„Zufrieden“ ist sie dann nicht, die Stilanalyse, sondern nur „nicht mehr bunt“. Es ist auch nicht ihr Daseinszweck, alles wegzumachen, was nur als „potentiell stil-schwach“ angemerkt ist.
Ganz genau so ist es gedacht. Überdenke, ob es hier sinnvoll ist, etwas zu ändern.
Gerade das nochmalige Durchdenken der Textstelle bringt’s. Entweder ein „hm … ja, anders formuliert wär’s besser!“ - oder das gute Gefühl: „Nee, ist doch perfekt!“.
Die Stilanalyse basiert - wenn ich das richtig verstanden habe - ebenso auf Algorithmen, die sich an bestimmten Regeln orientieren. Was ist guter Stil? Ich persönlich habe keine Ahnung, was das ist.
Gut, flüssig lesbar sollte ein Text schon sein, aber ist das bereits guter Stil? Ich schreibe, wie ich schreibe. Überarbeite meine Texte lieber zehnmal, aber wenn ich nach dem dritten Überarbeiten sicher bin, dass es so gut ist, ist es das. Punkt. Selbst wenn die Stilanalyse weiterhin meckert.
Oh ja, manchmal würde ich gerne wissen, wie dieser Algorithmus reagiert, wenn man ihn mit Texten von Handke, Bernhard oder Jelinek füttert. Ich fürchte er würde sich aufhängen, der PC abstürzen und die KI das Wort „Stilanalyse“ als Umgangssprachliche Redewendung, definieren, ähnlich dem was meine Königin beim Tanzen zu mir manchmal sagt: „Würdest du bitte endlich den Besen aus dem Arsch nehmen?“
Ich mag die Papyrus-Stilanalyse auch sehr, nutze sie aber immer erst in der Überarbeitung eines Kapitels und stets unter der Prämisse: Das Buch trägt meinen Namen!
Hier ein Beispiel aus dem Stück, an dem ich gerade arbeite:
Ganz klar, dass mir die Stilanalyse die Wortwiederholungen von „Nacht“ als überdenkenswert anzeigt. Aber auch ganz klar, dass ich mich hier entscheide, das genauso zu lassen. Und auch der folgende Satz darf so bleiben. He, ein 16-jähriger erzählt hier, da ist mehr verklebt als nur die Sätze.
Jein. Der Punkt ist, und genau dabei kann Papyrus helfen:
Knallt man seinen Text des Tempos der Szene ungeachtet mit Adjektiven voll, ist das eben schlechter Stil. Lauter Passiv-Konstruktionen, überlange Sätze, Elfenbeinturm-Fremdwörter und was da sonst noch alles steht: Dito.
Und die Vermeidung von schlechten Stilelementen ist, was geboten wird. Und das hilft halt auch, besser zu werden.
Dazu kommt eine hilfreiche Hand, wenn man auf schwache Verben oder Dubletten hingewiesen wird, um dann mit dem besten Thesaurus überhaupt Alternativen geboten zu bekommen.
Und die Stilanalyse „meckert“ nicht, sie regt nur zum Nachdenken an - „könnte“ hier eine Formulierung verbessert werden?
Wie ich finde, macht sie das verdammt gut, Andreas Eschbachs Ansatz ist halt enorm hilfreich. Viel von dem ist genau das, was Lektoren so tun.
