Jetzt habe ich den Anfang deiner Leseprobe gelesen. Bis Seite 93 intensiv und gewillt, dann bin ich … nicht mehr wach geblieben. Vielleicht war der Einstieg zu belanglos ( in meinen Augen). Es hätte mich schon mehr fesseln müssen. Jemand wacht auf, hat Geburtstag und packt auf 3 Seiten!! seine Geburtstagsgeschenke mehr oder weniger nicht aus.
Ich weiß, das ist nicht der eigentliche Anfang. Aber für mich, in dem Moment schon und lässt für mich Rückschlüsse auf den gesamten Text zu.
Es wurde schon gesagt, du kannst schreiben und dich ausdrücken. Ich bin auch nicht Zielgruppe und weiß nicht, ob das so richtig ist. Vielleicht findest du noch Testleser oder hast sie schon gefunden.
Also mir gefällt das. Ich mag es, wenn es ein bisschen ruhiger abgeht - vor allem wenn die Protas in einer seelischen Ausnahmesituation sind (und, hey, 17 ist eine permanente Ausnahmesituation für einen Jungen). Allerdings stimmt es auch, was die anderen Mitposter:innen bemängeln hier, es ist etwas ausufernd. Und wenn ich von der Seitenzahl (91) und dem Format, in dem du schreibst, nun auf ein Buchformat schließe, dann fürchte ich auch dass das ein bisschen zu lang und langweilig werden könnte. (Ob diese Befürchtung der Realität entspricht, kann ich natürlich nicht sagen).
Aber du befürchtest ja auch, wie ich deinen Ausgangspost entnehme, dass du möglicherweise „schwafelst“. Ja, vielleicht - ist aus dem Ausschnitt nicht erkennbar. Was ich dir auf alle Fälle rate, ist, zum einen deinen Text etwas zu komprimieren (du musst nicht minutiös die Party schildern, die halbe Playlist aufzählen und das Finale von Armageddon nacherzählen , um ein Stimmungsbild zu schaffen), das andere ist, dass du im Textfluss noch einige strukturgebende Elemente einbaust, wie z.B. mehr Absätze. So sieht das aus wie eine Bleiwüste und die alte Regel „Quantity kills Quality“ gilt auch hier. Einige der Adjektive kannst du ebenfalls canceln, das marode Verhältnis des Protas mit seinem Vater darf hingegen durchaus öfters durchblitzen. Sonst leidet der Spannungsbogen darunter. Und. Mach. Mehr. Punkte.
Das Apfelshampoo lass nur, ich kenn das auch, weil meine eine erste Freundin es benutzte (1977) und es ist für mich sehr positiv besetzt. Für andere halt nicht, was ich auch verstehe. Aber was solls. Noch allein kein Grund, es rauszunehmen.
In summa: Schreib weiter! Mir macht es Lust, mehr davon zu lesen. Aber rechne auch damit, dass Thriller- und Fantasy-Autor:innen nach etwas mehr Action rufen.
PS: Ich hab hier mal eine Szene von meinem derzeitigen Projekt reingestellt, damit du merkst, wie ich eine relativ alltägliche, ruhigere Szene beschreibe. Ob das funzt, darfst du selber beurteilen. Und die anderen natürlich auch. Andrea und Andreu 4.4.pdf (43,6 KB)
Also erst mal… Alles gut.
Ich fühl’ mich nicht angegriffen oder beleidigt (vielleicht sollte ich in meinen Antworten einfach mehr mit Emoticons arbeiten).
Ich kann das durchaus auch ganz gut. Und wer austeilt, muss auch einstecken können. Außerdem sind wir hier schließlich, um uns darüber auszutauschen, ob man Dinge verbessern/verändern kann. Hätte ich das nicht gewollt, hätte ich nicht nach Testleser*innen gesucht.
Ich nehme mir eure Anmerkungen auf jeden Fall mit und probiere mal, diese für Band 3 umzusetzen. CK2 wird jetzt so bleiben, denke ich. Ich hab’s jetzt nochmal aus eurer Sicht gelesen, festgestellt, dass ich das ein oder andere nachvollziehen kann, aber dass das eben auch meine Schreibweise ist.
Zum Vergleich habe ich in den letzten 2 Tagen einen meiner ersten Romane gelesen, der sich in vielen Dingen wirklich knapp hält und weniger „Geschwafel“ beinhaltet. Aber der kommt mir sehr abgehackt und schnell durchmarschiert vor. Kurz gesagt: Ich mag ihn nicht. Und er hat auch bei Inkitt z.B. für kaum Reaktionen gesorgt.
Ich sehe beim Schreiben mittlerweile die Szenen vor mir (war früher nicht so). Ich beschreibe also quasi das, was ich sehe. Und das sind dann eben oft so Sachen wie die Fahrt mit dem Roller, die Geburtstagsparty in „epischer Breite“ oder das Ende des Films (wobei ich das da tatsächlich eher deshalb reingesetzt habe für Leute, die den Film nicht kennen. Mir war wichtig, dass daraus hervorgeht, warum Noah überhaupt so zusammenbricht).
Übrigens zum Thema „marodes Verhältnis mit dem Vater“. Das war so ein Punkt, an dem ich lange herumgebastelt habe. Ich wollte einerseits zeigen, dass das Verhältnis nicht gut ist und warum, den Vater aber andererseits nicht zu einer Version von Mortimer Beaufort verkommen lassen.
Das Thema wird aber im Verlauf der Geschichte auch noch größer. Von daher… Vielleicht ist die Leseprobe einfach nicht geeignet und ich hätte eine andere Stelle wählen sollen. Who knows?
@Gschichtldrucker Andrea und Andreu habe ich gerade gelesen. Ich verstehe, was du meinst, muss aber sagen, dass ich mich mit der Schreibart für mich nicht anfreunden kann.
Kein Ding @SCamp. Die Milieus in denen meine Geschichten spielen (und die Sprache, in der meine Protas erzählen), das hat selten was Romantasy-haftes an sich.
@SCamp Wow, 101 Seiten! Ich vermute so einen Service bekommt man nur hier. Danke @Papyruscommunity
Ähm, Nachtrag - jetzt erst weiß ich, dass es nicht mit Seite eins losgeht … Hmpf.
Danke Papyrus, siehe oben.
Und du @SCamp, hast von einigen Leuten echt vielfältiges, nützliches Feedback erhalten und deine Erkenntnis daraus gezogen.