Testleser für Dark Fantasy gesucht?!

Hi,

um mir selbst endgültig den Arsch auf dem Glatteis zu prellen XD Hilfe. ich brauch jemand externes der so ein oder zwei Kapitel probe liest.

Dark Fantasy Genre OverAll, wobei in Band 1 noch eher Atmosphäre, Coming of Age, Slice of Life etc. im Vordergrund sind, mit eine Brise normale High Fantasy Heldenreise.

Ich bin bei Band 1 noch im Feinschliff Modus, habe aber Kapitel 1-13 soweit, dass ich selbst nicht mehr rot werde beim laut lesen. Zumindest nicht beim ersten Mal.

Kurze Zusammenfassung:

Lumen und Michael finden beim Eisfischen einen Jutesack im Fluss.

Was sie finden entsetzt sie total - ein kleines blondes Mädchen, so klein, dass es kaum drei Jahre als sein kann. Trotz vieler äußeren Verletzungen lebt sie noch.

Darum eilen sie ins Dorf zurück.

Dort kümmert sich Melida, Lumens Mutter, um das Mädchen. Das Mädchen kommt durch. Doch es stehen viele Fragen im Raum.

  • Wie konnte das Kind in dem Sack überhaupt ins Tal gelangen? Der Fluss befindet sich in einem Gebirgstal, wo kein Mensch außerhalb reinkommt
  • Warum befand sich das Mädchen in dem Sack mit dem Symbol des Tyrannen, der über das Reich der Menschen herrscht?
  • Wer ist dieses kleine Mädchen? Denn als sie erwacht, ist sie Namenlos. Ohne Erinnerung und absolut stumm.

So ich verkriech mich erstmal XD aber kurze Leseprobe:

Kapitel 1:

Das Brennen seiner Muskeln in seinen Gliedmaßen zog Lumen aus seinem wohlverdienten Schlaf. Fast alles tat ihm weh, vom gestrigen Training, bei dem wieder mehr von ihm abverlangt wurde als von allen anderen.

Er zog sich weiter zurück unter die Lagen von Wolldecken auf seinem Bett, unter denen er vollständig begraben wurde.

Der Winter in Oblivio war kalt, eisig und schien es auch in diesem Jahr persönlich auf ihn abgesehen zu haben. Es war kälter, es war stürmischer, vor allem war es schneereicher. Obwohl er ein Kind des Winters war, von Geburt her, mochte Lumen diese eisige Kälte nicht, die ihn jedes Mal nur frösteln ließ. Wenn doch nur immer Herbst bliebe, oder Frühling. Milderes Wetter, kein Frost, keine Hitze.

Etwas in ihm verhinderte, dass er wieder einschlafen konnte. Die leise Stimme von Mutter saß tief in ihm und ermahnte ihn, dass der Tag angefangen habe, die Sonne am Himmel – egal wie schwach sie auch sein mochte – längst über die Bergkämme geklettert sei und er seine Pflichten zu erfüllen habe.

Pflichten, wie es sich für ihn gehörte, als Sohn des Dorfvorstehers, eines Mannes, der mehr arbeiten müsste, um jedem hier im Dorfe beizustehen.

An der Kopfhaut, die unter den Decken hervorlugte, spürte Lumen schon die Eiseskälte, die in seinem Zimmer bereits vorherrschte. Das Feuer des Kamines musste erloschen sein. Anscheinend hatte er vergessen, am Abend weiteres Holz nachzulegen, weil er vom Training zu müde gewesen war. Jetzt fröstelte er, auf sich selbst wütend. Mutter und Vater hatten seinen Wunsch eingehalten. In seinem Zimmer kümmerte er sich um alles allein.

Vorsichtig zog er die Decke von seinem Gesicht, schaute hinauf zu den Deckenbalken und bemerkte dabei, wie sein Atem kleine weiße Wölkchen bildete, die langsam aufstiegen und sich im Dämmerlicht seines Zimmers auflösten.

Nur noch ein wenig… ein kleines bisschen die Wärme genießen.

