Kapitel 1 von einem Fantasy roman

Hallo möchte eure Meinung zu diesem Kapitel hören.
Dafür gibt es drei Fragen:

Hat euch das Kapitel neugierig gemacht?
War euch der Einstieg zu ruhig – oder genau richtig?
Gab es Stellen, die euch rausgebracht haben?

Er öffnete die Augen und sah in den Himmel.
Die Welt drehte sich langsam, als müsse sie sich erst ordnen.
„Wo bin ich?“, flüsterte er.
Das Blau über ihm fand sein Echo im Wasser des Flusses.
Er wusste sofort, dass dies nicht seine Wohnung war.
Keine Häuser. Keine Stadt.
Stattdessen erhob sich in der Ferne ein Schloss,
und grüne Hügel zogen sich still bis zum Horizont.
„Moment … träume ich etwa?“, murmelte er
und rieb sich die Augen, als könne er das Bild dadurch vertreiben.
Doch es blieb.
Die Luft fühlte sich anders an.
Weicher. Weiter.
Und sie trug einen süßlichen Duft,
den er nicht kannte
und der dennoch vertraut wirkte.
„Hallo, Fremder.“
Mehr sagte sie nicht.
Sie stand ruhig da.
Blond, mit hellen Augen, die ihn ansahen, ohne etwas von ihm zu verlangen.
Ihr Gesicht war jung, doch ihre Haltung trug eine Gelassenheit,
die nicht zu ihrem Alter passte.
Er wollte antworten,
doch die Worte blieben einen Moment lang aus.
Nicht aus Angst.
Sondern, weil er das Gefühl hatte,
dass Eile hier keinen Platz hatte.
„Hallo“, sagte er zögernd.
„Können Sie mir sagen, wo ich bin?“
Sie sah ihn einen Moment lang an.
Nicht prüfend.
Schweigend.
„Noch nicht“, sagte sie schließlich
und wandte sich um.
„Kommen Sie. Ich bringe Sie nach Nederve.“
„Neder … was?“, fragte er
und zog eine Augenbraue hoch.
Sie folgten einem schmalen, gepflasterten Pfad.
Die Erde schloss sich um den Weg.
Hohe Wände aus Lehm und Stein bildeten eine Schlucht,
durch die sie schweigend gingen.
„Ich führe Sie zu einer Bleibe“, sagte sie,
ohne sich umzudrehen.
Dort, wo sie sich wieder öffnete,
stand das Tor.
Er verlangsamte unbewusst seine Schritte.
Etwas an diesem Ort ließ ihn vorsichtig werden.
Bin ich tot?
Der Gedanke kam ruhig.
Nicht als Panik.
Nicht als Angst.
Eher wie eine Möglichkeit,
die man prüfen durfte.
Er wartete auf ein Gefühl,
das diese Frage hätte beantworten können.
Doch da war nur Stille.
Und der süßliche Duft der Luft,
der ihn weiter atmen ließ.
Sein Blick folgte dem Mosaik.
Es war vollkommen weiß.
Er dachte an die Welt, aus der er kam.
An Dinge, die drängten.
Und fragte sich,
ob es hier ebenfalls etwas gab,
das von ihm etwas verlangte

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Wie sieht man jemanden an, ohne etwas von ihm zu verlangen?

Du nutzt das Schweigen, das Prüfen sehr oft. Für mich nimmt es völlig den Schwung raus. Generell habe ich das Gefühl, wenn ich es lese, eher eine Mediationsanleitung zu lesen – sprich, für mich ist es nicht spannend, was aber meines Erachtens nach, durch die ständig zur Ruhe bittenden Adjektive kommt.
Gerade der Anfang eines Buches sollte ein gewisses Pacing haben und Spannung rüberbringen. Versuche es mal ohne die Worte der Stille…Stell dir die Situation in der Realität vor…was würdest du tun, wenn du in einer fremden Welt aufwachst? Vermutlich panisch werden

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Mir war wichtig, eine Fantasy zu schreiben, die entschleunigt statt antreibt.
Die Ruhe ist Teil der Welt und Teil der Aussage – sie steht bewusst im Kontrast zur beschleunigten Ausgangswelt der Figur.
Ich verstehe, dass das nicht für jeden spannend ist, aber es ist eine bewusste stilistische Entscheidung.
Aber ich finde du hast Recht.

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Das kannst du ja auch machen, aber später…

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Ich kann nicht ganz genau sagen weshalb, aber es fällt mir nicht leicht dranzubleiben. Habe eine vage Idee, was du da versuchst. Hm …
Versuche es so lange, bis es gelingt. Bis du dich dem Leser nicht mehr zusätzlich zum eigentlichen Text erklären musst. Verstehst du?
Und @Bommel hat auch wichtiges gesagt …

So gesehen hat sich deine Frage vielleicht erstmal erledigt. Oder?

Spiel herum …, probiere aus … :sparkles:

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Hi Lanan,
nachfolgend mein Senf dazu :slight_smile:

Hat euch das Kapitel neugierig gemacht?

… nicht wirklich. Es liest sich wie von KI geschrieben, aufgrund von Passagen wie diesen hier:

Das Blau über ihm fand sein Echo im Wasser des Flusses.
Er wusste sofort, dass dies nicht seine Wohnung war.

Davon gehe ich aus, oder fließt bei ihm öfter mal ein Fluss durchs Wohnzimmer? Hat seine Wohnung kein Dach, dass sich da außerdem noch der Himmel drin spiegelt?

