[QUOTE=Linguist]
Andererseits nein, weil es (mir) darum geht, ob man diese Eigenheiten kompliziert oder einfach, sprich selbsterklärend machen möchte.
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Das ist wieder etwas anderes und da sind wir sicherlich konform, was den Anspruch angeht.
Bei Papyrus ist es so, dass man zuerst einmal mit diesen ganzen kruden Bedienkonzepten von Word und Co brechen muss. Das beste ist, wenn man vor der Benutzung quasi sein Hirn „formatiert“ und unbefangen an das Programm herangeht. Dann (und ich behaupte, nur dann) erschließt sich das gesamte Konzept von Papyrus sehr, sehr schnell und es ist dann auch wirklich weitestgehend selbsterklärend bzw. mit der Hilfe völlig unkompliziert.
Dinge wie die Trennung von Inhalsverzeichnis-Formatvorgabe und Datei ist auf der einen Seite sehr komfortabel, aber natürlich auf der anderen Seite auch gar nicht so, wie es Word und Co. machen. In der Tat schränkt das auch die Möglichkeiten der Weitergabe der Dokumente ein, was mich schon mehrfach geärgert hat. Das alles in ein Dokument zu integrieren wäre da sicher nicht schlecht – aber würde natürlich auch viele Möglichkeiten beschneiden.
Hier würde ich mir auch mehr Dokumentation für die Anwender wünschen oder auch mehr Beispiele um bestimmte Dinge einfach besser verdeutlichen zu können.
[QUOTE=Linguist]
Würdest du heute einen DOS-Rechner zum Verkauf anbieten, dann würde jeder sagen: Was soll der Schwachsinn, sich zahllose Befehle merken zu müssen, wenn es mit einem Mausklick auf ein selbsterklärendes Icon auch geht.
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Du wirst lachen, es gibt noch Rechner mit DOS zu kaufen. Bei HP gibt es Geräte mit FreeDOS, weil es afaik Verträge mit Microsoft gibt, die es untersagen die Geräte ganz ohne System zu verkaufen 
Aber natürlich ist das erst einmal richtig, dass es für den Anwender deutlich einfacher ist, wenn man mit einer GUI daherkommt. Aber es nicht unbedingt schneller oder leistungsfähiger – daher will auch das sehr wohl überlegt sein.
[QUOTE=Linguist]
Wer beispielsweise einen Rasenmäher verkaufen möchte, bei dem zuerst mehrere Seiten Betriebsanleitung zu lesen wären, der würde - zu Recht - auf seinem Gerät sitzen bleiben. Ich will das Ding kaufen und los geht’s, denn um 12 gibt’s Mittagessen…
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Für einen Rasenmäher mag das Beispiel noch gerade so zutreffen weil es ein Gerät ist, das eben nur für einen speziellen und nicht modifizierbaren Zweck entworfen wurde. Bei einem Handy sieht das alles schon wieder ganz anders aus – und das ist auch nur das Werkzeug.
Bei einer Textverarbeitung kann das aber prinzipbedingt nicht funktionieren, weil sie nie für einen bestimmten Zweck entwickelt wurde, sondern immer offen für alle möglichen (und unmöglichen) Arten der Anwendung geeignet sein muss. Daraus ergibt sich natürlich ein gewisses Maß an Komplexität, das mit der Leistungsfähigkeit des Programms stetig zunimmt. Das ist absolut unvermeidlich.
Die Alternative dazu würde lauten: Ein Programm „Brief“ für DIN-Briefe, ein Programm „Bericht“ für Auswertungen, ein Programm „Diplomarbeit“ für entsprechende Dokumente und so weiter und so fort. Dann ist die Bedienung auf ein Minimum reduzierbar, die Einstiegshürde ist sehr niedrig und die Ergebnisse stimmen auch. Aber man muss sich mit zig verschiedenen Programmen herumschlagen. Das will man aber zu Zeiten der Office-Suiten definitiv nicht mehr.
Und da sind wir genau bei dem was ich vorher schrieb… Wenn man nicht bereit ist oder die Zeit fehlt, sich in die zu verwendende Software einzuarbeiten muss, man sich jemanden suchen, der das bereits hinter sich hat und dann die gewünschten Dokumente dort in Auftrag geben. Eine Alternative gibt es nicht, denn die hieße dann: selbst ist der Mann. Das ist ja auch eigentlich vollkommen in Ordnung und absolut normal. Wenn ich eine Platine layouten muss, dann mache ich das auch nicht selbst, weil ich mit den Programmen schlicht nicht gut genug bin und insgesamt für die seltene Aufgabe der Zeitaufwand in keinem Verhältnis steht.
Würde ich das aber öfters benötigen, würde ich mich auch damit zwangsweise auseinandersetzen müssen.