Er zog die Nase wieder zurück unter die Decke, in die warme, stickige Sicherheit seines Deckenberges. Die Welt draußen konnte noch ein wenig auf ihn warten. Oder auch bis sie wieder aufgetaut wäre.

Ein schriller Pfiff zerriss die Stille des Morgens. Ein Geräusch, das keinerlei Rücksicht auf Träume, Wärme oder Muskelschmerzen mit sich brachte. Er war lang, prägnant und absolut fordernd, nach ihm rufend.

Laut stöhnend drehte er sich nochmal um, weg vom Pfiff. Denn er kannte diesen, wusste, dass Michael auf ihn warten würde. Denn Michael pfiff, um Dinge – meistens Lumen – in Bewegung zu setzen. Da kannte Michael weder Gnade noch Verständnis, trotz ihrer lebenslangen Freundschaft, die seit ihrer Geburt von ihren Müttern geprägt wurde. Lagen zwischen Michael und Lumen nur sieben Tage Unterschied, waren ihre Mütter, beste Freundinnen, gleichzeitig schwanger gewesen. So kam es, dass in dem kleinen Dorf, in dem sie lebten, ihre Welten noch enger miteinander lagen, sodass sie wie Brüder aufgewachsen waren.

Michael hatte diese irritierende Eigenschaft, Kälte einfach zu ignorieren, als wäre sie kein Problem, sondern ein Kamerad, den man manchmal ertragen musste, ob man wollte oder nicht.

Ein dumpfer Aufschlag an den Läden seines Fensters war zu hören, der klang wie ein Schneeball, der an dem Holz vor dem Fenster zerborsten war oder zum Teil noch daran hing.

Ja, Brüder waren sie, in Gutem und Schlechtem. Und jetzt zeigte Michael eindeutig seine schlechtere Seite.

Ein weiterer dumpfer Aufschlag bewies, Michael würde ihn auch heute nicht länger schlafen lassen, ihn weiter drängen, bis er ein Lebenszeichen von sich gab.

„Ich bin wach!“, brüllte Lumen aus den Decken heraus. Sofort bereute er es, als die eisige, trockene Luft aus seinem Zimmer in seinen Hals fuhr und ihm einen trockenen Husten entlockte.

Es schon bereuend, schälte er sich aus den so angenehm warmen Decken, die ihn in der Nacht vor dem garantiert sicheren Erfrierungstod bewahrt hatten. Es war ein brutaler Vorgang, vergleichbar damit, sich die Haut abziehen zu lassen, da er ohne Hemd geschlafen hatte.

Barfuß hüpfte er schnell über die eisigen Holzdielen, während er seine Hose suchte, die er gestern Abend strategisch ungünstig am anderen Ende des Raumes hatte, liegen gelassen, zusammen mit seinen Stiefeln.

Schnell schlüpfte er in die Hosenbeine rein, hüpfte dabei zurück zu seinem Bett, wobei er seinen rechten dicken Zeh am Bettkasten stieß.

„AUTSCH“, rief er und murmelte einige weitere kreative Flüche heraus. Der Zeh pochte noch immer, als er seine Stiefel festzurrte.

Die Härchen auf seinen Armen standen bereits zu Berge, als er ein sauberes weißes Wollhemd anzog, erst nachdem seine Füße warm eingepackt waren, bevor diese abfroren. Seine Zähne klapperten leise aufeinander, als er einen weiteren Aufschlag gegen seine Fensterläden hörte und er zum Fenster ging.

Ein flüchtiger Blick in den Spiegel aus poliertem Metall an der Wand zeigte ihm ein Gesicht, das aussah, als hätte es einen Kampf mit dem Kopfkissen verloren – und das Kissen hatte eindeutig gewonnen. Seine schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab, als wollten sie vor der Kälte fliehen.

2 „Gefällt mir“

Hallo Bela,
ich habe mir deinen Text mal angeschaut und würde sagen, da brauchts noch eine ganze Menge Arbeit.

