Mir ist heute klar geworden, warum Selfpublishing teils immer noch so einen schlechten Ruf hat. Am Stand des Selfpublisher Verbands auf der Frankfurter Buchmesse konnte ich heute einige Exemplare der negativen Art begutachten.
Da wurde mit doppeltem Zeilenabstand geschrieben, um so wenigstens auf 60 Seiten zu kommen. Oder ganz ohne Zeilenabstand und Absätze, um wohl Druckkosten zu sparen.
Ein Buch hatte bis zu 5 Kapitel auf einer Seite, am Ende waren es knapp 300. Einige Bücher hatten Schreibfehler im Klappentext. Beim Coverdesign machen sich offenbar nur wenige Gedanken. Rote Schrift auf dunkelrotem Hintergrund, düstere Fotomontagen, auf denen so gut wie nichts zu erkennen war.
Manche Bücher hatten ein Softcover, das seinem Namen alle Ehre machte, weil der Buchumschlag die gleiche Papierdicke hatte, wie die Seiten. Einer verzichtete ganz auf den Druck und nahm eine Spiralheftung.
Einige meinen, sie sind Autoren, wenn sie ein paar Seiten mit Rätseln füllen oder mit KI-generierten Bildchen von Kaninchen und Eichörnchen.
Ein erkennbarer Buchsatz ist bei vielen Werken nicht vorhanden. Da fehlt ein Blick für die passende Schriftart oder für angemessene Seitenränder.
Wir machen uns viele Monate Arbeit, investieren in Recherchen, Handlungsplots, Charakterbeschreibungen, sinnvolle Handlungen, eliminieren Fehler, feilen am Aussehen und wie jede einzelne Seite im fertigen Buch wirkt. Wir bemühen uns, gute Cover zu generieren.
Leider habe ich das Gefühl, dass es Menschen gibt, die sich absolut keine Mühe machen. Schnell raus das Ding, am besten noch ein paar Euro bei KDP verdienen – Hauptsache, man darf sich Autor nennen.
Wie seht ihr das? Bin ich zu streng? Was ist eure Erfahrung?