Ist Duden Korrektor besser als LanguageTool und braucht man nach Papyrus noch eine Lektorin?

Servus

Die Frage steht bereits im Betreff :). Ich denke, man benötigt am Ende noch einen Lektor. Der Betreff war etwas Aufmerksamkeitserregend. Aber könnte man die Kosten reduzieren, genauer gesagt, würde ein einfaches Lektorat genügen?

LG
Sebastian

PS: Besteht auch eine Möglichkeit LanguageTool in Papyrus Autor zu integrieren, falls es besser ist?

Es hängt natürlich sehr von deinen schriftstellerischen Fähigkeiten, deinen Rechtschreibkenntnissen und auch deinen eigenen Ansprüchen ab, wie viel Lektorat man am Ende noch ‚braucht‘.

Von einem professionellen Lektorat profitiert eigentlich jeder Text, das liegt auch mit daran, dass man den eigenen Schnitzern gegenüber mehr oder weniger betriebsblind ist.
Papyrus findet viele grammatikalische, diverse stilistische, die meisten orthographischen und auch sehr viele Interpunktionsfehler, trotzdem ist es eine KI und kann den Sinn eines Textes nicht erfassen.

Genau das ist aber notwendig, um die zahllosen Feinheiten verstehen und beurteilen zu können, zu sehen, wie gut die Figuren gezeichnet sind, ob eine Erklärung ausreicht und eben all die Dinge, für die es Emotionen und einen Verstand braucht, der nicht nach mathemathischen Algorithmen funktioniert.

Ich würde sagen, wenn du sattelfest in Rechtschreibung und Grammatik bist, kann dir Papyrus das Korrektorat weitgehend ersparen und deinen Text auch stilistisch glattfeilen, ein echtes Lektorat wird es aber noch eine ganze Weile lang nicht ersetzen können.

Zu deiner P.S. - Frage hab ich leider keine Ahnung.

5 „Gefällt mir“

Wie könnte, warum sollte, weshalb müsste eine Software, die einen englischen Namen hat, deutsche Texte besser korrigieren als eine mit deutschem Namen? Allein schon diese Frage zu stellen, ist widersinnig. Language Tool soll wohl international vertrieben werden? Mit allen Sprachen funktionieren? Das kann nicht gutgehen. Ist zwar ein hippes Produkt, aber schon alleine die Referenzliste (SPIEGEL) zeigt dem Deutschkundigen, dass noch viel Luft nach oben ist. Der DUDEN Korrektor ist nicht hervorragend, er ist höchstens optimal. Aber er kann gut Deutsch. Um hervorragend zu sein, könnte ich ihm zwei Dutzend Wörter sagen, wo er Unsinn schreibt. Ich werde das Tool als Add-On testen, ich bin gespannt. Integrieren lässt es sich in Papyrus nicht, das ist mit dem DUDEN verheiratet.

Ob du einen Lektor wählst, oder eine Lektorin (glaubst du, die ist weniger streng?), bleibt natürlich dir überlassen, leider übersiehst du, dass deine beiden Fragen nichts miteinander zu tun haben. Die Aufgaben eines Lektors sind nicht die, den Text zu korrigieren. Ein Lektor liest und kümmert sich um das, was Yoro schon schrieb.

1 „Gefällt mir“

Oh, wie „nett“.

Wo steht das denn?

1 „Gefällt mir“

Wo das steht? In der Überschrift, er fragt explizit nach einer Frau, sonst hätte er das generische Maskulinum verwendet und könnte nicht missverstanden werden.

Im Text steht das Maskulinum. Somit hebt es sich gegeneinander auf, wenn wir beiden denn schon so pingelig sind.

2 „Gefällt mir“

Ich habe jetzt mal getestet. Das LT findet wesentlich mehr angebliche Kommafehler als Papyrus, jedenfalls macht es Vorschläge, die durchdacht klingen, außer einmal. Dieselben Wörter (meist eigene Schöpfungen) kreidet mir das LT an. Da würde ich sagen, herrscht Gleichstand. Wörter wie ›Tschuldigung‹, die nicht besonders exotisch sind, finden beide nicht okay. Ein Klick und sie sind es, das klappt. Die Stilprüfung habe ich nicht verglichen, aber ich sehe schon im Ansatz, dass Papyrus dabei deutlich mehr auf der Pfanne hat. Ob man das alles umsetzt, steht auf einem anderen Blatt. Aber das Killerkriterium ist der Preis. Im Verhältnis ist Papyrus billig, denn das LT gibt es nur als Abo, was eine Sauerei ist.

2 „Gefällt mir“

Super, danke für deine schnelle Antwort.

Ich habe ein Sachbuch geschrieben, zu Verdauungserkrankungen. Dabei ist mein Niveau nicht gerade sehr hoch. Am besten unter der 6 Klasse, da dadurch meine Zielgruppe die Inhalte am besten versteht. Aber danke für deinen Vergleich.

Laut LanguageTools internen Tests sollte es besser sein.

Teste gerade das PapyrusAutor. Soweit ist es um einiges besser als Word, allein schon wegen der Übersicht. Ich werde auch im Papyrus Club reinspringen.