Die ganze Leseprobe über gut zwei Seiten passiert absolut nichts, außer dass der Protagonist (?) friert und sich aus dem Bett quält. Dazwischen erfährt man ein paar Einzelheiten, die man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen will.
Für den Beginn einer Geschichte ist das tödlich, wenn du hier deine Leser langweilst, klappen die das Buch zu und nie wieder auf.

Manche deiner Formulierungen lesen sich etwas eigenartig und nicht so ganz passend, am schlimmsten sind aber die ständigen Wiederholungen. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft du erklärst, dass es kalt ist und wie sehr Lumen darunter leidet.

Ich würde hier massiv kürzen und straffen, die ganze Leseprobe ließe sich auf einer halben Seite unterbringen. Spätestens dann sollte die Handlung durchstarten und irgendwas passieren.
Ich denke, aus der Sache könnte was werden, so wie es jetzt ist, enthält der Text zumindest für meinen Geschmack zu viele Redundanzen, auch lesen sich viele Formulierungen zu geschraubt.

Ich hab dir noch eine kurze Textarbeit gemacht, nimm davon mit, was du gebrauchen kannst.
Lumentext.pap (10,1 KB)

6 „Gefällt mir“

Hi Yoro,

danke für das Feedback.

Ich nehme mir das selbstverständlcih sehr zu herzen und versuche es etwas anzupassen. Aber …

“Das Brennen seiner Muskeln zog Lumen aus seinem wohlverdienten Schlaf. Fast alles tat ihm weh vom gestrigen Training, bei dem wieder mehr von ihm abverlangt worden war als allen anderen.

Er zog sich tiefer unter die Lagen von Wolldecken, unter denen er vollständig begraben lag.

Der Winter in Oblivio war kalt, eisig und schien es auch in diesem Jahr persönlich auf ihn abgesehen zu haben. Es war kälter, stürmischer und vor allem schneereicher als im Jahr davor. Obwohl Lumen ein Kind des Winters war, mochte er diese eisige Kälte nicht, die ihm jedes Mal bis in die Knochen kroch. Wenn doch immer Herbst bliebe. Oder Frühling. Milderes Wetter, ohne Frost, ohne drückende Hitze.

Etwas in ihm verhinderte, dass er wieder einschlafen konnte.

Mutters mahnende Stimme saß tief in ihm, leise nur und doch genau da, wie jedes Mal, wenn er liegen bleiben wollte. Der Tag hatte begonnen. Die Sonne war längst über die Bergkämme geklettert, so schwach sie auch blieb, und er hatte aufzustehen.

Als Sohn des Dorfvorstehers hatte er Pflichten. Irgendwann würde man von ihm erwarten, dass er Arbeit sah, bevor jemand ihn darauf hinweisen musste.

An der Stelle, die unter den Decken frei lag, spürte Lumen die Eiseskälte seines Zimmers. Das Feuer im Kamin war erloschen. Wahrscheinlich hatte er am Abend kein Holz mehr nachgelegt, weil er vom Training zu müde gewesen war. Jetzt fröstelte er und ärgerte sich über sich selbst. Mutter und Vater hatten seinem Wunsch entsprochen. In seinem Zimmer kümmerte er sich um alles allein.

Vorsichtig zog er die Decke von seinem Gesicht, schaute hinauf zu den Deckenbalken und sah, wie sein Atem kleine weiße Wölkchen bildete, die langsam aufstiegen und sich im Dämmerlicht seines Zimmers auflösten.

Nur noch ein wenig. Ein kleines bisschen die Wärme genießen.

Er zog die Nase wieder unter die Decke, in die warme, stickige Sicherheit seines Deckenbergs. Die Welt draußen konnte noch ein wenig auf ihn warten. Oder bis sie wieder aufgetaut wäre.

Ein schriller Pfiff zerriss die Stille des Morgens. Lang, hell und absolut fordernd, nach ihm rufend.

