Hallo zusammen ![]()
für meinen fantastischen Coming-of-Age-Roman suche ich Interessierte zum Testlesen.
Er handelt von Rhagh, einem schwarzen Drachen, der einer Schlange auf Beinen gleicht und Höhenangst hat. Verachtung erntet er aber erst, als er in seiner Jugend immer wieder versehentlich Gleichaltrige verletzt. Der Grund dafür sei seine schwarze Magie, meint seine Gemeinschaft und schickt ihn auf eine weite Reise zu einer dubiosen Gruppe, genannt die Funkelwächter. Sie sollen in der Lage sein, Rhagh von dieser schwer zu beherrschenden und tückischen Macht zu befreien. Begleitet wird er von der sanftmütigen Drachen Lebh, die ihn aufzog. Auf seinem Weg lernt er nicht nur andere Geschöpfe und erstmals wahre Freundschaft kennen, er beginnt auch den Umgang mit seiner Magie zu erlernen. Die Ergebnisse sind jedoch anders als gwünscht, bis Rhagh beim Versuch, sich und seine Gefährten zu verteidigen, seinen besten Freund tötet.
Das Buch beschäftigt sich mit dem Anders-/Vollkommensein und dem Kreis von Tod und Leben. Es ist für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren gedacht und kommt ganz ohne den zur Genüge betrachteten Akteur Mensch aus.
Die komplexe Geschichte kommt aktuell auf 650 Normseiten. (Ich habe sie bereits um ein Drittel ! gekürzt, viel mehr geht nicht mehr.)
Einen Abgabetermin gebe ich nicht vor. (Aber ewig Zeit lassen solltet ihr euch natürlich nich ![]()
Wer Interesse oder Fragen hat, meldet sich gern. Ich freue mich ![]()
Kascha
Zur Einstimmung gibt es hier den Beginn der Geschichte:
»Der ist aber hässlich.«
»Wie kommst du zu diesen trüben Worten?«
»Er ist schwarz und voller Stacheln.«
»In meinen Augen gleicht er deiner vollkommenen Gestalt.«
»Findest du?«
Zögernd trat der junge Drache näher und senkte den Kopf. Dunkel und musterlos war der Schmetterling, die zusammengeklappten Flügel gezackt, und was wie Stacheln wirkte, waren Härchen.
Langsam entfaltete sich das Insekt und offenbarte eine winzige Welt aus zahlreichen Farben und Facetten. Fließende Konturen glühten auf dem tiefen Schwarz wie pulsierende Energie. Es war, als sogen sie Rhagh in sich ein …
Die Flügel klappten zu, die Welt schloss sich. Der Schmetterling flatterte auf und dem Drachen direkt ins Gesicht. Rhagh schrie auf, sprang zurück und schüttelte das klatschende Gefühl von sich ab. Zusammengekauert blinzelte er durch die staubige Luft und sah das dunkle Insekt über die Kiesebene davonfliegen.
»Er hat mich angegriffen!«
»Lass deine Angst nicht die Luft trüben«, antwortete ihm Lebhs wolkengleiche Stimme. »Vielleicht wollte er dich bloß kennenlernen.«
Zweifelnd sah Rhagh dem Tier nach und schüttelte sich. »Aber schön war er doch. Fast so schön wie du.« Er lächelte zu der großen, schlanken Drachin mit den gewellten Hörnern auf und folgte dem Verlauf ihrer Schuppen von Violett über Blau bis Türkis.
Liebevoll senkte Lebh ihre Nase zu ihm herab. »Jedes Geschöpf strahlt in seiner eigenen inneren Pracht. So wie auch du, vielleicht sogar ein wenig mehr.«
Stolz reckte sich der junge Drache in die Sonne, sodass seine dunkelgrünen Schuppen funkelten.
»He, Rhagh!«, hörte er Sus’ Stimme hinter sich. Er drehte sich um und sah das gelbe Drachenmädchen auf sich zu springen. »Willst du spielen? Der Dunst heute Morgen ist richtig dicht! Komm, sonst ist er weg.«
»Oh ja! Darf ich, Lebh?«
Die Drachendame lächelte. »Kein Wind soll euch aufhalten.«
Fröhlich rannten die beiden Schlüpflinge los und tauchten in die Dunstschwaden ein.
»Wir könnten Lauerfangen spielen«, rief Sus. »Ich beginne … ey, wo bist du hin?«
Fauchend sprang Rhagh sie von hinten an. »Schon längst dabei!«
Sie lachte. »Na warte, ich krieg dich!«
»Versuch es. Du wirst mich nie erwischen, Sus!«
Ausgelassen jagten sie sich über die Kiesebene. Die Morgensonne bemalte die Ränder der Wolken golden, welche gemächlich durch den orange-rosigen Himmel glitten wie Wale durch ein Meer aus Saft.
