Ich bin offensichtlich eine KI

Diesbezüglich habe ich bei der Papyrus Stilanalyse auch bedenken. Ergo so verwenden wie angedacht, als Hinweis betrachten, denken muss der Autor trotzdem noch selbst. Überlässt er das einer KI, wäre es nur gerecht, wenn das auffällt.

Über Books Factory bin ich auf ein Phänomen gestoßen, das offensichtlich belegt, dass es den Einsatz von KI schon zu Zeiten der U.S.-amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson (1831 - 1886) gegeben haben muss. Dazu führt Books Factory Folgendes aus. (Fettdruck durch mich):

Und dann wurde klar: Dickinson war nicht ungeschickt gewesen. Sie war ihrer Zeit schlicht um ein Jahrhundert voraus. Diese Gedankenstriche waren keine Fehler. Sie waren der Rhythmus des Atems, die Pause, der Ort, an dem die Leserin innehalten und nachdenken soll. Sie setzte sie so großzügig ein, dass wir sie heute verdächtigen würden, es mit ChatGPT übertrieben zu haben – nur tat sie es eineinhalb Jahrhunderte, bevor die KI auf den Plan trat.

Die Schlussfolgerung, dass die Gedankenstriche den damaligen Stil der Dichterin reflektieren und nicht auf den Einsatz von KI zurückzuführen sind, ist natürlich mehr als absurd und naiv.
So wie bei unseren Texten der Einsatz von Gedankenstrichen klar durch KI bedingt ist – und welcher vernünftige Mensch hat daran noch Zweifel?? – so MUSS Dickinson zweifelsohne eine Zeitreisende gewesen sein, die mit Chat GPT oder einer anderen KI in unserem Zeitalter ihre Gedichte verfasst hat und dann in ihre Zeit „zurückgereist“ ist. KI wurde also schon im 19. Jahrhundert eingesetzt oder sogar schon erfunden!

Schöne Grüße von den Reptiloiden unterhalb der Erdscheibe. Ich muss jetzt die Chem-Trailer weiter beobachten.
*Satire Ende

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Wenns zu schlimm wird mit der Neugierde, schick mir einen verbrannten Text aus einem alten Schreibwettbewerb und ich schick ihn durch Claude. Dann siehst du, wie es klingt. Ich kann es dir jetzt schon sagen: An manchen Stellen wird es besser sein und an anderen schlechter als dein Original.

Niemand, der ernsthaft Ahnung hat, kann irgendeinen Text wegen angeblicher KI-Nutzung rauswerfen. Es gibt höchstens Hinweise, was bestimmte KIs gerade als Besonderheiten haben. Wenn die sich aber mehren, sind es doch gleichzeitig Ausschlussgründe, weil es sich ja immer um Dinge handelt, die die KI eben nicht so gut macht. Zum Beispiel sinnlose Vergleiche.

Mich würde das sehr wundern.

Da hätte ich die weit größeren Bedenken. Nicht, weil die Stilanalyse nicht hilfreich sein könnte, sondern weil einige Leute ihr blind folgen und alles anpassen wollen, das die Stilanalyse markiert.

Als ich damals meine ersten Rechtschreibprüfungsversuche mit ChatGPT gemacht habe, ist der immer wieder in eine Stilprüfung gesprungen. Ich hab damals sehr schnell bemerkt, dass er Gedankenstriche mag und hab sogar mit ihm darüber diskutiert: „Mir fällt auf, dass du zu meinen vielen Gedankenstrichen ebenso viele weitere vorschlägst. Ich dachte eigentlich das wäre so eine Marotte von mir.“

ChatGPT antwortete mir damals sowas wie: Gedankenstriche sind doch da und können auch genutzt werden. Es ist kein schlechter Stil sie zu verwenden. Und so verwende ich sie heute umso lieber und ignoriere alle Ängste von anderen, sie einzusetzen.

Das Problem waren ja nicht die Gedankenstriche. Das Problem bestand eher darin, dass sie eben nicht so exzessiv von allen verwendet wurden, aber ChatGPT sie gern verwendete. So stieg die Gedankenstrichdichte des Erdballs prozentual. Ja, das lag an ChatGPT – aber deswegen wurden Texte mit Gedankenstrichen ja nicht schlechter.

