Geeignete Fonts für Thriller

Liebe alle,

ich befinde mich auf den letzten Metern für mein nächste Werk und benötige für den Buchsatz, der an die Druckerei gehen soll, noch einige Informationen. Es wäre toll, wenn ihr mir dabei helfen könntet. Folgende Fragen habe ich noch:

  • Welche Schrifttypen & Größe empfehlt ihr für einen Thriller sowohl für die Printversion als auch für ein E-Book? (Ich habe zuletzt Garamond verwendet.)
  • Welche der empfohlenen Schrifttypen sind lizenzfrei?
  • Gibt es fertige Formatvorlagen in Word, die man nutzen kann? (Das Buch soll das Format125x 190 mm haben.)

Da ich nicht mehr bei BoD drucken lassen möchte, habe ich mir Angebote von anderen Druckereien eingeholt. Die Auslieferung und Bereitstellung für den Großhandel erfolgt dann über Autaria, einem relativ neuen Anbieter, der genauso wie epubli zur Holtzbrinck-Gruppe gehört. Hier sind die Margen deutlich höher als bei BoD.

Was die Druckereien anbetrifft, so habe ich zahlreiche Angebote aus Polen, Tschechien und Litauen erhalten. Prompte Antworten, Bereitstellung von Musterbüchern, gute Beratung und vor allem attraktive Kostenangebote. Ich werde nach erfolgter Auswahl über meine Erfahrung berichten.

Herzlichen Dank im Voraus für eure Unterstützung!

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Soweit mir bekannt, ist von der Garamond nur die EB Garamond lizenzfrei.

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Das habe ich auch irgendwo so gelesen! Besten Dank für die Bestätigung!
Welchen Schriftyp und -größe benutzt du?

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Ich verwendete diese Typo zuletzt in 11.5 pt (Buchformat 120x190mm) und finde die Größe angenehm.

Edit: Mit einem Zeilenabstand von 1.35.

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Schau dir die Lizenztexte an, die bei den Fonts dabei sind. Sein sollten. Entweder im Papyrusverzeichnis, bei der 12er Version, oder im Verzeichnis deines Betriebssystemes.

Findest du keine solche Datei, dann nutze den Font nicht. Sicher ist sicher.

Ich nutze seit langen Vollkorn, in der Version vom Erstellter direkt von der Webseite geladen und Linux Biolinum. Für ein paar Sonderlocken im Text habe ich zwei weitere Fonts gekauft: KG Payphone und KG Midnight Memories.

grafik

Die Nutzungsbedigungen sind, wenn es nicht die Standardformulierungen sind, zum Teil sehr merkwürdig. Am Rande: Auf Applegeräten darfst du keine Atomwaffen entwickeln, lt. Lizenz.

Am eBook gebe ich keinen Font vor, der Nutzer kann das eh ändern. Ich sage nur, an welchen Stellen ich einen Serifenfont und wo einen ohne Serifen will. Selbst das überschrieben manche Reader, also mach dir da keinen Kopf.

Du willst nicht mit BoD, ok, aber die haben brauchbare Wordvorlagen. Downloadbar für jeden, musst also nicht dort registriert sein. Zwar in deren Formaten, aber 12x19cm kannst du mit wenigen Klicks in 12,5x19cm umwandeln.

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Aktuell verwende ich
Crimson Pro in 11,7 für den Absatztext, 1942 Report für die Titel und Izayoi Monospaced für meine Ortsbestimmungen.
Crimson Pro ist ein google Font und frei unter der SIL Open Font License (OFL).
Izayoi Monospaced von Heaven Castro wird als „100% kostenlos für kommerzielle Zwecke“ angeboten.
1942 Report von Johan Holmdahl ist „Free for personal and commercial projects“

Satz und Export in die Zielformate mache ich allerdings mittlerweile mit Adobe InDesign
Beispiel:
fonts

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Besten Dank für die Info!
„Vollkorn“ habe ich mir angesehen, überzeugt mich aber nicht so sehr. Im engeren Blick habe ich EB Garamond , Palatino Linotype, Alegreya und ggf. Georgia, jeweils 12 Pkt. Der Vorschlag von @Heather mit 11,5 Pkt. klingt auch gut.
Die BoD Vorlagen habe ich mir bereits heruntergeladen.

Der Hinweis, dass man mit Apple-Geräten keine Atomwaffen entwickeln darf, beunruhigt mich ein wenig. Was mache ich jetzt mit dem U 235 in meinem Keller? In Everestium 126 umwandeln? Von dem Zeugs habe ich schon so viel. :wink:

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Ich glaube, der Streit über die richtige Schriftart ist älter als der Buchdruck. :slight_smile:

Isabella hat mir gerade erzählt, dass in jeder Hieroglyphen-Schreibschule ein etwas anderer Schreibstil schon vor 4700 Jahren gelehrt wurde.

Garamond, schon wegen des Namens, ich mag Géramont, war in der engeren Auswahl, damals™.

