Das Elixier des L.
Freundlich lächelnd tritt der Alchemist auf die Schwelle der Haustür.
„Sein behilflich Euch ich kann womit?“
Der Besucher hebt irritiert die linke Augenbraue. „Was ist mit Euch, Malegôr. Seid Ihr nicht wohl?“
Jetzt ist es am Alchemisten, verwundert zu sein. Er legt den Kopf leicht schräg, und schüttelt ihn dann in kleinen wackelnden Bewegungen. Dabei betrachtet er seinen Besucher neugierig.
„Darauf Ihr kommt wie? Gefühlt gut so mehr nicht lange mich habe ich. Hier von nicht wohl seid aber Ihr. Vor befremdlich mir es kommt so, sagt Ihr was, kann verstehen ich wenn auch. Wen an mich erinnert Ihr, Äusseres Euer wie ebenso. Herum falsch – Ihr seid irgendwie aber.“
Mit diesen Worten wendet der Alchemist sich um. „Kann tun Euch für ich was, mir sagt und herein nur kommt.“
Der Besucher macht einen Schritt über die Schwelle, bleibt dann aber unvermittelt stehen. Seine Finger kneten die Kappe, die er beim Eintreten abgenommen hat. „Ähm, ja… eigentlich…ach wisst Ihr, ich glaube, ich komme besser ein andermal wieder.“
Spricht’s, nickt höflich zum Abschied, und geht hinaus. Etwas zu heftig zieht er die Tür zu, als ob er sicher sein will, dass ihm nichts folgen kann.
Leise vor sich hin kichernd geht der Alchemist nach hinten und setzt sich in seinen dicken Ohrensessel zwischen Kamin und Fenster. Er nimmt ein Büchlein mit abgegriffenem Ledereinband zur Hand und beginnt darin zu blättern. „Du bist mir schon ein Schlitzohr, Leonardo! Nur schade, dass die Wirkung nicht länger anhält. Ein ganzer Tag, mei, das wäre mir ein Spaß!“