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Weil ich gerade nen anderen Beitrag gelesen habe, noch ein anderes Beispiel. Klingt vielleicht ein bisschen böse, ist aber nicht böse gemeint. Zeigt aber das Problem bei der KI-Detection.

Woran merkt man, dass Ulli einen Text geschrieben hat? An den Anführungszeichen. In allen Foreneinträgen von Ulli sind relativ viele Anführungszeichen. Das ist eben sein Stil. Aber deswegen kann man doch nicht hingehen und sagen: Alle Texte mit vielen Anführungszeichen hat Ulli geschrieben oder daran mitgearbeitet.

Ebenso abwegig erscheint mir dieses KI-Detektor-Zeug.

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Man möge den Gedankenstrich immer dann einsetzen, wenn es sinnvoll erscheint und meinetwegen auch, wenn es einen dazu drängt. Diese Debatte wegen KI-motivierter Gedankenstriche und anschließender Verurteilung des Autors ist einfach sinnbefreit. Was hat man Schriftstellern denn vor der KI vorwerfen können? Den häufige Einsatz der berühmten drei Punkte „…“ ?
Manchmal habe ich den Eindruck, dass es einigen – nicht hier im Forum – darum geht, sich einfach aufregen zu können.
Was kommt als nächstes dran ? Der Aufreger, dass man einen Fragesatz mit einem Fragezeichen beendet? Weil es die KI auch macht?
Das klingt wie Satire – noch … Oder? (Gedankenstrich. Drei Punkte. Fragezeichen. Nennt mich Ismael 1.0)

Das wurde hier schon getestet, finde den Post nicht mehr, aber es gab eine ellenlange Diskussion dazu und es wurde als KI - Text erkannt, was Unfug ist. Weil ich keine KI eingesetzt habe.

Das Beste, was man hier tun kann ist, sich zu entspannen. Wenn du keine KI einsetzt, kann es dir auch keiner vorwerfen. Und was wir hier eigentich gar nicht diskutieren: Auch diejenigen, die anderen etwas nicht Zutreffendes vorwerfen, machen etwas falsch.

Aber KI wird auch immer besser. Ich folge zum Beispiel seit einigen Wochen einem unglaublich gut gemachten Youtube-Kanal zum Thema Ernährung. Vorgestern fragt mein Sohn, was ein Barracuda aus einem Drei-Fragezeichen-Band ist und wir schauen zusammen auf Youtube. Und was finden wir? Ein Tiervideo mit genau der gleichen Stimme.

Das bedeutet: Dieser komplette Youtube-Kanal ist KI-gerniert – mitsamt dieser ausdrucksstarken Stimme und dem hörbaren Luftholen in den Sprechpausen. Nun hab ich da keine Berührungsängste und folge dem Kanal weiter. Aber ich dachte schon mehrfach in den vergangenen Wochen: „Was für eine geile Idee, es so aufzumachen.“ Damit werden wir leben müssen – auch in der Leseszene.

Ich finde es allerdings auch nicht schlimm, wenn jemand etwas Gutes mit KI baut. Nur mit Massenschrott zugeworfen werden, will ich nicht.

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Ich hoffe, du behältst recht.

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Mich hat neulich eine Frau, feiert nächste Woche ihren 90. Geburtstag, gefragt: „Was ist jetzt eigentlich genau dieses K eins?“
Ich musste erst überlegen, was sie damit meinte …
Ihre nächste Frage war: „Muss ich davor jetzt Angst haben?“
Meine lapidare Antwort: „Nein, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen…“
Sie: „Gottseidank, ich hab nämlich gehört, die können sogar die Stimmen meiner Enkel nachmachen, um zu betrügen …“
Hm? ob meine Antwort zu leichtfertig war?

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Ja.

