Feedback / Lese probe / Fantasy

Ich komm grad kaum dazu, allen zu antworten :sweat_smile: trotzdem danke euch allen, ich nehm das Feedback auf jeden Fall mit.

Bei der Buchszene bin ich selbst noch ziemlich unschlüssig – auch an dich, @Yoro, danke für die vielen Anmerkungen. Man muss dazu sagen: Das ist Kapitel 2, davor gibt’s noch einen richtigen Einstieg, es ist also nicht der Anfang der Geschichte.

Meine Idee war, dass der Inhalt an der Stelle bewusst nicht super spannend ist. Sie kann das Wissen ja selbst nicht behalten, also warum sollte der Leser es? Gleichzeitig wollte ich zeigen, dass sie irgendwie zu dieser Welt dazugehören will und sich deshalb in genau solche Bücher flüchtet.
Ein Buch, das Magie erklärt, ohne gleich das ganze System auszubreiten, kam mir dafür am plausibelsten vor.
Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas ratlos :sweat_smile: Außerdem will ich auch kleine Details verstecken die erst Sinn ergeben wenn man es nochmal liest und bewusst ubersehen werden sollen beim ersten mal. Aber vielleicht denk ich einfach viel zu kompliziert. :sob: :sob:

Die Geschichte steht aktuell bei ca. 576 Seiten :sweat_smile: wobei ich auch da immer noch ständig Sachen verwerfe, umschreibe und definitiv noch mehr Ruhephasen einbauen muss.

Ich glaube, ich muss einmal klarer sagen, wo meine Unsicherheit eigentlich herkommt: Das waren beides noch frühere Fassungen. Ich schreibe extrem viel herum und weiß dann oft selbst nicht mehr, ob es gerade besser oder schlimmer wird.

Einiges an der Kritik verstehe ich total und sehe ich auch – gleichzeitig bin ich dadurch gerade eher noch unsicherer geworden und weiß spontan nicht, wie ich das konkret umsetzen soll.

Ich bin leider nicht die sprachgewandteste Person, aber ich hoffe (und arbeite daran), dass das mit der Zeit besser wird.

Ich kann viel über Dialoge machen das fällt mir leicht aber das drumherum. Ist für mich….

Leider kann ich ja kein Buch schreiben rein bestehend aus Dialog.


Misanya saß in einem der hohen, gepolsterten Sessel in der Bibliothek von Havenwacht, sie liebte es in dem weichen Polster einzusinken und die Welt in ihren Büchern zu vergessen. Seit der Abreise ihrer Mutter nach Heliosta der Hauptstadt von Solvendary waren die Tage trist und kühler. Der Schleier um Havenwacht schien zuwachsen und die Sonne brach kaum noch durch die Wolkendecke hindurch. Sie hatte sich eine der dicken Wolldecken schützend über die Beine geworfen. Tagelang hatten bedienstete versucht die losen Gemäuer und deren Löcher mit einer zähen, klebrigen Paste zufüllen. Ein moderiges altes Buch lag vor ihr, das Gewicht der Seiten bohrte sich in ihre Schenkel. Die Seitenränder waren angefressen und vergilbt. „Die Kunst der Magie und ihre Klassen.“

Misanya saß in einem der hohen Sessel in der Bibliothek von Havenwacht. In der Ruhe und zwischen den alten Seiten, fremden Kulturen und weit entfernten Ländern vergaß sie die Welt – eine die ihr kaum noch etwas bot. Zwischen den Zeilen entfalteten sich Reiche aus Glas und Bernstein, Königinnen, die mit den Sternen sprachen und zwischen den Dimensionen reisten. Krieger, deren Schwerter Lieder sangen. „Kreaturen, denen die Himmel gehörten, und Mächten, die nur für wenige bestimmt waren. Welten, in denen selbst das Unmögliche ein Zuhause hatte. Sie ließ sich in die weichen Polster sinken wie eine Feder, die der Wind sanft auf dem Wasser trug, schwerelos, losgelöst von allem, was sie bedrückte. Seitihre Mutter nach Heliosta aufgebrochen war, hatte sich ein Schleier über die Festung gelegt. Dicht, farblos. Der Wind peitschte gegendie Mauern der Festung, und die Sonne hatte ihren Weg durch die Wolken verloren. Sie schnappte sich eine der dicken Wolldecken, warf sie sichschützend über die Beine. Tagelang hatten Bedienstete versucht die Löcher der Gemäuer mit einer zähen, klebrigen Paste zu füllen. Einmodriges Buch lag aufgeschlagen vor ihr, das Gewicht der Seiten bohrte sich in ihre Schenkel, der herbe Geruch erfüllte die Luft.

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Obwohl ich grundsätzlich bzgl. des inflationären Gebrauchs von Adjektiven zustimme, gilt dieses immer wieder zu lesende Argument im Grunde genommen für einen gesamten fiktiven Text. Wenn ich über einen ‚sonnigen‘ Tag berichte, so ist das ebenso behauptet, als wenn ich bspw. die Sonne nur scheinen lasse. Viele Adjektive sind lediglich Abkürzungen und in Maßen (wie alles andere auch) durchaus nützlich. Aber von einer generellen Adjektiv-Panik halte ich nicht viel. :sweat_smile: (Meine Entschuldigung: Ich lerne selbst noch.)

