Daerb, das Auftragsschwert - Phantastik - Freue mich über ehrliche Rückmeldung!

Ohne genau zu wissen warum, betrat Daerb Aphich die Königshalle durch das schmiedeeiserne Tor. Dem Befehl des Herrschers musste er folgen, wenn die Zahl seiner Gliedmaßen ihm etwas bedeutete, und eine Chance auf Gold ließ er sich nie entgehen. Seine derben Lederstiefel patschten über den Marmor. Ein Spalier ausstaffierter Rittergestalten stand an kunstvoll gehauenen Steinsäulen, jeder mit einem furchteinflößenden Speer in der Hand. Daerbs Blick streifte die Wachen im Vorbeigehen, er konnte keine Bewegung ausmachen. Entweder ein glänzendes Beispiel für Disziplin oder … waren es Statuen? Er widerstand dem Drang, einem der Blechmänner an den Harnisch zu klopfen.
Wenige Schritte später fragte er sich, ob er seine Vorstellungen von royalen Gepflogenheiten überdenken musste. Rechts vom Thron, mitten auf einem runden Steintisch, scharten sich sechs Knomlinge um eine riesige Wasserpfeife. Ein selbst für Knome winziges Exemplar mit pinkem Irokesen-Haarschnitt stand auf Zehenspitzen und sog am gläsernen Mundstück. Gleichzeitig entzündete ein Kollege mit einem Holzstäbchen das Gemisch in der Brennschale. Das Kraut loderte auf und strahlte in türkisblauem Licht. Der Kleine zog am Mundstück, das Wasser am Boden der Pfeife blubberte, eine gelbe Rauchsäule stieg das geschwungene Glasrohr empor. Die anderen Kurzmänner stampfen und klatschten im Takt, kicherten schrill, tanzten um die Wasserpfeife – und kamen schlagartig zur Ruhe. Ein Luftloch sprang auf und der Qualm schlug im Kopf des Winzlings ein wie ein Ballistengeschoss ins Puppenhaus. Lächelnd kippte der Kleine zur Seite, kullerte vom Tisch wie ein umgestoßener Becher. Schon trat der Nächste an seine Stelle. Die massiven Marmorwände der Königshalle spielten akustisches Pingpong mit dem schrillen Jubeln und Kichern. Wabernde Rauchschwaden trugen einen würzigen, anregenden Geruch an Daerbs Nase. Links neben dem Thron versuchten drei Lautenspieler mit zerstreuten Blicken, ihre Notenblätter zu sortieren. Der König saß breitbeinig inmitten der Szenerie, stützte den bekrönten Kopf auf die eine Hand, streichelte mit der anderen die juwelenbesetzte Armlehne seines Throns und beobachtete das Treiben der Knome zufrieden. Als Daerb sich näherte, blickte er ihm kalt in die Augen.
»Da ist ja mein Auftragsschwert! Sehr wohl. Tretet heran!«
»Euer Majestät, erhabener Souverän von Tranwelt. Ihr befahlt mein Erscheinen.« Daerb senkte den Kopf, wie es das Gesetz verlangte, und doch für ihn völlig ungewohnt war. Er hatte nie auch nur einen hohen Beamten zu Gesicht bekommen, geschweige denn einen König. Das Haupt neigte er sonst höchstens, um auf seine toten Gegner zu spucken.
Der Herrscher winkte Daerb mit zwei Fingern zu sich und beugte sich nach vorn.
»Dies muss unter uns bleiben! Nicht mal meine Berater wissen von dem Vorfall.«
»Gewiss, euer Hoheit. Verschwiegenheit ist meine drittwichtigste Regel.«
»Nun gut. Wie soll ich es ausdrücken, ohne dass es abgedroschen klingt?«
»Einfach frei heraus, euer Gnaden.«
»Die Prinzessin ist verschwunden.«
Daerb verzog keine Miene.
»Mein Augenstern! Sie verschwand mit dem Kammerdiener, verfluchte Axt!« Der König räusperte sich und blickte verstohlen über die Schulter.
»Mit dem Kammerdiener«, schob er im Flüsterton hinterher. »Klesch ist sein Name. Dieser Sohn einer Schnake wird sich noch wünschen, nie geboren worden zu sein.«
