänden letztlich fünf. Warum soll das jemand kopieren? Welchen Sinn hat es überhaupt, eine Story zu kopieren. Es ist doch gerade das coole daran, sich das selbst auszudenken.
Das ist nicht so ganz das, was ich meinte. Ich dachte mehr an Urheberrecht in Bezug auf bestimmte Ideen. Namen, die man vielleicht schützen lassen möchte, so, wie die Rowling “Harry Potter” hat schützen lassen etc.
Ich weiß jetzt nicht, auf welche Ideen ich ein Urheberecht bräuchte.
Mein Held heißt Tana.
Tana – so hieß der Leiter einer christlichen Einrichtung aus Japan, den ich 1993 auf der Sommerbibelschule der Fackelträger kennengelernt habe. Soll ich mir den Namen schützen lassen?
Bevor wir so weit kommen, müsste ich doch erst mal bekannt werden. Niemand interessierte sich für Harry Potter, solange er nicht bekannt war.
Bei Claude kann man in den Datenschutzeinstellungen angeben, dass der Chat, also auch eingegebene Texte, nicht zu Trainingszwecken genutzt werden darf. Wenn ich das richtig im Kopf habe, wird das Ganze fünf Wochen aufbewahrt, nachdem man selbst den Chat gelöscht hat und dann komplett von deren Servern gelöscht.
Es kommt auf deine Ansprüche an. Warum schreibst du? Für wen? Wie wird das veröffentlicht? Was ist erfüllender: alles selbst machen oder KI-Unterstützung nehmen? Es gibt da wahrscheinlich nicht diese eine Antwort, die für alle Fälle richtig ist.
Einen Transparenzhinweis am Ende des Buches wofür und wie intensiv KI verwendet wurde, würde ich dann aber schon als Pflicht sehen.
Ich erlebe das genauso. Ich denke auch, dass manche KI ablehnen, ohne sich voll und ganz mit dieser Technik beschäftigt zu haben.
Meine Meinung dazu ist ganz klar: LLM-basierte Funktionen müssen früher oder später in Papyrus Einzug erhalten, damit das Programm noch zeitgemäß ist. Das beste Beispiel dafür ist der Dudenkorrektor. Er findet einfach viel weniger Fehler als ein LLM und streicht auch Sachen an, die richtig oder unklar sind. Der Dudenkorrektor ist also technisch veraltet. Der einzige Vorteil ist die niedrige Hardware-Anforderung.
Wenn man dem Dudenkorrektor ein LLM zur Seite stellen würde, würde die Erkennungsquote deutlich besser werden. Solange diese LLM genauso arbeiten würde (also nur Formfehler anstreichen und bei Rechtsklick sagen, was falsch ist und wie es richtig geht), gäbe es hier doch wirklich null Eingriff in die kreativen Prozesse. Warum soll man da nicht auf eine modernere bessere Technik zurückgreifen und damit die Qualität der Arbeit erhöhen bei gleichzeitiger Zeiteinsparung. Dafür sind Computer da.
Und es gibt noch viel mehr Funktionen, bei denen LLMs auf diese Art helfen können. Meine intelligente Suche, die ich hier vorgeschlagen habe, ist auch eine davon.
Wichtig ist nur, dass meine Daten nirgendwo für Trainingszwecke benutzt werden. Lokale LLMs auf dem eigenen Rechner sind hier daher die beste Lösung.
Ziel wäre es, LLMs so zu integrieren, dass sie bei der Arbeit helfen, ohne in die kreativen Prozesse einzugreifen. Wer hier eine gut austarierte Lösung entwickelt, wird das Rennen unter den Office/Schreibprogrammen machen, da bin ich mir sicher.
Zwischenzeitlich habe ich das gemma 4 26B installiert. Danke für den Tipp! Das Ding ist echt gut gemessen an den geringen Anforderungen. Ich lasse mir damit jetzt Zusammenfassungen von Entwürfen oder Ideen erstellen, damit ich besser beurteilen kann, ob ich die überhaupt noch brauche. Spart viel Zeit und ich muss nichts irgendwo hochladen. Alles lokal. Macht auch Spaß, sich da einzuarbeiten und auch mal selbst KIs laufen zu lassen.
Vor ca. 6 Monaten habe ich den neuen Computer mit 32GB RAM gekauft. Ich dacht erst, das würde ich nie nutzen können, voll die Verschwendung. Jetzt träume ich von 128GB. LOL
Aber so war es ja schon immer bei den Computern.
Ich bin so ziemlich in allem deiner Meinung. Und ich bin auch sicher, dass auch lokale LLMs immer wichtiger werden.
Bei den Trainingszwecken frage ich mich allerdings, ob wir uns da nicht zu wichtig nehmen.
Ich habe einen durchgeknallten Großmogul der einem unterworfenen Volk ein Pamphlet schreibt: “Zur Freiheit habe ich euch befreit.” Und Claude meckert an, dass das wie Galater 5 klingt (Bibel). Weiß ich. Er soll ja überzeichnet rüberkommen. Wie viele Leute wissen sowas?
Dann stelle ich irgendeine Frage zum Stil - keine Ahnung mehr, was. Er sagt mir, das wäre nicht unüblich und es folgt eine Liste mit Autoren und teilweise klassischen Werken, die alle schon das Gleiche gemacht haben.