Ich habe einen Absatz von Isabella genommen, Vollkorn und Garamond gegenübergestellt und ich bin mir schon wieder nicht sicher.

Seufz.

Schriften.pdf (52,5 KB)

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Palatino und Georgia wurden mir vor einiger Zeit wegen der guten Lesbarkeit für mein Ki-Ju-Buch empfohlen und für die Neuauflage wählte ich die Georgia in 12 pt (Zeilenabstand 1.5 – größerer Durchschuss = bessere Lesbarkeit für junge Leser). Die Georgia würde ich für eine ältere Zielgruppe eine Idee kleiner und mit einem etwas geringeren Abstand der Zeilen wählen. (Die Palatino ist eine gerne verwendete Typo für Kinder- und Jugendliteratur, da allerdings sogar in 14 pt.)

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Die beiden sind ein guter Hinweis. Wenn man sie ausprobiert, merkt man, dass Palatino vergleichsweise viel Platz frisst und so das Dokument schnell mal um zehn Prozent aufbläht. Merkt man an den Druckkosten sofort.
Ich benutze Adobe Garamond für eine Serie. Dann nutze ich Arno Pro für eine andere. Aktuell bin ich bei Alegreya für eine dritte Serie und die ist bisher die platzsparendste. Ich habe noch Einzelbände, da habe ich Adobe Jensen benutzt, die ist ziemlich fancy. Lese ich sehr gerne. Gerne mal die Schrift mit 2000 % ansehen, dass man die Feinheiten erkennt.

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Besten Dank für die Informationen!
Ich habe das Manuskript bisher mit Palatino geschrieben und habe mich daran gewöhnt. Ich schwanke im Augenblick zwischen Garamond und eben Palatino. Letzteres bläht tatsächlich den Umfang auf, aber suggeriert dem Leser mehr Inhalt, da mehr Seiten produziert werden. Ist soo schlecht auch nicht … (abgesehen von Druckkosten und Papierverbrauch)
Ist so ein bisschen wie die Mogelpackungen im Supermarkt: wir füllen die Verpackung mit weniger Inhalt, aber dafür mit mehr Luft.

Welche Schriftgröße verwendest du im Text?
Welche Schrifttype und - größe für die Kapitel? Den gleichen Font wie für den Text?

Alle (!) in Papyrus 12 mitgelieferten Schriften sind absolut lizenzfrei, darauf wurde penibel geachtet.

Man kann alle in Papyrus 12 direkt eingebundenen Schriften also für alle, wirklich alle Zwecke frei benutzen.

Erkennbar sind diese daran, dass sie in der Zeichensatzauswahl zuerst gelistet sind, undzwar unter den zum Einsatzzweck passenden Rubriken.

Für den Fließtext sind das alle unter „Serif für Buchdruck“, für Überschriften kann man ebenfalls Serif nehmen, „klassischer“ wäre allerdings ein Sans Font.

U.a. schöne Kombos sind EB Garamond (Serif) mit Lato (Sans), Lora als Serif finde ich auch sehr ansprechend, gepaart mit Open Sans oder Alegreya für Überschriften.

Mit solchen „Klassikern“ ist man auf der sicheren Seite - gute Lesbarkeit, „typischer“ Buch-Look.

(Zu viel) Experimentieren führt vielleicht auf den ersten Blick zu einem „Aha …?“

Aber die Klassiker sind selbiges nicht ohne Grund, denn der Leser ist ein Gewohnheitstier.
Oder eher das Auge, das eben eine bestimmte Art von Zeichensätzen „kennt“ oder daher am einfachsten darüber hinweg gleitet und den Text aufnimmt.

Bei der Größenaufteilung Überschrift ↔ Fließtext kann man sich ruhig auf den Buchdesigner von Papyrus 12 verlassen.
Vor allem ist man dann auch mit der Registerhaltigkeit (fluchtende Zeilen links ↔ rechts und Vorder- und Rückseite) auf der sicheren Seite.
Auch passt dann der optische Durchschuss gut: Grauschwarz-Wert der Zeilen und Weißwert dazwischen sind im guten Verhältnis zwischen 1.3x und 1.4x Zeilenhöhe.

Schriftgröße keinesfalls <10 pt, eher 11 pt, vor allem, wenn die Leserschaft vielleicht etwas älter ist.

Eigentlich sind alle Papyrus Vorlagen genau auf solche Parameter abgestimmt - damit und dem Buchdesigner kann man eigentlich nicht viel falsch machen, ohne selbst tief in die Typografie eintauchen zu müssen.

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Ich verwende für den Text EB Garamond in Größe 11, Zeilenhöhe 1,4. Für die Kapitelüberschriften nehme ich Arial 11 Fett.

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Ich nutze Crimson. Ob man damit Atomwaffen bauen darf, weiß ich nicht.

