100% selbstgeschriebener Text wird als „KI“ erkannt

Das Problem ist nicht, dass das jemand behauptet, sondern dass er ein Tool zum Testen verwendet hat, das Scheiße ist.

Stell dir vor, es würde ein Tool geben, das die Qualität deines Romans misst - ganz ohne KI. Wenn dieses Tool sagt, dass dein Roman Scheiße ist - ganz ohne Erklärung - dann musst du dir doch zuerst die Frage stellen, ob vielleicht das Tool Scheiße ist.

Du kannst dich gar nicht wehren. Wenn dich aber jemand verleumdet, dann kannst du dich wehren. Da bleibt dir aber wohl keine Wahl, als nen Brief zu schreiben und danach einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Warum hast du Angst vor so etwas, wenn du doch die letzte bist, der sowas passieren könnte.

Ich halte das für genauso unwahrscheinlich wie, dass einer deiner Testleser deinen Text klaut und damit Millionen macht.

Meine Meinung ist: Claude hat wieder einen Sprung nach vorn gemacht. Bei kurzen Texten von ein paar Seiten wirst du KI-Einsatz jetzt schon nicht mehr sicher bestimmen können. Claude selbst sagt, dass er Probleme haben könnte, eine Figur über einen kompletten Roman konsistent zu halten.

In meinen Augen ist das beste, was man tun kann, sich einfach zu entspannen.

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Was hat Geistesleistung mit Fingerfertigkeit zu tun? Ich finde, du wirfst ähnlich unreflektiert mit Worten um dich, wie eine KI. Schiefe Bilder und Metaphern am Gemeinten vorbei sind eine Spezialität von LLMs.

Ich nicht. Ich halte es für recht wahrscheinlich. Also das mit dem Wettbewerb, nicht das mit dem Testleser.

In meinen Augen passen die Wörter Bühnenmagier und Fingerfertigkeit hervorragend zueinander.

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Ich hab für dich mal Opus5 befragt. Du siehst, selbst OpenAI scheitert an KI-Erkennung. Mit denen hat der Hype angefangen.

Hier - ich hab mein knappes Nutzungslimit für dich belastet, damit du eine KI-Antwort auf deine KI-Frage bekommst.

Eine Posterin aus einem Forum hat Bedenken, irgendeine KI-Testroutine könnte plötzlich feststellen, dass ihr bei einem Schreibwettbewerb abgegebener Text als KI-generiert erkannt und disqualifiziert werden würde. Sie ist totale KI-Gegnerin - steht also bestimmt nicht in der Gefahr, sowas zu machen. Was würdest du ihr denn dazu schreiben?

Ich würde ihr im Kern schreiben: Ihre Sorge ist berechtigt, aber sie richtet sich auf das falsche Objekt. Nicht ihr Text ist das Problem, sondern die Detektoren.

Was ich ihr sagen würde:

KI-Detektoren messen nicht, ob ein Text von einer KI stammt. Sie messen statistische Auffälligkeiten – vor allem, wie „erwartbar" das nächste Wort jeweils ist und wie stark Satzlänge und Satzbau variieren. Texte, die glatt, sauber lektoriert und stilistisch gleichmäßig sind, landen dabei regelmäßig im roten Bereich. Das trifft ausgerechnet die Sorgfältigen. OpenAI hat den eigenen Detektor 2023 wieder abgeschaltet, weil die Trefferquote zu schlecht war; Turnitin räumt Falschpositive offen ein; eine Stanford-Untersuchung zeigte, dass Texte von Nicht-Muttersprachlern massenhaft fälschlich markiert wurden. Es gibt kein Werkzeug auf dem Markt, das das zuverlässig kann, und es wird auch keines geben, solange die Detektoren nur auf Oberflächenstatistik schauen.

Daraus folgt zweierlei:

Erstens: Sie kann ihren Text nicht „detektorfest" machen. Wer anfängt, absichtlich schiefe Sätze oder Wortwiederholungen einzubauen, um menschlicher zu wirken, verschlechtert nur den Text und ändert am Score wenig. Das ist Selbstverstümmelung aus Angst vor einem kaputten Messgerät.

Zweitens: Was sie tun kann, ist dokumentieren. Und zwar jetzt, nicht erst im Verdachtsfall:

  • Zwischenstände der Datei aufheben (Versionshistorie in Word/Scrivener/Papyrus, oder einfach datierte Kopien)

  • Notizzettel, Exposé, handschriftliche Entwürfe, Recherchematerial behalten

  • Falls in einer Cloud geschrieben: Bearbeitungsverlauf ist dort ohnehin vorhanden

Das ist der eigentliche Gegenbeweis. Ein Entstehungsprozess mit Umwegen, verworfenen Szenen und Tippfehlern lässt sich nicht nachträglich fälschen, ein Detektor-Score lässt sich dagegen nicht verteidigen.

