Wie fängt man am besten an?

Es wirkt vielleicht etwas unprofessionell, aber manchmal kommt es bei mir im Leben vor, dass ich eine spontane Motivation bekomme, etwas neues anzufangen. Und so kam es, dass ich irgendwie die Lust verspürte auch mal einen Roman zu schreiben. :slight_smile:

Jetzt hat sich dieser Gedanke seit einiger Zeit festgefressen und ich stehe vor der Frage: Wie fange ich am besten an? Ich habe eine Idee für die Geschichte und habe angefangen mir Charaktere zu überlegen. Habe mir dann im Papyrus auch bereits meine Figuren mit Steckbriefen angelegt (und irgendwie auch bereits zum jetzigen Zeitpunkt gefühlt 20x angepasst).

Ich habe dann angefangen die ersten Seiten zu schreiben und frage mich, ob das so der richtige Weg ist. Sollte ich lieber zuerst einen exakten Ablauf meines Romans planen und erst danach anfangen zu schreiben? Oder ist es einfacher anzufangen und dann mal zu gucken, wohin sich die Reise entwickelt? Ich bin irgendwie hin und her gerissen.

Ich habe die Befürchtung, dass ich beim „drauflosschreiben“ vielleicht den roten Faden verlieren könnte. Wie stelle ich sicher, dass ich dabei „relevante Dialoge“ schreibe? Sind meine Szenen wirklich zum jetzigen Zeitpunkt relevant?

Andererseits: Wenn ich alles im Vorfeld plane… ich weiß nicht genau wie ich es ausdrücken soll. Laufe ich dann nicht Gefahr, dass ich meine Geschichte auf das „relevante“ reduziere? Eine Geschichte lebt ja auch davon, dass man mal nach links und rechts etwas abschweift.

Wie macht ihr das? Gibt es vielleicht Erfahrungsberichte wie ihr gut klarkommt? Was würdet ihr einem Beginner empfehlen?

2 „Gefällt mir“

Herzlich willkommen hier im Forum!

Das Schöne an dem Programm Papyrus ist, dass es dich bei jeder beliebigen Vorgehensweise unterstützen kann. Ich hatte für meinen Roman zuerst nur einen ganz groben Ablauf im Kopf und habe dann Bruchstücke, einzelne Dialoge und Ideen einfach in der Reihenfolge aufgeschrieben, in der sie mir in den Kopf kamen, und später mehrmals neu sortiert.

Für mich sind vor allem der Navigator und der Geistertext nützlich: Im Navigator kann ich meine roten Fäden durch kleine Kürzel in den Überschriften kenntlich machen, habe den Überblick über die Szenen und kann sie leicht umsortieren. Mit Geistertext kann ich meine Überlegungen und Kommentare beim Text vermerken.

5 „Gefällt mir“

In Ergänzung zu Corinna. Hast du dich schon mal mit „Pantser“ und „Plotter“ auseinandergesetzt? Suche mal hier im Forum oder im Internet danach. Dann hast du weitere Anhaltspunkte für eine sinnvolle Vorgehensweise. Im Internet: Allgmein, welche Herangehensweisen gibt es? Hier im Forum: Erfahrungswerte und Gedankenaustausche von Anfängern, Fortgeschrittenen und Profis.

2 „Gefällt mir“

Hey, es gibt kein Patentrezept. Aber schön, dass du es versuchen möchtest.
Wie die anderen bereits geschrieben haben: Es gibt viele Wege. Ich bin selbst ein Anfänger. Aber ich denke dazu:
Wenn du die Charaktere gut im Kopf hast, und die Handlung grundlegend, solltest du anfangen zu schreiben. Die Geschichte entwickelt sich gut aus Charakteren.
Wenn du nur das Geschehen hast, kaum die die Charaktere, musst du diese m.E. erst gedanklich oder auf Papier ausarbeiten. Aber die scheinst du ja schon recht gut zu kennen.
Es gibt Autoren, die schreiben, wie ich es eben vorgeschlagen habe, aus den Figuren heraus, und wissen selbst nicht, was diese genau tun werden.
Und es gibt die Planer. Story und/Charaktere Stück für Stück planen.

Was dir besser liegt, kann ich dir nicht sagen.
Dennoch ist Schreiben wichtig, um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen.

4 „Gefällt mir“

Werde ich mir ma angucken. Kannte ich bisher tatsächlich nicht. Danke für den Tipp!

1 „Gefällt mir“

Danke für deine Ausführungen. Ich habe meine Charaktere zwar bisher gut im Kopf, befürchte aber noch ein bisschen, dass sie zu sehr… stereotypisch werden könnten. Ich bin mir noch nicht so sicher, wie ich interessante Schwächen entwickeln sollte.