Laut stöhnend drehte er sich noch einmal um, weg vom Pfiff. Denn er kannte diesen und wusste, dass Michael draußen auf ihn warten würde. Michael pfiff, um Dinge in Bewegung zu setzen. Meistens Lumen. Da kannte Michael weder Gnade noch Verständnis, trotz ihrer lebenslangen Freundschaft.

Zwischen Michael und ihm lagen nur sieben Tage. Ihre Mütter waren beste Freundinnen und in einem kleinen Dorf wie Oblivio hatte das gereicht, damit sie von Geburt an ständig zusammen waren. Sie waren aufgewachsen wie Brüder. In Gutem und in Schlechtem.

Gerade zeigte Michael eindeutig seine schlechtere Seite.

Ein dumpfer Aufschlag traf die Läden seines Fensters. Schnee platzte gegen das Holz. Ein Teil davon hing wahrscheinlich noch daran.

Michael hatte diese irritierende Eigenschaft, Kälte einfach zu ignorieren, als wäre sie kein Problem, sondern ein Kamerad, den man manchmal ertragen musste, ob man wollte oder nicht.

Ein weiterer dumpfer Aufschlag bewies, dass Michael ihn auch heute nicht länger schlafen lassen würde. Er würde ihn drängen, bis Lumen ein Lebenszeichen von sich gab.

„Ich bin wach!“, brüllte Lumen aus den Decken heraus.

Sofort bereute er es. Die eisige, trockene Luft aus seinem Zimmer fuhr ihm in den Hals und entlockte ihm einen rauen Husten.

Er schälte sich aus den angenehm warmen Decken, die ihn in der Nacht vor dem garantiert sicheren Erfrierungstod bewahrt hatten. Es war ein brutaler Vorgang, vergleichbar damit, sich die Haut abziehen zu lassen, da er ohne Hemd geschlafen hatte.

Barfuß hüpfte er über die eisigen Holzdielen, während er seine Hose suchte, die er am Abend strategisch ungünstig am anderen Ende des Raumes hatte liegen lassen. Zusammen mit seinen Stiefeln.

Schnell schlüpfte er in die Hosenbeine und hüpfte zurück zu seinem Bett, wobei er sich den rechten großen Zeh am Bettkasten stieß.

„AUTSCH!“, rief er und murmelte einige weitere kreative Flüche hinterher.

Der Zeh pochte noch immer, als er seine Stiefel festzurrte. Die Härchen auf seinen Armen standen bereits zu Berge, als er ein sauberes weißes Wollhemd anzog. Erst nachdem seine Füße warm eingepackt waren und damit vor dem Abfrieren bewahrt, kümmerte er sich um den Rest.

Ein weiterer Schneeball traf die Fensterläden.

Lumen zog ein zweites langärmliges schwarzes Hemd über, warf den Umhang um die Schultern und ging zum Fenster. Auf dem Weg dorthin streifte sein Blick den Spiegel aus poliertem Metall an der Wand. Das Gesicht darin sah aus, als hätte es einen Kampf mit dem Kopfkissen verloren, und das Kissen hatte eindeutig gewonnen. Seine schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab, als wollten sie vor der Kälte fliehen.

Nach einem tiefen Atemzug stieß er widerwillig die Fensterläden auf. Sogleich fraß sich eine noch eisigere Kälte in seine Haut.

Dort unten, auf dem schneebedeckten Platz vor seinem Haus, stand Michael und formte mit blanken Händen den nächsten Schneeball. Unter seinem schweren Mantel aus Bärenfell und mit seinem braunen, wilden Haar sah Michael ohnehin schon aus wie ein halber Bär. Dazu war er deutlich kräftiger gebaut.

