Nehmen wir einmal an, in nicht allzu entfernter Zukunft würde es eine so hochentwickelte KI geben, dass deren Programme durchaus gute und lesenswerte Texte nach unseren Eingaben generieren könnten.
Und nehmen wir weiterhin an, ich hätte die Idee für einen Roman. Daraufhin gäbe ich einen Titel, Figuren, Haupt- und Nebenplots, viele Punkte zur Dramatik und andere mir wichtige Daten ein, woraufhin ich das KI-Programm einen Text generieren ließe.
Den KI-Text schriebe ich nun in meinem Stil so um, dass der KI-Ursprung nicht oder kaum noch erkennbar wäre. Zum Beispiel könnte ich nur Ideen oder Teile aus dem KI-Text verwenden. Sogar verschiedene Situationen und deren Lösungen würde ich der KI zur Aufgabe stellen.
Schließlich hätte ich einen Text zusammengestellt, der mich als Autor befriedigen würde und auch die Leser.
Bin ich dann aber immer noch als „Autor“ im heutigen Sinne anzusehen oder sollte ich diesen Text besser als hybriden Roman oder sogar schon als KI-Erzeugnis angeben?
Wenn es sozialgesellschaftliche Konventionen gibt, unter denen die Verwendung von KI kein Stigma darstellt, dann sollte die Angabe: „Inspiration und kreative Destillation unter Zuhilfenahme von KI“ unproblematisch sein.
Es gibt leute, die aufgrund ihrer hohen Sensibilierung und einschneidender Erregbarkeit keine klaren, strukturierten Ideen entwickeln können. Im Grunde trifft das auf Personen mit einem höheren Intelligenzquotienten zu. Diese Personen sitzen ewig an einem leeren Blatt Papier und fragen sich, warum die vielen tollen Idden in ihrem Kopf einfach keinen Zugang zum Stift und dem Papier finden.
An dieser Stelle kann KI durchaus ein Korkenzieher sein und den kreativen Fluss lenken.
Da jedoch die zivilisatorischen Auswirkungen von KI, noch immer nicht ausreichend erforscht sind und bislang im Bereich von Spekulation und Philosophie geistern, kann ich nur davor warnen, den vollständigen kreativen Porzess einer KI zu überlassen.
Eine Geschichte mit Herz und Seele entspringt den menschlichen Emotionen und Erfahrungen. Eine KI äfft nach, mal trifft sie überzeugender den Ton, oft weniger. Siehe " Uncanny Valley"
Ich glaube, das ist die falsche Frage. Richtiger wäre: „Bis wohin darf ich eigentlich KI in Anspruch nehmen ohne den Respekt vor mir selbst als Autor zur verlieren?“ Und das, mein lieber Freund, kannst nur du selbst beantworten. (Aber alleine der Umstand, dass du die Frage stellst, lässt vermuten, dass du dir die Antwort schon gegeben hast, stimmts?)
So, wie Du es beschreibst, ist es für mich klar Deine Autorenschaft; Du holst Dir den Text, die Formulierungen zurück und verpasst dem ganzen hoffentlich den emotionalen Stempel der Menschlichkeit.
Ich war „früher“ komplett gegen die Nutzung von KI, aber ich habe immer mit Input von anderen Schreiberlingen und Testlesern gearbeitet. Die habe ich natürlich bei Plotlöchern oder sonstigen Brett-vor-Kopf-Situationen gefragt. Einer hat mir auch mal ne Vorbildszene geschrieben
Ein Roman-MS ist mE spätestens ab Lektorat keine One-(wo)man-show mehr …
KI ist nur ein Brainstormer (@LeonhardvonBergfels ‚„Korkenzieher“ fand ich eine treffende Formulierung) mehr und im Gegensatz zu den Freunden immer verfügbar. Kein Ersatz. Aber man fällt Freunden dann nicht so auf den Wecker, wenn man Starthilfen und Brainstorming braucht. Um Mitternacht oder 5 Uhr morgens…
Ich glaube, das lässt sich aktuell nicht beantworten, da man es genau genommen nicht beweisen kann.
