ich habe vor ein paar Tagen mein erstes Buch über ePubli veröffentlicht. Nach anfänglicher Freude kam jetzt der erste Dämpfer. Leider gibt es bei den Taschenbüchern, die über Amazon gekauft wurden, einen Beschnittfehler im Cover. Da mein Cover eine Rahmung hat, ist das doppelt ärgerlich, da es dadurch nicht mehr symmetrisch aussieht. Da meine Probedrucke und Autorenexemplare alle fehlerfrei waren, habe ich den Support kontaktiert und eine ernüchternde Antwort erhalten: Amazon druckt die Bücker im Voraus in einer Druckerei in Polen, um diese dann über Prime verschicken zu können. Diese Drucke unterscheiden sich dann stark in der Qualität - obwohl es im Verkaufspreis keinen Unterschied macht.
Das finde ich wirklich übel. Habt ihr da ähnliche Erfahrungen gemacht? Wird das künftig bei allen Amazon-Drucken so sein, oder kann das eine fehlerhafte Druckreihe gewesen sein?
Ich finde das den Käufern gegenüber schlimm, da ich denen ja ein professionelles Produkt anbieten möchte und auch alles dafür getan habe.
Das ist natürlich sehr ärgerlich. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass Amazon die Bücher bei dem Unternehmen drucken lässt, das man als Autor gewählt hat.
Da bleibt dir wohl nur, den Amazon-Support anzuschreiben und die Qualität zu reklamieren.
Davon bin ich auch ausgegangen… Auch in Bezug zur Verantwortlichkeit.
Laut Support wird das Buch bei einer Reklamation irgendwo eingelagert und dann bei der nächsten Bestellung an die nächste Person verschickt. Mich ärgert diese Vorgehensweise total.
Ich bin perplex, denn ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Bücher von Subunternehmen des vom Autor gewählten Dienstleisters gedruckt werden. KDP von Amazon-Druckereien, BoD von Libri Plureos, story.one ebenfalls von eigenen Subunternehmen etc…
Bedeutet das tatsächlich, dass wenn ich als Kunde bei Amazon ein bestimmtes Buch bestelle, es woanders gedruckt wurde, als wenn ich das gleiche Buch über Thalia, BoD etc. bestelle?
Es ist ohnehin schon illusorisch für Selfpublisher Kontrolle über die eigenen Erzeugnisse zu haben, da die Druckqualität bei on-demand extrem schwanken kann.
Ich weiß nicht, ob das bei allen Anbietern so ist. Bei ePubli ist es wohl so. Der Hinweis zur Druckerei steht dann auch hinten im Buch (Amazon Poland). Laut Support werden auch Bestellungen bei Thalia etc nicht direkt bei ePubli gedruckt, dort gibt es wohl aber weniger Abweichungen beim Cover.
Hier seht ihr den Vergleich: (Druck direkt über ePubli und Druck über Amazon)
Wow, das ist wirklich übel! Zumal Kunden ja nicht wissen, wie das Original auszusehen hätte. Da hast du dir so viel Mühe und Gedanken über die Feinarbeit gemacht, und dann wird der Eindruck so ‚zerschossen‘! Ich kenne aber ähnliche Probleme mit extremen Farbschwankungen (alle abweichend vom Original) und habe mich schon oft geärgert! Meist bekommt man es ja nicht einmal mit.
Also diese Info hatte ich direkt vom epubli Telefon Support. Und bei den Exemplaren, die über Prime gekauft wurden, steht auch „Amazon Poland“ hinten drin, obwohl bei Amazon selbst „epubli“ als Herausgeber geführt wird.
Das haut mich um. Vielleicht sollte ich mir doch endlich eine Alternative suchen bzw. eigentlich habe ich das schon, also gesucht. Leider finde ich keinen für mich passenden Anbieter.
Ich könnte ja damit leben, dass sie es an unterschiedlichen Stellen drucken, wenn die Qualität gewährleistet ist. Aber so …
Da hätte ich mir dann auch den Probedruck sparen können.
Am meisten ärgert mich , dass man dieses Problem scheinbar kennt. Mir wurde direkt gesagt, dass das an dieser Amazon-Druckerei liegt und das man da nichts machen könne.