»Da bist du!« Sus tauchte vor Rhagh auf und setzte zum Sprung an. Er wirbelte herum.
»Autsch!«
Er stockte und drehte sich zurück. »Alles in Ordnung?«
»Der Haken an deinem Schwanz hat mich gestreift.« Sus betrachtete die rote Linie auf ihrer Brust.
Entsetzt starrte Rhagh sie an. »Oh, tut mir leid. Das wollte ich nicht.«
»Schon gut. Ist bloß ein Kratzer.« Sie lächelte und schlug nach ihm. »Du bist dran!«
Erleichtert nahm er das Spiel wieder auf und jagte seine Freundin durch den Dunst, der immer blasser wurde. Schnell hatte er sie gefangen, fuhr herum und rannte weg. Sie setzte ihm sofort nach und hatte ihn fast eingeholt, als er abrupt die Richtung änderte. Das Drachenmädchen kam nicht mit und landete mit der Nase im Kies.
»Na warte!« Sie sprang auf, taumelte und fiel wieder hin.
Rhagh trat auf sie zu. »Geht es dir gut?«
»Ich weiß nicht, mir ist so …« Sie starrte ins Nichts. Dann kippte sie zur Seite und wand sich schreiend am Boden. »Das tut so weh!«
»Was? Aber … ich hab doch nicht … Lebh! Lebh, komm schnell!« Verzweifelt lief Rhagh um Sus herum.
Einen Moment später stand Lebh neben ihm und besah sich die junge Drachin.
»Ich wollte das nicht …«, begann er.
»Verharre hier«, befahl die Drachendame und flog weg. »Visatis, wo weilst du? Eine Schlucht hat sich aufgetan!«
Wieder war er allein. Sus war still geworden. Sehr still. Ihr aufgerissener Blick war leer, ihr Körper vibrierte. Rastlos lief Rhagh auf und ab.
Eilig machte er Platz, als Lebh mit einer grünen Drachin vor ihm landete. Visatis stellte sich über Sus und senkte ihre Brust auf den kleinen gelben Leib hinab. Ein grünlicher Schein breitete sich über das Drachenmädchen aus. Die Zeit verging, nichts geschah. Visatis’ Beine begannen zu zittern.
Da blinzelte Sus und wimmerte. »Mama!«
Seufzend setzte sich die grüne Drachin. »Sie kommt gleich. Alles ist gut.«
»Wird sie die Schlucht überwinden?«, raunte Lebh.
»Er ist noch jung, das Gift schwach. Eines Tages werde ich nichts mehr ausrichten können.«
Zögerlich näherte sich Rhagh dem Drachenmädchen und streckte die Nase vor.
»Bleib weg von ihr!«, zischte Visatis und sprang dazwischen.
»Es geschah nicht absichtlich«, versuchte Lebh sie zu beschwichtigen. »Sie sind Schlüpflinge. Im Sturm des Spiels weht manch Achtung davon.«
»Du kannst ganz still sein, Levjebh. Deinetwegen haben wir das Problem erst am Hals.«
Rhagh hielt es nicht mehr aus. Er rannte weg, ans Ende der Kiesebene und kletterte die Felswand hinauf, welche ihren Schatten über das Gebiet warf. Er kroch in Lebhs Höhle, kauerte sich in die hinterste Ecke zusammen und wartete reglos.
Seine verkrampften Muskeln schmerzten schon, als sich schwere Flügelschläge näherten und Lebh im Eingang landete. Sie sah erschöpft aus, doch als ihre blauvioletten Augen ihren Schützling fanden, rang sich ein Lächeln durch.
»Und?« Rhaghs Stimme war kaum mehr als ein Quieken.
»Sie hat die Schlucht überwunden. Visatis’ grüne Magie gab ihr die nötige Kraft.«
Der kleine Drache stieß erleichtert den Atem aus. »Lebh, ich wollte das nicht …«
»Natürlich nicht, so gewiss die Luft nie versiegt. Die jungen Flügel deines Geistes umfassen noch so wenig von der Welt.« Sie ließ sich vor ihm nieder. »Wir alle sind verschieden, so wie die Wolken am Himmel. Meiner Kehle können Winde entspringen, während Sus einmal Flammen hervorbringen wird. Und in dir, mein Junge, fließt Gift.«
Rhagh blinzelte schockiert. »Ich habe Sus vergiftet?«
»So wild der Wind auch weht, er kann es nicht bestreiten. Der Stachel am Ende deines Schwanzes kann diese Waffe freisetzen.«
Nervös schielte der junge Drache nach der gekrümmten Spitze, die bösartig zurückzublicken schien. Er schauderte. »Von jetzt an achte ich darauf, dass niemand daran kommt. Wir können ja alle etwas vorsichtiger spielen.«
»Rhagh …«
Der plötzliche Kummer bedeckte Lebhs Lächeln wie Wolken einen klaren Himmel. Behutsam legte sie sich neben ihn.