Er ließ den Schneeball fallen und sah mit seiner ganz eigenen ernsten Miene zu Lumen hinauf. Selten brachte Michael ein anderes Gesicht zustande. Er war einfach da. Bereit für den Tag, für den Winter und für sämtliche Arbeiten, die man ihm vor die Füße warf.”

ich bin mir nicht sicher ob ich es so noch wirklich mag -.- wahrscheinlich muss ich ein oder zwei nächte drüber schlafen. …

1 „Gefällt mir“

Liebe Bela, Ich stimme Yoro zu 100% zu. Ich wollte dir genau dasselbe schreiben. Der Anfang einer Geschichte, entscheidet wirklich über Lesen oder Weglegen eines Buches.Frag dich mal: Ist das, was ich geschrieben habe, wirklich wichtig für die Geschichte? Ist es zielführend, um in den nächsten Kapiteln irgendetwas auszulösen oder Wichtiges weiterzuführen, was für die Spannung oder Grundstruktur der Geschichte nötig ist? Wenn nicht,: streichen…..reduzieren, weg damit.Ständige Wiederholungen langweilen. Auch stilistisch/sprachlich würde ich nochmal drüber gucken.

5 „Gefällt mir“

Also entweder fang ich langweilig an oder eben körperlich.

aber Ja. das Training ist wichtig. ^-^ ich habe mit den Lektoratsregeln ein wenig weiter gefeilt und den Rest über die Nacht angepasst.
Es gibt für mich nur 3 unbeirrbare Fakten. Lumen HASST die Kälte, wenn er das in seinem 17jährigen Halbschlaf Modus nicht ein oder zweimal denkt, dann ist es kein richtiger DPOV, wenn wir AUS den Körper rausgehen und rein Erzähler machen, ist es nicht mehr MEINS und manches muss ein oder zweimal wiederholt werden, sonst gibt es keine richtige Fallhöhe.

Ihr habt zwar recht, ABER es gibt auch Grenzen und die ziehe ich genau da.

Oblivio ist ein Ort in dem nur ein paar Hundert Leute leben. In einer Welt, die gnadenlos ist, unerbittlich und wo auf der anderen Seite des Gebirges ein Herrscher wohnt, von dem man weiß, dass er Ungleichheit schürt. Es wird trainiert zur Verteidigung, auch wenn man nicht weiß, ob und wann man dieses jemals verwenden wird. Aber es wird im Kampf trainiert, weil wer überleben will, muss kämpfen können.

Es gibt für mich auch einen weiteren Punkt. Wer von euch denkt immer klar, strukturiert und glatt?

Ich für meinen Teil tue es nicht. Es mag zwar handwerklich dann sauber sein, aber dann unecht. Vielleicht ist es auch eine Frage des Stils. Aber manchmal ist chaotisch, dreckig und kantig gar nicht mal so verkehrt.

Niemand. Doch eine Geschichte ist eben keine Realität. Und ob etwas strubbelig wirkt, hängt eben davon ab, wie es verpackt wird.

Das nur allgemein zu deiner Frage, denn ich habe deinen Text nicht gelesen.

1 „Gefällt mir“

Letztendlich musst du es selber wissen. Es ist dein Buch. Ich kann nur als objektiver Leser sagen:Ich hätte es weggelegt, weil es überhaupt nicht catched und neugierig macht

Dann solltest du vielleicht damit beginnen…..das macht neugierig. Dein jetziger Anfang nicht

3 „Gefällt mir“

Es wird aber ständig wiederholt, und erfahrungsgemäß reagieren Leser sehr schnell sehr unleidlich, wenn sie mehrfach etwas unter die Nase gerieben bekommen, was sie bereits beim ersten Mal verstanden haben.
Natürlich wälzen wir manche Dinge, besonders wenn sie uns stören, zigmal in Gedanken, aber wenn man das genau so in geschriebene Form überträgt, nervt es einfach nur.
Geschichten zu schreiben ist eben nicht Dasselbe wie einfach nur ein paar Gedanken 1:1 wiederzugeben, die Sache muss vielmehr für die Leser so aufbereitet werden, dass sie es spannend und unterhaltsam finden.

Vermutlich niemand, aber eine Geschichte wird ja auch nicht so erzählt, wie man im richtigen Leben denkt und spricht.
Geschichten brauchen eine Struktur, und eine solche zu entwickeln, zählt zur Kunst des Schreibens.

Dem kann ich mich nur anschließen.

