Erotik in einem Fantasy Roman

Das sehe ich anders. Es laufen genug Psychopathen in der Welt herum. Wieso dann nicht erst recht in einer Fantasy-Welt?

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Du bist auf dem richtigen Weg und lass Dir bitte Deine Ideen nicht zerreden.
Schreib „einfach“ die Situation, so wie Du meinst, dass sie stattfinden sollte. Vllt. soft, vllt. explizit - egal! Ob die es dann in die endgültige Fassung schafft, steht auf einem anderen Blatt.

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Wieso das denn? Sind die im Kloster aufgewachsen?

Andererseits würde das für mich auch mehr als ausreichen. Probiere doch 2 Versionen aus und schau dir an, welche dir selbst am besten gefällt.

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Werde ich machen.
Vielen Dank für eure Hilfe.
:grinning:

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Ich schreibe ja auch Fantasy und das ohne explizite Inhalte. Wenn es da zur Sache geht, wird vorher brav abgeblendet. Da ich andere Autoren gerne als Hörbuch höre, finde ich vorgelesene Erotik immer etwas schräg :wink:

Du kannst einfach mit Andeutungen arbeiten. In einen meiner eigenen Bücher werden Leute von einem Irrlicht beeinflusst, dass eher eine Migräneattacke auslöst und hilflos macht, während sie von Sporen eines Pilzes im Sumpf infiziert werden. Später wirken diese dann nach und nach wie eine Droge. Die Leute verlieren langsam ihren freien Willen. Die Auswirkung ist ähnlich, wie beim Prokrastinieren (das Aufschieben von Aufgaben). Eine Mischung aus Gründen finden, wieso es eine tolle Idee ist, jetzt im Sumpf zu bleiben, statt der eigentliche Aufgabe zu folgen. Z.b Wir sollten rasten. Schön hier. Usw.
Ich stelle mir deinen dämonischen Effekt ähnlich vor. Deine Protagonisten spüren, das etwas nicht stimmt. Aber für einen Moment, für einen Moment könnte man doch einfach nachgeben. Außerdem könnten sie auf primitive Grundmuster zurückfallen, wie Neid und Missgunst und Zweifel. „Zieht sie meinen Freund vor? Wieso er? Wieso nicht ich?“ In inneren Dialogen, die sich stets verschärfen und für den Leser irgendwann den Wahn darin erkennbar machen, lässt sich das gut darstellen. Die Protagonisten wünschen sich dann nur noch Glück und Erfüllung, während das Ding sie in ihre Arme schließt. Kein Grund explizite Erotik darzustellen, bis auf äußerliche Merkmale, die man benennen könnte und die vielleicht als Begründung dienen.

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Moin, hier meine zwei Cents:

Ich schreibe gerne im Feld der erotischen Literatur, ein paar Beiträge zu Antologien und ein erstes Buch habe ich schon „draußen“.
Bei literotica poste ich meine echt düsteren Gedanken.

Ich vermeide es explizite Handlungsbeschreibungen einzubauen, solange es nicht unbedingt nötig ist. Wer eine Anleitung benötigt, der kann der bei dem Nagetier mit X suchen. In keiner Überlieferung der Sirenen des Odysseus wird das Lied genannt, das sie angestimmt haben, jeder kennt jedoch die Wirkung, der Song bringt Männer um den Verstand.
Jeder Mensch hat einen Triggerpunkt, der ihn zum Mörder werden lässt, wirklich, auch wenn hier jeder von sich anderes behauptet. Überlasse es dem Leser und seiner Fantasie, was die Spinne dem Opfer in den Kopf setzt, damit er „umprogrammiert“ wird. Es kann eine Sexfantasie sein, das würde bei mir nicht klappen, mein Triggerknopf sitzt woanders.

Mein zweites Werk ist gerade von der ersten Runde von der Lektorin zurück und sie bemängelt an einigen Stellen, dass ich mehr Sex bringen soll, mehr beschreiben, mehr zeigen und den Leser fühlen lassen soll, ich werde da einen Kompromiss finden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Erotik braucht keinen Tatsachenbricht um mich zu fesseln: Wenige Sätze mit Gefühlen lese ich viel lieber, als eine anatomisch korrekte Schilderung des Aktes.

Gruß Alexadner

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Es sei denn er ist ein Incel. Aber diese Zielgruppe würde ich nicht als Schreiberling bedienen wollen.

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Hallo,

Mein Vorschlag wäre, dass die Dämonin dem Mann gibt, was er sich am sehnlichsten wünscht und das ihm nur die Dämonin geben kann. Vielleicht ist es die große Liebe, die Erfüllung besonderer sexueller Vorlieben, Anerkennung…

Ich würde die Manipulation nicht in einem Ereignis abhandeln, sondern langsam aufbauen (das Verlangen steigern) wenn es die Geschichte erlaubt.

Interessant wäre auch eine alternative Realität, die im Kopf des Mannes erzeugt wird. Dass dieser in Gedanken schon eine Familie mit der Dämonin hat und der andere die Dämonin misshandelt.

Möglichkeiten gibt es viele. Es nur auf Sex zu reduzieren finde ich schwach. Ich habe schon Bücher abgebrochen, weil mir diese zu stumpf waren.

VG Jonas

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Eine Idee dir mir auch noch eingefallen ist, dass der Mann in seinen Gedanken beim Geschlechtsverkehr ist, aber zeitgleich in der Realität seinen besten Freund stranguliert.