Die Luft fühlte sich anders an.
Weicher. Weiter.

Was ist damit gemeint? Luft „fühlt“ sich abgesehen von Temperatur oder Humidität nicht nach allzu viel an. Wie kann sie weich oder weit sein?

[…] die Worte blieben einen Moment lang aus.
Nicht aus Angst.
Sondern, weil er das Gefühl hatte,
dass Eile hier keinen Platz hatte.

Sie sah ihn einen Moment lang an.
Nicht prüfend.
Schweigend.

Der Gedanke kam ruhig.
Nicht als Panik.
Nicht als Angst.
Eher wie eine Möglichkeit,
die man prüfen durfte.

Typisches GPT-5-Satzmuster. Wobei wir beim Thema wären:

Gab es Stellen, die euch rausgebracht haben?

Diese Stellen bringen mich leider sofort aus dem Lesefluss. Schon allein deswegen, weil die nach meiner anfänglichen GPT-Euphorie mittlerweile dermaßen repetitiv wirken, dass sich bei mir die Zehennägel hochbiegen. Aber abgesehen davon wäre es viel einfacher, sich in die Geschichte hineinzuversetzen, wenn sofort beschrieben werden würde, wie etwas IST - nicht, wie etwas NICHT ist.

Ich will dir da wirklich nicht zu nahe treten. Wenn ich mit meinem Verdacht noch dazu danebenliege, will ich mich ehrlich entschuldigen. Aber wenn ich recht habe, wobei ich mir ziiiiemlich sicher bin - dann lass, bitte bitte bitte, die Finger von KI. Du selbst schreibst so viel besser!

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Es hat etwas von Poesie! Ich warte am Ende auf das Warum und wo bin ich. Mein Gefühl ist, es wird so in diesem Stile weitergehen und es ändert sich nichts. Man kann tiefer graben und sieht eine leichte Struktur. Aber ohne den Grund ist sie schwer zu erkennen. Für mich ist es leider zu schwach, nicht greifbar. Es fehlt etwas?

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Nein, ich habe es nicht mit KI geschrieben. Ich wollte poetisch sein. Das ist voll daneben gegangen. Ich bin gerade dabei, es zu überarbeiten.

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Grüß dich Lanan, Kritik fühlt sich immer unangenehm an. Diese auszuhalten gehört zum Lernprozess eines Schriftstellers und dem Menschen dahinter dazu. Du kannst dadurch nur stärker werden und dich verbessern. Es gibt grundsätzlich keine Falsche Kritik, jede Äußerung über deine Werke transportieren Informationen, die du verwerten kannst. Dranbleiben lohnt sich! Mach weiter so :+1:

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Was Leon sagt, zu 100 %

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Stimmt. Und sei es nur, um sich ein Bild über den Kritiker zu machen. Aber Gelassenheit, liebste Schreibgeschwister, denn wie sagte schon Giovanni Guareschi: „Kritiker sind Hühner die gackern, wenn ein anderes ein Ei gelegt hat.“

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Autoren sind verschieden, Leser auch. Manchmal verstehe ich dieses Forum nicht. Hauptkritikpunkte sind oftmals: zu langsam, zu poetisch, zu blumig, es passiert nicht sofort etwas zu Beginn…
Das mal ganz generell. Warum muss sofort etwas aufregendes geschehen? Manchmal wird man langsam in eine Geschichte gezogen.
Es gibt Leser, die mögen genau das. Auch dafür gibt es eine Zielgruppe.Wäre doch fad, wenn wir alle ein Strickmuster verwenden würden. Eine Schablone. Es scheint, als wären die von mir genannten Punkte allgemeingültig. Nun, ich lasse mich gerne auf verschiedene Erzählarten ein.

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Überarbeiteter Anfang eines Romans (Arbeitsstand).
Wie wirkt der Einstieg sprachlich auf euch?

Er riss die Augen auf und starrte in das tiefe Blau des Himmels. Sein Herz pochte wild, seine Hand rutschte über den feuchten Boden, als er sich aufrichtete. Licht fiel auf sein Gesicht und ließ ihn blinzeln. Blumen umrahmten ihn und erfüllten die Luft mit süßlichem Duft.

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Besser :+1:

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Viel besser!

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Ich habe nun endlich auch mal beide Versionen des Anfangs gelesen. Mit Nummer 2 bist du meiner Ansicht nach auf dem richtigen Weg.

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Und manchmal zieht es einen halt noch gar nicht. Das muss nicht daran liegen, dass nichts Aufregendes geschieht, ein holperiger Schreibstil, zu viele Adjektive, schlecht nachvollziehbare Metaphern und gefühlt ein paar hundert weitere Möglichkeiten können das ebenfalls verursachen.

Version 2 finde ich auch viel besser!

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@Heather
Nun, auch das stimmt natürlich. Letztendlich kommt es immer auf den Einzelfall und die Umsetzung an. Ich hatte nur mittlerweile den Eindruck, dass ein langsamer Einstieg generell kritikwürdig ist. Bei diversen Texten im Forum.Und dem stimme ich nicht zu.

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Generell kritikwürdig auf keinen Fall, aber ein langsamer Einstieg, der trotzdem fesselt, ist wesentlich schwieriger zu schreiben, und es kann dabei auch mehr schiefgehen, als bei einem rasanten.

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Die Betonung liegt auf fesselnd…genau das ist der Punkt. Egal ob schnell oder langsam

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