Selbst heute gibt es, ich nenne sie mal Text Architekten, Leute, die z.b Szenenweise Bücher generieren. Die machen genau das. Allerding werden sie nicht, oder nur minimal - wie von dir gewünscht - nachträglich die Ki vermenschlichen, weil sie es gar nicht besser können/gelernt haben (siehe gewisse Beispiele im Forum).
Die Frage ist, was ist für dich „Die Arbeit eines Autors“
Plot, Dramatik und Wendepunkte? Tatsächlich halte ich das für den einfachen Teil des Autorendaseins. Schwierig ist das Vermitteln der Emotionen durch geschickte Dialoge und und Metaphern. Ki´s können das aktuell bisher nur auf Niveau von „Groschenromanen“ → außer, du gibts ihnen die Dialoge hart vor. Aber dann kannst du den Roman auch selbst schreiben?
Wir beschäftigen uns ja nur mit dem Rand der KI Möglichkeiten. Wir wissen nicht, was Entwickler der KI Themen, die dort 10h arbeiten, in nahe und ferner Zukunft hervorbringen. Ich sehe KI als Chance jede Ecke der Menschheit mit Bildung zu versorgen. Denn selbst kleine Modelle, haben mehr Wissen, als in der Schule gelehrt wird.
Ich persönlich glaube ja, dass ein Autor KI eher zur Analyse (Ähnlich wie es Papyrus auf mathemathische Modelle macht) und Recherche einsetzen kann (wo man früher google oder die Bibliothek einsetzte). Eine Ki kann dir halt viel geschickter Texte auf bestimmte Merkmale abklopfen, da sie tatsächlich den Kontext „versteht“. Aber schreiben, Vorschläge verwerfen oder annehmen, wird man immernoch selbst.
In diesem Fall müsste meiner Meinung nach die KI als Co-Autor genannt werden.
Total OT: Moment, fand hier gerade ein Dialog zwischen einer Werkatze und einem Werwolf statt ![]()
den „tatbestand“ der geistigen urheberschaft sollten wir nicht vergessen. ki mag befehle ausführen und randbedingungen einbringen, die wir selbst im ersten moment so nicht sehen. aber sie wird (stand heute) nicht von sich aus die idee zu einem roman und seinem plot erzeugen. sie greift tief in die trickkiste, sobald eine konkrete zielvorgabe formuliert wurde. insofern ist sie in meiner betrachtung erfüllungsgehilfe, aber nicht kreatives genie. ohne den human factor ist sie nichts.
nebenbei bemerkt:
habe meine ersten fünf bücher analysiert. insgesamt gibt es drei stellen, wo ich mir von ki habe helfen lassen. weil mir keine besseren formulierungen in den sinn kamen. wozu ich stehen kann, weil mein personalstil die restlichen seiten prägt.
Ja, natürlich. Für mich war diese Frage nur ein rein gedankliches Spiel. Zukünftige Autoren könnten davon vielleicht einmal betroffen sein - wenn die KI sich meinen Vorstellungen gemäß entwickeln sollte.
Ich selbst bin sehr wahrscheinlich schon viel zu alt dazu, die Entfaltung der KI noch bis zu einem annähernd autonomen Schreibprogramm verfolgen zu dürfen.
Als Ruheständler sehe ich mich vorwiegend als Hobby-Schreiber. Da genügt mir die Dudenreihe und Papyrus. Das mühevolle Vergnügen meine Romane selbst zu schreiben, würde ich mir allerdings von keiner KI stehlen lassen.
