Testleser gesucht: Der unerotischste Erotikroman aller Zeiten? (Belle Nuit)

Hallo zusammen!

Wenn die BILD mit reißerischen Headlines punktet, warum dann nicht auch ich? So jedenfalls meine Intention beim Verfassen des Threadtitels. Aber, ohne jetzt eingebildet klingen zu wollen: Mein Erstlingsroman „Belle Nuit“ hat einfach gar nichts mit der BILD gemeinsam. Ich hoffe nämlich schon, ein gewisses Niveau mit dem Geschriebenen eingehalten zu haben.

Worum geht´s? Hand aufs Herz: Wer denkt bei einem Roman, der in der Swinger-Community spielt (nicht der von Glenn Miller!), nicht zwangsläufig an das Erotik-Genre. Und: Ja, natürlich kommt das Thema Sex vor. Aber nicht in expliziten Schilderungen, die der Erotisierung der Leserschaft dienen sollen, sondern als humorvolles Kontrastprogramm zu unseren eigenen Erwartungshaltungen. Ich nutze das Setting, um die komisch-tragischen Momente männlicher Unsicherheit zu sezieren – inklusive aller neurotischen Gedanken, die man in einem Swingerclub eigentlich nicht haben sollte.

Ich bin M. Gainer und suche für mein fertig lektoriertes Debüt „Belle Nuit“ etwa 5–8 Testleser:innen, die Lust auf einen Blick hinter die Kulissen moderner Beziehungsformen haben – inklusive mancher Peinlichkeiten.

Worum geht es wirklich? Manuel und Clara wagen den Schritt in den Club „soho“, einem sehr edlen Swingerclub in der Nähe von Graz. Doch während die Theorie nach Abenteuer klingt, sind sich beide der Gefahren für ihre Beziehung bewusst, nur um zu erfahren, dass ohnehin alles anders kommt, als man erwartet. „Belle Nuit“ ist ein psychologischer Beziehungsroman mit einer ordentlichen Portion Selbstironie. Es geht um die Verwirklichung von Fantasien innerhalb einer Beziehung, Vorstellung versus Realität, Freundschaften, Missbrauch, dem Verständnis von Männlichkeit und einer Liebe, die sich immer weiterentwickelt.

Was euch erwartet:

  • Kein Schund: Keine pornografischen Klischees, sondern scharfzüngige Beobachtungen.
  • Lokalkolorit: Ein Tauchgang in den Wiener Schmäh, der aber im gesamten deutschsprachigen Raum verständlich ist.
  • Eine männliche Perspektive, die so offen ist, wie man sie in der Belletristik selten findet – und die für viele Männer (insgeheim) erschreckend nachvollziehbar sein wird. Auch wenn sie das öffentlich vielleicht nie zugeben würden.

Als Kostprobe übermittle ich euch den Beginn des Romans:

Ich war noch nie so schlecht vorbereitet auf ein Date – und zugleich so verdammt gut. Clara stand neben mir im Neonlicht-Albtraum Parndorf, wo es immer nach Rabatt, Polyester und Montag roch. Sie wartete geduldig, während in mir bereits im Kopfkino die kommende Nacht ablief, in abgehackten Szenen, die schneller flackerten als die Deckenbeleuchtung im Puma-Outlet.

Sie zog mich am Ärmel Richtung Schuhabteilung. Die Regale voller klobiger, neonfarbener Sneakers wirkten, als hätte jemand die Reihen mit Textmarkern angestrichen.
„Schau, die hätten deine Größe!“
„Ich such keine Sneakers“, murmelte ich, „sondern einen Anzug, in dem ich beim Swinger-Event nicht aussehe wie ein Controller auf Abwegen.“

Dass wir hier standen, war absurd.

Vor zwei Jahren hatten wir uns auf einer Plattform für Erwachsene kennengelernt – ein Ort, wo „Hy!“ (!sic!) als Bewerbungsschreiben galt und „Wie geht’s? Tolles Profil“ schon als literarischer Höhenflug durchging, wenn es halbwegs fehlerfrei geschrieben war.

Keine Ahnung, was Männer sich von solchen Nachrichten erwarteten. Vielleicht konnte man mit einer Hand nicht besser schreiben? Man hätte das Gerücht in die Welt setzen sollen:
Wie die Nachricht eines Mannes, so sein Johannes! Das hätte möglicherweise geholfen.
Wobei – aus eigener Erfahrung: Wissenschaftlich hätte das nicht gehalten, sonst wär ich John Holmes.

Denn wenn ich jemanden anschrieb, dann so richtig! Und in den meisten Fällen kam das tatsächlich ziemlich gut an.
Man hob sich damit eben sofort ab von den anderen, und das war gerade auf solchen Plattformen kein Fehler.