Und beim Schreiben stelle ich dann fest, dass ich über das Schreiben „ein Gefühl“ für den Charakter bekomme. Was er wohl sagen würde, wie er reagieren würde. Das führt dann bei mir dazu, dass ich manchmal Kleinigkeiten ändere wie das Alter, weil es mir vorher unpassend vorkam. Aber an einer Stelle war ich auch soweit mir die komplette Vergangenheit eines Charakters neu zu überlegen weil ich es passender fand. In diesen Stellen kam es mir dann so vor, als wäre die erste Zeit der Charakterentwicklung „unnütz“ gewesen. Ich habe sie ja eh über den Haufen geworfen/angepasst. Vielleicht hätte ich mir Zeit gespart, wenn ich mir zu den Charakteren zu grob etwas überlegt hätte um dann „nach und nach“ den Charakter abzurunden.
Vielleicht wäre es auch besser gewesen einfach bei dem zu bleiben, was ich mir ursprünglich überlegt habe.

Bin derzeit noch sehr unschlüssig über die beste Vorgehensweise.
Eure Hinweise fand ich bisher aber schon sehr hilfreich. Danke dafür!

1 „Gefällt mir“

Ich arbeite seit drei Jahren intensiv an meinem Erstlingswerk, und ich bin für mich zu der Erkenntnis gekommen, dass mich die vielen Szenen, die ich wieder rausgestrichen habe, und die vielen Passagen, die ich umstellen und verbessern musste, letztlich doch im kreativen Schaffensprozess weitergebracht hatten.
Ich bin normalerweise sehr strukturiert und lege Wert auf Effizienz, aber wenn man wirklich kreativ wird, kommt Effizienz - jedenfalls bei mir - an ihre Grenzen.

Mein Motto für mein Buchprojekt lautet: Es dauert, solange es dauert - Hauptsache, es wird am Ende gut.

3 „Gefällt mir“

Wiiikommen im Forum!

Wie @Sion schon sagte, zum Schreiben gibts kein Patentrezept, nicht einmal ein richtig oder falsch. Jeder Autor muss für sich selbst die Methode herausfinden, mit der er zurechtkommt, das klappt nur durch Üben und Ausprobieren.
Sehr hilfreich ist es auch, sich zu informieren, was es da überhaupt für Möglichkeiten gibt, die dann zu testen, das Brauchbare zu übernehmen und den Rest zu ignorieren.

Die Methode, mit der ich wunderbar arbeiten kann, kann für dich völlig nutzlos sein und umgekehrt. Dazwischen gibts Variationen ohne Ende.
Einen ganz wichtigen Schritt hast du ja bereits geschafft: Du möchtest schreiben und du hast eine Idee. Jetzt heißt es für dich ran an die Tasten, schreib los und probiere dabei in aller Ruhe aus, wie es am besten läuft, was dir am meisten zusagt und wo es den meisten Spaß macht. Du hast weder Zeit- noch sonst einen Druck, mach dir bitte auch keinen und genieße deine ersten Schritte.

Freu dich auf eine spannende Reise voller Überraschungen, Geschichten zu schreiben ist ein wundervolles Hobby und wenns sich ergibt, auch ein toller Beruf.

4 „Gefällt mir“

Mir geht es wie Chrisss82.
Idee, probieren, fummeln, Kreative Ideen fließen lassen.
Aber was anders, mir imponiert wie ihr alle hier miteinander umgeht. Mit Respekt. Das kenne ich leider aus anderen Foren ganz anders.
Finde ich echt super! Danke für alle eure Tipps, Hinweise und Fragen,
Michael

5 „Gefällt mir“

Finde ich klasse, dass du das hier so ansprichst. Genau das ist mir tatsächlich auch durch den Kopf gegangen. Nicht ein Hinweis auf meine Frage, dass ich doch bitte erst einmal das Forum durchsuchen soll bevor ich hier blöde Fragen stelle.
Ich habe mich gut aufgenommen gefühlt und viele hilfreiche Impulse mitgenommen. Dazu habe ich auch noch was über „Plotter und Pantser“ lernen dürfen.

Da kann ich auch nur nochmal meinen Dank aussprechen an euch alle aussprechen!

…und zu guter Letzt hat es heute dazu geführt, dass ich mir weniger Gedanken gemacht, sondern einfach mal drauflos geschrieben habe. Mal gucken wohin die Reise führen wird. Ich glaube ich tendiere eindeutig in Richtung Pantser. :slight_smile:

3 „Gefällt mir“