Ich will selbst Architekt, ausführender Bauleiter und Handwerker meiner Schriften bleiben. Viele Schreibprojekte schwirren noch in meinem Kopf herum. Auf geordneten Notizblättern sammeln sich ständig neue Ideen und Textausschnitte. Ich schreibe täglich zu meinem Vergnügen. Dennoch bin ich mir der Tatsache bewusst, dass meine Lebenszeit leider nicht mehr ausreichen wird, noch alle meine Schreibvorhaben auszuführen.
Aber Schreiben ist auch für mich - wie für viele von euch - ganz klar keine KI-Angelegenheit.
Ich wünsche dir und allen Community-Autoren und -Autorinnen ein fruchtbares und erfolgreiches Schreibjahr. Ww
Ich kenne dein beschriebenes Gefühl. Ich habe auch viele Ideen und muss vor jedem Buch entscheiden „okay, machen wir dieses, statt jenes.“
Mir hat es geholfen meine Schreibroutine zu optimieren (wirklich täglich und sei es ganz wenig zu schreiben), sowie den Schreibort (gute Tastatur - echtes 10 Fingerschreiben gelernt) um meinen Output auf „legale“ Weise zu erhöhen ![]()
Ein Thema das mich auch beschäftigt hat.
Ich habe auch eine KI meine Texte analysieren lassen und bekam auch ein paar Vorschläge.
Gut und schön als Anregung, aber schreiben will ich selber.
Natürlich kommt es auch darauf an, was für eine KI ich verwende. Die kostenlosen Versionen werden sicher keinen Roman für einen schreiben, maximal kurze Kapitelchen. Dann die ganzen Sequenzen zu einem großen verbinden ist mühselige Feinarbeit, zumal dabei auch keine Handlungsstränge oder Verschachtelungen impliziert werden.
Bei kostenpflichtigen, im oberen Segment angeordneten KIs kann man sich sicher einen Roman mit einer Vielzahl von Parametern schreiben lassen. Aber…
Verschwörungen, Twists und Irreführungen über mehrere hundert Seiten hinweg sind, meiner Meinung nach, nur schwer realisierbar. Wenn, dann nur mit intensiver Zusammenarbeit mit der KI. Da ist meiner Meinung nach die KI noch immer kreativer.
Und letztendlich, wo liegt die Schmerzgrenze?
Maximal ein Drittel sollte von einer KI bearbeitet sein, eher noch weniger.
Ansonsten dürfte unter dem Titel nur stehen: Nache einer Idee von…
Bei mehr als 33% würde ich sogar schreiben: Roman von… Bearbeitet von KI…
Oder so ähnlich.
Bislang hatte ich immer erwartet, wenn ich einen Roman von Stephen King kaufe, dann bekomme ich auch ein Werk von King. Leider stellt sich dann aber heraus, dass selbst KIng seine Ghostwriter hatte.
Und die Ghostwriter von früher werden heute eben von einer KI ersetzt.
Ist für mich schon irgendwie Betrug dem Kunden gegenüber.
Und letzt-letztendlich: Wo liegt die Schamgrenze? Darf ich mich wirklich Autor nennen, wenn eine KI auch nur einen winzigen Teil des Werkes geschrieben hat, auf dem mein Name steht? (Recherche durch die KI nehme ich da mal aus). Du willst Respekt als Autor? Also verdiene ihn dir durch ehrliche Arbeit als solcher!
Diese Frage regt zwar zur Diskussion an, aber …
Chat gpt, Gemini oder auch immer sind Hilfswerkzeuge.
Von KI werd ich da nicht reden.
Intelligenz, Vorstellungskraft, ja sogar Intuition und Fantasie werden die Zangen, Schraubendreher und Bohrmaschinen nicht bedienen können.
Wenn ich sie für ein Korrektorat nutze, dann muss ich viel nacharbeiten, doch Schreibfehler finden sie verlässlich.
Zum Thema als Autor in den Spiegel sehen können ,
Wenn ein Autor ein Text schreibt und das Lektorat diesen Text von ureigenen Autorentext zu einem marktkonformen Massenprodukt umerzieht, was ist das dann?
