Nachdem Band 1 „Neuzahnstein“ jetzt erschienen ist und ich von Band 2 „Cold Case“ hoffentlich bald den Probedruck des ersten Entwurfes in der Hand halte, mit dem ich dann wieder Testleser belästigen kann, habe ich jetzt mit der Arbeit an Band 3 „Voodoo“ begonnen. Einfach so aus Spaß gebe ich Euch mal einen exklusiven Einblick.
So geht’s los:
Kapitel 1: Container Blues
Der Geruch von Schweröl hing im Container wie ein dreckiger Overall im Spint der Umkleide einer Bohrinsel.
Seraphina war langweilig.
Sterbenslangweilig.
Selbst wenn das für eine Untote eine sinnlose metaphorische Hyperbel ist.
Sogar über so was machte sie sich aus Langeweile Gedanken.
Kein Wunder. Sie steckte jetzt seit mehr als zwei Wochen in der Kiste.
Das Versteckspiel bei Zollabfertigung in Le Havre war nervig gewesen und in Port-au-Prince in Haiti würde es sicher wieder so sein, aber die Zeit dazwischen war viel schlimmer.
Einmal mehr verdammt sie die Tatsache, dass es auf der Strecke keine Nachtflüge gab. Okay, man konnte nachts in Paris losfliegen, würde aber dann bei Sonnenaufgang über dem Atlantik gegrillt. Als Vampir jedenfalls.
Also steckte sie in der „Kiste“. Sie bezeichnete ihren Wohnraum auf Zeit so. Klar, der 40-Fuß Container war als Reisemittel nicht so melodramatisch wie in den entsprechenden Filmen der unvermeidliche Sarg Graf Draculas auf einem Segelschiff aber fast genau so verdrießlich und ungemütlich. Sie hatte neben ihrer Tasche mit Kleidung und ein paar Utensilien nur einen Schlafsack, ein Handy und eine Blutkonserve mit auf den Weg bekommen.
Der Schlafsack war zu dünn, das Handy hatte kein Netz und die Blutkonserve war Null-Negativ. Zum Kotzen!
Ich verrate dir jetzt ein lang gehütetes Geheimnis. Null negativ ist das Blut eines Werwolfs. Deshalb können die auch kein Spenderblut anderer Sterblichen annehmen, und deshalb schmeckt es Vampiren nicht.
Ui!!!
Das revolutioniert das Thema. Ich kenne bisher nur den Eintrag aus der Encyclopaedia Sanguinis (Band IV „Niedere Essenzen“ von Lord Asmoday, wonach Werwolf-Blut eine fast harzige Textur und ein ungehobeltes Bouquet hat, dominiert durch Aromen von nassem Fell und mit erdigem Geschmack, der an schimmelige Trüffel erinnert. Der Konsum führt zu thermischer Dysfunktion und zum Verlust der Etikette. Das Blut der Kanalratte ist in Notfallsituationen vorzuziehen.
Ja, verzeih, ich war etwas oberflächlich. Das trifft natürlich auf den „Gemeinen Werwolf“ zu. Aber es gibt ja noch die Subspezies, die sich „werwolfig“ fühlt. Steak eher blutig, schläft bei Vollmond schlecht. Wechselnde Partner, weil diese „plötzlich verschwunden sind“.