Ich habe mal einen Klappentext für mein aktuelles Projekt geschrieben und würde gerne wissen ob er seine Zweck erfüllt und euer Interesse weckt. Für Verbesserungsvorschläge bin ich gerne zu haben.
Der junge Zauberlehrling Lorcan erbt die Hütte seines Meisters in Buchbronn – einem idyllischen Dorf mit einem magischem Geheimnis und aufkeimender Liebe. Doch ein verheerender Unfall und ein mysteriöser Fremder zerstören seine Pläne. Ein legendäres Artefakt verspricht Erlösung, doch drei unsterbliche Wächterinnen hüten seine uralte Macht. Kann Lorcan über sich hinauswachsen und seine Fehler sühnen?
Das irritiert mich…Hört sich an, als wäre das Dorf verliebt. Das würde ich ändern
Insgesamt kann man den Klappentext so schreiben, allerdings ist er ein wenig langweilig … Ich würde etwas mehr Spannung und Pep reinbringen
L.G Tanja
Ich würde „junge“ streichen. Der Lehrling impliziert schon, dass er jung ist. Muss nicht zwangsläufig. Ist aber eher die Regel und bei einem Lehrling denkt wohl kaum jemand an einen älteren Menschen.
in Buchbronn - einem idyllischen Dorf
im idyllischen Dorf Buchbronn.
Dort trifft er seine erste Liebe und entdeckt ein magisches Geheimnis.
→ Vielleicht eher so in dieser Richtung?
Ja. Aktuell erfährt man zu wenig. Du hast 1. Dorf mit Geheimnis, 2. Liebe. 3. Unfall. 4. der Fremde. 5. Artefakt, 6. Wächterinnen, 7. uralte Macht 8. Lorcan Fehler.
ohne irgendwo konkret zu werden. Ich würde mir 3 Aspekte heraussuchen und dann konkreter werden. Beispiel:
Was hat der Zauberlehrling Lorcan nur getan? Gestern herrschte im Bergdorf Aluem noch Frieden und er plante seine Verlobung mit Bauerstochter Alissa, heute hält er ihren zerschmetterten Leib in die kühlen Fluten und betet, dass das Wasser wirklich heilende Kräfte hat, wie von den Alten versprochen.
Doch Zeit bleibt ihm nicht. Der Fremde, mit dem all das Unglück begann, suchte bereits nach ihm.
Lieber @AlexS,
ich schließe mich meinen Vorschreibenden an. Die aufkeimende Liebe bezieht sich hier ganz offensichtlich aufs Dorf und klingt zudem in meinen Ohren etwas altbacken, genauso wie der Name Buchbronn. Aber vielleicht ist das ja deine Absicht.
Leider verrätst du uns sonst nicht sehr viel, außer vielleicht, dass du jede Menge Adjektive in deiner Wortschatzkiste hast - immerhin acht in zwei Sätzen. Auch gut, aber zuviel ist immer bitter, selbst wenn es Zucker wäre. Über den verheerenden Unfall hätte ich gerne mehr gewusst, und auch wieso das besagte Artefakt Erlösung verspricht. Erlösung von einem Unfall? Oder doch von Lorcans Fehlern, die er sühnen soll/will, die du uns aber nicht mal andeutest. Ich glaub, das geht besser.
Ich habe mir die Freiheit genommen und deinen Klappentext etwas umgeschrieben:
Ein Erbe in Buchbronn, ein Dorf voller Magie und die Hoffnung auf ein neues Leben – bis ein fataler Fehler alles in Schutt und Asche legt. Um sein Schicksal zu wenden, muss der junge Zauberlehrling Lorcan das Unmögliche wagen: Drei unsterblichen Wächterinnen ein legendäres Artefakt entreißen. Kann er seine Schuld sühnen, bevor die Dunkelheit ihn einholt?
Es reicht meist ein Gefühl zu vermitteln. Es kommt in meinen Augen positiv an, wenn im Buch noch mehr passiert, als im Rückentext angekündigt. Trotzdem sollte irgendein Detail so greifbar sein, dass es ein Bild beim Lesen vermittelt. Spontanbeispiel:
Genne liebte Drachen. Diese gezähmten Riesen, die von vielen als Bestien beschimpft und zur Belagerung von Städten eingesetzt wurden. Nur die Drachenreiter konnten sie kontrollieren. Ein lebeslanges Training und eiserne Diziplin war angeblich nötig.