»Euer Durchlaucht befehlt, dass ich die Prinzessin zurückhole? Und vielleicht dem Kammerdiener ein paar Gliedmaßen abschlage?«
»Nein! Ich wünschte in der Tat von Herzen, das ginge, aber so einfach ist das nicht.« Der König zog ein betrübtes Gesicht. »Zella liebt den Schändlichen, seit sie eine junge Frau ist. Geschähe ihm etwas, gewiss würde sie mir das niemals verzeihen.«
»Nun, vielleicht lasse ich ihn verschwinden«, schlug Daerb vor.
»Mitnichten! Seht, die Prinzessin ist nicht von vorgestern. Sie würde wissen, dass ich dahinterstecke. Ich habe einen besseren Plan.«
»Ich lausche.«
Der König atmete tief ein, hob bedeutungsschwer die Hände, ein beunruhigendes Lächeln umspielte seine Lippen.
»Ihr sollt den perfekten Jüngling für meine Tochter finden. Aus gutem Hause, stark wie ein Bär, mutig wie ein Löwe, mit messerscharfem Verstand, großem Herzen und von allerreinstem Charakter.« Der König zwinkerte. »Und ihn zu einer List überreden! Sein Preis wird der Platz an der Seite der künftigen Herrscherin von Tranwelt sein. Welcher Jüngling mit Verstand würde da ablehnen?«
Der König stand auf und lehnte sich an den Thron, bevor er tief Luft holte und die Details auspackte.
»Damit das klappt, folgt einfach meinem idiotensicheren Plan. Erst macht ihr den besten Prinzanwärter ausfindig, den ihr finden könnt. Dann müsst ihr Prinzessin Zella finden, was für einen Mann eures Schlags sicher keine Problem darstellen wird!«
Je länger der König sprach, desto mehr schrumpelte Daerbs Gesicht zusammen.
»Anschließend inszeniert ihr einen dilettantischen Überfall. Nutzt eure Fantasie! Verprügelt Kammerdiener Klesch ruhig ordentlich, es soll ja echt aussehen. Dann tut ihr so, als wolltet ihr der Prinzessin habhaft werden. Und da kommt unser Jüngling ins Spiel. Er rettet die Prinzessin in Nöten, meine bezaubernde Tochter. Hach, das wird eine tolle Legende für unser Familienbuch.«
Daerbs empfindlichste Teile zogen sich vorsichtshalber in den Körper zurück.
»Betört von ihrem lieblichen Anblick macht er ihr umgehend den Hof. Dann wird ihr gewiss klar, welch edles Mannsbild ihr da zu Füßen liegt und welch abgehalfterten Knecht sie sich ausgesucht hat, der nicht einmal in der Lage ist, sie vor einem strunzdämlichen Räuber zu beschützen!« Der König spuckte auf den spiegelglatten Boden. »Versapperlott. Und umwerfend wie mein Schwiegers… ich meine ihr Zukünftiger ist, wird es ihm ein Leichtes sein, sie zur Gemahlin zu nehmen.«
Daerb war schwindelig geworden. »Nun, euer Königlichkeit, es ist mir eine Ehre, dass ihr mich für die Rolle des Dilettanten wünscht, aber …«
Der König ließ den Söldner mit energischem Handwedeln wissen, dass das noch nicht alles war. Er deutete in Richtung des samtenen Vorhangs hinter dem Thron. Roter Stoff schob sich wie von Geisterhand beiseite und ein hagerer Zauberer trat hervor. Die Gestalt trug das leuchtend violette Gewand des sechsten Ordens. Seine langen Salatfinger strichen theatralisch durch den gräulichen Bart.
»Magus Markus hat noch eine Botschaft für euch«, zischte der König unheilvoll, beugte sich nach vorne und zog die massive Krone bis knapp unter die Augenbrauen.
Der Magus riss die pechschwarzen Augen auf und richtete einen tatterigen Finger auf Daerb. »Höret zu, und höret gut! Im Namen von König Norbert dem Gütigen wird folgende Vereinbarung getroffen. Sollte auch nur eine Silbe von Operation Augenstern ans Licht kommen, falls irgendein Knom oder Taurenweib in einer Gasse von Tranwelt davon tuschelt, wird Magus Markus, der Gräuliche, den Söldner Daerb Aphich vom Flachberg, Sohn des Neander, umgehend entleiben. Und nicht auf die angenehme Art.«
