Seitenwind Woche 10: Parodie

50 Bisse des Edward Grau (rawr!)

Ich wache auf und strecke mich seufzend. Wieder dieser Traum mit diesem Typen. Groß und muskulös (und reich, sehr reich, unfassbar reich), und seine Haut so weiß wie Porzellan oder sagen wir lieber Alabaster, das klingt besser. So ganz weiß ist auch nix. Also, er ist blass, aber so vornehm blass und er durchbohrt mich (mit seinen Blicken selbstverständlich) und den funkelnden, feurigen Goldsprühaugen.
Hach …
Ich stehe vor dem Spiegel. Mein (natürlich!) blondes, dicht gelocktes und glänzendes Haar ist so widerspenstig beim Kämmen und meine smaragdfarbenen Augen schauen mich müde an. Außerdem habe ich zugenommen, meine XXS-Jeans geht heute wirklich straff zu. Schrecklich, wenn der Tag schon so anfängt.
Spät dran bin ich auch noch. Zum Glück hat Mum mir einen Smoothie gemacht, von dem ich im Vorbeihasten rasch ein paar Schlücke nehme. Reicht auch, ich bin fett genug!
Eigentlich habe ich keine Ahnung von Amerika, aber ich wohne trotzdem hier, das gibt einfach so einen gewissen Touch fürs Setting. Und ist auch easy umzusetzen: Ich bin 17 und fahre jetzt mit meinem Dodge in die Highschool, die Gänge sind voll mit Spinden und coolen Leuten.
Erster Schultag.
Und da steht er. Der Typ aus meinen Träumen. Seine Glitzersprühaugen gleiten golden über meinen Körper. Oh Gott, bestimmt findet er meine Oberweite zu groß. Beschämt schaue ich zu Boden. Huch, wie ist er plötzlich so schnell zu mir rübergekommen?
»He, bist du neu hier?«, fragt er.
»Ja«, hauche ich.
Da ist er schon wieder weg. Habe ich mir das eingebildet? Ich sehe noch seinen Knackpo im Chemielabor verschwinden. Wie cool, ich hab auch Chemie!
Die ganze Stunde ignoriert er mich. War ja klar. Ich bin auch echt peinlich. So einer wie er interessiert sich doch nie für mich.
Heulend renne ich aufs Klo. Als ich rauskomme, steht er da. Schlimmer gehts nicht mehr! Ich will etwas sagen, aber sein Anblick verschlägt mir den Atem. Wie kann man nur so unverschämt gut aussehen?
Plötzlich hebt er mich hoch und fliegt aus dem Fenster bis auf eine Waldlichtung.
»Hast du mich entführt?«, frage ich und blinkere mit den Augen.
»Ja, und ich bin sehr gefährlich für dich. Du solltest dich fernhalten.«
»Wenn ich nur könnte …«
Er grinst und entblößt seine Vampirzähne.
»Oh ja, bitte beiße mich – nein warte! Ich glaub, ich will nicht vor der Ehe …«
»Was nun? Ich hab echt Durst, entscheide dich mal!«
»Bist du reich?«
»Elon Musk kann einpacken, Sweetie.«
»Oh ja, dann beiß mich …«