LG Sebastian

Wir natürlich auch. Unser Hauptkriterium, und da sind wir als die Macher von Papyrus einig mit den Duden Entwicklern, mit denen wir eng zusammenarbeiten - monierte Fehler sollten möglichst auch welche sein.
Word und auch LT gehen da andere Wege, wir sagen, lieber mal einen potentiellen Fehler nicht anzeigen, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es doch stimmen könnte, zu hoch bzw. die Wahrscheinlichkeit „ist-ein-Fehler“ zu gering ist.

3 „Gefällt mir“

Hallo,

Papyrus bietet mit dem Duden ein wirklich schon sehr gutes Korrektorat. Es erkennt vor allem fehlende und überflüssige Kommas, falsch eingesetzte Fälle und Endungen, Verbdoppelungen (wenn man einen Satz z.B. umgestellt hat und dabei die ursprüngliche Position des Verbs nicht geändert). Natürlich die Rechtschreibung. Und vieles mehr.
Nicht perfekt, aber Lichtjahre besser, als das, was sonstige normale Office-Software tut.

Bei Verlagen oder im SP ist das Korrektorat der zweite Schritt, der nach dem Lektorat folgt, d.h. das bezieht sich nur auf Rechtschreibung und Grammatik, was man dann anwendet, wenn inhaltlich und sprachlich alles stimmt und fertig ist.

Im Lektorat hingegen geht es darum, sowohl grobe inhaltliche Schwächen zu finden wie Spannungsbogen, Konflikt, eindimensionale Charaktere, aber auch Fehler wie bspw. wechselndes Aussehen oder wenn die Figur mit rotem Pullover in den Raum geht, aber mit grünem herauskommt. Diesen Teil kann Papyrus natürlich nicht, dafür braucht man menschliches Feedback.
Einen anderen Teil des Lektorats kann man aber wieder mit Papyrus machen, dafür nutzt man die Stilanalyse. Sie kann bspw. Wortwiederholungen anzeigen, schwachen Ausdruck, zu lange Sätze, Füllwörter, Adjektive, Phrasen usw. Dazu kann man auch eine Übersicht aufrufen, die dir die Schwächen nach Kapiteln gelistet aufzeigt.
Ergänzend gibt es noch die Lesbarkeitsstatistik. Wenn du die anstellst, zeigt er dir nach Farben an, wie schwierig oder einfach ein Absatz zu lesen ist. Auch das wäre Teil eines Lektorates.

Zusammenfassend kann man also sagen: einen guten Teil des Korrektorates sowie den sprachlichen Teil des Lektorates kann Papyrus ganz gut. Man muss sich zu einer besseren Umsetzbarkeit aber auch selbst Handwerk und Kentnisse aneignen, den Text liegenlassen, später noch einmal lesen ggf. laut lesen und auf einem anderen Medium (ausgedruck, E-Book-reader etc). Wie gehabt.
Für Kurzgeschichten ist es meiner Meinung nach sehr hilfreich/ausreichend, dafür hat man auch nicht immer spontan Testleser parat, von profesionellen Lektoren/Korrektoren ganz zu schweigen.

Für längere Texte benötigt man mindestens eine weitere Person, im Idealfall ein professionelles Lektorat und Korrektorat.
Der Nutzen in den Tools besteht neben Kurztexten aber auch darin, dass man sich beim Bewerben bei Agenturen oder Verlagen mit einem wesentlich ausgefeilteren Text vorstellt, wenn man sich natürlich auch Handwerkskentnisse aneignet, übt und umsetzt und mit den Werkzeugen von Papyrus den letzten Schliff verpasst.
Eine Option kann auch sein, einen freien Lektor zu beauftragen, der dir mal an einem Beispieltext (muss kein ganzer Roman sein) deine Schwächen und Stärken aufzeigt.
Lektoren arbeiten teils auch mit Papyrus.

Was deine Frage mit den Kosten angeht: Wenn du dir quasi eine Stammlektorin suchst, kann ich mir schon vorstellen, dass sie dir entgegenkommen kann, wenn dein Text weniger Arbeit macht, aber das muss du individuell vereinbaren.

Wenn du eigenständig veröffentlichen willst, dir aber ein Lektorat zu teuer ist, dann ist Papyrus zumindest (nach meiner Meinung) die beste Option, das Maximum herauszuholen.

7 „Gefällt mir“

Top, Danke für deine wirklich ausführliche Antwort :slight_smile: . Jetzt bin ich überzeugt von Papyrus Autor. War mir vorher nicht ganz sicher. Aber gerade habe ich den speziellen ablenkungsfreien Schreibmodus benutzt und ich muss schreiben, dass es um Lichtjahre besser funktioniert. Die Oberfläche von Word stört da schon teilweise sehr.

LG und schönes Wochenende
Sebastian

1 „Gefällt mir“

Die Kollegen machen den Eindruck, als hätten sie eine Zusammenarbeit mit der führenden deutschen Autorensoftware noch nicht gänzlich aufgegeben. Wie würde man sagen? »Wir sind dran!« :crazy_face: