Für mich sind das eigentlich zwei verschiedene Fragen in Bezug zu Textbackup, die man sauber trennen sollte:
Was ist ein gutes Arbeitsformat? Was ist ein wirklich sicheres Langzeit-Backup, falls Software/Server/Lizenzprüfung irgendwann im Weg stehen?
- DOCX / RTF / DOC
DOCX basiert auf Office Open XML und ist formal standardisiert (ECMA-376 / ISO/IEC 29500). Trotzdem hat es ein paar Punkte, die es als „sicheres, universelles“ Archivformat relativieren:
Es gibt Strict vs. Transitional. In der Praxis speichern viele Office-Versionen standardmäßig „Transitional“ (Abwärtskompatibilität), während „Strict“ zwar standardkonformer ist, aber nicht überall der Default ist. Dadurch entstehen schon auf Standards-Ebene zwei „Geschmacksrichtungen“, die sich in der Praxis unterschiedlich verhalten. Ich hatte beruflich mit Schnittstellen zu tun und glaubt mir: es ist kein wirklich gutes Backup Format.
In der Realität ist DOCX deshalb oft eher „standardisiert, aber nicht zuverlässig interoperabel“ – besonders bei komplexen Layouts, Feldern, Kommentaren, Änderungsverfolgung etc.
Das heißt nicht: DOCX ist „schlecht“. Es heißt nur: DOCX ist kein maximal robustes Format für den Worst-Case (Software weg / Import in beliebige Tools / garantiert identische Semantik).
- .txt (UTF-8) ist für den Notfall am besten
Keine Abhängigkeit von Hersteller, Bibliotheken oder Parsern. In Jahren sehr wahrscheinlich noch lesbar (Notepad, vi, Emacs, alles). Minimale Angriffsfläche: kein komplexes Dateiformat, keine Makros, keine Layoutlogik. Ja, man verliert Formatierung, Fußnotenapparat, Kommentare, Metadaten, Denkbrett/Notizen, Layout usw., aber als Rettungsboot ist Plaintext unschlagbar.
Mein Ansatz:
Arbeitsdatei weiterhin im nativen Format (.pap), weil sonst die Funktionen weg sind und zusätzlich regelmäßig Export:
.txt (UTF-8), optional .rtf oder .odt (= ich komme an viel Struktur, auch ohne Papyrus). Oder PDF (ggf. PDF/A).
Warum halte ich diese Dinge für wichtig?
Die Frage nach einem wirklich sicheren Format ist berechtigt, weil Papyrus (12) vermutlich eine Lizenzprüfung über Server/Cloud-Komponenten nutzt. Und wir hatten bereits den Fall, dass ein Serverproblem Logins blockiert hat (12.06.2025 / Server-Ausfall (behoben seit 22:09 Uhr) - #57 von JörgBergs)
Wenn du in so einer Situation zusätzlich ausgeloggt wirst und Papyrus nicht mehr öffnet, sind .pap-Backups zwar vorhanden – aber ohne Papyrus nicht nutzbar. Genau deshalb ist ein regelmäßiger Export in ein papyrus-unabhängiges Format (mindestens .txt) für mich wichtig.
Und ja: In heutigen Zeiten ist die Annahme „Rechenzentrum/Cloud ist immer verfügbar“ keine Garantie. Ausfälle, Fehlkonfigurationen, Angriffe – alles schon oft genug passiert. Das mag ein jeder machen wie er möchte, ich behalte mir bei wichtigen Dingen .txt vor wie gerade beschrieben.