Daerb schluckte. Mit einem Ordensmagus wollte er sich lieber nicht anlegen. Sein Nachbar musste vier Sommer lang als Eichhörnchen leben, weil er versehentlich einem Magus auf den Schuh gespuckt hatte. Als der Fluch scheinbar endete, verließ ihn bald darauf seine Frau. Sie weinte und klagte, dass er sich plötzlich nur noch für Eicheln und Nüsse interessierte. Kaum auszudenken, was Daerb bei einem richtigen Vergehen blühte. Er hüstelte. Der König und der Zauberer fixierten ihn eisern.
»Euer Herrlichkeit, mächtiger Magus, ich… ich bin Schwertkämpfer, kein Agent. Sachen abhacken, meine Klinge wo reinstechen, Brustkörbe zerschmettern, das ist mein Spezialgebiet. Was ihr erwartet, erfordert einen gänzlich anderen Mann.«
»Papperlapapp. Ihr seid perfekt dafür!«, entgegnete der König, der wieder in den Plauderton gewechselt hatte. »Spione sind viel zu teuer. Ähm, habe ich erwähnt, eure Bezahlung wird gar königlich ausfallen! Sogar über dem üblichen Tranwelt-Tarif. Außerdem leihe ich euch meinen Schlag Knomlinge.«
»Wie sollten mir sechs völlig zugedröhnte Kurzmänner dabei helfen? Zumal sie doch nichts davon wissen dürfen!« Eine Spur Verzweiflung mischte sich in Daerbs Stimme.
»Schaut mal. Das Quiffkraut, das die Kurzen da rauchen, stammt aus des Magus persönlichem Anbau. Seht ihr die Musiker dort?« Der König deutete auf die verwirrten Lautenspieler. »Tja … das Zeug knallt nicht nur wie der Marktplatz zum Neujahrsfest, es löscht auch zuverlässig das Kurzzeitgedächtnis, und zwar vollständig! Falls jemand etwas spitzkriegt, wisst ihr, was zu tun ist. Markus, so reichet dem Söldner das Warihuana.«
Der Magus warf Daerb ein prall gefülltes Lederbeutelchen zu. Als er es auffing, stieg ihm sofort das prägnante, würzige, aufregende Aroma in die Nase, das er bereits beim Hereinkommen gerochen hatte. Er öffnete das Säckchen, türkisblaues Licht strahlte ihm von den Blüten entgegen und erleuchtete sein Gesicht. Das Quiffkraut war magisch verstärkt worden, keine Frage. Eine seltsame Anziehungskraft ging davon aus.
»Sind wir glücklich?«, fragte der König. Irgendwo in Tranwelt schlug der Blitz ein und tötete eine auf dem Sofa liegende Hündin auf der Stelle.
»Ich… mmmpffff«, fasste Daerb seine Gedanken zusammen.
»Nun denn, Wachen! Geleitet den Schwertkämpfer hinaus. Und gebt ihm die Knomlinge mit!«
»Aber …«, wollte Daerb ansetzen, doch seine Schultern sanken herab. Der Tonfall des Königs ließ keinen Zweifel an seiner Autorität. Sinnlos, zu widersprechen. Der Befehl war längst erteilt und Daerb fraglos königlich am Arsch.
Der Souverän sank zufrieden in die seidene Rückenlehne.
»So sei es! Kap, Nap, Op, Map, Ip, Schorsch! Ihr gehorcht dem großen Onkel artig, nicht wahr?«
Einer der Kurzen kratzte sich am Kopf. Ein anderer quietschte: »Woher kennt der Klunkerheini unsere Namen?« Zwei Wachen bewiesen, dass sie doch keine Statuen waren und drängelten sich um die Knome. »He, was soll das? Keine Ahnung, wo wir hier sind, aber wir wollen noch bleiben! Da ist noch Mische übrig! Nap, pack den Riesenbong ein, ich glaube wir müssen raus.«