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Ist ein bisschen wie „Wenn du nichts Falsches machst, brauchst du keinen Datenschutz“ oder „wenn du unschuldig wärst, würdest du ja nicht angeklagt“…

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Rennst du ständig draußen rum und fragst dich, ob du gleich unschuldig angeklagt wirst? Nein? Warum dann ständig die Bedenken, du könntest vorgeworfen bekommen, deinen Text durch KI erstellt zu haben?

Klar, hast du immer ein Risiko im Leben. In England ist ja dieser niedergestochene Typ in Handschellen verblutet, weil die Polizei seinem Mörder geglaubt hat, dass er von ihm rassistisch angegangen wurde. Solche Beispiele findest du doch immer, wenn du sie suchst.

Die Hälfte der Autoren-Community scheint mir in Aufruhr wegen KI-Zeug zu sein. Ich check das nicht.

Datenschutz ist tangiert, wenn ich deine Daten ohne deine Zustimmung weiterverarbeite oder weiterverkaufe. Was du hier vergleichst ist, dass jemand ohne jeden Beweis (außer irgendwelchen Ahnungen) vorgeworfen bekommt, sein Zeug mit KI erstellt zu haben. Das ist etwas völlig anderes, wobei die, die ihr Zeug komplett von KI erstellen lassen, eh keine Skrupel haben. Brauchen sie auch nicht – ist halt momentan noch meines Wissens legal möglich. Datenschutzverstöße allerdings nicht.

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Weil das durchaus schon passiert ist.

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So ist es, und es ist eine verdammte Gratwanderung, das einer alten Frau zu erklären, ohne ihr das Vertrauen zu den Stimmen ihrer Enkel zu rauben.
Und auf dem selben Grat wandern auch wir Autoren.
Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber Achtsamkeit, Vorsicht und Skepsis ist berechtigt und angebracht.

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Ich empfinde die so grosse Angst davor etwas übertrieben.
Man sollte sich schon etwas damit beschäftigen, was möglich ist und was nicht.
Die Stimme der Enkelin klonen?
Nur mit dem Original als Vorlage.
Texte nach KI durchsuchen?
Alte Tools suchen nach KI Muster.
Man kann durchaus prompten, das zu vermeiden.
Der Text wird dadurch nicht logischer oder gar Roman-fähig, aber die typischen Floskeln lassen sich vermeiden.
(Ein Lernprozess, den wir Autoren auch als erstes lernen)
Aber blicktet mit Zuversicht in die Zukunft, denn alle grossen KI Betreiber arbeiten an unzerstörbaren Markern für ihre KI.
In Video, Audio und Bild schon lange vorhanden, in Texten weit verbreitet.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, KI zu nutzen, wo es mir einen Vorteil verschafft.
Meine Hörbücher sind mit KI vertont. Das habe ich sogar im Impressum.
Beim Schreiben verhält es sich anders. Da kann Mathematik keine Fantasie ersetzen.
Was dann die Nachbearbeitung angeht, da setze ich eher auf KI (Rechtschreibung, Grammatik, Wortdoppelungen)
Aber auch als prompt den Text nicht zu verändern.
Ich betreibe dabei aber nicht Copy and Paste.
Ich lasse mir die Antwort vorlesen und wäge ab, ob ich etwas annehme oder nicht.
Meist ändere ich dann nur Kleinigkeiten.

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Es ist so ziemlich alles schon passiert.

Ich lese hier inzwischen seit über 10 Jahren mit. Mein Eindruck: Früher hatten die Leute Angst, irgendjemand könnte ihren Text stehlen – z. B. Verlage, bei denen sie ihn einreichen. Heute haben die Leute Angst, ihnen könnte jemand vorwerfen, dass er von KI erstellt wäre.

Also davor hatte ich noch nie Angst.

Aber hatten wir das nicht vor kurzem beim Thienemann-Verlage?

Mag sein. Doch ich habe trotzdem keine Angst davor, das mir jemand (ein Mensch) meine Texte stiehlt und unter seinem Namen veröffentlicht. Es sei denn, KI schlägt zu und verwendet Teile meiner Texte.

ich habe Angst, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt. Und vor allem möglichen.
Aber nicht, dass jemand meine Texte klaut. :vulcan_salute:

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