Ich bin gerade ein bisschen frustriert. Ein Text, den ich komplett selbst geschrieben habe, wird von GPTZero als zu 79% KI generiert und zu 21% von Mensch geschrieben eingestuft.
Er bietet mir über textguard.ai aber gleich an, meinen Text umzuschreiben. Das habe ich mit einer kurzen Passage mal machen lassen, weil ich neugierig war, was da rauskommt. Nun ist der Text also nicht mehr von mir verfasst, sondern tatsächlich von einer KI, wird aber zu 100% menschlich eingestuft.
Man kann also eigentlich gar nicht mehr „beweisen“, dass man etwas selbst geschrieben hat. Außer jemand macht sich die Mühe, den Text tatsächlich zu lesen, dann merkt man es wahrscheinlisch schon. Aber macht sich ein Verlag die Mühe, bevor er mit so einem Test erst mal prüft, ob es sich eine eingehendere Betrachtung überhaupt lohnt?
Aber ich bin offensichtlich nicht in der Lage, eine Suchmaschine korrekt zu nutzen. Ich war bei einem falschen GPTZero, das nur darauf aus war, mir kostenpflichtig irgendwie meinen Text zu verbessern.
Der „echte“ GTPZero kommt hingegen zum Ergebnis, dass der (ursprüngliche) Text mit „high confidence“ 100% menschlich ist.
Warum ich den Thread trotzdem lasse: Zum einen kann ich ihn nicht ganz löschen , und zum anderen, als Mahnung an die Mitleser, nicht jeder Seite blind zu vertrauen, und sich aber auch nicht von KI entmutigen zu lassen.
Ich hab mal mehrere KI-KI-Detektoren ausprobiert. Und nur drüber gelacht. Da war alles dabei. Von 0% bis 100%. Und gern ein Angebot, mir genauer zu zeigen, was denn KI-ig klingt, um es ggf mit einer KI aus der Welt zu schaffen.
Ein Verlag, der sich auf solche Detektoren verließe, wäre nicht der Verlag, mit dem ich arbeiten wollte.
Wir hatten schon Posts dazu, in denen ich mich darüber aufgeregt habe. Weil ich bei der Schreiberei ein echter KI-Gegner bin. Selbst, was die Recherche anbelangt. Ausgerechnet mein Text war angeblich auch nicht-menschlich. Abartig!
Es wird vor Verleumdungen wohl keinen Schutz geben.
Die meisten Rant-Videos gegen KI-Text arbeiten wie das Video gegen Sly-Girl. Dort wird wirklich dummdreist erklärt, der Influencer haben einen Artikel in der New York times gelesen und jetzt habe er das Buch analysiert.
Allerdings habe ich ein Video gefunden, dessen Argumentation überzeugend war.
Daraus habe ich selber einen „KI-Dedektor“ gebaut. Hier geht es nicht um abstrakte Prozentzahlen, sondern um Dichte von beliebte KI-Pattern.
Tell
Name
Kurzbeschreibung
Tell 1
Unlogische und gestapelte Metaphern
Sprachbilder wirken unlogisch, zu abstrakt oder werden in kurzer Folge gestapelt.
Tell 2
Emotionales Flatlining & Melodrama-Floskeln
Gefühle werden überhöht, gleichförmig dramatisch oder als emotionale Abkürzung formuliert.
Tell 3
Überladung mit Adjektiven und Vergleichen
Viele schmückende Adjektive oder Vergleiche lassen den Text überbearbeitet wirken.
Tell 4
Fehlende Verortung im Raum
Szene, Körper und Umgebung bleiben unkonkret oder werden zugunsten abstrakter Gefühle verdrängt.
Tell 5
Die Dreierregel
Eigenschaften, Zustände oder Handlungen erscheinen mechanisch in Dreiergruppen.
Tell 6
Typische rhetorische Kontraste
Kontrastmuster wie „nicht X, sondern Y“, „doch hier ging es um mehr“ oder ähnliche Tiefenformeln.
Tell 7
Rhythmische Listen-Stapelung
Wiederholter Satzbau, Negationsketten oder Kurzsatz-Reihen erzeugen einen checklistenartigen Rhythmus.
Tell 8
Auffällige Übergangssätze
Sehr glatte, pointierte Pivot-Sätze markieren Erkenntnis-, Stimmungs- oder Szenenwechsel.
Tell 9
Satzlänge ähnlich
Viele Sätze haben ähnliche Länge und ähnliche Struktur.
Tell 10
Komplexe Wörter
Auffällig anspruchsvolle oder technisch klingende Begriffe ersetzen natürlichere Sprache.