Daerb tat das Erste, was echte Profis in solchen Situationen unternahmen. Er stiefelte geradewegs in die nächste Kneipe. Fünf schnuppernde, schnatternde Knome folgten ihm auf dem Fuße. Ip, der Kleinste von ihnen, hechelte mit dem verschnürten Bong auf dem Rücken hinterher. So kam es, dass ein finster dreinblickender Söldner mit ungewöhnlicher Begleitung im Schlepptau den rappelvollen Brüllenden Spatz betrat.
Es war die größte Schenke von Tranopolis und weit über die Grenzmauern der Hauptstadt bekannt. Ein buntes Publikum quetschte sich zusammen, um den lokalen Spezialitäten zu frönen. Daerb nutzte seine einzige Superkraft – und trieb die Menschenmassen mit einem Blick auseinander. Er stampfte an offenen Mündern in allen Formen und Farben vorbei, der Pulk schloss sich hinter ihm wie ein Reißverschluss, dann drosch er mit der eisernen Armschiene auf die Theke. »Sieben Bier!«, kläffte er dem Wirt entgegen und übertönte das vielstimmige Quäken hunderter betrunkener Gäste.
»Das Langbein gibt einen aus!« freute sich Kap, der den Slalom durch den Wald aus Beinen als erster absolviert hatte und beim Versuch, über die Theke zu schauen, auf und ab hüpfte.
»Von wegen, die sind alle für mich.« Daerb stürzte das erste Bier hinunter, während der Wirt nach dem Krug für das zweite griff. »Geht das nicht schneller?«, wollte Daerb wissen und rülpste schallend.
Ein paar Augenblicke später saß er an einem wackligen Holztisch und umschlang mit beiden Armen liebevoll ein halbes Dutzend schäumende Bierkrüge. Vier Knome blickten von den Hockern aus gerade so über die Kante, Ip und Schorsch hatten sich mitten auf die Tischplatte gepflanzt. Der Wirt kam heran und stellte eine tönerne Karaffe ab. »Euer Schnappsdir. Becher bringe ich gl-«
»Brauchichnich«, polterte Daerb und setzte das Gefäß an die Lippen.
Kap protestierte mit schrecklich trockener Piepsstimme: »Wer Knomen einen vortrinkt, ohne besagte Knome einzuladen, begeht nach knomischem Recht ein Verbrechen gegen die Knomlichkeit!« Die anderen Kurzmänner fiepsten zustimmend.
Am Nebentisch warf eine bunte Mischung aus Tranwelt-Wesen den Neuankömmlingen skeptische Blicke zu.
Die kunstvoll verzierten und mit Goldschmuck behangenen Hörner eines spargeldünnen Sonntauren klimperten, als er den langgezogenen Stierkopf schüttelte. »Was soll einer da sagen? Es wird immer schlimmer in diesem Etablissement. Ganz und gar unzivilisierte Gäste, mit Wasser verdünnte Spirituosen, und wenn einer nicht hinschaut, klauen einem die Ratten das Essen vom Teller!«
Zwei Tische weiter drehte sich einer von vier Rattenmenschen ruckartig um: »Ey, schnarf, das habe ich gehört!«, empörte er sich. Seine Schnurrhaare zitterten, die schwarzen Knopfaugen zu wütenden Schlitzen verengt. Derlei aufgebracht merkte er nicht, wie ihm ein anderer Rattenmann eine riesige Ligerkeule vom Teller mopste.
Als Daerb von der Karaffe abließ, war sein Gesicht knallrot.
»Wasollichnurmachn…«, artikulierte er noch, bevor sein Kopf auf die Tischplatte rummste. Voller Hingabe schnarchte er die weltberühmte Kakophonie des Trunkenbolds. Ip nutzte die Gelegenheit und zuppelte am Goldbeutel des Söldners, der halboffen vom Gürtel hing.
»Die nächste Runde geht auf mich!«, piepste Ip zu den anderen. »Trinken wir auf unseren neuen Freund.« Er wandte sich um und schrillte: »Was soll’s, hihihiiiii, eine Runde für alle! Ach, und kann mir jemand einen wasserfesten Filzstift leihen?« Wilder Jubel aus hunderten Kehlen dröhnte durch den Brüllenden Spatz. Die Party hatte begonnen, Daerb war mittendrin und bewusstlos.