3 „Gefällt mir“

Hi, @Bela
ich würde mich der Kritik der anderen ebenfalls anschließen.
Es wurde schon gesagt, dass in deinem Text die Handlung fehlt. Ein junger Mann wacht auf und spürt die Winterkälte, die er verabscheut. So könnte man das zusammenfassen.

Allerdings ist es nicht spannend. Das liegt daran, dass dein Protagonist kein Ziel hat und dass es keinen Konflikt gibt, der es ihm schwer macht, sein Ziel zu erreichen.
Mit diesem einfachen Trick kannst du Spannung erzeugen: Ziel und Konflikt.
Das bedeutet nicht, dass du jede Menge Action und Blutvergießen hineinbringen musst. Ein Konflikt entsteht schon dann, wenn zwei Figuren unterschiedlicher Meinung sind. Und sie müssen dafür auch nicht verfeindet sein. Es reicht, wenn sie aus nachvollziehbaren Gründen zwei unterschiedliche Positionen einnehmen. Wenn der Perspektivträger dann auch noch ein nachvollziehbares Ziel hat, das durch den Konflikt zu vereitelt werden droht, hast du eine gute Grundlage für einen spannenden Text.

Dein Kapitel besteht vor allem aus “Tell”, also dem, was du über Lumen und seine Welt erzählst, aber es gibt nur wenig “Show”, also etwas, das Lumen tut und das man als Leser beobachten könnte. Letzteres wird von Lesern meistens als spannender empfunden.

Zudem sollte die Figur logisch und in sich konsistent handeln. Ich weiß noch nicht viel über diese Welt, aber sie scheint eher primitiv zu sein, d.h. es gibt keine Zentralheizung und gut isolierten Häuser. Offenbar kennt Lumen so etwas gar nicht. Da stellt sich die Frage, warum er solche Probleme mit der Kälte hat. Wahrscheinlich haben in früheren Zeiten die Menschen durchaus danach gestrebt, sich warm zu halten, aber bestimmt waren sie Kälte noch mehr gewöhnt als wir, weil sie es nicht anders kannten. In den Fischerhäusern an der Nordsee waren z.B. Innentemperaturen von 9 oder 10 Grad völlig normal. Und die Leute waren abgehärtet. Bei uns heute wäre eine Temperatur von weniger als 18 Grad schon Grund für eine Mietminderung.

Wenn Lumen die Kälte dermaßen verabscheut, muss das einen Grund haben. Sonst wirkt es, als würde die Autorin ihre eigene Szene indirekt aus der heutigen Sicht mit dem heutigen Komfort beurteilen. Eine solche Einmischung der Autorin ist in Lumens Welt aber nicht realistisch. Was könnte der Grund dafür sein, dass er die Kälte derartig verabscheut? Ist er in seinem Leben aufgrund von Kälte schon einmal dem Tod nahe gewesen? Hat er schlimme Erfrierungen davongetragen und vielleicht sogar einige Zehen eingebüßt? Vielleicht gibt es auch eine fantastische Erklärung dafür? Seine magischen Kräfte könnten bei Kälte schwächer werden, auch wenn ihm das (noch) nicht bewusst ist. Er spürt einfach ein unerklärliches Unwohlsein bei Kälte und findet erst im Laufe der Geschichte heraus, wie Kälte seine Magie negativ beeinflusst. Das wäre eine schöne Verknüpfung einer Eigenart einer Figur mit den Fantasyelementen der Geschichte.

Ich würde mir irgendwas in seiner Biografie ausdenken, das diese Eigenart erklärt. Oder ich würde sie weglassen, vor allem dann, wenn sie für den weiteren Verlauf der Geschichte nicht wichtig ist. Außerdem würde ich die Figur logisch handeln lassen. Wenn Lumen Kälte wirklich so verabscheut wie du es sagst, würde er dann wirklich “vergessen”, abends das Feuer abzudecken? Das halte ich eher für unwahrscheinlich. Wenn er es dennoch vergisst, kann seine Abneigung gegenüber Kälte doch nicht so schlimm sein. So machst du ihn unglaubwürdig.

