Wenns zu schlimm wird mit der Neugierde, schick mir einen verbrannten Text aus einem alten Schreibwettbewerb und ich schick ihn durch Claude. Dann siehst du, wie es klingt. Ich kann es dir jetzt schon sagen: An manchen Stellen wird es besser sein und an anderen schlechter als dein Original.
Niemand, der ernsthaft Ahnung hat, kann irgendeinen Text wegen angeblicher KI-Nutzung rauswerfen. Es gibt höchstens Hinweise, was bestimmte KIs gerade als Besonderheiten haben. Wenn die sich aber mehren, sind es doch gleichzeitig Ausschlussgründe, weil es sich ja immer um Dinge handelt, die die KI eben nicht so gut macht. Zum Beispiel sinnlose Vergleiche.
Mich würde das sehr wundern.
Da hätte ich die weit größeren Bedenken. Nicht, weil die Stilanalyse nicht hilfreich sein könnte, sondern weil einige Leute ihr blind folgen und alles anpassen wollen, das die Stilanalyse markiert.
Als ich damals meine ersten Rechtschreibprüfungsversuche mit ChatGPT gemacht habe, ist der immer wieder in eine Stilprüfung gesprungen. Ich hab damals sehr schnell bemerkt, dass er Gedankenstriche mag und hab sogar mit ihm darüber diskutiert: „Mir fällt auf, dass du zu meinen vielen Gedankenstrichen ebenso viele weitere vorschlägst. Ich dachte eigentlich das wäre so eine Marotte von mir.“
ChatGPT antwortete mir damals sowas wie: Gedankenstriche sind doch da und können auch genutzt werden. Es ist kein schlechter Stil sie zu verwenden. Und so verwende ich sie heute umso lieber und ignoriere alle Ängste von anderen, sie einzusetzen.
Das Problem waren ja nicht die Gedankenstriche. Das Problem bestand eher darin, dass sie eben nicht so exzessiv von allen verwendet wurden, aber ChatGPT sie gern verwendete. So stieg die Gedankenstrichdichte des Erdballs prozentual. Ja, das lag an ChatGPT – aber deswegen wurden Texte mit Gedankenstrichen ja nicht schlechter.
Weil ich gerade nen anderen Beitrag gelesen habe, noch ein anderes Beispiel. Klingt vielleicht ein bisschen böse, ist aber nicht böse gemeint. Zeigt aber das Problem bei der KI-Detection.
Woran merkt man, dass Ulli einen Text geschrieben hat? An den Anführungszeichen. In allen Foreneinträgen von Ulli sind relativ viele Anführungszeichen. Das ist eben sein Stil. Aber deswegen kann man doch nicht hingehen und sagen: Alle Texte mit vielen Anführungszeichen hat Ulli geschrieben oder daran mitgearbeitet.
Ebenso abwegig erscheint mir dieses KI-Detektor-Zeug.
Man möge den Gedankenstrich immer dann einsetzen, wenn es sinnvoll erscheint und meinetwegen auch, wenn es einen dazu drängt. Diese Debatte wegen KI-motivierter Gedankenstriche und anschließender Verurteilung des Autors ist einfach sinnbefreit. Was hat man Schriftstellern denn vor der KI vorwerfen können? Den häufige Einsatz der berühmten drei Punkte „…“ ?
Manchmal habe ich den Eindruck, dass es einigen – nicht hier im Forum – darum geht, sich einfach aufregen zu können.
Was kommt als nächstes dran ? Der Aufreger, dass man einen Fragesatz mit einem Fragezeichen beendet? Weil es die KI auch macht?
Das klingt wie Satire – noch … Oder? (Gedankenstrich. Drei Punkte. Fragezeichen. Nennt mich Ismael 1.0)
Das wurde hier schon getestet, finde den Post nicht mehr, aber es gab eine ellenlange Diskussion dazu und es wurde als KI - Text erkannt, was Unfug ist. Weil ich keine KI eingesetzt habe.
Das Beste, was man hier tun kann ist, sich zu entspannen. Wenn du keine KI einsetzt, kann es dir auch keiner vorwerfen. Und was wir hier eigentich gar nicht diskutieren: Auch diejenigen, die anderen etwas nicht Zutreffendes vorwerfen, machen etwas falsch.
Aber KI wird auch immer besser. Ich folge zum Beispiel seit einigen Wochen einem unglaublich gut gemachten Youtube-Kanal zum Thema Ernährung. Vorgestern fragt mein Sohn, was ein Barracuda aus einem Drei-Fragezeichen-Band ist und wir schauen zusammen auf Youtube. Und was finden wir? Ein Tiervideo mit genau der gleichen Stimme.
Das bedeutet: Dieser komplette Youtube-Kanal ist KI-gerniert – mitsamt dieser ausdrucksstarken Stimme und dem hörbaren Luftholen in den Sprechpausen. Nun hab ich da keine Berührungsängste und folge dem Kanal weiter. Aber ich dachte schon mehrfach in den vergangenen Wochen: „Was für eine geile Idee, es so aufzumachen.“ Damit werden wir leben müssen – auch in der Leseszene.
Ich finde es allerdings auch nicht schlimm, wenn jemand etwas Gutes mit KI baut. Nur mit Massenschrott zugeworfen werden, will ich nicht.
Rennst du ständig draußen rum und fragst dich, ob du gleich unschuldig angeklagt wirst? Nein? Warum dann ständig die Bedenken, du könntest vorgeworfen bekommen, deinen Text durch KI erstellt zu haben?
Klar, hast du immer ein Risiko im Leben. In England ist ja dieser niedergestochene Typ in Handschellen verblutet, weil die Polizei seinem Mörder geglaubt hat, dass er von ihm rassistisch angegangen wurde. Solche Beispiele findest du doch immer, wenn du sie suchst.
Die Hälfte der Autoren-Community scheint mir in Aufruhr wegen KI-Zeug zu sein. Ich check das nicht.
Datenschutz ist tangiert, wenn ich deine Daten ohne deine Zustimmung weiterverarbeite oder weiterverkaufe. Was du hier vergleichst ist, dass jemand ohne jeden Beweis (außer irgendwelchen Ahnungen) vorgeworfen bekommt, sein Zeug mit KI erstellt zu haben. Das ist etwas völlig anderes, wobei die, die ihr Zeug komplett von KI erstellen lassen, eh keine Skrupel haben. Brauchen sie auch nicht – ist halt momentan noch meines Wissens legal möglich. Datenschutzverstöße allerdings nicht.
Ich empfinde die so grosse Angst davor etwas übertrieben.
Man sollte sich schon etwas damit beschäftigen, was möglich ist und was nicht.
Die Stimme der Enkelin klonen?
Nur mit dem Original als Vorlage.
Texte nach KI durchsuchen?
Alte Tools suchen nach KI Muster.
Man kann durchaus prompten, das zu vermeiden.
Der Text wird dadurch nicht logischer oder gar Roman-fähig, aber die typischen Floskeln lassen sich vermeiden.
(Ein Lernprozess, den wir Autoren auch als erstes lernen)
Aber blicktet mit Zuversicht in die Zukunft, denn alle grossen KI Betreiber arbeiten an unzerstörbaren Markern für ihre KI.
In Video, Audio und Bild schon lange vorhanden, in Texten weit verbreitet.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, KI zu nutzen, wo es mir einen Vorteil verschafft.
Meine Hörbücher sind mit KI vertont. Das habe ich sogar im Impressum.
Beim Schreiben verhält es sich anders. Da kann Mathematik keine Fantasie ersetzen.
Was dann die Nachbearbeitung angeht, da setze ich eher auf KI (Rechtschreibung, Grammatik, Wortdoppelungen)
Aber auch als prompt den Text nicht zu verändern.
Ich betreibe dabei aber nicht Copy and Paste.
Ich lasse mir die Antwort vorlesen und wäge ab, ob ich etwas annehme oder nicht.
Meist ändere ich dann nur Kleinigkeiten.
Ich lese hier inzwischen seit über 10 Jahren mit. Mein Eindruck: Früher hatten die Leute Angst, irgendjemand könnte ihren Text stehlen – z. B. Verlage, bei denen sie ihn einreichen. Heute haben die Leute Angst, ihnen könnte jemand vorwerfen, dass er von KI erstellt wäre.
Mag sein. Doch ich habe trotzdem keine Angst davor, das mir jemand (ein Mensch) meine Texte stiehlt und unter seinem Namen veröffentlicht. Es sei denn, KI schlägt zu und verwendet Teile meiner Texte.
Vermutlich typische Floskeln zum Verbinden oder Einleiten von Absätzen? ich denke, dabei geht es aber vor allem um Sachtexte.
„In einer Welt in der…“
„Es ist wichtig zu betonen, dass…“
„Das kann dazu beitragen, dass…“
Wenn ein anderer Autor meine Texte klaut und als seine ausgibt, bekommt er von mir nur Mitleid und Unverständnis: Wer sich freiwillig mit meinem Geschreibsel blamiert, betreibt gewissermaßen schriftstellerischen Rufmord an sich selbst …