VG Jonas

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Die Idee ist faszinierend und wenn ihr Bann so wirkt, dass sie während der Illusion seinen Körper kontrolliert, würde ich es abkaufen. Fände es auch interessant, wenn der Abschnitt die Handlung in der Realität (Angriff auf seinen Freund) und der Illusion (Sex) im Wechsel erzählt. Wegen mir darf so etwas auch explizit sein.

Selbst die schlechteste Metapher ist immer noch besser als ein Satz mit haben. Also ich habe Hunger und Durst, oder auch mal Lust, aber was ich nicht kann, ist Sex zu haben. Was soll das sein? Man kann keinen Sex haben, man kann ich auch nicht machen. Das ist schlechtes Deutsch und vermutlich schlechter Sex, wenn einem nichts anderes einfällt, als ihn zu haben. Wenn du jetzt schon mit Worten ringst, obschon es nur darum geht, sich zu entscheiden, ob oder ob nicht, wie soll es dann werden, wenn sie wirklich beieinander liegen sollen? Willst du, dass sie wild kopulieren oder doch eher sanft miteinander schlafen? Umschlingen sie sich fest und vereinigen sie sich anschließend sanft? Oder vögeln sie einfach nur? Du bist ein Deutschsprecher, wenn du willst, könntest du haben und machen öfter ersetzen, als du vielleicht glaubst. Erst recht beim Schönsten, was es auf Erden gibt. Haben und machen verbieten sich hierbei. Sie diese Beschränkung als Chance für deinen Ausdruck.

Um deine Frage zu beantworten: Nein. Lass es. Oder wenn schon, schreib es ein wenig distanziert, so ähnlich wie Stephen King in The Stand. Schreiber und Leser gleichermaßen haben ihre Probleme mit Sexszenen. Von den schlechten Sexszenen gibt es immer viel zu viele und die guten Sexszenen gehen in einem Meer von schlechten unter.

Das nenne ich mal: "Sexpertise":wink:

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Marius Müller-Westernhagen, Der heilige Schwanz, veröffentlicht auf der LP Das Herz eines Boxers

Schenk mir Liebe, schenk mir dein Herz
Weck in mir Sehnsucht, ein bißchen Schmerz
Gib mir alles, was Du kannst
Ich geb Dir dafür meinen heiligen Schwanz

Hhhh!!! Oh je! Er gibt sein wertvollstes Körperteil ab? Wenn Herr Westernhagen sich doch nur ein ganz klein wenig besser mit der deutschen Sprache auskennen würde …

@LordAzkaenion : Lass’ dich in deinem Vorhaben nicht beirren. :innocent:

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:joy: :see_no_evil: :joy: Deine Einschätzung/Bewertung oder die von Herrn Westernhagen? (cave: scherzhafte Bemerkung :wink:).

Ich dachte an eine Selbsteinschätzung von Herrn Westernhagen. Sonst hätte er das Teil vermutlich nicht als heilig bezeichnet.

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:rofl: :rofl:

Zwei Sachen solltest du bedenken: Bei expliziten Szenen landet dein Buch ganz rasch in der Unsichtbarkeit, zumindest beim großen A. Amazon kehrt gerade aus und lässt Bücher verschwinden, die offiziell nicht unter Erotik und über 18 laufen.
Sie sind noch da, aber für Leser nur über den Titel auffindbar.

Viel wichtiger aber, wenn du nicht gerade in einem einschlägigen Untergenre schreibst, in dem alles nach spicy giert, verzichten die meisten Fantasyleser gern auf solche Darstellungen. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich habe meinen Fantasyroman extrem entschärft, auch auf Verlangen des Verlags, aber trotzdem kam in den Rezensionen, dass zu viel Sex drin sei. Ich glaube an vier Stellen bei über vierhundert Seiten, und nicht besonders scharf, auch nicht lang ausgebreitet. Das war für die Handlung wichtig, denn wenn sich zwei über Jahrhunderte nicht kriegen, weil einer der beiden in Flammen aufgeht, wenn es heiß wird, konnte ich das schlecht in einem Nebensatz verpacken.
Wegen Sex einen Mord begehen, auch noch am besten Freund? Klingt für mich nicht glaubhaft. Es wäre realistischer, einzuflüstern, dass der Magier den anderen nach dem Leben trachtet. Wobei auch das schwierig ist.
Warum macht sich die Dämonin nicht selbst die Hände schmutzig?

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Für mich wohl. Mal einfach Aktenzeichen XY anschauen. Die Leute morden zum Teil aus banalsten Gründen, manchmal auch völlig ohne Grund.

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Nichts passiert grundlos. Für die Täter gibt es einen Grund, oft hängt der mit psychischen Defiziten zusammen. Selbst „zufällige“ Morde haben ein Motiv: Lust am Töten und der Gedanke, möglichst nicht erwischt zu werden.
Sollte die Dämonin einen Geisteskranken dabei haben, braucht sie ihn nicht einmal anzuspornen, dann macht er es zum Vergnügen. Klingt aber nicht so. Gefragt hatte @LordAzkaenion, und da darf ich sicher meine Empfehlung nach bestem Wissen und Gewissen geben, oder?

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Na klar. Ich darf das aber ebenso. Hatte ich weiter oben im Thread auch schon mal erwähnt. Das bezieht sich also nicht nur explizit auf deine Ausführungen. Du musst es mir schon zugestehen, dass ich das für realistisch halte. Ich dachte, das wäre hier eine Diskussionsrunde, in der alle ihre Meinung sagen dürfen. Sex und Mord am besten Freund passen für mich hervorragend zusammen.

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