Du hast im Vorspann eine Szene angekündigt, die offenbar eine Schlüsselszene in deiner Geschichte ist. Doch ich finde die Szene so, wie du sie schilderst, eher unglaubwürdig. Wenn ein kleines Mädchen im Winter in einem Jutesack im Fluss liegt, dann ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass es mehr als ein paar Minuten überlebt. Zumindest, wenn es keine moderne Medizin mit Beatmung und Reanimation etc. gibt. Und es müssten schon viele Umstände zusammenkommen, damit das Kind rechtzeitig gefunden wird.
Die beiden Fischer müssten den Sack erstmal bemerken. Dieser kann aber noch nicht lange dort liegen, sonst wäre das Kind längst tot - entweder ertrunken oder erfroren. Wahrscheinlich wäre der Täter noch in der Nähe und könnte zur Rede gestellt werden.
Dann müssten die beiden Freunde sich für den Sack interessieren. Und ihn bergen wollen. Was versprechen sie sich von einem Jutesack? Irgendetwas Wertvolles? Oder halten sie ihn aus der Entfernung eher für ein totes Schaf?
Wenn der Sack zugebunden ist, würde er eh zusammen mit dem Mädchen untergehen. Dann wäre es noch unwahrscheinlicher, ihn rechtzeitig zu entdecken. Denn dann würde das Kind binnen Minuten ertrinken. Das finde ich grenzwertig, was die Glaubwürdigkeit angeht.

Was ich mir vorstellen könnte: Ein Kind fällt oder springt aus irgendeinem Grund in den Fluss, die beiden sehen das und einer springt hinterher, um die Kleine zu retten. Der andere bleibt am Ufer und hilft vielleicht mit einem Seil oder so.
Aber dass die beiden jungen Männer zum Fluss gehen, eine Weile fischen, dann erst den Sack bemerken, sich für ihn interessieren und ihn unbedingt bergen wollen, halte ich für unrealistisch.

Noch eine Sache zum Genre allgemein. Du sagst, es sei Dark Fantasy. Dann sollte das nach Möglichkeit auch schon auf der ersten Seite anklingen. Wie um dem Leser zu bestätigen, dass er “im richtigen Genre” ist, dass seine Erwartungen erfüllt werden. Momentan erkenne ich in Kapitel 1 nicht einmal Fantasy. Es könnte auch der Auftakt zu einem historischen Roman sein. Es wirkt inkonsistent, wenn ein Roman erstmal ohne Fantasy losgeht und auf Seite 43 fängt es dann an, Trolle oder Feen vom Himmel zu regnen. Ich würde sicherstellen, dass man auf Seite 1 weiß, mit welchem Genre man es zu tun hat. Das muss nicht viel sein. Eine Andeutung reicht. Gibt es z.B. Magie in deiner Welt? Oder ungewöhnliche Wesen? Dann würde ich davon etwas zeigen.

5 „Gefällt mir“

Nur meine Meinung

Ich habe den Text überflogen und meine in groben Zügen eine interessante Idee zu entdecken.

Das Feedback der anderen ist handwerklicher Natur und es ist stimmig. Die Schwierigkeit liegt mMn darin, wie man es umsetzt. Dieses Show don’t tell war und bleibt für mich eine Hürde. Mit der Übung wird es leichter.

Der Text erzählt eine Geschichte. Der Leser liest aber erlebt sie nicht mit.

Man kann nun darüber diskutieren ob man strafft und kürzt oder umschreibr. Die Frage ist, ob das zu dem Zeitpunkt überhaupt wesentlich ist.

Du kannst die Geschichte wie sie ist aber auch mal schreiben. Um die Geschichte weiter und zu Ende zu erzählen. Ungeachtet dessen ob sie potentielle Leser anspricht oder nicht. Es ist deine Geschichte.

Weil das Schreiben einer Geschichte, oder eines Teils davon ist mMn die wichtigere Übung.

Die Krux ist, dass es wahrscheinlich der schwierigere Weg ist.

Alles Gute!