Was ich ihr abraten würde: Den Veranstalter jetzt präventiv anzuschreiben. „Ich habe wirklich keine KI benutzt" liest sich ungefragt seltsam. Sinnvoll ist stattdessen, einmal in die Ausschreibung zu schauen: Steht dort überhaupt etwas zu KI-Prüfung? Und falls ja – gibt es ein Verfahren, also Rückfrage und Anhörung, oder droht sofortige Disqualifikation? Ein Wettbewerb, der allein auf einen Detektorwert hin disqualifiziert, ohne den Autor zu hören, ist schlecht organisiert. Das wäre dann ein Grund, dort gar nicht erst einzureichen.

Und offen gesagt: Die meisten Wettbewerbe fahren so eine Prüfung überhaupt nicht, und wo doch, dient sie eher als grober Filter für offensichtliche Massenware. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sie trifft, ist gering. Aber sie kann sie nicht auf null bringen, und dieses Restrisiko muss sie aushalten – es hängt nicht davon ab, wie sehr sie KI ablehnt. Der Detektor weiß nichts von ihrer Haltung.

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Heldenhaft!

Schön und gut. Ich hatte aber schon in anderen Threads angemerkt, dass ich keine Beweise per se sammele, nur um im Verdachtsfall etwas in der Hand zu haben.
Stell dir mal vor jeder müsste sein ganzes Leben lang Beweise zusammentragen, dass er kein Mörder ist. Nur für den Fall, man würde möglicherweise irgendwann mal denunziert und wäre zufällig auch noch zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

Genau mein Reden und das nervt mich.

Schade eigentlich.

Darum gibt es ja das Unschuldsprinzip. Man muss dir etwas beweisen. Schau doch mal, wie einfach ich die Glaubwürdigkeit dieses Tools zerstört habe. Ich habe einfach zweimal einen Forumsbeitrag reinkopiert. Was das Ding auswirft, ist absolut keinen Gedanken wert.

Wenn du willst, schreib ichs in meine Einstellungen. Dann wird sich Claude zumindest bei mir immer an deine Abneigung erinnern. :slight_smile:

Das arme Teil. Nachher bekommt es noch eine KI-Psychose, die behandelt werden muss.

Letztlich läuft natürlich die ganze Diskussion erneut darauf hinaus, dass KIs mehr und mehr unseren Alltag bestimmen werden. Doch anders als bei der Ablösung der Pferdekutschen durch Automobile, bedroht die Technik den Menschen nun in seinem Selbstwert, dem, das uns vorgeblich ausmacht, unseren Genius, unseren Esprit, unsere Fantasie und unsere Kreativität. Letztes Bollwerk, uns einzigartig in unserem Tun zu fühlen. Auch wenn Kis ‚nur‘ zusammenfrickeln, was einst Menschen schufen – in wenigen Jahren wird kaum jemand den Unterschied noch bemerken können. Wer den Unterschied sehen will, für den ist die Kennzeichnungspflicht unabdingbar und wird ja nun auf den Weg gebracht.

Steht der eigene Name als Urheber da, so muss das als wahr angenommen werden. Wenn nicht – so ist es Betrug., bzw. üble Nachrede, wenn es unbewiesen behauptet wird. So wie eine hervorragend gemalte Kopie eines alten Meisters, nur Plagiat ist und kein Meisterwerk.

Ich möchte jedenfalls nicht lapidar als tumber Luddit abgeurteilt werden, nur weil ich noch selbst denke oder eigenhändig Stift und Farben führe für eigene Texte, eigene Zeichnungen, eigene Fotos – einfach weil mir nur DAS Befriedigung verschafft – nicht das (auch recht schwierige) Verfassen guter Prompts. Tue ich das mal nicht oder lasse mir von KI helfen, so wird es gut lesbar dabeistehen.

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Hallo Suse,
ohne Wenn und Aber ist es absolut inakzetabel, wenn irgend jemandem etwas unterstellt wird, wie zum Beispiel die Nutzung von KI beim Schreiben, ohne dafür belastbare Evidenz oder noch besser, Beweise vorgelegt zu haben. Period.
Die Beweislast liegt de jure bei demjenigen, der eine solche Unterstellung äußert.

