Der Fragenkatalog hat mich zur Reflexion gezwungen; dabei rutschte ganz nebenbei eine Prämisse raus, um die ich lange gerungen habe. Insofern sehe ich das als anstrengende, aber interessante Erfahrung, die mich ggf. für andere Verlage wappnet.
Es wäre erheblich leichter, wenn man sich kennen würde. Kann sein, dass der Verlag Grenzen auslotet; kann sein, dass er austestet, wie sicher ein Autor in seinem Vorhaben ist … Ich kann das nicht einschätzen.
Ich weiß nicht, ob es ein Trost für dich ist: Als Andreas Steinhövel sein Buch “Rico, Oscar und die Tieferschatten” einreichte, hörte er monatelang nichts. Bei Nachfrage erfuhr er, dass die Lektoren sich gebogen haben vor Lachen. Schon komisch, dass sie nicht früher reagiert haben. Kennst du das Buch bzw. die Serie? Umwerfend! Ein großartiges Buch für alles zwischen 3 und 100, egal ob als Buch, Film oder Hörbuch (Steinhövel liest so gut wie er schreibt).
Ich habe keine Vorstellung, wie es in einem Verlag aussieht. Würde helfen, die Situation einzuschätzen. Wenn jeden Tag ein paar hundert oder tausend Manuskripte eintrudeln, muss man schon arg viel Glück haben, um überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen. Wahrscheinlich ist man ein Apfel auf einem Apfelstand - alle sehen gleich aus, man greift auf gut Glück einen heraus. Mit noch mehr Glück ist er nicht wurmstichig.
Meine Schreibfreundin hat einen Roman über einen Polyglott und Synästhetiker geschrieben (Die Sprache des Lichts von Katharina Kramer). Studierte Journalistin mit Englisch und Französisch auf muttersprachlichem Niveau hat sie viel und exzellent recherchiert. Den Parcours durch Agenturen und Verlage habe ich mitbekommen. Eine Agentin schrieb (völlig zu Recht), dass er unter vielen Einsendungen hervorfunkelt; er ist wirklich was besonderes. Dennoch hat es unendlich gedauert, bis sie unter Vertrag genommen wurde.
Hier ein Link zu ihrer Lesung.
https://kontrafunk.radio/de/index.php?option=com_content&view=article&id=9472&catid=95
Montag versuche ich es mit der Kasseler Autorengruppe. Ohne Auto ist und bleibt es blöd, aber Versuch macht kluch.
Danke für deine guten Wünsche. Vielleicht bin ich der Apfel, den man wählt. ;-))