Bis wohin darf ich eigentlich KI in Anspruch nehmen, ohne meine Urheberschaft als „Autor“ zu verlieren?
Bis wohin darf ich eigentlich KI in Anspruch nehmen, bevor ich nicht mehr in den Spiegel schauen kann? Jedenfalls hätte dir die KI die Frage in besserem Deutsch (nicht in schönerem) formuliert. Da du mir zuvorgekommen bist und den Autor bereits in Anführungsstriche gesetzt hast, nimmst du dich selbst nicht für voll. Anführungsstriche sind entweder wörtliche Rede, ein Zitat oder Ironie. Bei dir muss ich wenigstens nicht raten. Alles andere wurde im Thread schon gesagt. Meine Meinung dazu: Jeder, der glaubt, eine KI würde ihm helfen, tollere Bücher zu schreiben, der sollte sich mal überlegen, ob er sich nicht ein anderes Hobby sucht. Hat wirklich schon mal jemand etwas Leserliches von der KI serviert bekommen?
Fun-Fact: Mein Chef (Geschäftsführer eines IT-Unternehmens) hat sich verbeten, Mails zu bekommen, die mit einer KI verfasst wurden. Warum? Weil ein einzelner Mensch gar nicht so viel lesen kann, wie eine blöde KI auskotzt.
Mein Vorschlag: Drucke den Text auf Volumenpapier 70 g/ m², dann kann man sich in der nächsten Coronakrise damit wenigstens noch den Hintern abwischen.
Ich mag deinen Chef, Nopuli, ich versteh deinen Grant und ich bewundere deine Scharfzüngigkeit. Hab halt ein Faible für Bad Girls. Dennoch: diese Sache mit den Aggros, da musst du noch ein bisschen arbeiten daran. Das Kind in dir will achtsam schimpfen.
Kannst Du das bitte belegen? Er hat Bücher mit Koautoren geschrieben, Pseudonyme verwendet - aber Ghostwriter? Innerhalb seiner Bücher vielleicht …
?
bei deinem Statment jetzt frage ich mich gerade wieso du überhaupt auf die Frage
gekommen bist?
Weißt du, ich glaube es gibt die, die diese Schmerzgrenze überschreiten. Das sind die, denen das völlig egal ist und die auch keinen Anspruch an sich selbst haben. Die wollen einfach etwas verkaufen. Das ist auch ein Ansatz.
Dann gibt es die, die schreiben, weil es ihnen Spaß macht. Selbst wenn mir Copilot mal einen Satz perfekt umformuliert, denke ich darüber nach, ob ich es noch weiter verbessern kann. Und wenn ich dann doch mal eine Formulierung 1:1 übernehme, geht ja die Welt auch nicht unter. Denn das mache ich bei Testlesern ja auch.
Ich persönlich würde jetzt aber keinen Sinn darin sehen, mir einen Roman vorschreiben zu lassen, um ihn dann in meinem Namen herauszubringen. Welchen Sinn soll das haben? Denn ein finanzieller Ausgleich steht auch dem Aufwand kaum entgegen, wenn du das Ding komplett mit KI erstellen lässt.
Da mag es bessere Themen geben, um schnell Geld zu verdienen.
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Ich sehe es wie du. Den motivierten Laien ist es jetzt schon möglich Bücher zu generieren, aber den Spaß am Schreiben erlebt man nur durch eigenes Wirken.
Sicher unverfänglich in diesem Sinn sind KI-Nutzung für Brainstorming (Plotideen, Figurenkonzepte, Konfliktvorschläge usw.), Stilvorschläge, Grammatik- und Rechtschreibprüfung (macht Papyrus ja auch), Recherche - aber längere Passagen von der KI schreiben lassen, falls angestrebt: dann muss deine eigene „Prägung“ als Autor in jedem Fall deutlich erkennbar im Vordergrund stehen.