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Ich finde es klasse, obwohl das überhaupt nicht mein Genre ist.
Herrlich absurd, macht einfach Spaß beim Lesen. Und zwar Inhalt und Sprache haben mir Spaß gemacht, das ist eine echte Leistung. Respekt!

Nur einmal bin ich im Text gestolpert: „Klesch, mein Koch“. Kammerdiener und Koch gleichzeitig?

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Ich fürchte, ich bin nicht so begeistert. Aus meiner Sicht gibt die Szene zwischen Daerb und dem Koch nicht genug Spielraum für Daerb, damit er auch handeln kann. Er kann eigentlich nur dastehen und das Haupt beugen. Für einen Protagonisten finde ich das zu passiv.
Ich habe schon gedacht, dass es möglicherweise eine Parodie sein soll. Aber dann trifft sie leider nicht meinen Humor. Außerdem handelt der König aus meiner Sicht widersprüchlich. Er gibt ganz schön viel Macht an einen Unbekannten ab.
Das Auftragsschwert - gelesen.pap (41,9 KB)

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Das Quiffkraut

:joy:

Stimme @_Corinna zu. Ich mag die Erzählstimme und den absurden Inhalt, spannend ist es auch. :slightly_smiling_face:

3 Dinge sind mir aufgefallen:

  1. Im ersten Abschnitt konnte ich mich etwas schwer orientieren. (ab: „Seine schweren Lederstiefel“ bis „Notenblätter zu sortieren“) Das war mir irgendwie zu viel, könnte aber auch an Punkt 2 gelegen haben.

  2. Viele Adjektive kommen hier ganz gut an, aber mir sind es doch einen Hauch zu viele.

  3. Ebenso wie Ausrufezeichen. Auch da gingen noch ein paar weniger.

Ich markiere dir mal zu Orientierung, welche Adjektive ich wegnehmen würde (plus, was mir noch auffiel):

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Ich würde mal davon ausgehen, dass nicht Daerb der Protagonist ist, sondern die als klug und selbstbewusst beschriebene Prinzessin, die dem König offenbar schon lange überlegen ist.

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Dann würde ich die Geschichte nach Möglichkeit auch mit ihr eröffnen, damit der Leser gleich die richtige Bezugsfigur kennen lernt.

Und selbst wenn Daerb nicht der Protagonist ist, könnte wenigstens einer von beiden hier handeln. Aber so richtige Konflikte sehe ich in der Szene auch nicht. Das liegt auch an der Figurenkonstellation. Daerb hat ja kaum eine Möglichkeit, einem König zu widersprechen, also kann er dem König kaum als Antagonist dienen.
Und wenn der König der Antagonist zu Daerb sein soll, kann Daerb wiederum zu wenig tun, weil die Etiektte von ihm Demut verlangt.

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Ich interpretiere den Text als den Einstieg in einen unterhaltsamen dicken Schmöker.
Ich werde als Leser sofort in den (Haupt-)Konflikt eingeführt zwischen der Prinzessin und ihrem Klesch einerseits und dem König, Daerb, den Knomlingen und einem noch unbekannten Prinzanwärter andererseits. Meine Sympathie liegt natürlich bei der klugen Prinzessin, und ich möchte weiter verfolgen, was sich gegen sie für absurde Intrigen zusammenbrauen und wie sie wohl damit fertig wird. (Oder werde ich nur verfolgen, wie sich ihre trotteligen Gegner gegenseitig vernichten?)

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Wo hast du das denn herausgelesen?
Sie ist mit einem Bediensteten durchgebrannt und der König glaubt, sie mit einem drittklassig fingierten Überfall übertölpeln zu können. Mehr Informationen über sie gibt der Text doch nicht her?
Im Gegenteil vermitteln diese Informationen m. E. gerade nicht den Eindruck überragender Intelligenz.

