Wie geht ihr mit Fachbegriffen um? Traut ihr dem Leser etwas zu oder umgeht ihr sie?

Ich würde mich zuerst daran halten, was im Mainstream bekannt ist. Hopliten und Phalanx kennt praktische jeder, vor allem wenn er einen Roman wie deinen liest. Paidagogos kennt niemand. Hier würde ich unterscheiden, ist der Begriff durchgängig in deinem Roman wichtig oder taucht er nur einmal auf.

Meiner Meinung nach solltest du keine Übersetzung zwangsweise reinsetzte, nach dem Motto: „Er war ein Paidagogos. Das ist ein Lehrer und …“

Wenn der Begriff wichtig ist, dann erkläre nichst, sondern zeige was ein Paidagogos ist. Der Leser merkt allein, durch deine Geschichte, das er ein Erzieher und Sklave ist. Durch ständige Wiederholung des Begriffes merkt er sich auch das Wort. Also beginne die Einführung nach dem Motto: „Die Schüler saßen vor ihrem Paidagogos …“

Die unwichtigen Begriff lass weg. Es verwirrt den Leser. Ein Glossare reißt ihn aus der Geschichte. Zeige wie unterschiedlich ein Junge aus Athen und Sparta gekleidet sind. Wichtiger als Farbe und Form ist, was die Kleidung aus ihnen macht und wie sie die Beiden emotional trennt.

Überhaupt. Wenn du einen Roman schreibst und kein Sachbuch, dann sind die Charakter das Wichtigste. Wichtig ist wie die Zeit, in der der Roman spielt, sie prägen und verändern. Und nicht wie sie ein Kleidungstück nennen

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Herzlichen Dank für deine Antwort, @ftu_de. So in etwa hatte ich es auch vor.

Tatsächlich bauen sich alle meine Bücher rund um die Charaktere, die sind mir immer am wichtigsten. Bei dem Drumherum, ob nun meinem Club Elysion oder jetzt die Antike, konzentriere ich mich auf das Wesentliche, auf Dinge, die der Leser braucht, um ein lebendiges Bild vor Augen zu haben.

Aber gerade für ein historisches Buch finde ich es unverzeihlich, wenn alle “Gewänder” tragen oder ich aus einem Himation einfach einen Mantel mache.

Es ist auch eine Gratwanderung, weil viele meiner Stammleser keine historischen Bücher lesen, sondern Geschichten um Männer, die einander lieben.

Auf jeden Fall danke ich dir herzlich. Ob die breite Masse weiß, was Hopliten sind oder wie eine Phalanx aussieht, möchte ich bezweifeln. Wenn ich mit meinem Sternenführer “Sternbilder und HImmelssagen” durch die Lande tingele, kennen viele noch nicht einmal Prometheus. Den kannte ich schon als Kind, und die Feuer des Prometheus sind für mich eine Metapher für Forschergeist und Entwicklung.
Diese Unkenntnis ist altersunabhängig, zumindest erlebe ich das so.

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