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Besten Dank für Deine Hinweise!
Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, was mit „Alle (!) in Papyrus 12 mitgelieferten Schriften sind absolut lizenzfrei“ gemeint ist, da anschließend die Einschränkung gemacht wird, dass die lizenfreien Schriften „in der Zeichensatzauswahl zuerst gelistet sind, und zwar unter den zum Einsatzzweck passenden Rubriken.

Meine konkrete Fragen sind:
Sind auch Palatino Linotype und EB Garamond (für Text)
und Open Sans Semi Bold (für Kapitelüberschriften) lizenfrei?
In Papyrus 12 kann ich die ja auswählen, befinden sich aber nicht unter den entsprechenden Rubriken.
Welche Größe würdest du fürPalatino (Text) und Open Sans Semi Bold (Kapitelüberschrift) empfehlen?

Besten Dank!

Na, ist doch ganz einfach (eigentlich :wink: )

Papyrus 12 liefert einen großen, umfassenden Satz an Schriften mit - div. für Fließtext (meist Serif), für klare Überschriften („schöne“ Sans), für verspieltere Überschriften, …
Die sind unter den Rubriken gelistet. Und alle definitiv für alle Einsatzzwecke nutzbar (sogar, um Suses Atomraketen damit zu beschriften :smiling_imp: ).

Dazu bietet Dir Papyrus alle Schriften an, die Du Dir in Deinem Betriebssystem installiert hast.
Da Papyrus aber darüber keine Kontrolle hat, was Du Dir sonst so installierst, vor allem auch nicht über die Lizenzen von all dem, was Du Dir da gekauft oder an FreeFonts besorgt hast, gilt die Kiste „Du darfst alle Fonts für alles benutzen“ nur für die Fonts, die Papyrus mitliefert und in den Rubriken listet (u.a. auch deshalb, wie auch für die Übersicht).

Was dann darunter alles gelistet ist, da musst Du dann auf die Nutzungsrechte selbst aufpassen.

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Nein! Linotype sind kommerziell (und teuer) und kommen mit genau zu beachtenden Nutzungsrechten.
Ist entsprechend auch nicht in den Rubriken aufgeführt, da nicht mit Papyrus 12 mitgeliefert.

Und ja:

EB Garamond wiederum ist unter „Serif für Buchdruck“ gelistet, kommt von Papyrus 12 und ist völlig frei nutzbar.

Open Sans ist, soweit ich weiß, auch in nicht mit Papyrus mitgelieferten Schriftschnitten frei, aber letztlich dennoch in Deiner Verantwortung. Wenn Du Dir die aus den Google Fonts besorgt hast, bist Du so ziemlich auf der sicheren Seite.
Papyrus 12 liefert erst einmal „nur“ die Standard-Schnitte normal, fett, kursiv und fett kursiv mit.

Für die Schriftgröße kommt es stark auf Deinen Wunsch nach dem Layout an, was wiederum vom Buchtyp und Deiner Leserschaft abhängt.
20 - 40-Jährige kommen auch mit 10 Punkt klar, für Jüngere und Ältere sollte es 11 - 12 Punkt sein.

Willst Du für einen Krimi einen schönen, zentrierten, abgesetzten Überschriften-Block, dann nimm das, was der Papyrus Buchdesigner Dir vorschlägt - ich denke, 16 - 20 Punkt wäre da gut.
Die Verhältnisse, die der Papyrus Buchdesigner „einfach so, fire and forget“ anbietet, empfinde ich als gut abgeschmeckt mit genau der richtigen Dosis Pfeffer und Salz. :wink:

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Im aktuellen verwende ich Alegreya mit 10.1 Pt bei einem Zeilenabstand von 13 Pt. Das ist wenig, ich weiß, aber ich schreibe Krimis und will sie nicht zu dick scheinen lassen.

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Vielen Dank für die detaillierten Ausführungen! :+1:
Wenn ich dann noch einmal mit Maggi nachwürzen muss, melde ich mich ggf. wieder. :wink:

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Dass bspw. die Palatino Linotype seit Jahren Bestandteil der verschiedensten Windows-Systeme und Office-Pakete ist, bedeutet nicht, dass die Schriften frei verfügbar sind. Da kann man sich ganz schnell aufs lizenzrechtliche Glatteies begeben. Die entsprechende Seite bei Microsoft zu Palatino Linotype hat nicht ohne Grund den Verweis „License Microsoft fonts for enterprises, web developers, for hardware & software redistribution or server installations“.

Wer ohne diesen „Microsoft-Zwischenschritt“ die Lizenz bspw. direkt bei MyFonts erwerben will, wird sich dort (je nach Verwendungszweck) mit vielen Lizenzmodellen und auch mit „interessanten“ Preisen konfrontiert sehen.

Das einmal gelesen zu haben hilft umso mehr, die Arbeit einzuordnen und wertzuschätzen, die hinter der Auswahl und Bereitstellung der mit Papyrus gelieferten Fonts steckt.

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