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Dearb wird doch erstmal nur mit seiner Aufgabe konfrontiert und bemitleidet sich gerade noch selbst?
Er weiß was zu tun ist und auch, dass er es tun muss - Alternativen gibt es ja nicht - aber momentan ringt er noch mit seinen inneren Widerständen? Aktionen erwarte ich in dieser Szene eigentlich noch nicht.

Für den weiteren Verlauf gehe ich auch davon aus, dass es die Prinzessin Dearb unglaublich schwer machen wird, da sie natürlich alles durchschaut. Der König weiß, dass seine Tochter clever ist, hält sich allerdings für noch cleverer - was natürlich nach hinten los gehen wird.
Am Ende kommt die Prinzessin mit Dearb zusammen :two_hearts: (so mein Wunsch zumindest :smile:)

Ich finde den Text sehr unterhaltsam geschrieben und würde auf jeden Fall weiterlesen!!!

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Da habe ich das herausgelesen:

Der König weiß von der Liebe, lässt sich aber von seiner Tochter beeinflussen und behält den Mann als seinen Kammerdiener, statt ihn verschwinden/hinrichten/in ein Eichhörnchen verwandeln zu lassen. Da muss sie wohl jahrelang mit großem Geschick einen besänftigenden Einfluss auf ihn ausgeübt haben.

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Ich hatte es eher so verstanden, dass es der König nicht ernstgenommen und für eine jugendliche Schwärmerei gehalten hat und nun davon ausgeht, dass der böse „Schändliche“ sein naives, unschuldiges Prinzesschen beschwatzt hat, mit ihm durchzubrennen.

Aber interessant, wie unterschiedlich Texte gelesen werden.

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Was mir gerade noch einfällt - vielleicht wird die Geschichte ja auch aus zwei Perspektiven geschrieben. 1. Perspektive Dearb, 2. Perspektive Prinzessin und dann Ping-Pong-artig hin und her :upside_down_face:

Ein bisschen doll neugierig bin ich ja jetzt doch.

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Ich glaube, die Geschichte würde mir in beiden Varianten gefallen: mit einer klugen Prinzessin, die die Allianz ihrer Gegner austrickst, oder mit einem total naiven Dummchen von Prinzessin, deren trottelige Gegner sich schon allein austricksen, so dass sie auch ohne ihr Zutun ihr Happy-End und ihre große Liebe bekommt.

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Ich würde die Geschichte feiern, wenn am Ende Daerb und Klesch gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten, die Knomlinge die Monarchie stürzen und eine Quiffokratie einführen :rofl:

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Spassiger Text, gefällt mir.

Wenn Daerb einen Befehl bekommt, dann weiss er, warum er hingeht.

Wie schon @_Corinna sagte, hast du hier ein Kuddelmuddel.

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Hallo @Johann_Dunkel ,
ohne jetzt im einzelnen auf die Geschichte einzugehen, einfach einige Anmerkungen.
Die direkte Rede ist ein Stilmittel und sollte nich in Buchform gegossen werden. Es gibt Klassiker, die damit auskommen. Der heutige Leser verhaslpelt sich da beim Lesen. Da zu kommt das Inquit. Manchmal lässt du es weg, was ich gut finde. Und dann wieder erschreckend viel nichts sagendes reinpackst. Getarnterweise, verpackst du das Inquit in eigene Sätze und reißt sie dann doch gerne optisch durch Absätze auseinander.
Durch die direkte Rede im Überfluss, spielt sich beim Lesen ein gewisses verbales Pingpong ab. Du würgst damit ein wenig den Lesefluss und vor allem das Mitdenken des Lesers etwas ab. Das ist etwas im Mode gekommen, da wir im Zuge unserer medialen Sozalisierung durch Film und Fernsehen etwas darauf getrimmt werden. Ich fühle mich als Leser etwas in die Passivität gedrängt. Für andere Leser ist das vielleicht gut, für mich ist es störend.
Du erzählst viel, aber eigentlich geschieht kaum etwas.

Fasst es ganz gut zusammen.
Lass deinen Figuren etwas Freiraum Dinge zu tun statt fast alles zu beschreiben. Beschreiben unterdrückt das hineinfinden in die Geschichte. Dafür führt es die Gedanken, in Lesegeschwindigkeit durch den Text. Kein „ich kann direkt sehen, wie Daerb immer kleiner wird“, des Lesers. Sondern nur das was da steht.

