Eine Frage zum Buchsatz mit Papyrus. Einfache Schreibprogramme wie Word generieren Blocksatz durch Verändern der Wortabstände, DTP-Programme hingegen durch Verändern der Zeichenabstände, was im fertigen Buch wesentlich besser und professioneller aussieht. Wie macht Papyrus das, wenn ich einen Buchsatz als PDF generiere? Zum Auswählen von Wort- oder Zeichenabständen beim Blocksatz habe ich keine Option gefunden.
Hallo @jcl ,
In Papyrus hast Du die Möglichkeit, ähnlich wie in Word, den Blocksatz einzuschalten. Dabei variiert Papyrus die Wortabstände automatisch. Du hast aber auch die Möglichkeit, zusätzlich die Zeichenabstände zu verändern, sowie extra die Wortabstände. Dazu musst Du allerdings den gewünschten Bereich markieren und im Menü Text → Sperrung auswählen.
Selbst verwende ich neben dem automatischen Blocksatz zusätzlich diese Möglichkeit. Als Maßeinheit habe ich (rechts) Punkt (1/72 Zoll) ausgewählt. Da solche „Mogelei“ nach Möglichkeit nicht auffallen soll, verwende ich bei Sperrung bei einer üblichen Schriftgröße von 11 Punkt maximale Werte von -0,1 bis +0,1 Punkt. Bei der zusätzlichen Option Extra für Leerzeichen -1 bis +1,5 Punkt.
Wählt man einen ganzen Absatz für diese Option aus, kann man so verwaiste Zeilen (Hurenkinder und Schusterjungen) vermeiden. Auch wenn nur kurze Teile eines Wortes oder sehr kurze Wörter als letzte Zeile eines Absatzes angezeigt werden, kann man den Eindruck so erheblich verbessern.
Auf diese Weise habe ich auch die kostenlose Broschüre, die man sich hier im Forum herunterladen kann, gestaltet (DTP – Publizieren mit Papyrus Autor) und auch mein dickes Layoutbuch, in dem diese Sache ausführlich beschrieben ist.
Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Layouten.
Danke für den Tip!
Ich hatte den Entwicklern von Papyrus schon vorgeschlagen, für den Zeilenumbruch den Knuth-Plass-Algorithmus einzubauen. Das haben Sie leider abgelehnt. Adobe Insight zu benutzen war mir aber zu teuer. DesignCraft, der Ersatz für Insight, funktioniert bis jetzt nicht zufriedenstellend, weil es keine Dateien in fremden Formaten importieren kann.
Was tun?
Ich habe mir ein kleines Skript basteln lassen, mit dem man eine DOCX‑Datei nehmen kann, die dann in PDF umgewandelt wird, wobei der Blocksatz nach Knuth-Plass abgeändert wird. Das läuft aber nur unter Linux, weil ich gerade vom nervigen Windows auf Linux umgestiegen bin (Zorin OS).
Hier die Voraussetzungen:
neusatz: setzt .docx- und PDF-Dateien mit Typst neu.
Typst bricht jeden Absatz als Ganzes nach Knuth-Plass um
(par.linebreaks: „optimized“), mit Silbentrennung in der Sprache des Textes.
neusatz buch.docx erzeugt buch-neusatz.typ und buch-neusatz.pdf
neusatz buch.pdf --seiten 20-40 übernimmt nur die Seiten 20 bis 40
neusatz buch-neusatz.typ setzt eine von Hand korrigierte .typ-Datei neu
Benötigt typst und pandoc, für PDF-Dateien zusätzlich pdftohtml (poppler-utils):
sudo apt install pandoc poppler-utils
Typst: Programmdatei von
nach ~/.local/bin
Man muss also typst, pandoc und pdftohtml installiert haben. Das Script benötigt außerdem python3.
Wie man es benutzt, kann man mit neusatz -h herausfinden:
usage: neusatz [-h] [-o AUSGABE] [–papier PAPIER] [–schrift SCHRIFT] [–groesse GROESSE] [–sprache SPRACHE] [–flatterrand]
[–trennstellen] [–seiten SEITEN] [–nur-typ]
eingabe
Setzt .docx- und PDF-Dateien mit Typst neu, Zeilenumbruch nach Knuth-Plass.
positional arguments:
eingabe .docx, .pdf oder eine schon erzeugte .typ-Datei
options:
-h, --help show this help message and exit
-o AUSGABE, --ausgabe AUSGABE
Ziel-PDF (Standard: -neusatz.pdf neben der Eingabe)
–papier PAPIER Papierformat statt dem der Vorlage, z. B. a5, a4, us-letter
–schrift SCHRIFT Schriftfamilie statt der aus der Vorlage
–groesse GROESSE Schriftgröße in Punkt
–sprache SPRACHE Sprache für Silbentrennung, z. B. de oder en (Standard: erkannt)
–flatterrand Flattersatz statt Blocksatz
–trennstellen weiche Trennstriche der Vorlage behalten (Standard: Typst trennt selbst)
–seiten SEITEN nur diese PDF-Seiten übernehmen, z. B. 20-40
–nur-typ nur die .typ-Datei schreiben, nicht setzen
Falls es jemanden interessiert, hänge ich es an.
Hinweis: Das Skript hat mir Claude Code geschrieben, es ist also KI‑generiert. Für meine Zwecke ist es in Ordnung, Fehler habe ich noch keine gefunden, was aber nichts heißt. Ich möchte da keine falschen Versprechungen machen. Wenn ich zu viel Zeit habe, erstelle ich vielleicht eine Version für Windows, falls möglich.
neusatz (45,3 KB)
… und warum muss der Seitenumbruch unbedingt automatisch geschehen? Andererseits ist der Ansatz sehr interessant.
Es sieht optisch einfach besser aus. Man muss es nicht machen, aber es ersetzt ein teures DTP-Programm.