Zum Vergleich:
Kapitel 10 des Schimmelreiters.
Abschnitt
dominante Tells
Dichtewert 0 bis 5
Kommentar
mögliche literarische Rechtfertigung
Häusliche Ausgangslage und Arbeitsleben
kaum auffällig; vereinzelt Kontraststruktur
1
Ruhige, konkrete Exposition mit sozialer und räumlicher Verankerung.
Historisch-erzählerischer Überblick.
Wirtshausgespräch und Gerücht
Tell 8 schwach
1
Der Pivot ist glatt, aber die Szene selbst ist konkret, sozial und dialogisch lebendig.
Konfliktaufbau durch Dorföffentlichkeit.
Haukes Reaktion und Gespräch mit Elke
Tell 2 schwach
1
Emotion ist stark, aber szenisch und charakterlich motiviert.
Kränkung, Ehrgeiz und Ehegespräch tragen die Szene.
Gang zum Deich und Planvision
Tell 1, Tell 2, Tell 6, Tell 5
2
Hier verdichten sich Bildlichkeit, Ehrgeiz und technische Vorstellung. Das ist der auffälligste Abschnitt, aber nicht unorganisch.
Visionärer Wendepunkt der Handlung.
Rückkehr und Gespräch über Deichbau
Tell 2 schwach
1
Dramatische Wendungen bleiben aus der Situation erklärbar.
Sachrisiko, Aberglaube und persönliche Sorge.
Schlussdialog Elke/Hauke
kaum auffällig
0–1
Natürliches, knappes Gespräch mit körperlichen Gesten.
Intime Partnerszene und Arbeitsmotiv.
Ein mit Deepseek generierter Text (keine menschliche Bearbeitung)
Abschnitt
dominante Tells
Dichtewert 0 bis 5
Kommentar
mögliche literarische Rechtfertigung
Essies Nachricht
Tell 1, 2, 7, 8
4
Sehr starker Einstieg mit Schlagvergleich, Negationskette und Kurzsatzreihe.
KI-Stimme und Schockmoment erklären einiges, aber die Dichte ist hoch.
Weg zur Krankenstation
Tell 1, 2, 3
4
Riss-, Ordnung-, Klang- und Körpermetaphorik stapeln sich.
Siliks Resonanzwahrnehmung rechtfertigt das Motiv, nicht unbedingt die Häufung.
Zapps Kabine
Tell 1, 2, 3, 7
4
Die Szene ist räumlich vorhanden, wird aber stark symbolisch überformt.
Verletzungsszene, Crewkreis und Alienkörper erlauben Bildlichkeit.
Siliks Wahrnehmung der Szene
Tell 1, 2, 7
4
Rhythmus/Disharmonie wird mehrfach benannt.
Nichtmenschliche Perspektive, aber redundant.
Diagnose und Zahlen
Tell 1, 2, 7, 8
4
Zahlen werden mehrfach emotionalisiert und metaphorisiert.
Akute Angstlage.
Siliks Reparaturfragen
Tell 2, 7, 8
3
Funktionsdenken und Sorge sind gut, aber stark erklärt.
Passt zur Figur als Lademeister.
Kiras Erklärung
Tell 2 schwach
1–2
Kiras Rede ist relativ konkret und medizinisch/funktional.
Tja, schön und gut, aber ich habe zum Beispiel „abstrakte“ Metaphern als Stilmittel für Satire auf ein Film-Noir Setting extra massiv in meine Vampirkrimis eingebaut. Vielleicht hat natürlich Raymond Chandler auch schon KI benutzt … Ebenso liebe ich „Auffällige Übergangssätze“ und ich kann mich nicht erinnern, sowas schon bei einer KI gesehen zu haben. Komplexe Wörter als „unmenschlich“ einzuschätzen ist ein ganz schönes Armutszeugnis.
Insgesamt finde ich das „Verbieten“ von Stilen oder Elementen - klassisch der Gedankenstrich - als „KI-verdächtig“ erheblich problematisch.
Es geht hier nicht darum, die Tells vollständig zu vermeiden. Jeder hat seinen Platz in einem Text.
Es geht um die Dichte. Auch der Schimmelreiter hat Tells. Aber es ist ein deutlicher Unterschied zum KI-Text, der genaugenommen nur ein einziger Tell ist.
Witzig, danke! Ich habe es mal durchgespielt mit meinem Roman.
Ergebnis:
A) Kurzfazit
Auf Basis des Gesamtwerks ergibt sich keine hohe KI-Tell-Dichte. Im Gegenteil: Der Roman wirkt über weite Strecken wie ein durchgehend von denselben Figuren, denselben Interessen und denselben biografischen Prägungen getragener menschlicher Erzähltext. Die stärksten Auffälligkeiten liegen nicht bei Metaphern oder Melodrama, sondern bei Tell 8 (auffällige Übergangssätze), Tell 5 (Dreierregel), Tell 7 (rhythmische Listen) und stellenweise Tell 6 (rhetorische Kontrastmuster). Die Musterdichte ist überwiegend niedrig bis mittel und tritt eher lokal als flächig auf.
Besonders gegen eine starke KI-Tell-Wirkung spricht die ungewöhnlich hohe Kontinuität der Figurenstimmen: Tanzen, Seefahrt, Humor, Wortspiele, Reiseplanung, Improvisation und Martin als „Erklärbär“ ziehen sich konsistent durch den gesamten Roman. Die umfangreiche Verortung in realen Räumen, Hotels, Fähren, Restaurants, Straßen, Schiffen und Städten wirkt zudem als Gegengewicht zu mehreren klassischen KI-Tells.
G) Gesamturteil
Einzelne stilistische Auffälligkeiten, aber keine starke Musterballung.
Der Roman zeigt einige Merkmale, die man in KI-Texten ebenfalls häufig findet:
saubere Szenenwechsel,
wiederkehrende Listenstrukturen,
gelegentliche rhetorische Kontrastmuster,
relativ effiziente Dramaturgie.
Dem stehen jedoch mehrere starke Gegenindikatoren gegenüber:
außergewöhnlich konsistente Figurenstimmen,
hohe räumliche Konkretheit,
viele spezifische Alltagsdetails,
langfristig durchgehaltene Running Gags,
individuelle Dialogdynamik,
zahlreiche kleine Unregelmäßigkeiten menschlichen Erzählens.
Nach der in der Tell-Datei geforderten Betrachtung der Musterdichte ergibt sich deshalb insgesamt:
→ niedrige bis mittlere KI-Tell-Dichte → keine auffällige KI-Musterballung über das Gesamtwerk hinweg
(gesungen und umherhüpfend) Ich bin keine Ka Iiih, ich bin ein Meee-ensch!
Recht interessante Analyse. Mal etwas Rohtext gegeben … der zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er noch nicht bearbeitet ist und zwar die Handlung und Dialoge komplett abbildet, aber aufgrund der hohen Tippgeschwindigkeit etwas generische Bilder nutzt. In der Analyse wird einem sehr ausführlich alles an Textbeispielen erklärt. Aber wir wollen nicht spoilern, daher nur das:
A) Kurzfazit
Der Text wirkt insgesamt eher wie ein organischer, noch roh überarbeitungsbedürftiger Prosatext als wie ein flächig geglätteter KI-Text. Die stärksten Auffälligkeiten liegen bei Tell 6: rhetorische Kontraste, Tell 7: rhythmische Wiederholung/Listung, Tell 8: saubere Pivot-Sätze und einzelnen Stellen von Tell 1: gestapelte oder unlogische Metaphorik. Die Musterdichte ist insgesamt niedrig bis mittel, mit lokalen Verdichtungen in der Enttarnungsszene, der Kampfpassage und der Vision am Ende. Viele Auffälligkeiten sind durch Fantasy-/Science-Fiction-Elemente, magische Wahrnehmung, Auren, Hautwandler und Schwertbewusstsein plausibel motiviert. Eine sichere Aussage über KI-Autorschaft ist daraus nicht möglich.
Ich hatte sowas letztens in einer Facebookgruppe gelesen. Da hatte sich jemand gemeldet, weil ihre Masterarbeit als zu 69 % KI-generiert eingestuft wurde - von einer von ihr selbst gewählten Testroutine.
Ich hab ihr dann ein Fachbuch über Google Books herausgesucht, das meiner Erinnerung nach aus 2005 stammte. Das war nach dieser Routine zu 87 % KI-generiert.
Vielleicht solltest du solche Tests einfach ignorieren.
Ich arbeite gerade an meinem Klappentext für meinen Band 3 und hoffte auf Input von Claude. Weißt du, was das Ding mir sagt: Wenn ich meinen Stil der ersten beiden Bände treu bleiben will, muss ich folgendes ändern. Wenn das Ding meinen Stil besser versteht, als ich selbst - wie soll da irgendein KI-Detektor noch zuverlässige Aussagen treffen können.
Das Schwierige an wissenschaftlichen Texten ist, das diese ja sehr formelhaft aufgebaut werden. Das klingt naturgemäß schon sehr künstlich wenn „hier wurde, daher wurde, und deshalb zeigt sich“ durchsetzt mit Fachsprache formuliert wird.