Liebe Grüsse
LonesomeWriter

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Hallo Johann_Dunkel,

habe den Text nun zweimal gelesen.
Und habe; bevor ich hier Kritik oder Lob anbringen möchte, ein paar Fragen.

  1. Ist das der Anfang deiner Geschichte?
  2. Die Sprache wirkt sehr mittelalterlich. Aber es kommen eine Menge „neuzeitliche“ Wörter vor. Ist das Absicht? Und warum?
  3. Ich verstehe, dass sich der „Held“ unfreiwillig mit Gefährten konfrontiert sieht.
    Aber: Wie sehen denn die Knomlinge aus? Und wie der Held?
    Beschreibungen mögen ja manchmal etwas hölzern wirken. Aber wenn du deinen Figuren wirklich Persönlichkeit geben willst, wäre es schon gut, wenn wir mehr über diese Wesen/den „Helden“ erfahren würden.
    Aber ich liebe Fantasy - also - was geht da noch?
    Viele Grüße!
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Hallo @Pütchen

  1. Ja, das ist der Anfang von etwas, das ein Kurzroman (60 - 100 Seiten) werden soll.
  2. Ich möchte typische Fantasy-Motive und -Sprache mit gesellschaftlichen und popkulturellen Referenzen verbinden, die mMn leichter greifbar sind, wenn die Sprache sonst eher modern gehalten ist bzw. dynamische wechselt. Aber durchaus eine gute Anmerkung, über die ich mir mehr Gedanken machen muss.
  3. Bislang spielt das Aussehen noch keine große Rolle für die Handlung. Aber du hast Recht, ich denke eine kleine charakterisierende Rückblende täte Daerb gut. Mehr Bilder, sicher keine schlechte Idee.

Vielen Dank allen Kommentatoren bis hierhin!
Sind sehr viele nützliche Anregungen dabei, zum Beispiel der Überfluss von Adjektiven (muss ich mir aus dem Kopf prügeln, weil mein Beruf gerade das verlangt). Danke @Gwendy
Oder das liebe Lob von @_Corinna , sowas spornt mich an und zeigt, dass ich nicht gänzlich auf dem Holzweg bin.
Aber auch die wichtige Kritik von @Pamina22 . Vielleicht braucht der Einstieg mehr Action … obwohl es daran im späteren Verlauf nicht mangeln wird.
Ich musste schmunzeln, weil die Story die Fantasie von @Hildtrud anregen konnte.
@LonesomeWriter Deine Eingaben klingen verdammt wichtig, aber ich habe nicht alles verstanden. Da muss ich erstmal recherchieren.
@RalfG ist tatsächlich aufgefallen, dass der König ursprünglich sehr einfältig geschrieben war. Über „Quiffokratie“ lachte meine Frau herzhaft.
@Milar danke ich für die Hinweise auf Widersprüchlichkeiten, die ich flugs ausbessern muss.

Mit besten Grüßen zum Wochenstart
Johann

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Ich bin gespannt, was du noch daraus machst.
Mein Tipp: Stell dir die Figuren vor, und mache (falls du Lust darauf hast) eine Skizze.
Die Verbindung von popkulturellen Motiven mit dem „alten“ Sprachstil sollte sich auf alle Fälle auch bei der Optik deiner Figuren wieder finden. Dann findet deine Leserschaft viel leichter in die Geschichte.
Ein Kurzroman also - hm… ja das wird ambitioniert.
Denn ich sehe (oder versuche es zumindest) die Figuren schon in einer verwobenen Geschichte.
Und dein „Held“ braucht klar mehr Vita!
So wie du es angelegt hast, klingt es für mich nach eher nach einer Serie. Dearb mit verschiedenen Aufträgen. In einer abgefahrenen Welt voller Wesen, die an Herr der Ringe erinnern - aber nur weit entfernt, und natürlich mit modernem Anstrich.
Dynamischer Wechsel in der Sprache ist spannend - aber nur, wenn die Figuren es auch aushalten!
Weiter viel Erfolg und natürlich Spaß mit deiner Geschichte.

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