Und ich glaube wirklich, dass mein spärliches Geschreibsel so interessant ist, dass ich es nicht zum Training freigeben will? Ich hab das Häkchen zur Unterdrückung auch gesetzt - das gebe ich ehrlich zu. Aber ich frage mich an dieser Stelle manchmal, ob wir uns nicht wichtiger nehmen, als wir sind.
Das ist eine absolut berechtigte Frage. Meine Sorge ist nur, dass Textstellen 1:1 wo anders auftauchen. So was soll es schon gegeben haben. Es geht weniger um die Idee.
Ich weiß nicht, ist das nicht ein bisschen St. Florian? Wessen Daten sollen denn Deiner Meinung nach zum KI Training genommen werden? Insbesondere, wenn die Leistungen verbessert werden sollen?
Also man kann ich auch eine Lokale LLM selbst bauen und installieren. Diese komplett vom Internet abgekoppelt lassen und selbst trainieren.
Also Wenn man wirklich save sein will.
Oder man nimmt den Anonymen Chat einer AI. Die löschen sich selbst, sobald das Fenster geschlossen wird. Es gibt keine Erinnerung der KI daran, zumindest keine die dir gegenüber erwähnt wird ^^
Ist schon irgendwie witzig. Viele verwenden eine KI zum Recherchieren, zum Überarbeiten, diskutieren mit ihr neue Ideen, lassen sich Texte verbessern, Fehler ausmerzen und was da noch so alles möglich ist.
Wer KI mag, hat keine Skrupel, das alles zu verwenden - aber von MEINEN Daten soll sie bitteschön die Finger lassen!!
Irgendwoher muss die KI ja ihre Vergleichsmöglichkeiten und was sie sonst noch alles zum Arbeiten braucht, haben, irgendwie und mit irgendwelchen Daten musste sie ja erst trainiert werden, um wirklich hilfreich sein zu können.
Auch diese Daten kommen irgendwo her, aber das scheint keine Rolle zu spielen, solange sie nur von MEINEN Daten die Finger lässt.
Ich würde sagen, das ist schon etwas bigott.
Quellen bitte.
Bei den Unmengen an Texten, die einer KI zur Verfügung stehen, halte ich die Gefahr, dass einem Autor ein Satz oder eine Wendung von seinem Lieblingsautor mit ins Buch gerät (das kann völlig unabsichtlich passieren), für wesentlich größer.
Wo hört Akribie auf? Oder wie weit muss sie unbedingt gehen, um nicht historischen Dilettantismus zu begehen?
Ich denke man darf nicht vergessen, dass der Leser durchaus zwischen Autor und Werk trennen kann. Natürlich schreibt ein Jahrgang 1980 Autor einen Roman, der einen Prota Jahrgang 1510 hat nicht wirklich in dessen Sprachwirklichkeit. “Lynchen” hätte ich nicht gewusst und daher hätte es mich nicht gestört. Die “Kartoffelsäcke” hätte ich überlesen, aber den Einwand fand ich gut. Bei Fantasy sieht es noch einmal ganz anders aus, weil es ja pseudo-mittelalterlich sein soll. Allerdings fand ich die Neuübersetzung von HDR (Frege?) auch schlechter, als das Original (Carroux?), weil sich die Helden plötzlich arg modern ausdrückten…
Ich bin einmal über ein wiederholtes “am Boden zerstört” gestolpert, weil es ohne Flugzeuge im Krieg nunmal keine Flieger gab, die “am Boden zerstört” wurden. Wer das nicht weiß, den stört es nicht. Sprachbilder, die nicht passen werden uns allen passieren. Ich denke ich überlese permanent “Fehler”, die ich nicht einmal kenne und daher auch nicht als störend empfinde. (Spannend, wenn eine KI das kann, aber ich wollte das nur mal ausserhalb der KI-Blase anmerken.)
Genau das habe ich auch gedacht. Dass KI und das, was sie beim Texten kann, auf Urheberrechtverletzungen im großen Stil beruht, wird vollkommen ignoriert. Aber wehe, die eigenen Texte, die man freiwillig zur Verfügung stellt, könnten zu Trainingszwecken herangezogen werden.
Man muss sich wirklich fragen, ob die KI aus den eigenen Texten lernen darf. Ich bin da etwas gespalten. Aber ich finde das das Video einen zu denken gibt.
Ich weiß nicht mehr, woher ich das habe, aber KI hat mehr Text produziert bzw soll mehr Text produziert haben, als die ganze Menschheit in ihrer gesamten Menschheitsgeschichte. Mehrfach. Hätte ich die Quelle jetzt bei der Hand, würde ich sie verlinken, denn da waren noch ganz andere Sachen enthalten, welche meine Vorstellungskraft überstiegen.
Und jetzt soll der xte Young-Adult-Darkfantasy-Romance-Verschnitt den man zur Rechtschreibprüfung eingibt, jemand anderem vorgeschlagen werden?
Da geht die Fantasie ein wenig durch. Wie gesagt, niemand muss oder wird gezwungen und etwas nicht verwenden zu wollen, ist völlig legitim. Ich würde mich aber trotzdem “kritisch” damit auseinandersetzen und nicht auf die Angstmacherei hereinfallen.
Aber das scheint mit jeder neuen Form so zu sein. Egal ob Wärmepumpen, Elektro-KFZ, Mikrowellen …