Genne glaubte das nicht. Sie war erst vierzehn und als Magd niemand von Bedeutung. Doch als sie an diesen Morgen mit der Hand über die warmen Schuppen eines Drachens strich, der im Schlosshof auf seinen Reiter wartete, spürte sie diese klugen und traurigen Echsenaugen auf sich ruhen. Sie hörte die sanfte Stimme direkt hinter ihrer Stirn.
»Befreit uns. Fliege mit uns«
Und mit dem Blick auf dem Sattel traf sie eine Entscheidung, die den Verlauf des Schicksals ändern sollte.
Ich gebe Tapio vollinhaltlich recht: Wichtig ist ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln, vielleicht schon eine erste Identifikation der Lesenden mit den wichtigsten Protas herzustellen, und ein (wesentliches) Detail greifbar zu machen, das Lust aufs Weiterlesen macht. Quasi „der Gruß aus der Küche“.
Wenn ich mir ansehe, wieviel Nebenhandlungen und Nebenpersonen sich in meinem Roman tummeln, dann wundere ich mich jetzt im Nachhinein, dass ich hier alle Kreise schließen konnte. Klar war dann im Klappentext die Frage: Welche(n) Köder hängst du an den Haken? Die Missbrauchsgeschichte der Protagonistin? Die Kriegsgeschichten ihres Mentors? Die Rocker, die Neonazis, den verrückten Philatelisten, den coolen Bullen? Die queere Liebesgeschichte? Die Korruption der Dorfpolitiker? Oder doch, was mit dem Gold ein halbes Jahrhundert später geschah?
Nichts davon habe ich genommen. Nur dass meine vier Außenseiter eine Kiste mit Raubgut der Nazis finden und „eine Menge Probleme, von denen die Polizei noch das Geringste ist“ bekommen und „der Einzige, dem sie vertrauen können, von seinen eigenen Dämonen gejagt wird“.
Angeblich war das gut genug, aber wer weiß das schon wirklich?
Irgendwie ist das so noch nichts Halbes und nichts Ganzes. Von der Adjektivschwemme mal abgesehen, reißt du eine Menge Dinge an, trotzdem bleibt es schwammig und irgendwie nichtssagend, so wie irgendein anderes x-beliebiges Fantasywerk.
Ich würde auch sagen, konzentrier dich auf zwei bis drei Einzelheiten und arbeite die gründlicher aus, damit es origineller wird und sich als etwas Besonderes präsentiert. Auch der Prota sollte schon im Klappentext etwas mehr Flagge zeigen, schließlich soll man sich für ihn und sein Schicksal interessieren.
So, wie es jetzt ist, liest es sich wie ein beliebig austauschbarer Plot, den man schon zigmal gesehen hat.
Ich habe eure Anmerkungen versucht einzubauen. Die Handlung ist nun etwas deutlicher und ich hoffe auch, dass es mehr Interesse weckt.
Der Zauberlehrling Lorcan erbt die Hütte seines Meisters. In dem idyllischen Dorf Buchbronn muss er auf sich alleingestellt, seine Ausbildung beenden. Das Lehrbuch, das sein Meister ihm hinterlassen hat, enthüllt ein Geheimnis. Doch anstatt es zu erforschen, lässt er sich von der Schäferin Mara ablenken. Als sie bei einem Unfall schwer verletzt wird, bietet ein mysteriöser Fremder seine Hilfe an. Nur ein legendäres Artefakt verspricht Erlösung – doch dafür muss Lorcan über sich selbst hinauswachsen.
Aaah, die schöne Schäferin, jetzt wird’s interessant. Sehr gut. Meine erste Krankenpflegelehrerin vor 45 Jahren hieß Mara, Mann, was hat die mich abgelenkt von dem Stoff, den sie unterrichtete …
Besser, für meinen Geschmack enthält es aber immer noch ein paar unpersönliche Elemente zu viel.
Ich hab mal versucht, wie ich an die Sache herangehen würde - nur so als grobe Idee:
Als sein Lehrherr unerwartet stirbt, muss Zauberlehrling Lorcan selbst sehen, wie er seine Ausbildung beendet. Wenigstens hat ihm der Meister sein ganzes Habe hinterlassen, darunter auch ein uraltes Zauberbuch, das er stets wie seinen Augapfel gehütet hat. Lorcan erkennt rasch, dass darin die Spuren eines legendären Geheimnisses verborgen liegen.
Doch bevor er der Sache näher auf den Grund gehen kann, fällt seine geheime Liebe, die Schäferin Mara, einem mysteriösen Unfall zum Opfer. Nur ein magisches Artefakt kann jetzt noch helfen, und Lorcan muss über sich selbst hinauswachsen, um sie zu retten …