Ich hätte mal eine Frage an euch.
Was haltet ihr davon, wenn man Gedichte als Zwischenszenen hinzufügt?
Szenen, die man nicht ausschreiben möchte, weil sie den Fokus weglenken (z.b. vom Genre) oder Szenen, wo es besser wäre sie kurz und knapp zu halten.
In beiden Fällen würden sie Informationen weitergeben. Sie wären also nicht unnötig, sodass man sie auch gleich weglassen könnte.
Zwei Beispiele:
- Nach einer gewissen Szene, würde eine intime Szene kommen. Die möchte ich aber nicht ausschreiben, da sie sonst den Fokus der Story weglenken würde. In dieser intimen Szene soll etwas wichtiges über eine Figur erzählt werden.
Also dachte ich an ein Gedicht, was genügend Interpretationsspielraum gibt, ohne es ausführlich ausschreiben zu müssen (seit bitte Nachsichtig, das ist mein erstes Gedicht
) :
Die Wärme auf der Haut.
Das Umschlingen und Vibrieren auf dem Brustkorb.
Als würde man fallen und gleichzeitig gehalten werden.
Der Schmerz,
der nicht brannte, sondern süchtig machte.
Das Erfüllen,
was etwas in mir auflodern ließ,
mich beinahe in Raserei versetzte.
Statt Angst reagierte man mit Freude und Gier,
als würde man mehr sehen wollen,
mehr spüren,
mehr hören,
mehr schmecken …
Rot floss es über die Haut,
über meine und seine.
Im Mund zergehend und kraftspendend,
wiederholend und wiederholend,
setzte es aus,
das Herz,
für wenige Sekunden,
dann schlug es wieder,
langsam,
mit langen Pausen dazwischen.
Hitze stieß empor,
ein Prickeln durchfuhr meinen Körper,
ebenso ein Zucken.
- Das hier wäre eine Hybridlösung, lyrische Kurzzeilen und volle Prosasätze im Wechsel.
Die Szene wäre eine Traumszene der Figur:
Ich fiel,
immer tiefer in die Schwärze.
Kein Gefühl und kein Klang.
Nur Druck.
Dann Rauch,
weich, aber kalt.
Er hob mich nicht,
er hielt mich fest.
Alles um mich herum war pechschwarz,
bis auf den weißen Fleck weit über mir,
aber es war nicht der Mond.
Es war kalt und ohrenbetäubend still.
Selbst als ich mich aufrichtete, war nichts zu sehen. Ich spürte nur, wie sich etwas näherte. Es kroch über meine Beine und fühlte sich nicht fest an.
Als hätte es keinen eigenen Körper,
und doch spürte ich Hände, die sich sachte an mir hochzogen.
Wie die Schattengestalt sich über mich stemmte,
hörte ich die Worte: „Wir sind jetzt ein Wir.“
Wie ein kalter Atem kam es mir näher und es verschwand,
in mir.
Panisch tastete ich meinen Brustkorb ab. Doch ich spürte nichts.
Zumindest für einige Sekunden.
Dann vibrieren,
wie ein stiller Bass.
Ich bekam immer weniger Luft, bis sie mir komplett genommen wurde. Verzweifelt fasste ich mir an den Hals.
Da war keine Schnur oder gar Hände, die mich erwürgten. Meine Muskeln verkrampften und ich konnte mich nicht mehr halten.
Ich fiel erneut,
diesmal schneller.
Und das Licht entfernte sich immer mehr,
bis es kaum sichtbar war.
Was haltet ihr davon?
Ist das eine interessante Lösung oder völliger Blödsinn?
Ich experimentiere gerne rum und teste, was geht und was nicht.