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Beide Versionen sind wesentlich besser… Kannst du dir jetzt aussuchen. Es liest sich flüssiger und ist nicht so überladen. Dass du verwirrt bist, kann ich mir gut vorstellen, weil hier einfach zu viele Meinungen aufeinanderprallen. Deswegen sagte ich: „Suche dir jemanden, der von Textarbeit Ahnung hat.“ Der deine Stimme optimal unterstützt und zur Verbesserung deines Textes beiträgt. Es geht ja nicht darum, deine „Stimme“ zu ersticken, sondern sie besser zu machen. Ein Lektor macht nichts anderes…

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Genau das

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Ich denke, das ist vielleicht ein wenig zu kompliziert. Viele Leser möchten einfach einen guten Lesefluss und einen verständlichen Text

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Lass es dir vorlesen geht zum Beispiel, wenn du dir bei Papyrus das e book erzeugst und dann bei Google Play books vorlesen lässt oder in Word.
Aber etwas Abstand hilft auch meist.

Wir sollten doch schon glücklich sein, wenn wir Leser finden, die unsere Bücher ein einziges Mal lesen! Vorauszusetzen, dass sie es erst beim zweiten Durchgang verstehen, scheint mir gewagt, ungewöhnlich bis unmöglich. :wink:
Am tollsten, sie würden es einfach ein zweites Mal lesen wollen, weil sie es auf die eine oder andere Weise berührt hat, das ist Masterclass!

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Ahh ja, ich bin da vielleicht anders, und ich denke, mein Buch wird, wenn ich es jemals veröffentlichen sollte, nicht für eine breite Masse sein. Das Ganze, dass ich dieses Buch angefangen habe zu schreiben, kam daraus, dass ich unfassbar viele Bücher verschlinge. Ich lese ein Buch in einer Nacht durch, 500 Seiten, das fange ich am Abend an und lege es in den frühen Morgenstunden weg.

Und in letzter Zeit habe ich so viele Bücher gelesen, die schön waren, bei denen ich auch mitgefiebert habe, aber bei denen mir die Tiefe gefehlt hat. Das Unvorhersehbare, das Suchen nach Details, die einem mehr verraten, bei denen ich sage: Ich nehme das Buch nochmal in die Hand und denke: Oh shit, wie konnte ich das nur übersehen.

Ich lese selten ein Buch nochmal von den neueren, weil die Charaktere straight sind. Sie ist immer die Heldin, von Anfang an stark. Er ist von Anfang an ganz klar der Held. Sie sind nett, aber wo sind die Fehler, wo ist das omg, wo sind die Zweifel?

Ich will Charaktere sehen, die sich entwickeln, wo man nur so wissen will: Wohin geht es? Schafft sie es oder nicht? Und nicht einfach: Was ist sie? Ich will eintauchen. Ich will zurückblättern, wenn der Plot-Twist kommt, und sehen, dass bereits alles vor den Füßen lag. Aber das gibt es gefühlt heutzutage nur selten. Und deswegen habe ich es angefangen.

Ich respektiere jeden, der etwas Leichtes zum Nebenherlesen will, aber ich will das eben nicht. ich will einfach gefordert werden beim Lesen. Vielleicht ist das buch auch einfach nur für mich. :sweat_smile: aber trozdem will ich das best mögliche herraus holen sprachlich.

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Sehr schön geschrieben, genau so geht es mir auch.

Und ich hoffe, dass ich eines Tages eine Leserin wie dich haben werde :slight_smile:

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Wenn du so eins hast, sag mir bitte den Namen. I need it :sweat_smile: :heart_eyes: :heart_eyes: :heart_eyes: :heart_eyes: :heart_eyes:

Vielleicht liest zu viele, aber die falschen Bücher? :face_with_hand_over_mouth:
Es gibt doch etwas dazwischen. Zwischen seicht und vorhersehbar und ‚man versteht das Buch erst beim zweiten Lesen‘. Schreibe es doch unvorhersehbar, schreibe über Antihelden und Antiheldinnen, schreibe sprachlich fordernd, hole alles aus dir heraus, kreiere Figuren, die ungewöhnlich oder überraschend handeln, schreibe einen Plot, bei dem man eventuell noch einmal ein Stück zurückblättern muss. Aber nicht mit der Prämisse, dass alles nur beim zweiten Durchgang funktioniert. So ein Plot wird dir vermutlich um die Ohren fliegen, fürchte ich. Insbesondere wenn man gleich mit dem ersten Roman eine Bombe platzen lassen will. Taste dich mit solider Schreibarbeit und einem gut funktionierenden Plot an, der Rest kommt von selbst.