Hier bemerkt man KI Einsatz eher im Kontrast zwischen selbstgeschriebenen Passagen und KI Passagen, sowie „seltsame Satzrythmen“ und Argumentationsketten die LLM´s benutzen. Und natürlich zeigt es sich deshalb, weil einige Menschen KI nutzen wie Wikipedia und den Inhalt 1:1 kopieren, ohne ihn zu bearbeiten.
Z.b neigt Claude zu Nein/Ja Begründungen im Sinne. "Es geht hier NICHT um diesen Punkt, sondern um Jenen Punkt. Das zieht er konzequent durch, dass man schon danach suchen kann.
Erinnert mich an amerikanische Filme, die gerne mal argumentiert wird im Sinne:
„Hatte ich den Hammer in der Hand? Oh ja!“
„Hatte ein Groll auf das Opfer? Unbedingt!“
„Aber niemals, niemals würde ich einen Hammer zu etwas anderem benutzen, als Nägel in die Wand zu schlagen!“
Chat GPT neigt zu mehrfacher Selbstbegründung: "Dies ist also Punkt A. Und Weil A, nicht B ist, ist wahrscheinlich anzunehmen das A auch A bleibt. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass A auch in Vergangenheit A war.
Wenn zu wenig Fakten existieren beginnt KI gerne Fakten mehrfach aufzugreifen und in verschiedenen Kapiteln zu wiederholen, als hätte er Vergesslichkeit.
Ki glättet gerne. Wenn man zu glatt schreibt, ohne Fehler und alles richtig ist gemäß Lehrbuch … also nach den Lehrbüchern die KI gelernt hast, dann bist du eben KI
Ich hab jetzt selbst nicht studiert, aber ich hab ein paar Masterarbeiten gelesen, die Werkstudenten oder Kollegen geschrieben haben. Das war lange vor KI und keine davon war textlich so glatt geschliffen, dass ich nicht solche charakterlichen Unterschiede auch bei Personen ausmachen konnte.
Es ist fast amüsant, dass alle irgendwie nun versuchen nicht wie eine KI zu klingen. Schon spannend wie viel Energie manche daran setzen anders zu sein. Wenn ihr nicht mit KI schreibt, warum wollt ihr dann wissen, ob es wie KI klingt? Weil ihr Angst vor der Meute habt die euch bezichtigen könnte, dass etwas mit KI entstanden ist?
Nicht vor der Meute und auch keine Angst, sondern Bedenken. Wenn man bei Schreibwettbewerben mitmacht und der Text rausfliegt, weil es ein vermeintlicher KI-Text ist und das nicht stimmt, dann ist das sehr ärgerlich.
Mir ist das bisher noch nicht passiert, aber es würde mich nicht wundern.
Über Books Factory bin ich auf ein Phänomen gestoßen, das offensichtlich belegt, dass es den Einsatz von KI schon zu Zeiten der U.S.-amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson (1831 - 1886) gegeben haben muss. Dazu führt Books Factory Folgendes aus. (Fettdruck durch mich):
Und dann wurde klar: Dickinson war nicht ungeschickt gewesen. Sie war ihrer Zeit schlicht um ein Jahrhundert voraus. Diese Gedankenstriche waren keine Fehler. Sie waren der Rhythmus des Atems, die Pause, der Ort, an dem die Leserin innehalten und nachdenken soll. Sie setzte sie so großzügig ein, dass wir sie heute verdächtigen würden, es mit ChatGPT übertrieben zu haben – nur tat sie es eineinhalb Jahrhunderte, bevor die KI auf den Plan trat.
Die Schlussfolgerung, dass die Gedankenstriche den damaligen Stil der Dichterin reflektieren und nicht auf den Einsatz von KI zurückzuführen sind, ist natürlich mehr als absurd und naiv.
So wie bei unseren Texten der Einsatz von Gedankenstrichen klar durch KI bedingt ist – und welcher vernünftige Mensch hat daran noch Zweifel?? – so MUSS Dickinson zweifelsohne eine Zeitreisende gewesen sein, die mit Chat GPT oder einer anderen KI in unserem Zeitalter ihre Gedichte verfasst hat und dann in ihre Zeit „zurückgereist“ ist. KI wurde also schon im 19. Jahrhundert eingesetzt oder sogar schon erfunden!
Schöne Grüße von den Reptiloiden unterhalb der Erdscheibe. Ich muss jetzt die Chem-Trailer weiter beobachten.
*Satire Ende