Gendern, um jeden Preis

Ich sehe die künftigen Gespräche in Verlagen bereits vor mir:
„Ihr Manuskript ist der Hammer! Brillant! Das würden wir unglaublich gern veröffentlichen, aber einige grundlegende Überarbeitungen sind noch notwendig.“
„Natürlich, ich werde mich gern mit dem Lektor zusammensetzen, um …“
„Nein! Ehe der Lektor sich überhaupt mit Ihrem Text befasst, brauchen Sie noch zwei weitere weibliche Hauptfiguren, um die vorgeschrieben Quote zu erfüllen.“
„Das wusste ich nicht.“
„Sehen Sie! Aber das bekommen Sie schon hin.“
„Eigentlich hatte ich den Plot so durchstrukturiert und gestrafft, dass jede Figur, die nicht unbedingt zur Handlung beiträgt …“
„Sie stellen Ihren Plot über die Grundrechte von Frauen? Muss ich das als misogyne Grundhaltung verstehen?“
„Nein, nein! Ich … ich werde einen weiteren Erzählstrang einflechten.“
„Na also, warum nicht gleich? In den können Sie auch das gleichgeschlechtliche Ehepaar mit einbauen.“
„Äh …?“
„Tut uns leid, neue Vorschrift. Und Ihnen fehlen noch drei Personen mit Migrationshintergrund.“
„Ich habe doch schon …“
„Nein, die Hamburgerin, die seit zwei Jahren in München lebt, zählt nicht!“
„Wo soll ich denn all diese Figuren unterbringen?“
„Streichen Sie ihren Helden! Er trägt ohnehin Züge, die an archaisch-männliche Rollenbilder erinnern. Das ist überholt!“
„Aber ich habe doch die gesamte Geschichte um diesen Protagonisten herum aufgebaut!“
„Vielleicht liegt genau dort Ihr Fehler! Schmeißen Sie den Kerl aus Ihrem Buch und bauen Sie die anderen Figuren ein!“
„Was bleibt denn dann noch von meinem Roman? Warten Sie, wenn ich alle männlichen Figuren durch weibliche ersetze …“
„Endlich begreifen Sie! Machen Sie das, und es wird eine hervorragende Geschichte. Moment: Den Täter und die Leiche natürlich nicht - die bleiben schön männlich!“

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so, und jetzt schließen wir den Kreis und legen das Ganze in die fachkundigen Hände einer KI. Die umgeht diese ganzen Stolperfallen ganz automatisch und spuckt jedes Mal zuverlässig politisch und gendergemäß völlig korrekte Texte aus.

Oh Mann!
So langsam könnte man Huxleys ‚Brave new World‘ neu herausbringen, brauchte nur ein paar kleine Anpassungen.

Grade entdeckt, ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer am Horizont: Erstaunliche Umfrage zum Gendern – WDR reagiert

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Leider stimmen die Worte des WDR nicht. Es ist leeres Gelaber. Ich höre jeden Morgen die Nachrichten im WDR. Grauenvoll.

Das ist leider nur bedingt ein erfundener Dialog von dir. Inspektor Barnaby hat man genau nach deinem Muster geändert. Die Folgen, die sich an den Romanen von Carolin Graham orientieren, seien nicht mehr zeitgemäß, sodass in den spießigen englischen Dörfern nun total unglaubwürdige Figuren zur Quotenerfüllung herumirren.

