Schön. Ich werde im März 59.
Das ist ja der beste Anfang für eine Reise.
Techniken üben kann Spaß machen.
Beim Klavier oder Malen kommt ja auch keiner auf die Idee zu sagen:
„Och, jetzt hab ich acht bis zehn Stunden auf den lustigen schwarzweissen Tasten rumgehämmert und kann „Für Elise“ immernoch nicht.“
Analog zu Tuschkasten und der Sixtinischen Kapelle.
Analog zu Turnschuhe gekauft und Olympiaquali.
Ohne Notenlehre und Wiederholung, Zeichenübung und Kunsttheorie, Training und Ausdauer… wird es schwer. Es gibt Leute, die das vielleicht ohne schaffen, die Götter in der Geschichte.
Der Rest von uns muss… üben.
Hallo Maajabu!
Zunächst möchte ich die korrekte Rechtschreibung in deinem Text loben, das ist im Netz keine Selbstverständlichkeit. Ich finde auch, dass du erzählerisches Talent hast, obgleich ich mir nicht vorstellen kann, wie man sich im Kreis fortbewegt, wenn man versucht, konstant den rechten über den linken Fuß zu setzen. Das klappt nur einmal, ohne den linken wieder hervorzuziehen. ![]()
Eine tiefergehende Textarbeit lässt das gewählte PDF-Format leider nicht oder nur umständlich zu. Ich plädiere daher, nicht zum ersten Mal, Texte im Papyrusformat zu präsentieren, wenn man möchte, dass daran gearbeitet wird. Anbei: Eine Durchstreichfunktion wäre hilfreich. Mithin eines der wichtigsten Werkzeuge für Textarbeit.
Ein wenig Infodump hält jeder gute Text aus, und der erste Satz ist wichtig, aber nicht der Wichtigste. Es gibt Weltbestseller, die mit katastrophalen ersten Sätzen beginnen.
Dein Text startet mit einer Erklärung der Lebensweise von Fledermäusen und was Menschen nicht können.
Da würde ich dem von dir zitierten Andreas Eschbach und seiner hier einstmals geäußerten Vorgangsweise folgen: Den ersten geschriebenen Absatz des Vortags grundsätzlich zu streichen. Er dient meistens bloß zum Aufwärmen. Dein Text braucht ihn nicht. Du könntest sofort mit den Nachtjägern beginnen und sie Fledermäuse nennen. Wie sie sich verständigen, weiß jeder Pflichtschulabsolvent und dass Menschen keinen Ultraschall hören können, ebenfalls.
Infodump wird häufig mit zu viel Information verwechselt. Aber Dumping heißt billig, nicht reichlich. Wenn sich z.B. zwei Ärzte miteinander über eine Krankheit unterhalten, die sie beide in- und auswendig kennen, nur um den Leser oder Zuseher darüber zu informieren. Das ginge auch anders. Nicht so billig.
Mein Tipp: Weiterschreiben. Du kannst gut erzählen und die Story hat schon was. Das muss nicht zwangsläufig dein einziges Buch bleiben. ![]()
LG
Gut, Andreas ans Bein pissen, das ist natürlich ein Sakrileg hierorts, aber der hält das aus und Maajabu hat nicht gewusst, dass der unser local hero ist. Was sie vielleicht noch lernen muss, glaub ich, neben dem ganzen handwerklichen Zeug, ist, dass wir hier hart aber fair kritisieren, jedoch immer nur Texte, nie die Person, die den Text verfasst hat. Doch das muss man auch mal auf die Reihe kriegen. Mir fällt das nach wie vor schwer.
Aber jetzt tut euch wieder ein bisserl liebhaben, bitte. Es ist Sonntag!
(Danke Manu, dass du den Anfang dazu machst).
Sorry, liebe Maajubu, ich habs jetzt auf mich genommen, den ganzen Thread nochmal durchzulesen, aber diesen Kommentar habe ich nirgends entdecken können. Wo bitte steht das?
Außerdem finde ich den Satz zwar hart, aber soo schlimm nun auch wieder nicht.
Du findest den Kritikton hier zu harsch? Wurdest du denn persönlich angegriffen oder beleidigt? Genau das passiert hier nämlich nicht, bzw. nur in Ausnahmefällen. Dass Texte hart und gnadenlos zerlegt werden, ist hier allerdings normal, aber daran sollte sich jeder Autor, der veröffentlichen will, besser so schnell wie möglich gewöhnen.
Das wurde nicht kritisiert, es haben sich nur alle gewundert, wie jemand, der meint, ein Roman könnte ruhig über 20 Seiten langweilig sein, im Gegenzug ein Buch bereits beim allerersten Satz zuklappt und verkündet, so grottig könne man ja nicht anfangen. Ich finde die Frage nach Selbstreflexion da nicht so weit hergeholt.
Nicht wirklich, der erste Absatz bzw. die erste(n) Seite(n) ist (sind) das wichtigste. Frag dich einfach mal selber, wie lange du ein Buch in der Buchhandlung anliest, bis du entscheidest, ob kaufen oder nicht.
Ich würde sagen, du hast gute Ideen und mit der Rechtschreibung keine Probleme, damit wäre schonmal die erste Hürde genommen.
Was dir aber noch völlig fehlt (und das ist keine Kritik an dir, sondern einfach eine Feststellung), ist das Wissen und die Erfahrung, WIE man eine Geschichte erzählt.
Wie man Spannungsbögen aufbaut, Figuren einführt und entwickelt, spannend überleitet u.s.w., dir fehlt auch noch das Gefühl dafür, wann wie viele und welche Beschreibungen nötig sind, wann eine Beschreibung zu Infodump wird, wann und wann nicht man eine Szene besser zeigt statt sie nur zu beschreiben (das ist nämlich das erwähnte show don’t tell), wieviel Ausschmückung der Text verträgt und auch hier u.s.w.
Das sind alles Dinge, die das Autorendasein ausmachen und die eine gute Geschichte kennzeichnen. All das muss man lernen, da führt leider kein Weg dran vorbei.
Ich möchte noch anmerken: die Tonalität ist doch in diesem Forum nicht wirklich harsch oder verletzend? Ich glaube, man muss auch nicht ständig betonen, wie wertschätzend und freundlich usw. hier diskutiert wird. Die Empfindlichkeits-Nerven müssen nicht ständig gestreichelt werden. Und wenn sich jemand im Ton vergreift, muss er schlichtweg aushalten, dass ihm das auch gespiegelt wird. Wie irgendwer irgendwo und irgendwann sehr treffend und klug bemerkt hat: Stahl wird im Hochofen geschmiedet. Nicht in der Badewanne. ![]()