Übersetzung ins Französische

Hallo :blush:
ich wollte mal einen kleinen Ausschnitt der französischen Übersetzung meines Romans teilen. Mich würde interessieren, wie natürlich und literarisch das Französisch wirkt.

Das Original wurde auf Deutsch geschrieben, deshalb bin ich besonders gespannt, ob die Stimmung und Emotionalität gut übertragen wurden :de::arrow_right::fr:

Feedback würde mich sehr freuen!

Sa photo était posée sur la table. Elle ne cessait de la regarder, dans l’espoir que le souvenir ne s’estomperait pas. Il était… non, elle se refusait à prononcer ce mot, car cela signifierait qu’il était parti pour toujours. Et c’est quelque chose qu’elle ne pourrait jamais accepter. Elle secoua la tête, comme pour chasser cette pensée.

Elle se leva et respira profondément. Nerveuse, elle passa ses mains sur la matière rêche de son pantalon. C’était plus un rituel inconscient qu’un geste. Elle avait déjà donné les affaires de Maurice quelques mois auparavant. À l’époque, ses parents l’avaient aidée à vider l’appartement, pensant que cela lui ferait du bien de se séparer de ses affaires personnelles. Son pull était la seule chose qui lui restait de lui.

D’un pas lourd, elle se dirigea du salon vers la chambre. Elle sortit du fond de son armoire son pull bleu préféré, avec la photo du sommet en impression. Ce parfum semblait avoir jeté un voile sur ses pensées. L’espace d’un instant, elle pensa en percevoir le parfum. Mais cette illusion se dissipa aussitôt, telle une bulle de savon. Son départ avait laissé un vide en elle. Une larme coula sur sa joue et elle l’essuya.

« Pourquoi, Maurice ? », demanda-t-elle pour la millième fois.

Elle serra le pull contre sa poitrine jusqu’à ce que ses phalanges blanchissent, comme si cela pouvait l’aider à le retenir.

« Pourquoi m’as-tu laissée seule ? Tu avais dit que nous avions encore du temps », murmura-t-elle.

Der Text wirkt auf mich emotional, sogar melancholisch. Man spürt die Trauer der Figur und die Szene wirkt bildhaft und intensiv. Besonders die wiederkehrenden Gesten mit dem Pullover und der Wohnung erzeugen ein Gefühl von Verlust und Einsamkeit.

Allerdings wirkt der Stil für mich auf Französisch stellenweise recht erklärend und emotional stark ausformuliert. (Vielleicht wäre das auf Deutsch genauso.)
Viele Gefühle benennst oder interpretierst du direkt („Nerveuse“, „comme pour chasser cette pensée“, „un vide en elle“ usw.), sodass der Text eher in Richtung emotionales Drama / Romance / Young Adult geht als in Richtung nüchterner oder subtiler literarischer Prosa.

An einigen Stellen könntest du mehr „show“ statt „tell“ einsetzen, damit die Emotion noch natürlicher wirkt und der Leser mehr selbst erschließen kann. Ich selbst bin ein großer Fan von „Show, don’t tell!“.

Außerdem hatte ich am Anfang Schwierigkeiten, mich zu orientieren:
Durch die französischen Possessivformen (sa photo, son appartement, ses affaires) bleibt zunächst unklar, worauf sich die Gegenstände beziehen - auf sie oder auf ihn. Später versteht man zwar, dass Maurice vermutlich tot ist, aber in den ersten Sätzen fehlt noch ein klarer Anker.
Zum Beispiel: Räumen sie seine Wohnung aus oder ihre oder die gemeinsame Wohnung?

Die Formulierung Mais cette illusion se dissipa aussitôt, telle une bulle de savon. wirkt poetisch und literarisch, klingt aber etwas gehoben im Vergleich zum restlichen Stil des Textes. Außerdem verbindet sie zwei unterschiedliche Bilder („illusion qui se dissipe“ und „bulle qui éclate“), wodurch der Satz auf mich etwas konstruiert wirkt.
Nach meinem Sprachverständnis passt „se dissiper“ semantisch eher zu Nebel, Rauch, Hoffnung, Zweifel usw. Eine Seifenblase hingegen „platzt“ normalerweise. Das geschieht spontan und plötzlich.

Vielleicht so?
Mais cette illusion s’évanouit aussitôt, telle une bulle de savon qui éclate.

s’évanouir oder s’éclater würden hier aus meiner Sicht besser passen.

Jetzt würde mich natürlich auch noch die Textstelle im Original interessieren - ob sie die gleiche Wirkung erzeugt wie dieser Text.
Ich habe zwar Französisch studiert, aber zweisprachig aufgewachsen bin ich nicht.

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Hier die Stelle im Original
Das Foto von ihm lag auf dem Tisch. Sie starrte es immer wieder an, in der Hoffnung, dass die Erinnerung nicht verblasste. Er war … nein, dieses Wort wollte sie nicht aussprechen, denn es würde bedeuten, dass er für immer fort wäre. Und das konnte sie niemals akzeptieren. Sie schüttelte den Kopf, als könnte sie den Gedanken damit loswerden.

Sie stand auf und atmete tief durch. Nervös glitten ihre Hände über den rauen Stoff ihrer Hose. Es war eher ein unbewusstes Ritual als eine Geste. Maurice’ Sachen hatte sie schon vor einigen Monaten weggegeben. Ihre Eltern hatten ihr damals beim Ausräumen geholfen, weil sie glaubten, es würde ihr guttun, sich von seinen persönlichen Dingen zu trennen. Sein Pullover war das Einzige, was ihr von ihm geblieben war.

Mit schweren Schritten ging sie vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer. Sie zog den blauen Lieblingspullover mit dem Foto des Gipfels draufgedruckt aus dem hinteren Teil des Kleiderschranks. Es war, als hätte der Duft einen Schleier über ihre Gedanken gelegt. Für einen Augenblick würde sie ihn spüren. Doch ihre Illusion, ihn zu spüren, zerplatzte wie eine Seifenblase. Sein Fortgang hatte ein Loch in ihr hinterlassen. Eine Träne lief ihr über die Wange und sie wischte sie weg.

»Warum, Maurice?«, fragte sie zum tausendsten Mal.

Sie drückte den Pullover fester an ihre Brust, bis ihre Fingerknöchel weiß wurden, als könnte sie ihn dadurch festhalten.

»Warum hast du mich allein gelassen? Du hattest gesagt, wir hätten noch Zeit«, flüsterte sie.