Zeitnot. Und wie die Figuren das schamlos ausnutzen

Im Bus. Schon wieder. Zweimal die Woche 500km hin und wieder zurück. Die einzigen Stunden derzeit, die nicht irgendwie mit Hektik und Chaos vollgefüllt sind.
Freitag ist das vorbei. Wenn es schlecht läuft. Wenn nicht … geht das noch mindestens eine Woche so weiter. Psst. Nichts sagen, sonst verschrei ich es noch.

Und während ich nicht weiß wo mir der Kopf steht, machen sich meine Protas langsam selbstständig, wenn ich sie mal zu Wort kommen lasse.

Sie folgen dem Plot. Grob. Fast widerwillig. Aber sie haben plötzlich eigene Ideen. Eigene Vorstellungen.
Sie auf den Pfad der Tugend zurück zu zwingen, funktioniert nicht. Dann werden sie trotzig, bockig. Alles klingt hölzern.
Also werde ich sie von der Leine lassen. In Grenzen. Und abwarten wo das hinführt.
Mein heres Ziel, dass ich erreichen wollte? Noch in Sichtweite. Wenn auch am fernen Horizont.
Langsam glaube ich, sie wissen besser als ich, wie ich dort hinkomme.
Ich bin gespannt. Und neugierig. Und aufgeregt.
Als würde ich in einem Buch lesen, dessen Seiten sich füllen, während ich umblättere. Vorher? Weiße Seiten. Wartend, auf das was kommt.

So wie ich.

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Ein gutes Zeichen! Wohin auch immer es deine Geschichte führen wird. :ok_hand:t2:

Das kenne ich. Woher soll ich auch wissen, was Isabella und Lena auf der nächsten Seite anstellen, sie ist ja noch nicht geschrieben.

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:rofl: Ich dachte erst, dass es ein weiterer Auszug deiner Rohfassung ist und war kurz irritiert, denn 500 km durch das Land zu brausen, würde auch zum Profisport passen.

Dass die Figur plötzlich ihren eigenen Kopf haben, zeigt, dass sie eigenständige Persönlichkeiten mit Charaktertiefe geworden sind und deine Handlung lebt.

Ich selber fand diesen Punkt bei meinem derzeitigen ersten Projekt auch unheimlich und wollte „meinen“ Weg beibehalten. Besonders beim überarbeiten eines Kapitels „beschweren“ sie sich, dass mein Plan zwar gut ist, aber sie würden es gerne anders haben.

Du und deine Figuren seid ein Team. Und du bist der Leader, der auf seine Kameraden hört.

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