Autorengruppe für Austausch gesucht

Hallo aus dem Kasseler Land

Wer ich bin … Ich gehe stramm auf die 70 zu, pflege eine ungefähr genauso alte Katze (Murmel, 19) und überlege zurzeit, meinen Pachtgarten als Minigolffläche anzubieten. Der Wühlmäuse wegen.

Seit dem 14. Lebensjahr schreibe ich (Lyrik und Prosa), habe aber erst die letzten beiden Jahre in einen kontinuierlichen Schreibprozess gefunden.

Mein aktuelles Projekt, ein historisches Manuskript, das zwischen 1654 und 1663 spielt, ist jetzt abgeschlossen.

Die Recherche war Knochenarbeit, aber auch bereichernd. Man spürt oder besser versteht Entwicklungen, die aus der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart reichen. Beispielsweise werden Gesetze gestaltet, die sich aus persönlichen Bezügen - der Meinung eines regionalen Kleinherrschers etwa - lösen und so konzipiert werden, dass sie möglichst viele Fälle “greifen” können. Von da geht es allmählich in die Gesichtslosigkeit und Anonymität der heutigen Zeit über.

Beruflich hat es mich vor etlichen Jahren von Köln in die hessische Provinz verschlagen. In eine großartige Landschaft, aber - der Austausch fehlt. Bislang ist es mir nicht gelungen, eine Autorengruppe ins Leben zu rufen. Sollte jemand in der Region um Kassel leben und Interesse für regelmäßige Treffen haben, um sich gegenseitig zu fördern und zu fordern - bitte meldet euch.

Auch andere Interessenten sind willkommen. Im Zweifelsfall muss es eben elektronisch gehen.

Viele Grüße, Claudia

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Leider wohne ich zu weit weg. Dein Auszug gefällt mir sehr.

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Hallo, Claudia, und herzlich willkommen!

Schön, dass die Mitte Deutschlands im Forum Verstärkung erhält, denn laut einer Karte, die vor ein paar Monaten mit unseren Heimat-, bzw. Wirkorten angefertigt wurde, vertrat ich die Kasseler Region alleine. Auch das Alter verbindet uns, wenngleich ich die 70 schon zwei Jahre überschritten habe. Leider bin ich nicht mobil und somit nicht gruppentauglich, aber ich weiß über Instagram von einer sehr aktiven Autorengruppe, die sogar regelmäßig kleine Buchmessen in Kassel veranstaltet. Vielleicht wäre das was für dich?

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Hallo Antje6,

danke, das ehrt mich. Woran arbeitest du?

Hallo Heather,

das ist ein heißer Tipp. Danke. Selbst bin ich auch auf die Öffentlichen angewiesen, was das Leben jedenfalls in kultureller Hinsicht mühsam macht. In Köln fällst du mal eben in die U-Bahn, in Wildungen bist du froh, wenn überhaupt ein Bus kommt …

Der Pastor in meinem Manuskript liest klandestine (verbotene) Literatur. Manchmal brennt ihm der Kopf vor Gedanken, die er gern teilen würde. Ähnlich geht es mir. :wink:

Wie sieht es bei dir aus? Hast du Interesse, dich auszutauschen? Man könnte hier einen Anfang machen, sich auch persönlich treffen. Groß-Almerode habe ich auch erreicht - zweieinhalb Stunden Fahrt, aber mit Literatur im Gepäck lässt sich das aushalten. Ein Vorteil des Rentner-Daseins.

Mein Immobilitätsproblem ist leider dieses, ein psychisches und deshalb dauerhaft sozial extrem einschränkend. Ein Grund, warum mir dieses Forum viel bedeutet, um gedanklich nicht vollends ins Aus zu steuern. :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Ich verstehe.

2006 habe ich in Wolfenbüttel (Akademie für Erwachsenenbildung) ein Seminar zum historischen Roman belegt. Drei Teilnehmer und ich haben dann mehrmals übers Wochenende Texte diskutiert. Eine Meeresbiologin, eine Journalistin, eine Psychologin und ein Verlagsmensch. Köstlich. So viele Welten sind da zusammengekommen, so viele Perspektiven … jeder hat eine andere Qualität eingebracht.

Hast du Lust, in Kontakt zu bleiben?

PS. Werde je nachdem alle ein bis zwei Tage ins Forum gehen. Für heute verabschiede ich mich.

»Manche Dinge findet man, indem man ihr Fehlen einfach ignoriert.« :smiley:

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Ich schreibe an einem Fantasy-Projekt, aber nicht episch. (also keine Elfen, Orgs usw) Da ich sehr gern historische Romane lese (und am liebsten historische Krimis), spielt auch mein Projekt in einer vorindustriellen Epoche. So kann ich verlässlich recherchieren und bin dennoch im höchsten Maß frei, wie ich die Sachverhalte umsetze. Die Themen sind aber aktuell: Identität, Freundschaft/Liebe, Familie, Loyalität, Wahrheit, Kriege/Migration, Gerechtigkeit, Umwelt… Also trotz des Genres ist es dicht am realen Leben.

Witzig, ab und an belege ich dort auch Kurse. Ich wohne nur 10Km von Wolfenbüttel entfernt. Vielleicht passt es ja mal.