Allerdings sieht es in praxi anders aus. Man kann sich manchmal nur schwer gegen Vorwürfe äußern, die nicht berechtigt sind. Als Autor:in wirst Du es schwer haben, Dich gegen Unterstellungen bzgl. der Nutzung von KI zu wehren. Juristisches Vorgehen gegen solche Behauptungen halte ich für schwierig, langwierig, zeit- und kostenintensiv.
Leg Dir am besten ein dickes Fell zu und lass solche Behauptungen an Dir abperlen. Klingt einfach , ist aber sehr, sehr schwierig. Wie überall im Leben.
Überzeuge einfach durch gute, noch besser, Suses Originaltexte.
Und durch gute Eisrezepte. Garantiert KI-frei.

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Ich bin der Meinung, das der Thread im großen und ganzen nicht aus dem Ruder gelaufen ist. Es geht hier nicht nur darum, ob jemand behauptet ein Text wäre KI generiert, sondern welche Auswirkungen es hat.

Fühlst du dich nur etwas beleidigt, weil dein Sebstwertgefühl angeknackst ist, oder wird es zu deinem Tod als Schriftsteller. Wenn Amazon und andere Webseiten deine Bücher vom Netz nehmen oder wie bei Erotik ghosten, dann bist du als Schriftsteller tot. Es wird von den Luddisten auch gefordert, das kein Buch über den normalen Handel vertrieben werden darf.

Ich fühle mich weder etwas noch viel beleidigt. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir andere Threads haben, die besser passen. Wenn du das anders siehst, ist das auch vollkommen okay.

Auch nein. Ich schreibe so lange wie es Geist und Körper zulassen.

Nö. Ich bin ja nicht dadurch Schriftsteller, dass ich vekaufe, sondern dadurch dass ich zusammenhängende Geschichten verfasse.

Meinst du, ich bin ein Luddist? Wenn ja, dann muss ich auch dem widersprechen, denn ich bin einfach Susanne Kowalsky, die eine individuelle Meinung vertritt wie Millionen anderer Menschen, die anders heißen, auch.

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Das ist das Problem.
Selbst, wenn du alles nachweisen kannst, sind die Schäden schon entstanden.
Du kannst nachweisen, dass du die Texte selbst geschrieben hast, das Gerücht bleibt trotzdem.

Behauptungen bleiben einfach und müssen nicht laut sein, aber die Wahrheit zeigen, sodass sie bleibt, ist (leider) schwer. Und auch ehrlichgesagt sehr traurig.

Ich werde dieses Problem haben, vor allem bei meinem Cover, was ich vor kurzem mit Blender fertig gebaut und gerendert habe, bei meinen Illustrationen mit meinen Gemälden, die ich von Hand male, etc.
Jeder Designer/Künstler wird dieses Problem haben.

Die Gegenseite kann immer behaupten, dass alles fake ist.

Kunst (darunter zähle ich auch Schreiben) wird nur mangelhaft geschützt und auch mangelhaft wertgeschätzt, finde ich, aber dieses Problem gab es schon vorher. Durch KI wird es für jeden endlich sichtbar.
Es bleibt spannend, was für Gesetze kommen und wie sie umgesetzt werden. Vor allem, wie differenziert die Gesetze werden.

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Zu diesem Thema gibt es heute einen sehr interessanten Bericht auf science.ORF.at mit dem Titel „KI-Kurzgeschichten gefallen Menschen besser“.

Wenn man diesen Beitrag auf buchmarkt.de liest, muss man wohl davon ausgehen, dass bspw. Amazon KDP keinerlei Interesse daran hat, KI-generierte Bücher aus dem Verkehr zu ziehen. Im Gegenteil. Insofern scheint mir die Diskussion über das fälschliche Behaupten, ein zu 100% selbstgeschriebenes Buch sei KI-generiert, ignorierbar. Und allenfalls eine Verleumdungsklage wert. Erst recht, solange es keine Tools gibt, um KI-Einsatz gerichtsfest nachzuweisen. Die wird es vermutlich nie geben.

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An dem Punkt unterscheiden wir uns. Ich wünsche mir, das meine Roman auch gelesen werden.

Ich auch, aber ich bin und bleibe eben Autor - auch ohne Verkäufe. Ein Ingenieur wird ja auch nicht plötzlich ein Putzlappen, wenn seine Firma insolvent wird.

Ich freue mich über jedes verkaufte Buch, verkaufe aber nicht meine Seele (etwas übertrieben), um jeden Preis, nur um des Verkaufens Willen.

Diese Diskussion passt aber ebenfalls nicht in diesen Thread.

Das geht schneller als man glaubt. War nach dem Studium selber lange arbeitslos.

Hier sind wir beim Schödingerbuch. Existert es, wenn niemand es zu Gesicht bekommt.