Für minimale Abweichungen habe ich ja Verständnis, da der Beschnitt händisch gemacht wird. Aber das sollten dann ja nur Millimeter sein. Aber auf der einen Seite mit der „hervorragenden Druckqualität“ zu werben, und dann solche Fehldrucke einfach hinzunehmen, passt für mich nicht zusammen. Zumal von besagtem Druck ja scheinbar auch mehrere Auflagen angefertigt wurden. Ich habe mittlerweile von drei Personen eine Nachricht auf Instagram bekommen, die diesen Druck erhalten haben. Der Rest lässt den Frust dann vermutlich in einer Rezension aus …
Vergebt der betagten Selfpublisherin, die hier eine Rechtsverletzung wittert. Ich übermittle, als Kunde eines Dienstleisters, vertrauensvoll meine Buch-Daten, die sie ja dann bei Bestellungen über Amazon an dieses Unternehmen ohne Genehmigung des Auftraggebers weitergegeben haben müssen – anders können sie ja das Buch nicht drucken. Dann kann man sich den Umweg über epubli doch auch schenken, oder? Oder hat Amazon Druckereien unter Vertrag, an die die meisten Dienstleister die Aufträge vergeben müssen, die über Amazon eingehen? Das bedeutete, ich habe als Auftrag gebender SP-Autor keinerlei Einfluss darauf, bestimmte Unternehmen außen vor zu lassen.
Natürlich will Amazon schneller liefern können (bei BoD dauert ein Auftragsbearbeitung ewig und die Qualität ähnelt auch einer Lotterie), aber offensichtlich bei Druckereien, die der Nachfrage qualitativ nicht gewachsen sind. Interessant fände ich mal investigative Nachverfolgungen unserer Veröffentlichungsaufträge. Was geschieht bei BoD, epubli, kdp und Co. KG, nachdem wir vertrauensvoll unsere Herzblutdaten samt fälliger Kosten übermittelt haben? Wer stopft sich unterwegs mit dem boomenden Selfpublisher-Markt durch Geschäfte mit Billigdruckereien die Taschen voll?
Das müssen die meisten Unternehmen. Nur bei minderwertiger Qualität schneiden sie sich ins eigene Fleisch. Das Problem ist, das wir nicht sehen, was der zahlende Kunde geliefert bekommt, es uns aber angelastet wird.
Ich habe mal ein wenig im Internet recherchiert (ACHTUNG: Dies ist keine Rechtsberatung!).
Bei Plattformen wie epubli ist es Standard, dass sie ein Buch nicht nur im eigenen Shop anbieten, sondern über Großhändler und Plattformen wie Amazon distribuiert wird.
Dabei passiert häufig Folgendes:
Das Buch wird in Verzeichnisse (z. B. VLB) eingespielt
Händler (inkl. Amazon) bekommen Zugriff auf Druckdaten oder Druckrechte
Amazon nutzt dann Print-on-Demand (PoD) über eigene Druckereien (z. B. in Polen)
Das ist branchenüblich und wird oft als „erweiterter Vertrieb“ verkauft.
Schlechte Druckqualität ist ärgerlich, aber juristisch nur bedingt relevant:
Man hat in der Regel keinen direkten Vertrag mit Amazon
Der Vertragspartner ist epubli
Daher gilt: epubli ist Ansprechpartner für Qualitätsmängel im Vertrieb
Falls epubli
keine Qualitätskontrolle sicherstellt oder
ungeeignete Partner zulässt
könnte man über Vertragsverletzung (Schlechtleistung) diskutieren
Diese Praxis ist in der Selfpublishing-Branche leider nicht ungewöhnlich. Viele Autoren merken erst im Nachhinein, dass:
Vertrieb ≠ einheitliche Produktionsqualität
Plattformen wie Amazon eigene Druckwege nutzen
Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass der Autor am Ende der Nahrungskette steht. Du kannst nicht mal bei Amazon reklamieren, weil sie nicht dein Vertragspartner sind.
Daher meine persönliche Empfehlung: Hart bleiben bei epubli, nicht telefonieren, sondern schriftlich fehlende Qualitätskontrolle reklamieren.