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Wir lesen und schreiben mit Sicherheit wieder von-, bzw. miteinander! :wink: Ich lese hier fast regelmäßig mit, auch wenn ich mich nicht zu allem äußere.

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Klug gewählt. Ein sicherer Rahmen, innerhalb dessen sich frei experimentieren lässt. Kennst du “Der Mann auf dem Hochrad” von Uwe Thimm? Eine allegorische Erzählung über Fortschritt und Widerstand. Köstlich.

Apropos historische Krimis. Ich liebe die Emmerich-Reihe von Alex Beer. Spielt etwa Mitte der 20er Jahre in Wien. Als Hörbuch gelesen von Cornelius Obonya - großartig.

Fräulein Gold, eine Hebamme in Berlin, spielt ebenfalls in den 20er Jahren.

Commissario Riccardi ist ein während des aufziehenden Faschismus in Neapel lebender Ermittler, der die letzten Gedanken von Mordopfern hören kann. Faszinierende Figur.

Für heute verabschiede ich mich, um einen Text voranzutreiben. Ich würde mich freuen, das Gespräch mit dir fortzusetzen.

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Leider kenne ich deine Empfehlungen nicht. Ich mochte die Henkerstochterreihe von Oliver Pötzsch. Sehr spannend fand ich auch “Der Vermesser” (viktorianisches London) und “Die Chronistin” von Julia Kröhn.

“Die Päpstin” von Donna Cross. (unglaubliche Grundlage!)

Von Krimis abgesehen, mag ich sehr die Bücher von Charlotte Lyne, besonders 12 Nacht.

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Was mochtest Du daran? Das ist genau meine Zeit, daher interessiert mich Dein Tipp sehr. Mein Kriminalroman spielt im späten 19. Jahrhundert.

Ich wohne leider ein ganzes Stück weg. Für regelmäßige Treffen ist das zu weit. Aber ich drück Euch die Daumen für die Gründung einer Gruppe.

Ich fand das Setting außergewöhnlich (und ein bisschen eklig). Ich weiß noch, dass ich beim Lesen Kopfkino hatte, weil alles so intensiv und plastisch beschrieben war. Der Protagonist William May litt unter einem schweren Kriegstrauma und versuchte alles, wieder in ein “normales” Leben zurückzukehren. Während ich die Kanalisation unter London nicht eben als angenehmen Ort assoziierte, fand er dort seltsamerweise so etwas wie Frieden oder Sicherheit. Und trotz seiner Schwierigkeiten, sich im Alltag zurecht zu finden, fand er die Kraft, gegen die allgegenwärtige Korruption Stellung zu beziehen. Und nicht zuletzt der Mord/ die Aufklärung des Mordes und wie William involviert wurde - das fand ich sehr spannend.

Kurz gesagt; Der Schreibstil, die Handlung, die Hauptfigur und wie sie es in die Epoche eingebettet hat - ich fand einfach alles stimmig.

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Wenn der historische Rahmen von Alex Beer & Co. für dich passt: kennenlernen!

Dass William May in der Kanalisation Frieden oder Sicherheit findet, klingt paradox und ist plausibel. Er kann den Schmutz - in der Welt, in ihm selbst - sozusagen an die Außenwelt abgeben und sich seinem inneren Frieden widmen. Ähnlich lässt sich verstehen, wenn Schüler beim Lernen laute Musik hören.

Ich merke mir das Buch vor. Hört sich spannend an.

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“Fräulein Gold” ist wie alle ihre zwischen 1920 und den frühen Nachkriegsjahren spielenden historischen Romane und Krimis allererste Sahne. Anne Stern, die Autorin, ist eine geschätzte Verlags-Kollegin und ein absolutes “Recherche-Monster”. Aktueller Lesetipp: “Weisse Nacht”!

Hab die Exposé-Vorlage eines Verlages ausgefüllt. Holla die Waldfee. Warum sollte man das Buch kaufen, wie würde eine Lesung aussehen, was unterscheidet meinen Roman von anderen … Kennt ihr sowas auch?

Ich schwebe zwischen “interessant” und “anstrengend”, habe das Gefühl, auch mir wird noch mal einiges klar - und man wälzt Arbeit auf mich ab. Oder ist das üblich?

Witzigerweise ist mir wie von selbst die Prämisse aus der Feder geflossen. Bislang hielt sie sich bedeckt.

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Ich habe für mein eigenes historisches Projekt “Jenseits der Mauern” (was eine Trilogie werden soll) ebenfalls ein Exposé, eine Leseprobe und eine Autorenvita an den Verlag “Realm & Rune” geschickt. Historische Texte werden sogar bei der Ausschreibung des Verlags bevorzugt. Die Ausschreibung ist aber seit dem 10.09. schon beendet worden und ich konnte meine eigenen drei Dateien (Exposé, Leseprobe und Autorenvita) gerade noch rechtzeitig einreichen. Falls es jemanden interessiert, hier ist die Seite des Verlags:

https://realm-and-rune.de/ueber

Gruß

Super Girl

Danke.

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Kein Problem. Gern geschehen!