Hallo Klonschaf,
danke dir für die ausführliche Rückmeldung. Ich nehme daraus tatsächlich einiges mit - auch wenn ich nicht bei allen Schlussfolgerungen dabei bin.
Ich bin als Autor noch ziemlich am Anfang und gerade dabei herauszufinden, was in diesem Genre funktioniert, was Konvention ist und was zu meiner eigenen Art zu erzählen und zu vermarkten überhaupt passt. Deshalb teste ich im Moment bewusst verschiedene Dinge: Tropes, Figurenvisualisierungen, Cover, Klappentext, Ansprache. Nicht, weil ich glaube, schon die perfekte Formel gefunden zu haben, sondern weil ich lernen möchte, welche Entscheidungen sinnvoll sind und welche nicht.
Bei den Tropes sehe ich ihren Zweck etwas anders als du. Für mich sollen sie nicht verraten, “was passiert”, sondern Leser:innen eine schnelle Orientierung geben, welche Art von Romance sie erwartet. Gleichzeitig ist dein Hinweis auf die Bubble berechtigt: Wer mit Begriffen wie “Forced Proximity” oder “Found Family” nichts anfangen kann, sollte trotzdem verstehen können, worum es geht. Das nehme ich gern für die Kommunikation mit.
Auch den Punkt mit den Figurenbildern finde ich interessant. Manche mögen eine visuelle Vorstellung (ich mag das z. B. sehr gern), andere wollen sich Figuren komplett selbst erschaffen. Das ist etwas, das ich in der Testphase genauer beobachten werde.
Beim Thema KI werden wir vermutlich nicht zusammenkommen. Ich verstehe aber, dass allein ihr Einsatz für manche Menschen bereits ein Ausschlusskriterium ist. Auch das ist für mich eine Information, mit der ich als neuer Autor umgehen und zu der ich meine eigene Position finden muss. Ich sehe sie als Bereicherung, an der wir über kurz oder lang nicht vorbei kommen.
Was das Buch selbst betrifft, glaube ich tatsächlich, dass wir schlicht unterschiedliche Lesererwartungen haben. Slow Burn bedeutet für mich nicht, dass lange nichts passiert, sondern dass sich emotionale und körperliche Nähe schrittweise aufbaut und entwickelt. Ganz nach dem Motto “der Weg ist das Ziel”. Und Tropes empfinde ich nicht als Ersatz für Überraschungen innerhalb einer Geschichte.
Insofern ist “du bist vermutlich nicht der/die richtige Lesende dafür” für mich gar kein negatives Ergebnis. Ich muss gerade auch lernen, für wen ich schreibe - und für wen eben nicht.
Danke also auch für die sehr deutliche Gegenposition. Gerade am Anfang hilft mir nicht nur Zustimmung, sondern auch zu verstehen, an welchen Stellen Menschen aussteigen und warum. Ich übe ja noch.