Ich habe mir deine Passage angesehen und finde die Szene grundsätzlich sehr stark. Man spürt sofort, dass die Situation echt ist und nicht einfach erfunden. Diese Spannung zwischen euch und den Burschen kommt gut rüber.
Die englischen Dialoge kann ich auch nachvollziehen. Wenn man unterwegs ist und sich hauptsächlich auf Englisch verständigt, passiert das ganz automatisch. Das wirkt authentisch.
Im Buch gibt es dabei nur eine kleine Sache, über die man nachdenken kann, nämlich den Lesefluss. Wenn längere Dialoge komplett auf Englisch stehen, kann das manche Leser kurz aus der Szene holen. Nicht dramatisch, aber es gibt ein paar einfache Lösungen, die viele Autoren verwenden.
1. Englisch im Original lassen, aber sparsam
Kurze Sätze können ruhig auf Englisch bleiben. Das erhält die Atmosphäre. Längere Passagen kann man dann im Text zusammenfassen oder auf Deutsch wiedergeben.
2. Dialog auf Deutsch schreiben und einmal erwähnen, dass Englisch gesprochen wird
Das ist für viele Leser am angenehmsten. Man schreibt den Dialog auf Deutsch und sagt einmal dazu, dass er auf Englisch gesprochen wurde.
Zum Beispiel:
„Das hier ist nicht euer verdammtes Deutschland“, beschimpfte er uns auf Englisch.
3. Eine Mischung aus beidem
Das sieht man auch oft in Büchern. Ein paar markante Sätze bleiben auf Englisch, der Rest wird auf Deutsch erzählt. So bleibt die Stimmung erhalten, ohne dass der Text ständig zwischen zwei Sprachen springt.
Am Ende sind alle drei Varianten völlig legitim. Es ist eher eine Stilfrage und hängt davon ab, was für deine Szene am besten funktioniert.
Inhaltlich funktioniert die Passage auf jeden Fall. Sie hat Spannung, Konflikt und eine klare Situation. Es geht hier also weniger darum, ob es kompliziert ist, sondern nur um eine kleine Entscheidung für den Lesefluss.
PS: Es gibt übrigens noch eine vierte Variante, die viele Autoren verwenden. Man beschreibt die Szene auf Deutsch und lässt nur einzelne markante Sätze im Original stehen. Zum Beispiel:
Die Burschen quatschten uns weiterhin den Kopf voll. Als sie merkten, dass wir nicht reagierten, wurden sie aggressiver. Einer von ihnen stellte sich vor uns hin und begann auf Englisch zu schimpfen.
Das hier sei nicht unser Deutschland, brüllte er. Das hier sei Afrika. Ihr Kontinent. Wir sollten verschwinden.
Als sie dann auch noch an unserer Kleidung zu zupfen begannen, riss mir endgültig der Geduldsfaden.
„Fuck off!“, fuhr ich ihn an. „Leave us alone.“