»Es war eine Versammlung einberufen worden. Viele sehen in dir einen Orkan, der jederzeit ausbrechen kann. Mein Atem kam nicht gegen ihre peitschenden Worte an. Mir verengt sich die Lunge, Rhagh: Du darfst nicht mehr mit anderen spielen.«
»Was?« Er starrte sie verschreckt an. »Aber … es war keine Absicht! Ich passe von jetzt an auf, versprochen.«
»Das kann den Wind nicht mehr drehen. Sie halten dich für eine Gefahr.«
Gefahr … Sus’ Schreie mischten sich in seine Gedanken. Vielleicht war es besser so.
Eine Weile schwiegen beide.
»Lebh«, brach Rhagh die Stille. »Visatis hat davon gesprochen, dass das deinetwegen passiert ist. Wie meint sie das?«
»Kannst du deinen Geist an jenen Tag zurückschweben lassen, an dem ich dir erzählt habe, wie wir dein Ei auf der Kiesebene fanden?«
»Ja. An der Schale hatte ein Gedankengedächtnis mit meinem Namen gehaftet. Meine Eltern hatten mich anscheinend ausgesetzt, und deshalb habt ihr mich aufgenommen.«
»So windstill verlief es leider nicht. Von mir allein ging der Strom aus, der dich ins Leben tragen wollte. Die meisten stimmten dafür, das Ei zu zerstören.«
»Zerstören?« Rhagh schnappte nach Luft. »Sie wollten mich töten? Aber warum?«
»Sie befürchteten, daraus könne ein Nekromant schlüpfen: hinterlistige und mächtige Drachen, an deren Seite niemand fliegen möchte. Immer wieder verwüsten sie ihr Umfeld und rauben zahlreichen Leben den Atem. Dein Ei war schwarz gefärbt und mit Dornen übersät, klare Zeichen für einen solchen Nachkommen. Doch auch grüne Linien wanden sich dazwischen. Ein Elternteil musste einer anderen Rasse angehören. Aber da das Blut der Nekromanten dominant ist, lag im Nebel, was aus dir werden würde.«
»Und? Bin ich ein Nekromant?«
»Eher stockt der Sturm. Die Schuppen dieser Drachen sind rein schwarz, deine dunkelgrün. Jedoch gleicht ihnen deine Gestalt bis in die Flügelspitzen, und viele fürchten, du könntest genauso werden wie sie. Damals konnte ich sie überzeugen, dass die Böe erst zum Sturm heranwächst und durch Fürsorge in eine andere Richtung gelenkt werden kann. Sie durften keinem unschuldigen Schlüpfling das Leben rauben, der ein Segen für die Welt sein könnte. Ich schlug so lange mit den Flügeln, bis sie einwilligten. Daraufhin übergaben sie mir die Verantwortung und beobachteten skeptisch, wie ich dich aufzog.«
Sie schwieg einen Moment. »Bei der Versammlung eben … Rhagh, der Himmel müsste mich dafür strafen, wenn ich es dir erzähle. Sie verlangen, dass du nichts über dich und die Nekromanten erfährst. In dem heutigen Ereignis sehen sie die Ankündigung einer fatalen Entwicklung.« Sie stöhnte. »Mir fällt der Atem schwer, Rhagh. Ich bin jeden Wind geritten, doch um eine so heftige Front zu durchbrechen, braucht es eine Kraft, die ich nicht aufbringen kann. Verzeih mir.«
Wie sie da lag, den Kopf gesenkt, die Augen trüb, zerfloss Rhagh vor Mitleid. Er fühlte sich für ihre Qual verantwortlich. Behutsam kuschelte er sich an sie. »Schon gut, Lebh. Du hast so viel für mich getan. Jetzt weiß ich, dass ich dir mein Leben zu verdanken habe.«
Sie seufzte friedlich. »Ach, mein Junge … Wer weiß, welchen Weg der Wind wählen wird. Wenn sie bemerken, wie brav du dich benimmst, erkennen sie, dass es nur ein Versehen war. Du wirst sehen. Bald schenkt dir das Leben wieder Rückenwind.«