Hallo möchte eure Meinung zu diesem Kapitel hören.
Dafür gibt es drei Fragen:
Hat euch das Kapitel neugierig gemacht?
War euch der Einstieg zu ruhig – oder genau richtig?
Gab es Stellen, die euch rausgebracht haben?
Er öffnete die Augen und sah in den Himmel.
Die Welt drehte sich langsam, als müsse sie sich erst ordnen.
„Wo bin ich?“, flüsterte er.
Das Blau über ihm fand sein Echo im Wasser des Flusses.
Er wusste sofort, dass dies nicht seine Wohnung war.
Keine Häuser. Keine Stadt.
Stattdessen erhob sich in der Ferne ein Schloss,
und grüne Hügel zogen sich still bis zum Horizont.
„Moment … träume ich etwa?“, murmelte er
und rieb sich die Augen, als könne er das Bild dadurch vertreiben.
Doch es blieb.
Die Luft fühlte sich anders an.
Weicher. Weiter.
Und sie trug einen süßlichen Duft,
den er nicht kannte
und der dennoch vertraut wirkte.
„Hallo, Fremder.“
Mehr sagte sie nicht.
Sie stand ruhig da.
Blond, mit hellen Augen, die ihn ansahen, ohne etwas von ihm zu verlangen.
Ihr Gesicht war jung, doch ihre Haltung trug eine Gelassenheit,
die nicht zu ihrem Alter passte.
Er wollte antworten,
doch die Worte blieben einen Moment lang aus.
Nicht aus Angst.
Sondern, weil er das Gefühl hatte,
dass Eile hier keinen Platz hatte.
„Hallo“, sagte er zögernd.
„Können Sie mir sagen, wo ich bin?“
Sie sah ihn einen Moment lang an.
Nicht prüfend.
Schweigend.
„Noch nicht“, sagte sie schließlich
und wandte sich um.
„Kommen Sie. Ich bringe Sie nach Nederve.“
„Neder … was?“, fragte er
und zog eine Augenbraue hoch.
Sie folgten einem schmalen, gepflasterten Pfad.
Die Erde schloss sich um den Weg.
Hohe Wände aus Lehm und Stein bildeten eine Schlucht,
durch die sie schweigend gingen.
„Ich führe Sie zu einer Bleibe“, sagte sie,
ohne sich umzudrehen.
Dort, wo sie sich wieder öffnete,
stand das Tor.
Er verlangsamte unbewusst seine Schritte.
Etwas an diesem Ort ließ ihn vorsichtig werden.
Bin ich tot?
Der Gedanke kam ruhig.
Nicht als Panik.
Nicht als Angst.
Eher wie eine Möglichkeit,
die man prüfen durfte.
Er wartete auf ein Gefühl,
das diese Frage hätte beantworten können.
Doch da war nur Stille.
Und der süßliche Duft der Luft,
der ihn weiter atmen ließ.
Sein Blick folgte dem Mosaik.
Es war vollkommen weiß.
Er dachte an die Welt, aus der er kam.
An Dinge, die drängten.
Und fragte sich,
ob es hier ebenfalls etwas gab,
das von ihm etwas verlangte