ich bin nicht sicher wie man Zeiten im Roman richtig nutzt.
Bespiel:
Mein Roman wird in der Ich-Erzählerform erzählt.
„Ich kam nach Hause und nahm das Buch“
Nun macht/erlebt/beschreibt mein Charakter Dinge, die damals so waren, es aber auch jetzt noch so sind:
„Ich kam nach Hause und nahm das Buch. Der Titel war „Mein erstes Buch“ und es hatte 300 Seiten“.
Nun heißt das Buch heute (also zum jetzigen Zeitpunkt) immernoch „Mein erstes Buch“ und es hat immer noch 300 Seiten…
Ich könnte also auch schreiben:
„Ich kam nach Hause und nahm das Buch. Der Titel ist „Mein erstes Buch“ und es hat 300 Seiten“.
Der Fakt das es „Mein erstes Buch“ heißt und 300 Seiten hat, ist ja unverändert…
Welche Schreibform ist nun korrekt?
Aus dem Gefühl würde ich sagen „war“ und „hatte“ ist korrekt. Auch wenn es heute immer noch so ist, erzähle ich in der Vergangenheitsaform.
"Ich kam nach Hause und nahm das 300seitige Buch mit dem Titel „Mein erstes Buch“ "
Ein bisschen länger, aber noch weit davon weg, ein langer Satz zu sein.
Der Satz mit dem Buch war nur ein Beispiel, es geht grundsätzlich um die Zeit bei einer Vergangenheitserzählung, wenn der Sachverhalt in der aktuellen Zeit immer noch korrekt ist (Buch hatte damals 300 Seiten und heute immer noch)…
Ich bin nicht sicher ob ich Dich jetzt richtig verstanden habe. Mein Hirn ist gerade Matsch…
In der deutschen Literatur ist es üblich, bei einer Vergangenheitserzählung (Präteritum) grundsätzlich die Vergangenheitsform beizubehalten, auch wenn die Fakten bis heute gelten. Dies dient der konsistenten Erzählstimme und vermeidet unnötige Brüche. Dein Instinkt ist also richtig:
„Ich kam nach Hause und nahm das Buch. Der Titel war Mein erstes Buch und es hatte 300 Seiten.“
Es sei, Du bist Ernest Hemingway, dann würdest Du es so schreiben (in der absoluten Gegenwart) :
Ich komme [verdammt noch mal] nach Hause, nehme dieses [scheiß] Buch - es ist mein erstes Buch und es hat [fucking] 300 Seiten.
Die Frage bezieht sich nur auf die Ich-Perspektive als Erzählform, richtig? In dem Fall stimme ich @Ludovic zu.
Oder ist die Frage generell gemeint und die Perspektive hier nur als Beispiel gedacht? Bei der 3. Person omni ist es ein wenig anders, wenn der Erzähler die Handlung kommentiert. Beziehungsweise kann ein wenig anders sein.
Beide Möglichkeiten sind richtig, aber mit einem Zeitenwechsel zur Gegenwart reißt man den Leser aus der erzählten Geschichte heraus und holt ihn auf die (Zeit-)Ebene des Erzählers.
Das würde ich nur dann machen, wenn ich dem Erzähler im Buch insgesamt eine größere Rolle gebe, so dass der Leser den Erzähler kennenlernt und eine Beziehung zu ihm aufbaut. Sonst ist es nur ein Störfaktor, wenn man den Leser mitten in der Erzählung extra mit der Nase darauf stößt, dass es eine erzählte Geschichte ist.