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Es geht in die nächste Runde → „Indoktrination unserer Kinder“: Berliner Vater klagt gegen Gendern an Schulen

Bei uns kam in der Lehrerkonferenz vor Kurzem tatsächlich der Vorschlag, man könne ja Partizipien verwenden, also statt „Schülerinnen und Schüler“ oder „Schüler*/:Innen“ auch „Lernende“ schreiben.
Da würde ich aber gern noch differenzieren, denn ich habe im Unterricht neben den „lernenden Lernenden“ auch zahlreiche „gelegentlich oder selten lernende Lernende“ sowie „nichtlernende Lernende“ … :grin:

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Kurzversion: Fleißige und Faule

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Müsste das nicht nach dem Muster von „Lernende“ entsprechend „Fleißigende und Faulende“ geschrieben werden? Ach, diese neuen Regeln! So verwirrend(e) …

Gruß,
misc

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Wenn wir so weiter machen, werden unsere Namen bald so lang wie die der Ents sein. Dementsprechend dauert die Begrüßungszeremonie dann länger als so manches Meeting :stuck_out_tongue:

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Das wäre zwar gendergerecht - aber bestimmt fühlt sich mindestens die eine Hälfte massiv diskriminiert! :laughing:

Ja, die Zauberer!

Die letzte Gruppe passt in meine Verwesungsgeschichte.

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Bei merkur.de gefunden:

Textsicheren Zuschauern dürfte dabei allerdings aufgefallen sein, dass Jürgens‘ bekanntes Stück „Aber bitte mit Sahne“ in leicht abgeänderter Form dargeboten wurde: **„Sie pusten und prusten, fast geht nichts mehr rein. Nur ein Mohrenkopf höchstens, denn Ordnung muss sein“, lauten die Originaltextzeilen, doch Giovanni Zarrella ersetzte das hochumstrittene, als diskriminierend empfundene Wort „Mohrenkopf“ mit dem inzwischen gebräuchlicheren Synonym „Schokokuss"

Lächerlich. Wir werden durch und durch bereinigt, was mir zunehmend Sorgen bereitet. Udo Jürgens hat sich über die fetten Damen aufgeregt, nicht über eine originär außereuropäische Gruppe von Menschen (ich hoffe, das ist richtig formuliert). Oh! Sorry. Fette Damen geht ja auch nicht.

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Mit Schokolade überzogene Zuckermasse mit Migrationshintergrund…
Auch nicht schlecht: Schnitzel nach Art eines Osteuropäers mit lockerem Verhältnis zu fremdem Eigentum

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Gendern - und alles andere auch - lebt vom mitmachen…

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Manchmal denke ich, dass wir so krampfhaft versuchen stereotype Muster abzuschaffen, um eigentlich ständig neue zu erschaffen .
Das zeigt aber auch, wie sehr die Kunst und die Sprache der Zeit und ihrem Geist folgen „müssen“.
Womöglich werden unsere Diskussionen über Gender-Sternchen und „Quoten-Anpassung“ in der Zukunft von nächsten Generationen eher belächelt. Irgendwie tröstet mich dieser Gedanke - damit ich beim Schreiben nicht total am Rad drehe um allem gerecht zu werden.

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Das versuche ich erst gar nicht. Wozu? Ich bin ein Individuum.

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Allem gerecht werden? Grundgütiger …

Schon alleine, dass das gar nicht möglich ist und Versuche in diese Richtung (hier die Genderei) von haarsträubend über lächerlich bis komplett bekloppt erscheinen, ich will gar nich allem gerecht werden!
Genausowenig erwarte ich, dass alles mit meinem Geschmack und meinen Bedürfnissen kompatibel sein muss.
Wir sind alles Individuen, zum Glück. Und genau das verlangt eine möglichst große und reichhaltige Auswahl, damit für jeden etwas dabei ist. Normalerweise ist das auch kein Problem, die Schwierigkeiten gehen erst dann los, wenn man krampfhaft versucht, alles auf Biegen und Brechen in ein und denselben Eimer zu quetschen.

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Möglicherweise, weil die Zukunft das bis zum Exzess weiter geführt hat und es bis zu einer komplett regulierten Gesellschaft „geschafft“ hat. Dann lachen sie über unsere halbherzigen Versuche.

Schau mal ins #Neutralistenfundament von @Suse, dann lachst du auch über die aktuellen Versuche :wink:

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