[QUOTE=Linguist]
Ich habe hin und wieder mit Firmenleitungen zu tun und bezügl. neuer PC-Programme ist deren Standardsatz: „Können sich unsere Mitarbeiter in max. einem halben Tag so in dieses Programm einarbeiten, dass sie damit alle anfallenden Arbeiten erledigen können?“
Denn: Zeit für innerbetriebliche Schulungen dürften selbst bei großen Konzernen immer knapper werden.
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Das ist keine Frage der Zeit, sondern das ist ganz alleine eine Frage der Kosten.
Das Ergebnis sind dann Mitarbeiter, die keine Ahnung haben, was ein hängender Einzug ist, denen Absätze völlig fremd sind und bei denen Aufzählungen durch vorangestellte Leerzeichen realisiert werden. Also technisch nur minderwertige Ergebnisse produzieren.
[QUOTE=Linguist]
Wenn wir uns nun die Realität anschauen, so dauert ein Grundkurs in MS Word im Schnitt 20 Stunden (beispielsweise bei Volkshochschulen oder Kammern). Danach ein oder teilweise zwei Aufbaukurse mit ebenfalls 20 Stunden.
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Und doch lernen die Leute dabei exakt garnix. Diese Kurse sind die reinste Zeit- und Geldverschwendung. Den Leuten wird beigebracht, wie sie irgendwas mit Word veranstalten können. Viel wichtiger wäre es, wenn man den Leuten beibringen würde, wie „Textverarbeitung“ funktioniert und was das eigentlich ist.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie gesehen, dass ein Maurer lediglich einen Typ Betonmischer bedienen kann und keine Ahnung davon hat, mit wie vielen Teilen Beton, Sand und Wasser ein guter Zement gemacht wird. Warum also verweigert man Leuten, die später Schriftstücke produzieren sollen eine entsprechende Bildung? Das kapiere ich wohl in diesem Leben nicht mehr.
[QUOTE=Linguist]
Diesen Aufwand nur für ein Textverarbeitungsprogramm, um die gängigen (und immer wieder gleich anfallenden) Büroarbeiten erledigen zu können…
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Ach, quatsch… Wenn es mal so wäre… Wenn die Leute wenigstens konkret auf die Bedürfnisse des Unternehmens geschult würden wäre das ja noch in Ordnung. Aber da gibts oftmals nur allgemeines Geplänkel und Zeug, das der Dozent gerade einmal so geschafft hat, sich selbst draufzubringen (da habe ich schon Dinge erlebt…) und halbwegs fehlerfrei vor Publikum zu wiederholen in der Lage ist…
[QUOTE=Linguist]
Etwa die gleiche Zeit opfern die Leute um Excel mehr schlecht als recht zu beherrschen.
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Dazu fallen mir auch noch sehr viele Dinge ein, aber da es zwischen Excel und Papyrus kaum Parallelen gibt gehe ich darauf jetzt mal nicht ein.
[QUOTE=Linguist]
Die Unnötigkeit dieses Zeitfaktors hatte ich ansprechen wollen, denn das kann’s doch nicht wirklich sein.
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Und genau das sehe ich anders. Für die Qualifikation von Leuten braucht man halt ein bisschen Zeit und muss auch bereit sein ein wenig Geld dafür in die Hand zu nehmen, das geht halt nicht anders und es kann auch nicht sein, dass es sich eine Firma besonders einfach zu machen können glaubt und die Leute einfach vor ein Programm setzt und sagt „macht mal!“, denn das wird in der Regel leider nix.
[QUOTE=Linguist]
Warum, so stellt sich die Frage, brauchten die Programmierer von MS 10 Jahre um halbwegs sinnvolle Eingabemasken für Serienbriefe in Word unterzubringen?
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Ich weiss nicht, wofür man „Eingabemasken“ für einen Serienbrief benötigen sollte. Felder einfügen, Datenquelle öffnen, Serienbriefe ausgeben lassen und fertig.
[QUOTE=Linguist]
Irgend jemand hat unlängst eine sehr einleuchtende Antwort geschrieben (in meinem Worten):
Weil es Programmierer sind, die wohl kaum selber jemals tagelang Briefe schreiben mussten…
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Bei vielen Dingen ist das so. Bspw. wenn bei Word die Menüs ständig neu geordnet werden, weil das Programm „glaubt“ dem Benutzer so helfen zu können. Oder so dämliches Zeug wie ein Karl Klammer, der einfach nur nervig ist (die komische Lampe bei OpenOffice ist auch nicht besser).
Eine vom Prinzip her recht interessante Entwicklung sind die Ribbons, die mit Office 2007 erstmals eingeführt worden sind. Da gibt es bei gutem GUI-Design durchaus Pluspunkte.
[QUOTE=Linguist]
Selbst würde ich derlei Kram nie erstellen wollen.
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Na, ist doch mein Reden… Wenn man sich selbst damit nicht auseinandersetzen will oder aus Zeitgründen nicht kann, dann soll man es machen lassen.