Würde ich damit nicht Selbstbetrug begehen? Dann würde ich meine Geschichte an das anpassen, was das Umfeld möchte, erwartet oder will – und nicht an das, was die Geschichte selbst erzählt. Elden Ring wurde absichtlich völlig fragmentiert und verworren gestaltet, sodass man es erst durch mehrmaliges Lesen oder Spielen wirklich versteht.

Ich will nicht schreiben, um später den besten Profit oder die höchsten Verkaufszahlen zu erzielen. Ich will schreiben, damit andere das erleben können, was ich erlebt habe, als ich es geschrieben habe, als ich diese Welt entworfen habe, mit all ihren ambivalenten Brüchen. Damit sich Menschen mit den Figuren identifizieren können, weil sie Fehler machen, weil sie nicht immer das Erwartete oder vermeintlich Richtige tun.

Wenn ich anfangen würde zu überlegen, was gut ankommt und was der Leser hier will, würde ich mich selbst verarschen. Ich würde der Geschichte das rauben, wofür sie gedacht war. Und wenn am Schluss nur ich sie wirklich begreife, dann gehört diese Welt und ihre Geschichten eben mir, das ist okay. Aber sie zu schmälern oder kleiner zu machen, nur damit sie „tauglicher“ wird, weiß ich nicht. Ich würde mir vorkommen, als würde ich mich selbst verkaufen.

Oder vielleicht sehe ich das falsch.

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Und so wie im echten Leben sehen oder übersehen wir oft durch Lügen, Manipulation und unterschiedliche Sichtweisen auf die Wahrheit – das, was uns jemand wirklich sagt oder zeigt ud erst später denkt man sich scheiße wie konnte ich nur so blind gewesen sein. Ich will einfach mehr von so einer Welt und ich will die komplette brandbeite der Emotionen und die ester eggs. Ich bin eben offensichtlich einfach anders :smiley:

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Diese Sichtweise ist mir zu dramatisch, sorry. Ich wünsche dir ehrlich, dass dir dein Wunschbuch so glücken möge, wie du es dir vorstellst!

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Ich finde deinen Ansatz gut. Ich schreibe ja meine Bücher auch, wie mir die Geschichten gefallen würden :wink:

Aber die die Aussage „Die Story ist gut zu lesen“ und „Der Plot ist vorhersehbar“ sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist „Schreibhandwerk, wie Spannungserzeugung, Stimmungserzeugung“ das andere ist „Wie wird eine Story geschickterweise gestrikt.“

Beim Schreibhandwerk kann man sich Tipps holen,
beim Plotten gibt es auch Methoden, aber die halte ich z.b auch nicht unbedingt ein. (wie das mit der Katze, 5 Akter, usw. ) da ich wie ein Fuchs bemerke, wenn eine Story einem Schema folgt :smiley:

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Ich glaube, dass ist gar nicht so selten. Ich mag es auch, wenn man z.b ein paar Hinweise sehr früh bekommt, die jedoch nicht einzuordnen sind … bis sie später Sinn ergeben und man sich sagt „oh nein! Hätte ich das nur vorher verstanden!“ . Das war z.b bei Hohlbeins Töchter des Drachen so.

Lass dich erstmal nicht irritieren. Bau den Plot so, wie er dir gefällt → im besten Fall auf eine Weise, dass es Spaß macht ihn zu lesen.

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Ich denke, wir sehen hier eine Autorin, die sich ganz dem verschrieben hat, was sie antreibt. Sie möchte, dass es IHRE Geschichte ist. Ohne Rücksicht auf Verlagswünsche oder Mainstreamanpassungsvorgaben.
Einfach eine junge Autorin, die sich selbst und ihren eigenen Stil stückweise entdeckt. Und dafür hat sie schon über 500 Seiten beschrieben.
Lassen wir sie doch machen. Warum versuchen wir, sie in ein Korsett zu zwängen, das ihr gar nicht passt.
Und nun hole ich (mal wieder) den alten Tolkien raus, der ohne Rücksicht auf irgendwelche Quaker von links, rechts, oben oder unten ein komplett neues Genre erschaffen hat. Hätte er auf seinen Verlag und seine Kritiker gehört: was wären wir heute arm dran …

Also lasst uns alle abwarten …
Hol dir hier Hilfe, wenn du dir wirklich unsicher bist. Es ist immer jemand da, der dir unter die Arme greift und mit einfachen Kniffs helfen kann.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute @Veobloh beim Schreiben und Erschaffen deiner Welt.

PS:
Und ja, auch mir war es in der einen oder anderen Szene zu bunt, zu überschwänglich und zu genau. Aber wer bin ich. Ich habe ohne Bruch lesen können und meine Grundtendenz ist nach wie vor :+1:t3:

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Danke :smiling_face_with_tear: :confounded: :smiling_face_with_three_hearts:

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Das hat doch niemand versucht…sie hat nach Kritik und Einschätzung gefragt.
Wie du weißt: Wer fragt, bekommt ehrliche Antworten. Entweder man nimmt die Tipps an oder man lässt es sein. Das liegt an ihr… Man kann halt nicht nur ein Löbchen erwarten, wenn man fragt :grinning: