In meinem derzeitigen Sci-Fi-Projekt erstreckt sich die Handlung nur über knapp 3 Stunden aus verschiedenen Perspektiven. Ich bin noch unsicher, ob das hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Charaktere funktioniert. Immerhin bleibt nicht viel Zeit, die Motive, Hintergründe und Ziele meiner Figuren vorzustellen. Kennt ihr Bücher, deren Handlung sich auch über eine oder mehrere Stunden erstreckt? Ich hätte Interesse zu erfahren, wie das andere Autoren gemacht haben.
U-uh - 3h - das wird sportlich. Kommt darauf an wie komplex die Handlung ist.
Wenn dein Werk nicht gerade ein Zehn-Seiter werden soll, solltest du den kompletten Handlungsablauf eines jeden Protagonisten quasi minutengenau synchronisieren. Wenn aus Sicht eines Protas um 10:47 Uhr etwas explodiert, kann es ein anderer Prota um 10:49 Uhr nicht benutzen oder sehen. usw. usw.
Puhh also Ulysses lesen ist aber auch eine ambitionierte Aufgabe… Ich würde erst mal mit Isherwood - A Single Man (Der Einzelgänger) anfangen. Die Handlung umfasst allerdings einen ganzen Tag.
Die Bücher, die mir einfallen, haben mit SF oder Spannungsliteratur nur wenig zu tun. Aber es gibt da einige Filme. Mit Szenzenwechseln kann ich mir das sehr gut vorstellen. Es geschehen ja oft mehrere Dinge an verschiedenen Orten zur selben Zeit. Vielleicht helfen Kapitelüberschriften. Sowas wie ’ Planet XY, gleiche Zeit.’
Bei ‚Lied von Eis und Feuer‘ habe ich mir über Zeit nie viel Gedanken gemacht, wenn ein Kapitel mit anderen Protagonisten begann, da ich mir als Leser schon dachte, dass einiges zeitgleich geschah, nur eben an anderen Orten.
Ja, ich kenne so ein Buch:
„Grillparty in Eichforst“ von Heinrich von der Haar
Das Buch ist auch aus verschiedenen Perspektiven. Heinrich ist ein befreundeter Autor. Ich war einer der Testleser. So ein Format kann funktionieren. Die Figuren und die Handlung machen ihre Entwicklungen dann in einer kürzen Zeitspanne. Das macht im subjektiven Erleben beim Lesen keinen Unterschied, ob sich eine Geschichte über Jahre oder Stunden zieht. Du kannst mit den Figuren auch in ein paar Stunden eine Heldenreise durchmachen.
Miss Pettigrews grosser Tag. Ich glaube Winifred Watson. Aber nur aus ihrer Perspektive, soweit ich mich erinnere. Bin unterwegs, denke heute aber noch ein wenig nach. Mir fallen gerade die Titel nicht ein.
Geschöpfe der Nacht, von Dean Koontz spielt glaube ich in 12 Stunden, aber aus einer Perspektive. Tatsächlich hat mir das damals sehr geholfen, zu verstehen, wie dicht eine Handlung gestrickt sein kann.
3h stelle ich mir möglich vor, wenn man parellele Handlungen beschreibt.