Und auch auf einen Lektor hört man bestimmt nicht immer, denn sonst hätte ja der das Buch schreiben können …
Ich verwende Papyrus seit mehreren Jahren fast jeden Tag, und auch wenn es nicht DAS Killerfeature für mich gibt, sind das die Punkte, die nicht mehr vermissen möchte:
der Navigator ist ab einem gewissen Umfang Gold wert
die Möglichkeit mit einem Klick ein epub zu exportieren, nutze ich fast ständig
auch die pdf-Export-Funktion finde ich besser gelöst als bei Word
zum Befüllen der Figurendatenbank bin ich zu faul, aber ich mag es, wenn meine Figuren im Text hervorgehoben werden
der Dudenkorrektur ist der Rechtschreibung im Word weit überlegen (auch wenn ich immer noch das schleichende Gefühl hab, dass er mal besser war)
die Möglichkeit meine Kapitel in Szenen zu unterteilen
den Notizzettelbereich am Rand find ich auch super, genauso wie dass man mehrere Pinwände anlegen kann
und zuletzt, dass ich ein Hauptdokument für mein Projekt festlegen kann, und dem kann ich weitere Dokumente unterordnen
Daneben gibt es viele weitere Kleinigkeiten, die ich nice to have finde, aber die oberen Punkte verwende ich bei jedem Papyrus-Start und würden mir bei einem anderen Schreibprogramm wie zB Word oder GoogleDocs massiv fehlen.
Was ich nutze: Schreiben, Wörter zählen, Navigator (Kapitel etc.), Dudenkorrektor, Darkmode, Personendatenbank. Was mir am besten gefällt: Egal, wie lang dein Text ist, Papyrus stürzt nicht ab.
Es gibt ein paar Wörter, die lassen das Programm crashen, aber die muss man ja nicht schreiben.
Nach einem Dutzend Anläufe nutze ich Papyrus aus mehreren Gründen seit geraumer Zeit wirklich gerne. Denkbrett und Notizen sind in der derzeitigen Form ideal für größere Rechercheprojekte, extrem hilfreich und wahrlich zeitsparend. Ein Projekt in Papyrus, bestehend aus mehreren Dokumenten (Recherche, Haupttext, Bibliographie, Schnipsel etc.) ist für meinen Workflow ideal.
Ich benutze Papyrus allerdings parallel mit Word zusammen. Strukturierte Tabelle und mehrstufige Aufzählungen im Text formatiere ich in Word vor und füge sie in meine Papyrusumgebung ein. Nach etlichen gescheiterten Versuchen komme ich in Papyrus nicht klar damit und verwende zu viel Zeit dafür. Für große und auch verschachtelte Tabellen ist Word für mich nahezu perfekt. Die Datenbank und auch den Zeitstrahl verwende ich nicht, da ich zu d… dafür bin. Brauche die aber auch nicht wirklich.
Für große Projekte und Projektrecherchen mit vielen Seiten ist Papyrus ganz klar im Vorteil gegenüber Word und anderen Schreibsystemen. Diese lassen sich sehr übersichtlich und damit zeitsparender als mit Word organisieren.
Für mich war der wichtigste Kaufgrund, dass das Programm mir dank der Einteilung in Szenen und dank des Navigators eine Struktur und Übersicht bietet, mit der ich Inhalte gut umsortieren konnte.
Mein Buch ist aus hunderten einzelner Einfälle entstanden, die ich erst nach und nach zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammengepuzzelt habe. Dabei war Papyrus mir eine SEHR große Hilfe.
Mit dem Zeitstrahl kam ich nicht gut klar; und als ich Szenen nachträglich vertauscht und neu sortiert hatte, war meine ganze in den Zeitstrahl investierte Arbeit „für die Katz´“ gewesen. Statt dessen habe ich nun im Organizer zu jeder Szene Dauer und Tageszeit notiert (z.B. Szene Supermarkteinkauf: „Dauer 20-35 Minuten, muss zu den Öffnungszeiten stattfinden“). Wenn ich jetzt eine Szene verschiebe, bleiben diese Infos im Organizer mit der Szene verknüpft.
Ich nutze Papyrus seit sicherlich 15 Jahren und habe mich einfach sehr gut daran gewöhnt, ohne dass ich wüsste, auf welchem Stand etwaige Konkurrenzsoftwares inzwischen sind. Ich habe es an der Uni auch wunderbar fürs wissenschaftliche Arbeiten nutzen können und habe auch eine modizifizierte Datenbank für die Erfassung meiner Bücher, es ist also wirklich ungemein vielseitig und bietet sehr viele Funktionen in allen erdenklichen Bereichen.