Ich hatte Clara einen halben Roman geschickt, und sie mochte ihn so sehr, dass sie mit einem Essay antwortete. Wir fanden recht schnell heraus, dass wir nicht nur sprachlich, sondern auch sexuell theoretisch ziemlich kompatibel waren.
Aus einer Sexgeschichte mit Potenzial für eine Freundschaft+ wurde sehr schnell etwas anderes: Eine Liebe, wie wir sie beide nicht erwartet hatten. Intensiv und sexuell so
erfüllend, dass es uns selbst überraschte. …

Was ich von euch brauche: Das Manuskript ist abgeschlossen und professionell lektoriert, es geht mir also nicht mehr um Kommasetzung, sondern um das ehrliche Leseerlebnis. Mich interessiert euer Feedback zu:

  1. Humor: Zünden die Pointen oder sind sie zu „speziell“?
  2. Glaubwürdigkeit: Kauft man Manuel seine Unsicherheiten ab?
  3. Flow: Wo blättert ihr um, wo stockt der Lesefluss?

Wer hat Lust, mich in Etappen (z.B. kapitelweise oder in drei großen Blöcken) durch diese „schöne Nacht“ zu begleiten? Schreibt mir kurz, wer ihr seid und was euch an dem Thema reizt.

Ich freue mich auf ehrliche Stimmen!

Liebe Grüße und Danke vorab schon für eure etwaige Mithilfe!

M. Gainer

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Willkommen in unserer Runde.

Die Idee, Erotik ohne Erotik, sondern mit Leben - habe ich das richtig verstanden? - klingt interessant.

Leider habe ich aktuell viel zu wenig Zeit, um noch ein Testlesebuch durchzufüttern. Dein Anliegen kommt zwei Monate zu früh oder zu spät.

Wenn Du in Zukunft aber noch was gelesen habe willst, frage um Pfingsten noch mal.

Gruß

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Danke für den netten Empfang!

„Erotik ohne Erotik, sondern mit Leben!“ – Ja, das gefällt mir! Sollte ich jemals ein richtig guter Autor werden - und daran arbeite ich - werde ich auch so treffsichere Formulierungen finden können. :slight_smile:

Naja, es wäre jetzt gelogen, wenn ich sagte, es käme keine Erotik vor. Von den 33 Kapiteln (ach ja, das hatte ich vergessen: Es sind nun (fast) final etwa 310.000 Zeichen inkl. LZ) spielen schon ein paar in den Clubs soho und Schloss Milkersdorf. Aber es ging mir beim Schreiben des Romans nicht um die Schilderung der Vorgänge, um eine rein erotische Stimmung aufkommen zu lassen, sondern um das Gefühlsleben der Protagonisten. Mich interessieren Fragen wie:

  • Wie fühlt es sich wirklich an, das erste Mal in so einem Club zu sein? (Bei meinen Charakteren: wohl ganz anders, als die Leserschaft erwartet.)
  • Welche Menschen frequentieren diese Etablissements eigentlich?
  • Was macht eine solche Erfahrung mit der Dynamik eines Paares?
  • Wie gehen sie danach mit dem Erlebten um?
  • Und: Was denkt „Mann“ eigentlich, wenn er seine eigene Sexualität erstmals so unmittelbar mit der anderer Männer vergleicht?

Das meinte ich mit „dem unerotischsten Erotikroman“. Das meinte ich mit dem „unerotischsten Erotikroman“. Natürlich könnte man das Buch in diese Schublade stecken – man würde ihm aber Unrecht tun. Für mich ist es eine Mischung aus zeitgenössischer Belletristik, psychologischem Beziehungsroman und einer Prise Gesellschaftssatire.

Belle Nuit hat also nichts von „Der Geschichte der O“, sondern mehr von Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“, nur halt ohne Mail-Postfach, dafür aber mit Swingerclub. Und der Manuel-Charakter hat bestimmt nichts von dem Shades of Grey-Typen, sondern wäre eher einem Nick Hornby Roman entsprungen. :slight_smile:

Schade, dass es bei dir aktuell zeitlich nicht passt, aber danke für das Angebot für Pfingsten! Ich behalte das im Hinterkopf, falls ich dann noch Feedback-Bedarf habe. Ach ja, und habe ich schon erwähnt, dass es NUR 310k Zeichen sind? :slight_smile:

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Also so eine Art österreichische Stand-up-Comedy, oder? Sehr interessant. Aber Parndorf - echt! Muss das sein? Denk doch mal an die armen Deutschen hier.
Whatever: Viel Erfolg beim Testleser suchen. Ich bins nicht, (keine Zeit, weil ich grad an zwei Stories parallel arbeite.)
Aber schön, dass du da bist!