Lustigerweise war es ganz zu Beginn mal der Zeitstrahl, der mich sehr gereizt hat. Heute ist das eher das Feature, das ich besonders schwach finde und das irgendwie nicht so richtig mitgewachsen ist. Die größten Pluspunkte derzeit sind für mich:
der Navigator
die Charakterdatenbank
die Storykarten
Obwohl ich das Denkbrett in geringerem Umfang nutze, steige ich komplett auf Papyrus um, wenn es darum geht, die Struktur der Geschichte zu gießen, die Figuren und Orte anzulegen und den Überblick zu behalten. Wenn das Gerüst da ist, fällt es mir vergleichsweise leicht, die Geschichte „runterzuschreiben“, sofort wieder einsteigen zu können und immer zu wissen, wo ich eigentlich gerade bin.
Ebenso gerne nutze ich die Synonyme und dann in der Überarbeitung natürlich die Stilanalyse. Hilft sehr gut, meine eigenene Schwächen (und Vorlieben für bestimmte Füllwörter) zu identifizieren. Dazu kommen ein paar Quality-of-Life-Funktionen wie „nur Dialoge anzeigen“, den Schreibfokus oder die super einfache Anlage in Normseiten .
Dazu kommt, dass Papyrus einfach wirklich sehr stabil läuft, selbst bei sehr langen Dokumenten. Und das zusätzliche Dateiformat stört mich nicht weiter, weil es ja auch kein Problem ist, bspw. ein Word-Doc zu öffnen. Nachdem ich gerade erst einen Lektoratsdurchgang per Word hinter mir habe, weiß ich all diese Dinge noch weit besser zu schätzen. Word schmiert regelmäßig ab, der Überblick über die Geschichte fehlt komplett und wenn man nicht aufpasst, formatiert man sich irgendwo in den Wald. Das hat mir gezeigt, dass ich einige Annehmlichkeiten von Papyrus schon als Selbstverständlichkeit sehe.
Mein Weg zu Papyrus war eher von technischer Neugier getrieben.
Mein bisheriges Habitat war Google Docs – vor allem wegen der enormen Flexibilität. Ein Großteil der benötigten Funktionen lässt sich dort bequem über Add-ons abdecken. Und falls doch einmal ein spezielles Feature fehlte, bot Apps Script die Freiheit, selbst Hand anzulegen. Dank der Unterstützung durch Gemini ist das Erstellen solcher individuellen Lösungen mittlerweile so niederschwellig geworden, dass man selbst ohne tiefgehende Programmierkenntnisse in kürzester Zeit zu maßgeschneiderten Ergebnissen kommt. Das war ein perfekt auf mich zugeschnittenes Ökosystem.
Zu Papyrus bin ich gewechselt, weil ich die professionelle Stilanalyse und die „Best Practices“ der Profis kennenlernen wollte. Ich dachte mir: Warum das Rad als Autodidakt neu erfinden, wenn es eine fertige Lösung gibt?
Mein aktueller Zwischenstand nach den ersten Tagen:
Die erste Begeisterung weicht einer gewissen Ernüchterung. Als jemand, der es gewohnt ist, Probleme über Dokumentationen und Skripte selbst zu lösen, empfinde ich Papyrus teilweise als „Blackbox“. Die Suchzeiten in der Software fressen momentan die Schreibzeit auf.
Was mir fehlt, ist eine tiefere, zugängliche Dokumentation für Anwender, die unter die Haube schauen wollen. Dass man hier im Forum oft auf Feedback angewiesen ist, um Basisfunktionen (wie den Import-Cleanup) zu verstehen, bremst den Workflow massiv aus.
Ich sehe das Potenzial der Software, aber die Lernkurve fühlt sich im Vergleich zu modernen Web-Stacks unnötig steil an.